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Veröffentlicht am 05.11.2024

Wetterleuchten am Roussilon

Wetterleuchten im Roussillon (Roussillon-Krimi 2)
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Kommissar Sebag ist aus dem Urlaub zurück. Da bittet ihn seine Tochter, einen Verkehrsunfall, bei dem ein Schulkamerad ums Leben kam, zu untersuchen. Er stürzt sich in die Arbeit, denn er möchte seine ...

Kommissar Sebag ist aus dem Urlaub zurück. Da bittet ihn seine Tochter, einen Verkehrsunfall, bei dem ein Schulkamerad ums Leben kam, zu untersuchen. Er stürzt sich in die Arbeit, denn er möchte seine Tochter nicht enttäuschen. Doch er kann nicht lange daran arbeiten, denn es gibt eine Leiche. Ein Rentner wird gefunden, ermordet – und am Tatort stehen die Buchstaben OAS. Alles deutet auf den Algerienkrieg in den 1960er Jahren hin. Kommissar Sebag beginnt seine Ermittlungen, doch sie kommen nicht wirklich vorwärts, denn alle Leute, die irgendwas über die Zeit in Algerien wissen könnten, schweigen. Und dann gibt es einen 2. Toten …

Mir hat der 2. Band um Sebag besser gefallen als der 1. Auch hier spielt die Familie wieder herein, aber nicht mehr so vorherrschend wie im 1. Teil. Es wird sich mehr auf die Untersuchungen und Ermittlungen konzentriert, was dem Buch richtig gut tut. Rein inhaltlich habe ich viel gelernt. Ich wusste fast nichts über den Algerienkrieg und den entsprechenden Hintergründen. Hier wurde das von allen Seiten sehr unaufdringlich beleuchtet – ohne dass für jemanden Partei ergriffen wurde. Für meinen Geschmack litt dadurch zwar etwas die Spannung, aber ich hatte trotzdem nie das Gefühl, ein „Lehrbuch“ zu lesen. Alles in allem ein solider, weiterempfehlenswerter Krimi mit einem außergewöhnlichen Inhalt.

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Veröffentlicht am 05.11.2024

Treuetat

Treuetat
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Leo kommt nach ihrem schweren Motorradunfall zurück ins Team der Kripo und arbeitet wieder mit Verena, allerdings auch mit Christoph, zusammen. Mit letzterem versteht sie sich nicht so gut und Verena muss ...

Leo kommt nach ihrem schweren Motorradunfall zurück ins Team der Kripo und arbeitet wieder mit Verena, allerdings auch mit Christoph, zusammen. Mit letzterem versteht sie sich nicht so gut und Verena muss dauernd vermitteln. Da verunglückt ein Journalist und es stellt sich schnell heraus, dass es Mord war. Kurze Zeit später wird eine Fußpflegerin ebenfalls ermordet aufgefunden und später eine Bibliothekarin. Alles hängt wohl zusammen – auch wenn das erst im Laufe der Ermittlungen deutlich wird. Dabei ist Verena eigentlich nicht voll bei der Arbeit, denn ihr an Alzheimer erkrankte Großmutter macht Probleme. Die polnische Pflegerin muss zurück zu ihrer Familie und Verena muss versuchen, die Oma in eine Pflegeeinrichtung zu bringen. Das alles überfordert sie ziemlich.

Treuetat ist der 2. Krimi um die 3 Ermittler. Man versteht ihn problemlos, auch wenn man das Vorgängerbuch nicht kennt. Aber wie der Vorgänger ist es auch eine Vermischung aus den Ermittlungen und den familiären Umständen der Ermittler. Verena und Christoph haben mittlerweile zu einer guten Zusammenarbeit gefunden, Leo muss sich erst wieder einfügen. Die Ermittlungen selbst reichen weit in die deutsche Vergangenheit, bei Verena allerdings auch in die der eigenen Familie. Das Buch ist gut lesbar, ich habe es fast auf einen Rutsch gelesen. Es ist nicht unbedingt superspannend, aber trotzdem will man schon wissen, wie es weitergeht. Die Hauptpersonen sind gut gezeichnet, die Entwicklung ist nachvollziehbar. Das Ende allerdings hat mich ein wenig enttäuscht – sowohl die Aufklärung des Falls (für mich kam „Täter“ überraschend vor) als auch Verenas Entscheidung. Als Polizistin hätte sie „mehr“ wissen müssen und ich bin gespannt, wie das dann im sicher folgenden 3. Teil gelöst wird. Alles in allem ein guter Krimi und von mir eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 05.11.2024

Bella Clara

Bella Clara (Die Jahrhundertwind-Trilogie 3)
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Clara lebt in Berlin mit Mann und 2 Kindern. Ihr Mann ist Arzt und mehr als dominant. Die Ehe ist lieblos und Clara wird geschlagen. Endlich rafft sie sich auf und engagiert einen Schauspieler als ihren ...

Clara lebt in Berlin mit Mann und 2 Kindern. Ihr Mann ist Arzt und mehr als dominant. Die Ehe ist lieblos und Clara wird geschlagen. Endlich rafft sie sich auf und engagiert einen Schauspieler als ihren Liebhaber und erreicht so die Scheidung. Allerdings verliert sie nicht nur ihre beiden Kindern, sondern auch das von ihren Eltern geerbte Haus. Ihr Mann verbietet ihr sogar den Besuch der Kinder. Clara versucht, in Berlin Arbeit als Apothekenhelferin zu finden. Doch es ist aussichtslos. Erst als sie nach Meersburg an den Bodensee kommt, geht es aufwärts. Zuerst finde sie Arbeit in einer Apotheke, später eröffnet sie sogar einen eigenen Laden für Kosmetik. Und so geht es Stück für Stück aufwärts.

„Bella Clara“ ist der 3. Teil der Geschichten um Frauen Anfang des 20. Jahrhunderts. Ich kenne beide Vorgängerbände nicht, trotzdem war es kein Problem, dem Geschehen im Buch zu folgen. Es ist gut beschrieben, welch wenigen Rechte die Frauen zu dieser Zeit hatten – privat wie beruflich. Und wie es immer mehr Frauen trotzdem schaffen, sich etwas eigenes aufzubauen. Das Buch ist gut lesbar, der Stil ist relativ einfach, viele Dinge sind vorhersehbar. Wunderbar beschrieben ist die Landschaft am Bodensee und vor allem Meersburg. Alles in allem eine gute Unterhaltung, nebenbei wird viel Wissenswertes über die Anfänge der Kosmetik(industrie) vermittelt und auch über die Anfänge der Emanzipation der Frau, verpackt in einem fiktiven Roman.
Bedauert habe ich nur die Covergestaltung – warum hat man hier nicht die Stadt Meersburg am Bodensee genommen?
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Veröffentlicht am 05.11.2024

Der Tote am Gletscher

Der Tote am Gletscher
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Von raschke64

Skipisten-Toni ist bei Schneesturm in einer Schutzhütte auf dem Gletscher, als er ein Licht sieht. Beim Nachsehen findet er eine Leiche und wird niedergeschlagen. Commissario Grauner – alteingesessener ...

Von raschke64

Skipisten-Toni ist bei Schneesturm in einer Schutzhütte auf dem Gletscher, als er ein Licht sieht. Beim Nachsehen findet er eine Leiche und wird niedergeschlagen. Commissario Grauner – alteingesessener Südtiroler – und Ispettore Saltapepe – junger neuer Kollege aus Neapel – ermitteln in den Bergtälern und in Bozen. Es ist nicht einfach, denn die Bewohner unterstützen sie nicht gerade.

Das Buch ist ein klassischer Krimi. Man verfolgt die Ermittlungen der beiden Polizisten. Am Anfang erfährt man sehr viel über die Geschichte von Südtirol und die Eigenarten der Bewohner. Das ist ein bißchen zu ausführlich und bremst die Spannung. Auch ist der Schreibstil etwas gewöhnungsbedürftig. Es wirkt ein wenig abgehackt. Doch das ändert sich im Laufe des Buches. Die allgemeinen Ausführungen fallen weg und der Stil wird besser bzw. man gewöhnt sich daran. So ist das Buch doch gut lesbar. Die beiden so gegensätzlichen Ermittler sind gut getroffen und das in vielen Büchern übliche Gegeneinander findet hier nicht statt. Sie ermitteln jeder auf seine Weise, aber immer mit dem gleichen Ziel. Die Bewohner der Bergregionen sind gut getroffen, auch die Landschaft ist gut beschrieben. Wer schon einmal dort war, wird vieles wiedererkennen. Sehr gut gefallen haben mir die Karten in den Innenseiten. Und auch die Verknüpfung mit dem wohl berühmtesten „Bewohner“ dieser Gegend. Alles in allem ein solider Krimi mit noch etwas „Luft“ nach oben, was die Spannung angeht.

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Veröffentlicht am 05.11.2024

Blutsommer

Blutsommer
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In Köln geschieht ein Mord nach dem anderen – die Leichen sind grausam „ausgewaidet“, verstümmelt und Teile fehlen. Bald hat der Serienmörder den Namen „Der Metzger“ weg. Martin Abel wird von Stuttgart ...

In Köln geschieht ein Mord nach dem anderen – die Leichen sind grausam „ausgewaidet“, verstümmelt und Teile fehlen. Bald hat der Serienmörder den Namen „Der Metzger“ weg. Martin Abel wird von Stuttgart geholt, um die Polizei in Köln zu unterstützen. Er ist Profiler und bekommt Hannah Christ zur Seite. Sie soll von ihm lernen. Doch beide verstehen sich nicht so gut, denn Martin ist eigentlich ein Einzelgänger. Doch sie kommen dem Mörder immer näher und es wird immer gefährlicher.

Das Buch hat mir richtig gut gefallen. Spannung durchgehend, einige Verdächtige und gute Ermittlungen. Durch die Rückblenden erfährt man, warum der Täter so geworden ist. Die Widersprüche zwischen den beiden Profilern und auch zwischen Abel und dem Kölner Team sind verständlich und nachvollziehbar. Umso weniger hat mir dann das Ende gefallen, das ging zu schnell und war eigentlich auch unnötig. Auch beim Ende des Falls war es ein wenig zu dick aufgetragen für meinen Geschmack. Doch insgesamt war das Buch sehr gut und flüssig lesbar, ein guter Thriller und ich würde es trotzdem uneingeschränkt weiterempfehlen.

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