Profilbild von raschke64

raschke64

Lesejury Star
offline

raschke64 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit raschke64 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.11.2024

Die Burg der Könige

Die Burg der Könige
0

1524 – Burg Trifels. Im ganzen Land toben die Bauernkriege, die Menschen hungern und die Ablehnung des Adels wird immer größer. Die ehemals reiche Stauferburg Trifels ist verarmt und baufällig. Agnes Vater ...

1524 – Burg Trifels. Im ganzen Land toben die Bauernkriege, die Menschen hungern und die Ablehnung des Adels wird immer größer. Die ehemals reiche Stauferburg Trifels ist verarmt und baufällig. Agnes Vater ist dort der Vogt, doch er trinkt mehr, als dass er sich um die Burg kümmert. Agnes wächst – gerade für diese Zeit – sehr ungebunden auf. Sie jagt mit ihrem Falken, reitet aus, hat lesen und schreiben gelernt. Mit fast 17 Jahren sollte sie eigentlich schon lange verheiratet werden. Doch sie will nicht. Denn da gibt es noch den Sohn des Schmieds Mathis. Und ein Geheimnis um den Trifels, hinter dem verschiedene Mächte her sind. Während Mathis beim Bauernheer landet, muss Agnes den Grafen von Scharfenberg heiraten, der allerdings weniger an ihr, sondern ebenfalls nur am Trifels Interesse hat…
„Die Burg der Könige“ ist mit über 900 Seiten ein richtiger Historien-Schmöker – und das meine ich im positiven Sinn. Der Autor vermischt sehr geschickt historische Begebenheiten mit Legenden und Sagen, mit einem „es hätte so sein können“ und mit Hauptfiguren, denen man das meiste der Erlebnisse auch abnimmt. Er vermeidet größere Aufzählungen von Jahreszahlen und Beschreibungen diverser Könige, sondern konzentriert sich auf einzelne Personen, die man so näher kennen lernen kann. In diesem Zusammenhang lernt man auch viel über die Sitten und Bräuche vom Bauern bis zum König in dieser Zeit kennen, ohne dass es irgendwie nach Sachbuch aussieht. Es ist ein Historienroman vom Feinsten. Die Hauptfiguren sind sympathisch. Mich hat nur gestört, dass viele der Sachen ausschließlich über die Träume von Agnes vermittelt wurden. Und das große Ende in Speyer war mir dann doch etwas zu dramatisch … aber das sind wirklich nur Einzelheiten in einem ansonsten wirklich sehr gut lesbarem Buch. Der Autor vermeidet auch jegliche Wertung: es gibt sowohl auf Seiten der Adligen wie auch der Bauern „Gute und Schlechte“. Gut gefallen haben mir am Ende die Wandertipps zu den diversen Burgen bzw. Orten, die im Buch vorkommen. Alles in allem gibt es von mir absolut eine Empfehlung für dieses Buch.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.11.2024

Wetterleuchten am Roussilon

Wetterleuchten im Roussillon (Roussillon-Krimi 2)
0

Kommissar Sebag ist aus dem Urlaub zurück. Da bittet ihn seine Tochter, einen Verkehrsunfall, bei dem ein Schulkamerad ums Leben kam, zu untersuchen. Er stürzt sich in die Arbeit, denn er möchte seine ...

Kommissar Sebag ist aus dem Urlaub zurück. Da bittet ihn seine Tochter, einen Verkehrsunfall, bei dem ein Schulkamerad ums Leben kam, zu untersuchen. Er stürzt sich in die Arbeit, denn er möchte seine Tochter nicht enttäuschen. Doch er kann nicht lange daran arbeiten, denn es gibt eine Leiche. Ein Rentner wird gefunden, ermordet – und am Tatort stehen die Buchstaben OAS. Alles deutet auf den Algerienkrieg in den 1960er Jahren hin. Kommissar Sebag beginnt seine Ermittlungen, doch sie kommen nicht wirklich vorwärts, denn alle Leute, die irgendwas über die Zeit in Algerien wissen könnten, schweigen. Und dann gibt es einen 2. Toten …

Mir hat der 2. Band um Sebag besser gefallen als der 1. Auch hier spielt die Familie wieder herein, aber nicht mehr so vorherrschend wie im 1. Teil. Es wird sich mehr auf die Untersuchungen und Ermittlungen konzentriert, was dem Buch richtig gut tut. Rein inhaltlich habe ich viel gelernt. Ich wusste fast nichts über den Algerienkrieg und den entsprechenden Hintergründen. Hier wurde das von allen Seiten sehr unaufdringlich beleuchtet – ohne dass für jemanden Partei ergriffen wurde. Für meinen Geschmack litt dadurch zwar etwas die Spannung, aber ich hatte trotzdem nie das Gefühl, ein „Lehrbuch“ zu lesen. Alles in allem ein solider, weiterempfehlenswerter Krimi mit einem außergewöhnlichen Inhalt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.11.2024

Treuetat

Treuetat
0

Leo kommt nach ihrem schweren Motorradunfall zurück ins Team der Kripo und arbeitet wieder mit Verena, allerdings auch mit Christoph, zusammen. Mit letzterem versteht sie sich nicht so gut und Verena muss ...

Leo kommt nach ihrem schweren Motorradunfall zurück ins Team der Kripo und arbeitet wieder mit Verena, allerdings auch mit Christoph, zusammen. Mit letzterem versteht sie sich nicht so gut und Verena muss dauernd vermitteln. Da verunglückt ein Journalist und es stellt sich schnell heraus, dass es Mord war. Kurze Zeit später wird eine Fußpflegerin ebenfalls ermordet aufgefunden und später eine Bibliothekarin. Alles hängt wohl zusammen – auch wenn das erst im Laufe der Ermittlungen deutlich wird. Dabei ist Verena eigentlich nicht voll bei der Arbeit, denn ihr an Alzheimer erkrankte Großmutter macht Probleme. Die polnische Pflegerin muss zurück zu ihrer Familie und Verena muss versuchen, die Oma in eine Pflegeeinrichtung zu bringen. Das alles überfordert sie ziemlich.

Treuetat ist der 2. Krimi um die 3 Ermittler. Man versteht ihn problemlos, auch wenn man das Vorgängerbuch nicht kennt. Aber wie der Vorgänger ist es auch eine Vermischung aus den Ermittlungen und den familiären Umständen der Ermittler. Verena und Christoph haben mittlerweile zu einer guten Zusammenarbeit gefunden, Leo muss sich erst wieder einfügen. Die Ermittlungen selbst reichen weit in die deutsche Vergangenheit, bei Verena allerdings auch in die der eigenen Familie. Das Buch ist gut lesbar, ich habe es fast auf einen Rutsch gelesen. Es ist nicht unbedingt superspannend, aber trotzdem will man schon wissen, wie es weitergeht. Die Hauptpersonen sind gut gezeichnet, die Entwicklung ist nachvollziehbar. Das Ende allerdings hat mich ein wenig enttäuscht – sowohl die Aufklärung des Falls (für mich kam „Täter“ überraschend vor) als auch Verenas Entscheidung. Als Polizistin hätte sie „mehr“ wissen müssen und ich bin gespannt, wie das dann im sicher folgenden 3. Teil gelöst wird. Alles in allem ein guter Krimi und von mir eine Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.11.2024

Bella Clara

Bella Clara (Die Jahrhundertwind-Trilogie 3)
0

Clara lebt in Berlin mit Mann und 2 Kindern. Ihr Mann ist Arzt und mehr als dominant. Die Ehe ist lieblos und Clara wird geschlagen. Endlich rafft sie sich auf und engagiert einen Schauspieler als ihren ...

Clara lebt in Berlin mit Mann und 2 Kindern. Ihr Mann ist Arzt und mehr als dominant. Die Ehe ist lieblos und Clara wird geschlagen. Endlich rafft sie sich auf und engagiert einen Schauspieler als ihren Liebhaber und erreicht so die Scheidung. Allerdings verliert sie nicht nur ihre beiden Kindern, sondern auch das von ihren Eltern geerbte Haus. Ihr Mann verbietet ihr sogar den Besuch der Kinder. Clara versucht, in Berlin Arbeit als Apothekenhelferin zu finden. Doch es ist aussichtslos. Erst als sie nach Meersburg an den Bodensee kommt, geht es aufwärts. Zuerst finde sie Arbeit in einer Apotheke, später eröffnet sie sogar einen eigenen Laden für Kosmetik. Und so geht es Stück für Stück aufwärts.

„Bella Clara“ ist der 3. Teil der Geschichten um Frauen Anfang des 20. Jahrhunderts. Ich kenne beide Vorgängerbände nicht, trotzdem war es kein Problem, dem Geschehen im Buch zu folgen. Es ist gut beschrieben, welch wenigen Rechte die Frauen zu dieser Zeit hatten – privat wie beruflich. Und wie es immer mehr Frauen trotzdem schaffen, sich etwas eigenes aufzubauen. Das Buch ist gut lesbar, der Stil ist relativ einfach, viele Dinge sind vorhersehbar. Wunderbar beschrieben ist die Landschaft am Bodensee und vor allem Meersburg. Alles in allem eine gute Unterhaltung, nebenbei wird viel Wissenswertes über die Anfänge der Kosmetik(industrie) vermittelt und auch über die Anfänge der Emanzipation der Frau, verpackt in einem fiktiven Roman.
Bedauert habe ich nur die Covergestaltung – warum hat man hier nicht die Stadt Meersburg am Bodensee genommen?
Teilen

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.11.2024

Der Tote am Gletscher

Der Tote am Gletscher
0

Von raschke64

Skipisten-Toni ist bei Schneesturm in einer Schutzhütte auf dem Gletscher, als er ein Licht sieht. Beim Nachsehen findet er eine Leiche und wird niedergeschlagen. Commissario Grauner – alteingesessener ...

Von raschke64

Skipisten-Toni ist bei Schneesturm in einer Schutzhütte auf dem Gletscher, als er ein Licht sieht. Beim Nachsehen findet er eine Leiche und wird niedergeschlagen. Commissario Grauner – alteingesessener Südtiroler – und Ispettore Saltapepe – junger neuer Kollege aus Neapel – ermitteln in den Bergtälern und in Bozen. Es ist nicht einfach, denn die Bewohner unterstützen sie nicht gerade.

Das Buch ist ein klassischer Krimi. Man verfolgt die Ermittlungen der beiden Polizisten. Am Anfang erfährt man sehr viel über die Geschichte von Südtirol und die Eigenarten der Bewohner. Das ist ein bißchen zu ausführlich und bremst die Spannung. Auch ist der Schreibstil etwas gewöhnungsbedürftig. Es wirkt ein wenig abgehackt. Doch das ändert sich im Laufe des Buches. Die allgemeinen Ausführungen fallen weg und der Stil wird besser bzw. man gewöhnt sich daran. So ist das Buch doch gut lesbar. Die beiden so gegensätzlichen Ermittler sind gut getroffen und das in vielen Büchern übliche Gegeneinander findet hier nicht statt. Sie ermitteln jeder auf seine Weise, aber immer mit dem gleichen Ziel. Die Bewohner der Bergregionen sind gut getroffen, auch die Landschaft ist gut beschrieben. Wer schon einmal dort war, wird vieles wiedererkennen. Sehr gut gefallen haben mir die Karten in den Innenseiten. Und auch die Verknüpfung mit dem wohl berühmtesten „Bewohner“ dieser Gegend. Alles in allem ein solider Krimi mit noch etwas „Luft“ nach oben, was die Spannung angeht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere