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Veröffentlicht am 30.03.2025

Habe mir mehr Spannung erhofft

Die unversöhnliche Vergangenheit
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Wieder sind es Nik Pohl, sein Mitbewohner Balthasar und der IT-Spezialist Jon, die parallel zur Polizei in einem brisanten Fall ermitteln. Zum Aktenraum der Staatsanwaltschaft verschafft sich eine Frau ...

Wieder sind es Nik Pohl, sein Mitbewohner Balthasar und der IT-Spezialist Jon, die parallel zur Polizei in einem brisanten Fall ermitteln. Zum Aktenraum der Staatsanwaltschaft verschafft sich eine Frau Zugang. Sie droht nicht nur eine Bombe zu zünden, wenn die Polizei eingreifen sollte, sie tut es auch. Schnell wird sie als ehemalige Mitarbeiterin der Staatsanwaltschaft identifiziert, nur leider hilft das den Ermittlungen nicht viel. Schließlich hat sie sich selbst bei der Explosion in die Luft gejagt und kann nicht mehr nach ihrem Motiv befragt werden.
Der Autor hat sehr intensiv die Suche nach dem WARUM geschildert. Wobei den Leser hier immer wieder das Vorgehen der Polizei als auch von Nik Pohl geschildert wird. Mitunter sind die Ermittlungsansätze gleich und doch ist es schon interessant wie Nik auf das Motiv der Tat kommt. Während er sonst mit seinem ehemaligen Chef bei der Kripo aneinandergerät, scheint der in diesem Fall dankbar für Niks Hinweise und neue Ermittlungsansätze zu sein.
Enttäuschend fand ich den letzten Teil des Thrillers als Nik erpresst wird und auf sich allein gestellt versucht jemand zu finden. Der kam mir vor wie eine Lehrstunde zum Thema „Welche Schlüsse ziehe ich aus meinen Beobachtungen“. Das Ganze wurde der Raffinesse seines Erpressers nicht gerecht. Schließlich hatte der ja seine Professionalität um Vorfeld bestens unter Beweis gestellt. Hier nun aber wie ein Neuling dargestellt. Von diesem siebten Band um Nik Pohl hatte ich mir mehr versprochen. Von mir gibt’s 3 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 17.03.2025

Spannung ausbaufähig

Kalt wie die Nacht
2

Der Prolog führt nach Oslo zu Jan Tore Kjerstad. Der junge Mann aus wohlsituiertem Elternhaus hat hier sein Jurastudium abgebrochen, um dann das angefangene Kunststudium ebenfalls fallenzulassen. Er ist ...

Der Prolog führt nach Oslo zu Jan Tore Kjerstad. Der junge Mann aus wohlsituiertem Elternhaus hat hier sein Jurastudium abgebrochen, um dann das angefangene Kunststudium ebenfalls fallenzulassen. Er ist nachdem seine Eltern ihm den Geldhahn zugedreht haben, chronisch pleite. Doch dann wird er Zeuge eines Überfalls auf einen Juwelier, was seinem Leben eine Wendung bringt. Ob zum Besseren, sollte jeder selbst nachlesen.
Dann geht’s im Thriller mit dem Jahr 2023 weiter, also 14 Jahre später. Rolf Larsen, genannt Wolf, hat seinen Job bei der Krispo on Oslo gekündigt, alle Brücken hinter sich abgebrochen und will nun in Bø, als selbstständiger Privatermittler arbeiten. Hier hat er die Hälfte eines kleinen, alten Hauses von seiner Frau Anne geerbt. Ihr viel zu früher Tod geht ihm immer noch sehr nahe. Gleich am Tag seines Einzugs in dieses abgeschiedene Haus verhält er seinen ersten Auftrag. Er soll herausfinden, ob Sofias Ehemann fremdgeht. Für Wolf ein eher langweiliger Job, denkt er anfangs. Doch dann kommt alles ganz anders…
Ich konnte sehr gut nachvollziehen, wie schwer Wolf es fällt den Tod seiner Frau zu verarbeiten. Liebevoll denkt er oft an sie und spricht noch immer mit ihr bei Problemen. Schließlich hat er das früher auch immer gemacht. Loslassen und neu anzufangen fällt schwer.
Als interessante Figur habe ich Sanna, die Teilzeitjournalistin empfunden. Sie hat in ihrer Kindheit schreckliche Dinge erlebt und erträgt größere Menschenansammlungen und Stress nur sehr schwer. Eigentlich keine guten Voraussetzungen für den Job als Journalistin. Genau wie Sannas Chef erkennt auch Wolf bald, wie groß das Potential dieser so ruhigen, zurückgezogenen Frau ist. Ja, ich mag diese Frau auch. Bis der Leser den Zusammenhang zwischen Jan Tore und den heutigen Ereignissen erfährt sind viele Seiten zu lesen. Ich hätte mir die Handlung straffer gewünscht. Zu viel Zwischenmenschliches, was nicht mit dem Verbrechen unmittelbar im Zusammenhang steht, ließ bei mir die Spannung sinken. So gibt’s von mir auch nur 3 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 18.02.2025

zwei Frauen, die ein Schicksal verbindet

Mickey und Arlo
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Für Mickey kommt alles auf einmal. Erst wird sie von Job beurlaubt, ihr Vater ist gestorben und teilt sein Anwalt ihr mit, dass sie 5,5 Mio. erbt, wenn sie 7 Therapiestunden absolviert. Das muss erst einmal ...

Für Mickey kommt alles auf einmal. Erst wird sie von Job beurlaubt, ihr Vater ist gestorben und teilt sein Anwalt ihr mit, dass sie 5,5 Mio. erbt, wenn sie 7 Therapiestunden absolviert. Das muss erst einmal verarbeitet werden. Dabei hat Mickey bereits vorher mit ihrer Alkoholsucht zu kämpfen, was sie sich natürlich immer schönredet. Denn schließlich trinkt sie ja erst nach der Arbeit. Ich fand es gelungen, wie die Autorin hier Mickeys Selbstbetrug bezüglich ihres Alkoholkonsums beschreibt. Jedoch ist Mickey fest entschlossen die Therapiestunden zu absolvieren und ihr Erbe anzutreten. Weder sie noch ihre Therapeutin, Arlo, ahnen, dass sie mehr als nur die Therapiestunden verbindet. Sie haben den gleichen Vater, sind somit Halbschwestern, sind in unterschiedlichen Lebensabschnitten von ihm geliebt, enttäuscht und verlassen worden. Jede der beiden setzt sich nun nach seinem Tod gedanklich anders mit ihm auseinander. Und beide reagieren sich auf unterschiedliche Arten ab. Ich empfand diese Ausführungen sehr, sehr umfangreich, zu umfangreich. So richtig einfühlen konnte ich mich in keine der beiden Schwestern. Aber eines ist klar, die Jahre des Vaters sind für beide prägend gewesen, haben Narben hinterlassen.
Insgesamt gebe ich 3 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 30.12.2024

Deutschlandschicksal mit vielen Fakten

Zwanzig Jahre - 1933
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Otto von Dannenburg betreibt ein Gestüt in der Nähe von Greifswald. Er war bereits im ersten Weltkrieg an der Front und sieht die Veränderungen in Deutschland im Jahr 1933 sehr kritisch. Er weiß was der ...

Otto von Dannenburg betreibt ein Gestüt in der Nähe von Greifswald. Er war bereits im ersten Weltkrieg an der Front und sieht die Veränderungen in Deutschland im Jahr 1933 sehr kritisch. Er weiß was der Krieg mit den Soldaten und ihren Angehörigen macht. Alles deutet auf intensive Kriegsvorbereitungen durch die Nationalisten unter Führung von Adolf Hitler hin. Immer mehr werden die demokratischen Rechte der Bürger durch Gesetze untergraben, anders Denkende zu Außenseitern und Feinden erklärt. Diese Entwicklungen machen auch vor der Familie Dannenburg nicht halt…
Eines muss man dem Autor lassen, er hat sich sehr intensiv mit den Veränderungen die mit dem zunehmenden Machteinfluss der Nazis in Deutschland einhergehen auseinandergesetzt. Da gibt es viele Erläuterungen im Buch, von denen ich bisher noch nie etwas gehört oder gelesen habe. Zum Beispiel die Ausführungen zum schulischen Werdegang von Adolf Hitler, das war mir bisher nicht bekannt. Sehr viele historisch belegte Schauplätze und Begebenheiten des Machtmissbrauchs durch die Nazis belegen wie dunkel dieses Kapitel deutscher Geschichte wirklich gewesen ist.
Vieles wird im Buch sehr, sehr ausführlich erläutert. So viele Fakten wie hier auf mich eingestürmt sind, konnte ich mir gar nicht alle merken. In meinen Augen gerät dabei aber die eigentliche Geschichte der Familie von Dannenberg in den Hintergrund. Schade, denn Otto von Dannenburg ist eine sehr sympathische, vorausschauende und empathische Persönlichkeit und das Schicksal seiner Familie und seiner Freunde sehr interessant. Der Gegensatz zu seinem Bruder birgt sehr viel Spannungspotential, was noch ausbaufähig wäre. Insgesamt gebe ich 3 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 06.11.2024

hat mich nicht überzeugt

Gegenspieler
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Von Max Bischoff, dem Ex-Polizisten, jetzt Dozent an der Polizeihochschule und nebenbei Privatermittler, war ich bisher immer ein großer Fan. In diesem Band ist er aber zur Zusammenarbeit mit Pirlo gezwungen. ...

Von Max Bischoff, dem Ex-Polizisten, jetzt Dozent an der Polizeihochschule und nebenbei Privatermittler, war ich bisher immer ein großer Fan. In diesem Band ist er aber zur Zusammenarbeit mit Pirlo gezwungen. Der Anwalt mit den besonderen Methoden. Eigentlich sind sie sich sehr ähnlich und doch können sie sich nicht ausstehen. Das zieht sich durch das gesamte Buch. Ihr Schlagabtausch brachte mich manchmal zum Schmunzeln, führte aber nicht zur Spannungsbildung. Überhaupt ist dieser Fall sehr langatmig und zieht sich hin. Max soll die Unschuld von Ernst Mahler, einem der drei Managing Partner einer angesehenen Düsseldorfer Kanzlei für Wirtschaftsrecht, beweisen und Pirlo als Strafverteidiger die gerichtlichen Schritte zu seiner Freilassung in die Wege leiten. Doch so einfach ist es nicht. Die Kanzlei ist durch ihre Steuersparmodelle in den Fokus von Politik und Presse geraten.
Leider kann sich Max auch nicht auf interne Informationen von seinem Ex-Partner und Freund bei der Polizei verlassen. Bei persönlichen und telefonischen Kontakten wird er von Horst Böhmer immer wieder strikt abgewiesen mit dem Hinweis auf den großen Druck von oben. Was immer das heißen soll. Dabei war ihr Verhältnis bis vor Kurzem immer von einem Geben und Nehmen gezeichnet. Irgendwann waren mir Max stetigen Versuche Böhmer zu erweichen einfach zu viel. Spannung nein, eher habe ich da Frust beim Lesen empfunden.
Ich bin von diesem Buch etwas enttäuscht und gebe daher auch nur 3 Lese-Sterne.

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