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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.01.2026

Eine klare Leseempfehlung

Die Dolmetscherin
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Mich fasziniert es immer, wie Autorinnen es schaffen, Fiktion mit Realität zu verbinden. So wie bei "Die Dolmetscherin" von Titus Müller aus dem Heyne Verlag.

Hier wird die fiktive Übersetzerin Asta als ...

Mich fasziniert es immer, wie Autorinnen es schaffen, Fiktion mit Realität zu verbinden. So wie bei "Die Dolmetscherin" von Titus Müller aus dem Heyne Verlag.

Hier wird die fiktive Übersetzerin Asta als Dolmetscherin für die Nürnberger Prozesse eingesetzt. Natürlich wusste ich, was im Grunde in dieser Geschichte passieren wird, denn über diese Zeit und Ereignisse drum herum gibt es viele Berichte, aber für mich war es doch nochmal etwas anderes, das Ganze aus Astas Sicht zu erleben. Für mich war das genau das Richtige, denn dadurch hat man zum einen einen "Augenzeugen" zum anderen aber auch ein wenig Abstand, da Asta nicht real ist.

Trotzdem hat es mich erneut schockiert und verwundert, wie unterschiedlich die Reaktionen der Beteiligten doch waren. Die einen geben sich unwissend und weisen jede Verantwortung von sich, die anderen verteidigen sich oder sind immer noch der Meinung, das Richtige getan zu haben oder dass es doch gar nicht so schlimm war, wie behauptet. Titus Müller hat das in seinem Buch noch einmal gut herausgearbeitet und dem Leser
in nahegebracht. Mich hat es dabei wieder richtig geschüttelt und obwohl ich weiß, dass die Schilderung den Tatsachen entspricht, kann ich es trotzdem nie glauben. Wie konnten sie nur?!

Ich konnte Asta nur bewundern (auch, wenn sie selbst fiktiv ist, gab es doch wirklich Menschen, die bei den Nürnberger Prozessen übersetzt haben), wie kann man bei dieser Arbeit neutral bleiben? Aber es war auch sehr interessant bei ihrer Tätigkeit hinter die Kulissen zu schauen. Und obwohl ich schon so viel vom Inhalt des Buches wusste, war es durch die Protagonistin doch spannend und ich konnte das Buch kaum weglegen, weil ich so vereinnahmt wurde.

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Veröffentlicht am 08.05.2025

Unbedingt mehr davon

Mord auf der Herreninsel
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Meine Meinung:

Da ich letztes Jahr erst wieder am Chiemsee war und mir die Begebenheiten noch klar vor Augen sind, wollte ich unbedingt den Krimi „Mord auf der Herreninsel“ lesen.

Es war wirklich schön, ...

Meine Meinung:

Da ich letztes Jahr erst wieder am Chiemsee war und mir die Begebenheiten noch klar vor Augen sind, wollte ich unbedingt den Krimi „Mord auf der Herreninsel“ lesen.

Es war wirklich schön, die ganzen Orte und Ereignisse rund um die Insel Herrenchiemsee persönlich zu kennen. So zogen in meinem Kopf die einzelnen Bilder vorbei und ich konnte mir alles noch besser vorstellen. Sehr schnell gibt es auch den ersten Toten, so dass man direkt in die Geschichte einsteigt. Ich mag es bei Krimis sehr gerne, wenn es nicht zu langes Vorgeplänkel gibt. Die Charaktere kann man auch gut, während den Ermittlungsarbeiten kennenlernen und so handhabt es auch Maurice Richardson, was mir sehr entgegen kam.

Die Ermittlerin Kaya Benaty hat nämlich ihre eigene Beziehung zu dieser Gegend, welche nach und nach aufgedeckt wird. Dass sie selbst ein ganz schönes Päckchen zu tragen hat, machte sie für mich menschlicher und nahbarer und damit hat sie sich schließlich auch in mein Herz geschlichen. Der Autor macht es ihr nämlich nicht einfach, da er ihr einen ganz schönen Macho als Kollegen an die Hand gibt. Damit zeigt er auch gleich auf, dass es Frauen in diesem Beruf oft noch sehr schwer gemacht wird, vor allem, da Kaya eine ganz eigene Art hat, an die Ermittlungen ranzugehen. Sie sucht oft an Stellen, die andere schon als unwichtig abgetan haben, stößt dabei aber oft noch auf wichtige Details. Mir hat es jedenfalls sehr viel Spaß gemacht, gemeinsam mit Kaya auf die Suche nach dem Mörder zu gehen. Besonders interessant waren für mich dabei die kurzen Kapitel aus Sicht des Täters. So bekommt man noch einmal ganz andere Einblicke, ohne aber diesem zu schnell auf die Schliche zu kommen, was ich richtig gut fand.

Die Hintergründe hinter allem haben bei mir dann richtig Gänsehaut verursacht. Es steckt so viel mehr hinter diesem Fall, als man zu Beginn erahnt. Aber genau das liebe ich so: Wenn auch ein Krimi und die Motive des Täters vielschichtig sind. Das ist dem Autor auf jeden Fall sehr gut gelungen und ich hoffe, dass wir Kaya Benaty noch ganz oft bei der Lösung eines Falles begleiten dürfen.

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Veröffentlicht am 08.11.2024

Mein erstes, aber nicht letztes Buch von Hanna Caspian

Im Takt der Freiheit
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Meine Meinung:

Tatsächlich wollte ich schon lange einmal etwas von Hanna Caspian lesen und freute mich deshalb sehr, dass „Im Takt der Freiheit“ ein Einzelband war, um die Bücher der Autorin mal kennenlernen ...

Meine Meinung:

Tatsächlich wollte ich schon lange einmal etwas von Hanna Caspian lesen und freute mich deshalb sehr, dass „Im Takt der Freiheit“ ein Einzelband war, um die Bücher der Autorin mal kennenlernen zu können.

In dieser Geschichte dreht sich alles um Felicitas, Tochter eines Eisenbahn-Fabrikanten, die in einem goldenen Käfig großgeworden ist und diesem entfliehen möchte. Die junge Frau interessiert sich sehr für technische Dinge und hadert sehr damit, dass es dem weiblichen Geschlecht abgesprochen wird, genug Intellekt für solche Sachen zu haben. Anstatt die Firma ihres Vaters zu übernehmen, soll sie an eine „gute Partie“ verheiratet werden, um so in der Gesellschaft aufzusteigen und lukrative Aufträge einzubringen. Aber Felicitas hat ganz andere Pläne.

Das hängt nicht alleine mit dem jungen, klugen Lorenz zusammen, der ihr das Fahrradfahren beibringt und sie so in eine faszinierende „neue“ Welt entführt.

Ja, was soll ich sagen: Ich liebe starke Protagonistinnen und hier haben wir genau eine solche, die ihrer Zeit weit voraus ist. Felicitas war mir von Anfang an sympathisch. Sie will die Rolle der Frau in der Gesellschaft nicht so einfach akzeptieren, die ihr zugedacht wird und kämpft dafür, selbst Entscheidungen treffen zu dürfen. Genau solche mutigen Frauen waren es, die über die Jahre für die Rechte der Frauen gekämpft haben, die unsere Möglichkeiten erweitert haben und ich bewundere sie von ganzem Herzen. Auch, wenn Felicitas eine fiktive Figur ist, hat es solche jungen Damen doch auch in Wirklichkeit gegeben und ich lese sehr gerne darüber.

Auch die Liebesgeschichte gefiel mir sehr gut. Lorenz und Felicitas treffen sich einige Male und lernen sich erst einmal richtig kennen, bevor sie sich ihre Gefühle (vorsichtig) gestehen. Natürlich gibt es einige Konflikte, denn Lorenz ist nicht standesgemäß und Felicitas ja inoffiziell schon vergeben bzw. durch ihren Vater verlobt. Besonders toll fand ich es aber, dass die junge Frau trotz Liebe ihre eigenen Ziele nicht aus den Augen verliert: Sie möchte auf eigenen Beinen stehen und selbst Entscheidungen fällen dürfen, ohne einen männlichen Vormund fragen zu müssen. So stand die Liebesgeschichte nicht ganz im Fokus, sondern eher Felicitas Kampf.

1888 ist eine Zeit, über die ich noch nicht so viel gelesen habe, aber Hanna Caspian schmückt ihr Buch mit genügend Details, so dass ich mich gut einfinden konnte und sogar einiges gelernt habe, ohne das Gefühl zu haben, von unwichtigen Informationen erschlagen zu werden. Im Gegenteil, es fügt sich alles so geschickt in die Geschichte ein, dass ich das Buch flüssig lesen konnte und Spaß daran hatte.

Das war zwar mein erstes Buch von Hanna Caspian, aber sicher nicht mein letztes. Tatsächlich habe ich mir schon weitere gekauft.

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Veröffentlicht am 08.11.2024

Diese Reihe hat Suchtpotenzial

Eine Leiche unter Palmen
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Meine Meinung:

Da mir der erste Fall rund um Pana und sein Café schon so gut gefallen hat, musste ich natürlich auch gleich Band zwei lesen. Und was hab ich mich auf ein Wiedersehen mit all den Charakteren ...

Meine Meinung:

Da mir der erste Fall rund um Pana und sein Café schon so gut gefallen hat, musste ich natürlich auch gleich Band zwei lesen. Und was hab ich mich auf ein Wiedersehen mit all den Charakteren gefreut. Wobei Ute in diesem Buch erst einmal wieder in Deutschland ist, um dort einiges zu klären. Pana und sie leiden tatsächlich an der Trennung, da ihre Liebe noch ganz frisch und empfindlich ist. Da kommt es auch nicht gerade gelegen, dass die Pathologin Eleni Pana Avancen macht. Das führt zu einigen Konflikten in der jungen Liebe, bringt aber auch wieder eine gehörige Portion Emotionen in die Geschichte.

Dazu kommen dann der erneute Leichenfund und ein entführter Bürgermeister. Auch dieses Mal greift Pana seinem unfähigen Cousin unter die Arme und ermittelt fleißig auf eigene Faust. Davon sind aber nicht alle begeistert und er bekommt ordentlich Gegenwind. Tatsächlich muss ich gestehen, dass ich selbst auch eine schlechte Ermittlerin wäre, denn ich war wieder mal auf der falschen Spur. Aber ich denke, das macht Tina Wälde mit Absicht :D Zumindest scheint es so, als hätte sie großen Spaß daran, ihre Leser*innen auf falsche Fährten zu locken. Aber genau das liebe ich an ihren Krimis und den Humor, den ich in jedem Band finde. Das lockert die Atmosphäre deutlich auf, so dass man sich selbst beim Lesen eines Krimis wohlfühlen kann.

Natürlich fügt die Autorin auch wieder ihre ganz eigenen Erfahrungen ein, die sie bei ihrem Leben auf Zypern sammeln konnte. So bekommt dieser Cosy Crime noch einmal einen ganz eigenen Flair, der mir wirklich sehr gut gefällt.

Ein wundervolles Setting, eine süße Liebesgeschichte, einzigartige, liebenswerte Charaktere, ein spannender Fall und eine schöne Prise Humor, das macht die Bücher von Tina Wälde aus. Eine wunderbare Mischung, die ich hoffentlich noch in vielen weiteren Bänden genießen darf.

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Veröffentlicht am 08.11.2024

Ernste Themen und trotzdem zum Wohlfühlen

Die Glückswellenreiterin
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Meine Meinung:

Nach einem Unfall leidet Jenny auch nach längerer Zeit noch an Schmerzen und Schwindel, obwohl längst alles verheilt ist. Ihr Partner Lennard übernimmt deshalb alle wichtigen Entscheidungen ...

Meine Meinung:

Nach einem Unfall leidet Jenny auch nach längerer Zeit noch an Schmerzen und Schwindel, obwohl längst alles verheilt ist. Ihr Partner Lennard übernimmt deshalb alle wichtigen Entscheidungen und cancelt sogar den geplanten Urlaub. Diese Bevormundung wird der jungen Frau dann aber doch zu viel und kurzerhand packt sie allein die Koffer und flieht zu ihrer einstigen Freundin nach Frankreich.

Dort stellt sie fest, dass sie nicht nur körperlich verletzt ist, sondern auch ihre Seele Schaden genommen hat und sie weder weiß, was sie mag, noch sicher zutraut, neue Dinge auszuprobieren. Diese Erkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung und sie wagt sich langsam, Schritt für Schritt wieder ins Leben.

Tatsächlich gefiel es mir sehr, dass Jenny selber, von sich aus, darauf kommt, was „bei ihr nicht stimmt“ und den Mut fast, etwas zu ändern. Ich denke, es ist ganz wichtig, dass die Erkenntnis aus einem selber kommt. Ich habe die junge Frau wirklich sehr bewundert, dass sie so mutig war aus den alten Mustern auszubrechen und etwas Neues zu wagen. Das hat mich bei Jenny wirklich beeindruckt und obwohl sie auch einige Niederlagen einstecken muss, bleibt sie doch „dran“ und merkt bald, dass sich dadurch ihr Leben wieder zum Positiven ändert.

Unerwartete Hilfe bekommt sie dabei von dem Surfer Nicolas. Er zeigt ihr eine ganz neue Welt und ermuntert sie immer wieder, sich den Herausforderungen zu stellen. Ganz im Sinne von: Man wächst an seinen Aufgaben. Und genau das tut Jenny.

Die Liebe spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle. Natürlich muss Jenny sich ihrer Beziehung mit Lennard stellen und auch für Nicolas entwickelt sie Gefühle, aber für mich stand ihre eigene Entwicklung ganz klar im Vordergrund.

Wobei ich gestehen muss, dass es mir auch der Handlungsort dafür angetan hat. Die junge Frau hat sich nämlich ein ganz schönes Fleckchen Erde dafür ausgesucht, um wieder zu sich selbst zu finden 😉

Durch die hübschen, bunten Cover, die Melanie Amelie Opalka für ihre Bücher nutzt, könnte man meinen, dass es sich dabei um cosy Liebesgeschichten handelt, aber ihre Geschichten haben immer ernste Komponenten, die tiefer gehen, die mich nachdenklich stimmen, mir gleichzeitig aber auch Mut machen. Es sind Bücher, die ernste Themen behandeln, das aber mit so einer Leichtigkeit und mit einem so flüssigen Schreibstil, dass man sich trotz allem beim Lesen wohlfühlt und am Ende immer positiv gestimmt herausgeht.

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