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Veröffentlicht am 06.10.2025

Erinnerungen - Heimkehr - Freundschaft - Schuld

Mörderische Brise - Der Tote am Sandstrand
6

Kommissarin Hannah Bülow kehrt in ihre Heimat an die Wismarer Bucht zurück. Nach dem Tod ihres Mannes und dem Auszug der Töchter will sie ihr Leben neu organisieren, sich um ihren alternden Vater kümmern ...

Kommissarin Hannah Bülow kehrt in ihre Heimat an die Wismarer Bucht zurück. Nach dem Tod ihres Mannes und dem Auszug der Töchter will sie ihr Leben neu organisieren, sich um ihren alternden Vater kümmern und den Dienst in der Polizeiwache Ostersande, unter der Leitung ihrer Jugendfreundin, antreten.
Gleich an ihrem ersten Tag wird ein Toter am Strand aufgefunden. Bei dem Erschlagenen handelt es sich um einen Jugendfreund, der eine mysteriöse Notiz bei sich trägt.
Hannah wird in ihren Ermittlungen sogleich mitgerissen in einen Strudel ihrer Erinnerungen an den letzten Sommer in der alten Heimat. Damals brannte das Boot ihres Vaters auf dem Meer ab und eine Freundin kam dabei ums Leben.
Seit diesem Unglück im Jahr 1993 sind ihre Jugend, ihre Freundschaften, ihre Heimat und ihr Vater in ihrem Herzen verblasst und wurden ihr fremd und fern.
Kurz nach dem ersten Todesfall wir ein zweiter ehemaliger Jugendfreund tot aufgefunden.
Bei den Ermittlungen ist Hannah zunehmend gefordert und auch zerrissen zwischen ihrer Polizei-Arbeit und dem Eintauchen in ihre persönliche Vergangenheit.
Was war ein Unglück oder Heimtücke? Wer hat wann möglicherweise was verschwiegen?
Damals wie heute: Verdächtigungen, Verstrickungen, Interessens-Konflikte und Intrigen.
Wen kann man noch trauen? Wer verfolgt aus welcher Motivation heraus welche Ziele?

Von Beginn an ist man IN dem Kriminalfall und Hannahs persönlicher Geschichte.
Der spannende und strukturiert aufgebaute Erzählstil machen das flüssige Lesen einfach.
Die bildhafte und detailreiche Sprache lassen die Atmosphäre spüren.
Durch viele Formulierungen wird das Gefühl für die Beziehungen der Menschen untereinander und zu der Wismarer Bucht deutlich.
Die Vielfalt der Charaktere und die Persönlichkeiten der Mitwirkenden erscheinen absolut real.
Emotional kann man sich gut in die Personen einfühlen.
Auch die Unglücke bzw. Kriminalfälle sind real vorstellbar.
Allein die Polizeiarbeit an sich wirkt etwas unkonventionell.
Literarisch hervorragend sind Zusammenhänge erzählerisch in die Geschichte eingebaut.
Von der ersten bis zur letzten Seite ist die Spannung spürbar.
Es gibt viele Verdächtige, zahlreiche Motive, Ungereimtheiten und Wendungen.
Und schlussendlich macht dann plötzlich alles Sinn und der Kreis schließt sich.

Atmosphärisch hervorragend geschriebener Küsten-Krimi.
Verlorene Freundschaften und Heimat, langjähriges Schweigen und Schuldgefühle sowie die Sehnsucht nach der Klärung und Versöhnung begleiten diesen spannenden Krimi.
Ein gelungener Auftakt zu einer neuen Ostsee-Krimireihe, der Lust auf mehr macht.
Insgesamt kann ich dieses Buch allen Liebhabern spannender atmosphärischer und menschlicher Küsten-Krimis unbedingt empfehlen.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 04.09.2025

außergewöhnlich - unbescheiblich - fazinierend - vielschichtig

Pagans - Ein Killer. Zwei Cops. Hunderte Götter
1

In einem modernen fiktiven England im Heute, in dem es keine industrielle Revolution gab, ermitteln die Londoner Kriminalerin Aedith und der keltische Inspektor Drustan gemeinsam, um den Tod eines keltischen ...

In einem modernen fiktiven England im Heute, in dem es keine industrielle Revolution gab, ermitteln die Londoner Kriminalerin Aedith und der keltische Inspektor Drustan gemeinsam, um den Tod eines keltischen Diplomaten aufzuklären.

Das Buch selbst wirkt hochwertig und ist optisch übersichtlich gestaltet.
Die Charaktere sind sehr unterschiedlich, teilweise utopisch und doch so real und nah.
Insbesondere dem sehr verschiedenartigen Ermittler-Duo bringe ich meine volle Sympathie entgegen. Auf ihre persönliche eigene Art ergänzen sie sich prima. In beide konnte ich mich tief einfühlen.
Der bildhafte, atmosphärische und emotionale Sprachstil machen die Geschehnisse gut vorstellbar und bieten Lesevergnügen.
Der gut aufgebaute Spannungsbogen sowie das aufkommende Gefühl, immer tiefer und ausführlicher in die Geschehnisse eintauchen zu wollen, machen das Weglegen des Buches schwer.
Von der ersten bis zur letzten Seit ist man Teil einer strukturiert aufgebauten Handlung. Im Verlauf fügt sich alles.

Dieses Buch ist sehr interessant und alternativ.
Aus meiner Sicht ist es eine gelungene Mischung aus Roman, klassischem Krimi sowie Innovations- und Informations-Lektüre.
Es bietet neben Unterhaltung lehrreiche Hintergrund-Informationen und Anregungen zum Recherchieren der Kultur, der Historie und spornt an zum Nachdenken über das fiktive gesellschaftliche Miteinander.
Und das alles ist in diesem Buch hervorragend verpackt in eine spannende Erzählung.

Allen, die nicht nur einfach so nebenbei einen üblichen Roman/Krimi lesen wollen,
sondern die es lieben, gefordert zu sein, mitzudenken und in ganz alternative Geschichten einzutauchen,
kann ich dieses Buch empfehlen.
Aus meiner Sicht:
Ein ganz besonderes Buch - eben keines "von der Stange" und "für mal so nebenbei"

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 09.06.2025

Wer trägt welche Schuld?

Sieben letzte Tage
6

Alice kümmert sich um ihre alleinstehende Mutter, die nach einem Schlaganfall auf ihre Hilfe angewiesen ist.
Beruflich hat Alice als Juristin fest Wurzeln geschlagen und geht zufrieden in ihrem Wirken ...

Alice kümmert sich um ihre alleinstehende Mutter, die nach einem Schlaganfall auf ihre Hilfe angewiesen ist.
Beruflich hat Alice als Juristin fest Wurzeln geschlagen und geht zufrieden in ihrem Wirken auf.
Doch ein Anruf ihrer Schwester bringt ihre heil anmutende Welt ins Wanken.
Ihr Vater, zu dem sie seit vielen Jahren jeden Kontakt abgebrochen hat, wurde als Mörder in den USA inhaftiert und wartet dort auf die Vollstreckung der Todesstrafe, die bereits in 7 Tagen vollzogen werden soll.
Emotional ist Alice hin und her gerissen.
Zum Einen werden die persönlichen Wunden wieder angekratzt, die Traumata und ihr Familienleben in der Vergangenheit hervorgebracht haben. Nach einem großen Vertrauensbruch ihres Vaters wollte Alice eigentlich jeglichen Kontakt zu ihm meiden. Vor vielen Jahren ist sie damals ihrer Mutter und Schwester gefolgt, die die Heimat verlassen hatten. Alice kann auch den Unschuldsbeteuerung ihres Vaters keinen Glauben schenken.
Zum Anderen aber übermannt Alice als Strafverteidigerin ihr Gerechtigkeitssinn, insbesondere da der Verdacht in ihr aufkeimt, dass ihr Vater Opfer einer Verschwörung geworden ist.
So beschließt Alice dann doch, sich der Angelegenheit anzunehmen.
Rasant wird sie in einen Strudel aus verstrickten Intrigen gezogen.
Die Tage bis zur Vollstreckung des Todesurteils gegen ihren Vater rücken unaufhaltsam näher.
Während sie mehr und mehr von Bedrohung, Verrat, Vertuschung umzingelt wird, tickt die Zeit unbarmherzig gegen sie und ihren Vater...

Die Geschichte selbst ist interessant und de facto durchaus vorstellbar.
Die Personen sind reell charakterisiert, mit all ihren menschlichen Stärken sowie Schwächen. Auch können deren Emotionen und Gedanken gut nachempfunden werden.
Der gewählte und gut ausformulierte Sprachstil sowie tiefgründige Beschreibungen haben mich als Leser die Atmosphäre, die Örtlichkeiten und auch die Geschehnisse regelrecht spüren lassen.
Auch der Kriminalfall bietet aus meiner Sicht alles, was einen hervorragenden Thriller ausmacht: Handlung, Hochspannung, Verstrickungen, unklare Einordnung, zahlreiche Wendungen und ein logisch strukturiertes Finale.

Dies ist kein blutiger und spektakulärer Thriller sondern punktet meiner Meinung nach besonders durch ausgefeilte Machenschaften und die Charaktere, die insgesamt völlig real wirken.
Liebhabern von raffinierten und spannenden Thrillern kann ich dieses Buch sehr empfehlen.
Spannung von der ersten bis zur letzten Seite.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 06.05.2025

Suche nach dem Inneren Frieden

Die Inselschwimmerin
2

Evie fristet pflichtbewusst ihr Dasein und den Alltag in London.
Um ihren todkranken Vater beizustehen, kehrt sie auf die schottischen Orkneyinseln zurück.
Vor vielen Jahren hat sie ihre Heimat, ihr altes ...

Evie fristet pflichtbewusst ihr Dasein und den Alltag in London.
Um ihren todkranken Vater beizustehen, kehrt sie auf die schottischen Orkneyinseln zurück.
Vor vielen Jahren hat sie ihre Heimat, ihr altes Leben sowie die dortigen Menschen fluchtartig verlassen. Traumatische Vorfälle in ihrer Kindheit und Jugend haben sie dazu getrieben.
Bei Ankunft muss sie sich ihrer Vergangenheit stellen und ist den Zurückgelassenen Erklärungen schuldig.
Ablehnung erfährt sie vor allem von ihrer Schwester Liv.
Auch mit sich selbst muss Evie ins Reine kommen.

Die einfühlsame, bildhafte und atmosphärische Sprache sowie die berührende Geschichte machen das Weglegen des Buches schwierig.
Die Aufteilung in kurze Kapitel mit klarer Zuordnung und der logisch strukturierte Aufbau lassen das Lesen einfach und flüssig geschehen.
Emotionen, Gefühle sowie Beweggründe der Personen sind individuell sehr nachfühlbar dargestellt.
Alle Personen wirken real.
Nebenbei erhält der Leser zusätzlich regionale und historische Hinweise sowie Informationen zu den Schauplätzen.

In der liebevoll und gefühlvoll geschriebenen, aber dennoch "leise und unaufdringlich" verpackten Erzählung sind ganz tiefe sowie emotionale Facetten der Menschlichkeit hervorragend dargestellt.
Insbesondere wie wichtig Offenheit, Verständnis und die Bereitschaft auf das Einlassen in die Bedürfnisse des Gegenübers sind.
Deutlich wird auch, wie Verletzungen, Ungerechtigkeiten, zerstörtes Vertrauen, Verschlossenheit und das Nicht-Gesagte eine Eigendynamik entwickeln können.
Wie schnell entstehen doch "alternative" Wahrheiten und jeder sieht bzw. versteht, was er "hören" will.
Nur durch das Verständnis Füreinander, die Bereitschaft sich auf Andere einzulassen und das Miteinander Kommunizieren kann Angst, Misstrauen, Hass umgewandelt werden.
Nur so entsteht die Kraft für Neues und ermöglicht das Finden des Inneren Friedens.

Dieses Buch macht nachdenklich, traurig und gibt zugleich Hoffnung sowie Zuversicht.
Für alle, die mit dem Herzen sehen und bereit sind, sich auf zwischenmenschliche Bedürfnisse einzulassen, kann ich ich dieses Buch als unbedingt lesenswert empfehlen.
Mich hat es nachhaltig zum Sinnieren und Philosophieren über zwischenmenschliches Verhalten angeregt.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 11.11.2024

Erlöst von dem Bösen?

Kalte Erlösung
10

Die Frankfurter Kommissarin Mara Billinsky ermittelt in Fällen psychopatischer Morde.
Tathergang und der stets verwendete Stacheldraht lassen auf einen Serientäter schließen.
Zwischen den Opfern selbst ...

Die Frankfurter Kommissarin Mara Billinsky ermittelt in Fällen psychopatischer Morde.
Tathergang und der stets verwendete Stacheldraht lassen auf einen Serientäter schließen.
Zwischen den Opfern selbst ist allerdings keine Verbindung zu erkennen.
Kalte düstere Atmosphäre einer herbstlichen Großstadt.
Kaputte Seelen, menschliche Abgründe.
Auch dabei: Das LKA und ein schwedisches Team, das Unklarheiten früherer Fälle abschließen möchte. Maras Vater ist als Strafverteidiger ebenfalls involviert.
Wie hängt alles zusammen?
Die Kommissare und der Leser werden schnell in einen gefährlichen Sog gezogen aus Verdächtigungen, Verstrickungen, Interessens-Konflikten und Intrigen.
Wer ist Wer? Wer ist gut und wer ist böse? Wen kann man noch vertrauen?

Von Beginn an ist man IN dem Kriminalfall.
Der spannende und strukturiert aufgebaute Erzählstil machen das flüssige Lesen einfach.
Literarisch hervorragend sind Hintergrund-Informationen und Zusammenhänge erzählerisch in die Geschichte eingebaut, sodass man nicht den Überblick verliert, auch wenn man die vorigen Bände der Krimi-Reihe um Mara Billinsky noch nicht gelesen hat.
Die bildhafte Sprache machen die Atmosphäre und die Örtlichkeiten spürbar.
Der kriminalistische Arbeitsalltag sowie die Charakterere und Persönlichkeiten der Mitwirkenden erscheinen real. Emotional kann man sich gut in die Personen einfühlen.
Alle Personen haben ihre Geschichte, mit der sie nach ihrem persönlichen Stil umgehen und ihr Handeln damit begründen.

Das Hintergrund-Thema eröffnet einen Einblick in das Böse verletzter Seelen inmitten unserer Gesellschaft.
Diesen Thriller empfehle ich unbedingt allen Liebhabern von spannenden und logisch strukturierten Krimis.
Auch Allen, die bisher noch keine Bücher aus der Reihe um Mara Billinsky gelesen haben.
Spannung von der ersten bis zu letzten Seite.

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  • Spannung