Profilbild von Talisha

Talisha

Lesejury Star
offline

Talisha ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Talisha über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.04.2025

Tolle Atmosphäre

Die schottische Bäckerei zum Glück
0

In diesem zweiten Band der "Isle of Mull"-Reihe kann Hailey ihr Helfersyndrom ausleben, als sie einen scheinbar obdachlosen Mann aufliest. Sie versorgt ihn mit Kleidung und einer Schlafstelle und findet ...

In diesem zweiten Band der "Isle of Mull"-Reihe kann Hailey ihr Helfersyndrom ausleben, als sie einen scheinbar obdachlosen Mann aufliest. Sie versorgt ihn mit Kleidung und einer Schlafstelle und findet heraus, dass sich der Mann an nichts erinnern kann. Die Leserinnen können aber schnell eins und eins zusammen zählen und sich einen Reim machen, auf das, was diesem Arran widerfahren sein könnte.

So ist es spannend zu sehen, wie die beiden in dieser Ahnungslosigkeit agieren. Auch dann, als herauskommt, wer Arran ist, wird es interessant, denn mit dem neuen Wissen umzugehen, ist nicht so einfach. Hailey hat zwar ein Herz für Bedürftige, sie schützt ihr Herz aber auch vor zu vielen Gefühlen. Und die hat sie immer mehr für diesen ihr bald nicht mehr so fremden Mann. Ihre Gedankenspiralen waren mir manchmal zu repetitiv, aber ansonsten fand ich die Entwicklung dieser Liebesgeschichte schön.

Natürlich erfährt man in diesem Band auch wieder mehr von Haileys besten Freundinnen Lin (die mit dem Blumenladen) und Ally (die mit dem Buchladen). Die Freundschaft der drei ist einmalig, da sie sich seit ihrer Kindheit kennen und bereits viel miteinander durchgemacht haben und immer für die anderen da sind und sich dennoch Freiraum geben.

Auch die Atmosphäre auf der Insel ist erneut gut eingefangen von der Autorin Tanja Neise, die hier unter dem Pseudonym Emma Bishop schreibt. Das Besondere an der Isle of Mull ist nicht nur das Leben mit den Gezeiten, sondern auch dass es eine Insel ist, die saisonabhängig von Touristen ist. Es gibt also Zeiten, wie zum Beispiel im Winter, die sind ruhiger, und andere, wo die Bewohner viel Arbeit haben weil die Touristen die Insel "stürmen".

Das Gute an der Trilogie: mittlerweile sind alle drei Bände erschienen, so dass man alle hintereinander lesen kann und nicht noch auf den nächsten Teil warten muss.

Fazit: Einfach nur ein sehr schöner Roman.
5 Punkte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.02.2025

Un'estate in Italia

Die kleine Villa in Italien
0

Eine Info zuerst: Dieser Band kann problemlos als Einzelband gelesen werden, da keine bisher bekannten Figuren dabei sind. Im kommenden Prag-Band ist dies dann anders, denn eine hier auftretende Figur ...

Eine Info zuerst: Dieser Band kann problemlos als Einzelband gelesen werden, da keine bisher bekannten Figuren dabei sind. Im kommenden Prag-Band ist dies dann anders, denn eine hier auftretende Figur wird dort den grossen Auftritt erst noch haben.

Zurück nach Italien: das blaue Meer, pittoreske Häuser, Sommerfeeling - Lia hofft, sich an der Amalfiküste inspirieren zu lassen für einen grossen Auftrag. Lias erste Idee zur Inneneinrichtung eines neuen Restaurants in London kam beim Auftraggeber nicht an, weshalb sie sich an der Amalfiküste inspirieren lassen möchte, um mit einer zweiten Idee den Auftrag an Land zu ziehen. Doch dies ist nicht der einzige Grund, weshalb Lia im kleinen Dachatelier eines Bekannten für einige Wochen nächtigt. Vor kurzem erst hat sie erfahren, dass ihr leiblicher Vater nicht der ist, der sie aufgezogen hat, sondern ein Mann namens Ernesto, der hier den Sommer verbringen soll.

Sein Manager, Raphael Knight, hat Lias erste Kontaktversuche in London abgeblockt, weswegen sie hofft, vor Ort erfolgreicher zu sein. Doch auch hier begegnet sie Ralph, der jeglichen Kontakt mit Ernesto verbietet, denn er hält sie für eine Erbschleicherin, da Ernesto ein weltweit bekannter Schauspieler ist. Immerhin lernt Lia vor Ort schnell einige Menschen kennen, darunter Leo, der für Unterhaltung sorgt, so fühlt sie sich nicht zu einsam. Doch das Schicksal meint es bald gut mit Lia, die schon bald in Ernestos Villa eingeladen wird. Das, was nun passiert, haben weder Lia noch Raphael erwartet.

Neben Lias Kunst, italienischem Essen (Lia lernt kochen!) und Amore geht es hauptsächlich um Patchworkfamilien unterschiedlicher Couleur. Damit hat Julie Caplin mich gepackt, da es zum Zeitpunkt der Lektüre in meinem Umfeld gerade auch stark thematisiert wurde.

Raphaels Misstrauen und Beschützerinstinkt; Lias Sehnsucht ihren leiblichen Vater kennenzulernen und damit umzugehen; Leos Unbekümmertheit; Aurelias Liebe zum Kochen und zu Ernesto und einiges mehr hat die Autorin sehr glaubhaft und realistisch geschildert. Auch das Knistern zwischen Lia und Raphael war deutlich zu spüren. Lia scheint die erste Frau zu sein, die Raphael Kontra gibt. Einerseits ist Raphael misstrauisch, andererseits fasziniert von Lia. Er wird gezwungen, immer öfters und länger Zeit mit ihr zu verbringen, doch ob sich die Vorurteile auch in Luft auflösen?

Es gab nicht nur viel zu essen, sondern auch viel zu lachen, während man Seite an Seite mit Lia Positano und die Amalfiküste entdeckt. Gefühlvoll geschrieben, wie gewohnt bei Julie Caplin, und somit ein Pageturner, bei dem ich bestens unterhalten wurde.

Fazit: Dieser Roman bringt den Sommer zurück in den tristen mitteleuropäischen Winter und sorgt für tolle Lesestunden!
5 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.02.2025

Spannend und geheimnisvoll

Die verborgene Tochter
0

Georgia ist gerade mit dem Verkauf ihres Start-Ups beschäftigt, als sie einen rosa Saphir und einen Hinweis auf ihre Grossmutter bekommt. Nachdem sie den Verkauf gebührend gefeiert und zur Ruhe kommt, ...

Georgia ist gerade mit dem Verkauf ihres Start-Ups beschäftigt, als sie einen rosa Saphir und einen Hinweis auf ihre Grossmutter bekommt. Nachdem sie den Verkauf gebührend gefeiert und zur Ruhe kommt, denkt sie erst nach Monaten, bei einem Besuch bei einer Schmuckauktion wieder an die kleine Schachtel und beginnt nach diesem speziellen Saphir zu forschen. Diese Suche führt sie nach Genf zu einem Juwelier. Luca, der den Familienbetrieb übernommen hat, kann ihr weiter helfen. Zusammen enthüllen sie eine tragische Geschichte, die im zweiten Erzählstrang enthüllt wird.

Es ist 1951, als Delphines Hoffnung, dass aus der Zweckehe mit ihrem Mann Giovanni vielleicht doch noch Liebe daraus wird, definitiv begraben wird. Denn nun muss sie für ihn mit ihren beiden Kindern von Italien nach Genf umziehen. Immerhin ist die unglückliche Delphine hier aufgewachsen, aber Lust auf den Umzug hat sie keine. Erst als Delphine Florian, dessen Ehe ebenso nur auf Papier besteht, kennenlernt, ist der Umzug eine neue Chance. Ich verrate wahrscheinlich nichts Neues, wenn ich sage, dass das Schicksal Delphine nicht sonderlich gut gewogen scheint. Es wird zwar nicht erwähnt, höchstens ein wenig durch die Blume, doch ich denke, dass Giovanni an einer bestimmten Stelle Schicksal gespielt hat.

Ab der ersten Sekunde fühlt man Delphine mit. Sie ist ein Charakter, den man sofort ins Herz schliesst und mit ihr leidet und sich mit ihr freut. Mich beeindruckte diese innerlich verlorene, aber doch starke Frau, die im richtigen Augenblick geistesgegenwärtig handelt, sehr.

"Familie" und das Gefühl "zuhause zu sein" wird in diesem Band stark thematisiert - neben Delphines Lebens- und Familiengeschichte erfährt Georgia, die bei ihrer Freundin aufgewachsen ist, weshalb ihre verstorbenen Eltern keinen guten Draht zu ihrer Grossmutter hatten. Daneben steht Luca mit seiner glücklichen Sippe, die Georgia sofort aufnimmt. Und ganz vielleicht, erfreulicherweise, könnte Genf für Georgia sogar ein Happy End bereit halten.

Während man die ersten drei Bände noch gut als Stand Alone bzw. nicht in der richtigen Reihenfolge lesen konnte, sollte man spätestens ab diesem Band die Reihenfolge einhalten, denn nun erfährt man einiges über Hope Berenson, die sich ihrer aktuellen Patientin gegenüber stark öffnet. Das macht neugierig auf ihre ganze Geschichte. Auch Mia lernt man hier in "Die verborgene Tochter" ein bisschen besser kennen, weil sie sich mit Georgia anfreundet.

Interessant war die Geschichte um den rosafarbenen Saphir aus dem königlichen Diadem auch dadurch, weil man ganz wenig über das ehemalige italienische Königshaus erfuhr.

Fazit: Soraya Lane lässt die Leserschaft erneut in eine spannende und geheimnisvolle Erzählung eintauchen. Vor allem die verbotene Liebe in der Vergangenheit berührt.
5 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.02.2025

Musik und Fernweh

Die verheimlichte Tochter
0

Im dritten Band dieser Reihe nimmt uns Soraya Lane mit nach Griechenland auf eine kleine Insel. Auch Ella gehört zu den jungen Frauen, die bei einem Londoner Anwalt eine kleine Schachtel überreicht bekommen. ...

Im dritten Band dieser Reihe nimmt uns Soraya Lane mit nach Griechenland auf eine kleine Insel. Auch Ella gehört zu den jungen Frauen, die bei einem Londoner Anwalt eine kleine Schachtel überreicht bekommen. In Ellas Schachtel liegt ein Foto und ein Notenblatt. Ihr Bekannter Gabriel hilft Ella betreffend dem Notenblatt, doch das ist eine viel schwierigere Suche als beim Foto, das bald nach Griechenland verortet werden kann. Nun hat Ella zumindest einen Anhaltspunkt und sie reist auf die kleine griechische Insel Skopelos und hofft, mehr herauszufinden.

In der Vergangenheitsebene muss die sehr junge Alexandra Ende der 1960er-Jahre aus Griechenland nach England zu ihren Verwandten fliehen. Sie fühlt sich endlich zuhause, nicht zuletzt auch dank dem jungen Musiker Bernard, als das Leben ihr erneut einen Schlag verpasst.

Soraya Lane erzählt Alexandras Leben und Ellas Suche abwechselnd, beide Zeitebenen sind sehr ereignisreich. Der Schreibstil fesselt, so dass man möglichst ohne Pause bis zum Ende durchlesen möchte.

Dieser Band kann gut als Stand Alone gelesen werden. Wer Lust auf eine gefühlsstarke und interessante Geschichte hat, die vorwiegend auf einer der Sporadeninseln in der schönen Ägäis stattfindet, ist hier richtig.

Fazit: Eine emotionale Geschichte mit viel Musik und Fernweh, die ich auf jeden Fall noch einmal lesen möchte.
5 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.11.2024

Weihnachtliche Lovestory

Das Merry Christmas Projekt
0

Gestern kam ich an meinem Arbeitsplatz an einem Raum vorbei, in dem das Licht noch brannte. Da hat wohl jemand vergessen, es abzuschalten, dachte ich und wollte rein um dies zu tun. Doch gerade als ich ...

Gestern kam ich an meinem Arbeitsplatz an einem Raum vorbei, in dem das Licht noch brannte. Da hat wohl jemand vergessen, es abzuschalten, dachte ich und wollte rein um dies zu tun. Doch gerade als ich vor der Tür mit dem Schlüssel hantierte, ging sie auf und eine Kollegin kam raus. Wir sind beide erschrocken - und mussten sogleich lachen. Später lachte ich sogar noch mehr, denn im vorliegenden "Weihnachtsprojekt" von Cathy Bramley beschreibt die Autorin eine ähnliche Szene. Doch im Gegensatz zu meiner erlebten Situation konnten die Protagonisten erst viel später darüber lachen...

Die eine Person in dieser Szene ist Merry, die sich gerade in die Selbstständigkeit gewagt hat: sie verkauft selbst hergestellte, duftende Kerzen. Sie sehnt sich nach einer Familie, die sie selber nie hatte. Der Leserschaft ist aber schon von Anfang an klar, dass ihre aktuelle Beziehung zum Scheitern verurteilt ist. Und wundert sich auch nicht, als Merrys Vorpreschen zur Trennung anstatt zur Hochzeit führt.

Immerhin ist Merry bei der Wohnungssuche danach erfolgreicher. Sie kann befristet in ein altes Cottage ziehen, und dort auch ihrer Arbeit nachgehen. Doch dass die neue Flamme ihres Ex-Freundes die Organisation des Weihnachtsfestes auf dem Dorfplatz an sich reissen möchte, behagt Merry nicht, weshalb sie sich unüberlegt ebenso meldet und darauf, wie die zwei anderen "Mitbewerber", bald eine Idee präsentieren soll. Als ob sie eh nicht schon genug zu tun hätte mit ihrem florierenden Kerzengeschäft, ist sie nun auch noch auf Ideensuche für diesen Event.

Bald lernt sie auf dem Wochenmarkt, auf dem sie ihrer Freundin Nell hilft, Cole kennen. Es beginnt zu knistern, ohne dass sie weiss, dass er ihr Vermieter ist. Cole ist ein sympathischer Mann, der darunter leidet, dass seine beiden Kindern mit seiner Ex-Frau ein Jahr in Kanada verbringen. Er hat so gar keine Lust auf das Weihnachtsfest, ähnlich wie Merry, die aufgrund ihrer Vergangenheit sich nie wirklich auf das Fest freute. Da finden sich dieses Jahr also die zwei richtigen!

Doch nicht nur für Merry und Cole wird dieser Dezember in Erinnerung bleiben, auch für Merrys frühere Kunstlehrerin Astrid und Cole's Vater Fred hat Autorin Cathy Bramley noch Überraschendes vorgesehen.

"Das Merry Christmas Projekt" erzählt, wie Bramleys frühere Romane, Geschichten aus dem Leben. Ihre Figuren sind alles Menschen wie du und ich, mit ganz normalen Berufen, Biografien und Bedürfnissen. Die Szenen kommen nie klischeehaft oder unglaubwürdig rüber. Das macht ihre Romane lebensnah und ihr Talent, fesselnd zu schreiben, sorgt für ein tolles Leseerlebnis.

Die Lovestory entwickelt sich gemächlich, in genau richtigem Tempo. Dazu kommt viel Schnee und Kerzenlicht - ein perfekter Weihnachtsroman!

Fazit: Sympathische weihnachtliche Liebesgeschichte mit einem tollen, passenden Titel.
5 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere