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Veröffentlicht am 05.01.2025

Mitreißende Slow-Burn-Romantasy verwoben in arabischer Mythologie

We hunt the Flame
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»Es liegt eine gewisse Schönheit im Chaos, eine Herrlichkeit im Unkontrollierbaren.«

Zitat aus „We Hunt the Flame“, Pos. 1585 (E-Book)

Hafsah Faizal konnte mich mit ihrem Dilogieauftakt rundum ...

»Es liegt eine gewisse Schönheit im Chaos, eine Herrlichkeit im Unkontrollierbaren.«

Zitat aus „We Hunt the Flame“, Pos. 1585 (E-Book)

Hafsah Faizal konnte mich mit ihrem Dilogieauftakt rundum begeistern. Inspiriert von arabischer Mythologie bin ich eingetaucht in eine Welt, in der die Magie vor langer Zeit verloren gegangen ist. Ich habe unsere Protagonisten auf einer schicksalhaften Mission begleitet ein verschollenes Artefakt zu finden, um die Magie nach Arawiya zurück zu bringen und damit das Reich vor dem drohenden Untergang zu bewahren. Ein großes Highlight, das laut nach der Fortsetzung schreit.

„We hunt the Flame“ ist abwechselnd aus der Sicht von Kronprinz Nadir und Jägerin Zafira geschrieben. Ich habe sie beide schnell in mein Herz geschlossen, trotz all der Finsternis, welche die beiden umgibt.

Zafira ist mutig, aufopferungsvoll und eine begnadete Jägerin. Als einzigen Menschen ist es der jungen Demenhunin gelungen den finsteren und bedrohlich Arz, einem magischen Wald, der sich Tag für Tag mehr ausweitet und droht das Kalifat zu verschlingen, zu betreten und lebend wieder zu verlassen. Als Mann verkleidet riskiert Zafira täglich ihr Leben, um ihr Volk mit Nahrung zu versorgen.

Kronprinz Nadir hat es mir da etwas schwerer gemacht, ihn zu mögen. Zum Haschaschinen ausgebildet, tötet Nadir im Auftrag seines Vaters, dem grausamen Sultan. Nicht ohne Grund wird Nadir auch Prinz des Todes genannt. Nadirs Beweggründe und seine Taten blieben lange Zeit ein großes Rätsel für mich. Irgendwann sind die Dämme aber gebrochen und ich habe hinter die Schatten, die Nadir begleiten, geblickt und den Sarasinen in mein Herz geschlossen.

Auf der Insel Sharr treffen Zafira und Nadir aufeinander, beide mit dem Auftrag ein verschollenes Artefakt zu finden. Was Zafira nicht weiß, ist, dass Nadir auch den Auftrag hat den berühmten Jäger zu töten.

Ich habe die Dynamik zwischen Zafira und Nadir einfach geliebt. Die beiden stehen auf komplett unterschiedlichen Seiten. Zafira, eine Bauerntochter aus einem Kalifat, dass in Frauen nicht viel Wert sieht und Nadir, der Sohn des Sultans, dessen Leben aus Blutvergießen und Töten besteht. Doch da ist auch dieses Prickeln, das die beiden umgibt. Wir haben hier eine Slow-Burn-Romance und ich habe jedes Detail davon so sehr geliebt. Die Emotionen waren für mich greifbar und ich fand die Entwicklung der Beziehung zueinander richtig spannend und fesselnd. Es war wie ein Vulkan kurz vor dem Ausbruch.

Mit General Altair Al-Badawi, dem unsterblichen Safi Benyamin Haadi und Kriegerin Kifah Darwish hat Hafsah Faizal weitere interessante Charaktere auf die gefährliche Insel geschickt, wobei ich vorallem Altairs Charme verfallen bin. Sein loses Mundwerk hat die brodelnde Stimmung herrlich erfrischt und aufgelockert.

Es ist eine Schicksalsgemeinschaft, die sich auf Sharr zusammenfindet, jeder mit einem eigenen Geheimnis im Gepäck.

Große Liebe gilt auch Hafsah Faizals detailreichen Schreibstil, welcher mit seinen vielen arabischen Einwürfen und Redewendungen eine großartige Welt vor meinen Augen hat entstehen lassen.

Ich habe den Dilogieauftakt von Anfang bis Ende verschlungen. Durch die zahlreichen, unvorhersehbaren Enthüllungen und Wendungen hatte ich stets den Drang weiterlesen zu müssen. Für mich war das Buch bis zum Schluss mitreißend und ich kann es kaum erwarten mit Band 2 zu starten.

Fazit
Eine mitreißende Slow-Burn-Romantasy verwoben in arabischer Mythologie. Absolut packend und fesselnd geschrieben!

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Veröffentlicht am 20.11.2024

Die schmutzigen Tage

Tage einer Hexe
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Zugegeben, Hexe Kosara hat es mir mit ihrem sturen, gedankenlosen Charakter nicht immer ganz so leicht gemacht. Dennoch habe ich die Zeit mir ihr unglaublich genossen. Genoveva Dimova hat mich ...

Zugegeben, Hexe Kosara hat es mir mit ihrem sturen, gedankenlosen Charakter nicht immer ganz so leicht gemacht. Dennoch habe ich die Zeit mir ihr unglaublich genossen. Genoveva Dimova hat mich mit ihrem Schreibstil, dem trockenen Humor und den hitzigen Dialogen, und ihrer durch slawische Mythologie inspirierten Welt total begeistert.

Jedes Neujahr lüftet sich der Schleier zwischen den Welten und lässt für 12 Tage Monster in die Stadt Chernograd. In diesen "schmutzigen Tagen" ziehen Varkolaks, Karakonjuln, Samodiven und viele andere bösartige Wesen durch die Straßen. Das schlimmste aller Moster ist der Zmey und eben dieser hat es auf Feuerhexe Kosara abgesehen. Und ausgerechnet in der Neujahrsnacht verliert Kosara ihren Hexenschatten und damit auch ihre Hexenkraft beim Kartenspielen an einen fremden Reisenden. Um zu überleben und den Zmey zu entkommen, bleibt Kosara nichts anderes übrig, als sich in die benacharte Stadt Belograd zu flüchten. Und sie muss ihren Hexenschatten wieder finden, denn ohne diesen, wird Kosara selbst zu einem Schatten verblassen.

Mir hat die Geschichte richtig viel Spaß gemacht. Mit ihrer vorschnellen und unüberlegten Art stolpert Kosara von einer brenzligen Situation in die nächste. So macht sie auch relativ schnell die Belograder Polizei bzw. Ermittler Arsen auf sich aufmerksam, der sich auch nicht mehr so einfach abschütteln lässt.

Die Welt, in die Genoveva Dimova uns entführt ist faszinierend. Auf der einen Seite haben wir die graue von einer lebendigen Mauer umzingelte Stadt Chernograd, in der es Hexen und Magie gibt und wo in en 12 Tagen nach Neujahr Jagd auf Monster gemacht wird. Auf der anderen Seite der Mauer hingegen liegt das heitere und sonnige Belograd, welches im Gegensatz zu Chernograd regelrecht im Reichtum schwimmt. Den Chernogradern ist die Einreise nach Belograd untersagt bzw. durch die menschenfressende Mauer auch nur schwer möglich. Ich habe die ganzen Ideen richtig gefeiert.

Die Handlung selbst ist spannend und wendungsreich. Die meisten Enthüllungen habe ich tatsächlich nicht kommen sehen. Gemeinsam mit Kosara und Arsen gehts an die verschiedensten Orte zu Land und auch zu See. Es entwickelt sich auch eine kleine Romanze zwischen der Hexe und dem Ermittler, allerdings wirklich nur ganz dezent. Ich fands sehr passend.

Ich würde mich, vorallem nach dem Ende, sehr auf ein Widersehen mit Kosara und Arsen.

Fazit:
Eine düstere Geschichte über Monster und Hexen inspiriert durch slawische Mythen und Legenden. Ich habs geliebt.




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Veröffentlicht am 15.11.2024

Skurril, außergewöhnlich, emotional und humorvoll

Long Live Evil
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Kurz und knapp: Ich fands genial! Während mich der Anfang an meine emotionalen Grenzen gebracht hat und mich Dankbarkeit gelehrt hat, ging's dann weiter mit "Was lese ich hier eigentlich?" und ...

Kurz und knapp: Ich fands genial! Während mich der Anfang an meine emotionalen Grenzen gebracht hat und mich Dankbarkeit gelehrt hat, ging's dann weiter mit "Was lese ich hier eigentlich?" und "Wie genial ist das denn!". Das Buch hat einfach so viele Facetten, war ganz anders als erwartet und hat mich letztlich richtig begeistert.

Es geht um Rae, 20 Jahre und unheilbar an Krebs erkrankt. Zuflucht findet Rae in ihrem Liebsten Fantasyromanen "Zeit des Eisens", welche ihre Schwester ihr am Krankenbett vorliest. Tja, und dann ist Rae plötzlich selbst Teil der Geschichte, als eine fremde Frau ihr einen Handel anbietet, der ihr Leben retten könnte.

Die Welt, in die wir mit Rae eintauchen hat alles was Märchen brauchen. Helden, Schurken, Prinzessinnen, Edelmänner und noch mehr Schurken. Und auch Rae findet sich in der Rolle der Bösewichtin wieder. Ich hab's schlichtweg geliebt. Angefangen bei den zwielichtigen Charakteren und deren Entwicklung, bis hin zum Schreibstil der Autorin, der nicht nur mit Klischees spielt und wahnsinnig humorvoll ist, sondern auch eine poetische Seite hat. Ich musste wahnsinnig oft herzhaft und laut lachen; die Geschichte hat mich aber auch nachdenklich gestimmt. Von meiner Seite gibt's eine große Empfehlung.

Fazit
Skurril, außergewöhnlich, emotional und humorvoll. Ein besonderes Buch mit besonderen Charakteren. Ich hab's geliebt!

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Veröffentlicht am 27.10.2024

Grausame Götterspiele

The Games Gods Play – Schattenverführt
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>>Wir sind keine Schmetterlinge für dich>Wir sind die Ewigkeit.

>>Wir sind keine Schmetterlinge für dich<< flüstere ich. >>Wir sind die Ewigkeit.<<
(Zitat aus 'The Games Gods play')

The 'Games Gods Play - Schattenverführt' von Abigail Owen, ins Deutsche übersetzt von Julia Schwenk, war für mich ein richtiges Überraschungshighlight. 700 Seiten Sogwirkung, Spannung, Nervenkitzel und nostalgische Gefühle. Ja, ein bisschen hat es mich von den Vibes tatsächlich an 'Percy Jackson' und 'The Hunger Games' erinnert. Mir hat's gefallen und ich war gefesselt!

In San Francisco lernen wir die junge Lyra kennen, welche als Baby von Zeus mit einem Fluch belegt; wurde. Niemals soll sie jemand lieben können. Selbst ihre Eltern haben Lyra als Kleinkind weggegeben, weshalb sie in der Diebesgilde aufgewachsen ist. Als sie Zeus aufsuchen will, um ihn zu fordern den Fluch von ihr zu nehmen, läuft sie Hades in die Arme, und das ausgerechnet zu Beginn der Feierlichkeiten, die die nächsten Götterspiele eröffnen.

Alle 100 Jahre findet der Wettbewerb der Götter statt. Jeder Gott wählt unter den Menschen einen Champion bzw. eine Championesse, die für ihn im Kampf um den Thron antritt. Wer die meisten der 12 Heldenprüfungen des Crucibles besteht bzw am Ende überlebt geht als Sieger hervor. Und ausgerechnet Lyra wird von Hades als Championesse erwählt.

Spätestens mit Beginn des Crucible gab es für mich kein Halten mehr. Die Prüfungen der Götter sind brutal und grausam und wahnsinnig spannend mitzuverfolgen. Im Verlauf des Crucible lernen wir auch Lyra und Hades immer besser kennen. Ich mochte Lyra und ihre Schlagfertigkeit total gerne. Und auch ihre Hilfsbereitschaft trotz ihrer gefährlichen Situation. Und auch Hades hat sich leise in mein Herz geschlichen. Er ist unnahbar und rätselhaft. Nach und nach erfährt man mehr von ihm und kann ihn dann auch besser verstehen.
Meine Lieblinge waren aber tatsächlich zwei Nebencharaktere. Charon, der Fährmann der Unterwelt und Hades bester Freund und Höllenhund Cerberus. Ich habe die beiden gefeiert und absolut geliebt.

Ich bin nur so durch die Seiten geflogen, habe mir Lyra mitgefiebert, Hades mehrfach verflucht - es war tatsächlich ein Auf und Ab mit den beiden. Und ich habe mit Spannung das Crucible verfolgt. Die Kapitel sind kurz und man den Drang immer weiter lesen zu müssen. Man fliegt quasi durch die Seiten. Am Ende wird man von einem richtig gemeinen Cliffhanger erwartet. Band 2 ist ein Must Read für mich.

Fazit
Abigail Owen begeistert mit einem tollen Worldbuilding, griechischer Mythologie und einem gnadenlosen, tötlichen Wettkampf. Spannung pur!





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Veröffentlicht am 01.10.2024

Delphi und ihre zweite Chance

Wolke Sieben ganz nah
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Mit 'Wolke sieben ganz nah' ist Kirsty Greenwood eine wahnsinnig lustige, warmherzige und romantische Komödie gelungen. Ich habe beim Lesen schon lange nicht mehr so herzhaft gelacht.

"Ich ersticke ...

Mit 'Wolke sieben ganz nah' ist Kirsty Greenwood eine wahnsinnig lustige, warmherzige und romantische Komödie gelungen. Ich habe beim Lesen schon lange nicht mehr so herzhaft gelacht.

"Ich ersticke an einem Burger. Und zwar nicht mal an einem Premium-Burger oder einem selbst gemachten, sondern an so einem billigen Müll, den man sich in der Mikrowelle warm macht <...>"
(Zitat aus Wolke sieben ganz nah, E-Book Pos. 44)

Mit 27 Jahren nimmt Delphie Bookhams Leben ein jähes Ende. Und dann noch dazu ein so unrühmliches. Delphie stirbt quasi wie sie lebt. Chaotisch, allein und in wirklich hässlichen Klamotten. Ich mochte Delphie vom ersten Moment an, wobei sie mir gerade anfangs unglaublich leid getan hat. Umso mehr habe ich Delphis Entwicklung gefeiert, von der unscheinbaren Einzelgängerin bis zur toughen jungen Frau, die sich ihr Leben zurück holt.

Von Enemies-to-Lover, über Forced Proximity, Love Triangle bishin zu Fake Dating...

Kirsty Greenwood geht in die Vollen und liefert gefühlt die gesamte Romance-Trope-Palette. Absolut göttlich und mit viel Humor schickt die Autorin Delphi auf ein romantisches Abenteuer. Und mir ihrem griesgrämigen Nachbar Cooper hat Delphi die perfekte Reisebegleitung. Cooper soll Delphi helfen Jonah zu finden. Denn nur wenn Delphi Jonah innerhalb von 10 Tagen küsst, bekommt sie ihr Leben zurück. So lautet die Abmachung mit der von Liebesromanen besessenen Jenseits-Therapeutin Merritt. Klingt alles ziemlich chaotisch und das ist es auch, und obendrein auch so unglaublich lustig, gleichzeitig aber auch tiefgründig. Ich habe emotional total mit Delphi mitgefiebert und mitgelitten.

Die Geschichte ist zwar ziemlich vorhersehbar, deshalb aber nicht weniger mitreißend. Und ja, es gibt auch eine kleine, wunderschöne Überraschung gegen Ende, die mich sehr berührt hat.

Fazit:
Eine tolle, lustige und warmherzige RomCom mit fantastischen Elementen, die ich gerne weiter empfehle.

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