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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.11.2024

Die 68er

Blutrotes Karma
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Paris, die 68er. Studentenunruhen mit blutigen Straßenschlachten, Angriffen auf Ämter und Behörden, Forderungen, die keiner versteht. Grangè schildert die Zeit mit wenig Verständnis für die unreifen Randalierer. ...

Paris, die 68er. Studentenunruhen mit blutigen Straßenschlachten, Angriffen auf Ämter und Behörden, Forderungen, die keiner versteht. Grangè schildert die Zeit mit wenig Verständnis für die unreifen Randalierer. Mittendrin Hervé. Er weiß nicht, warum er Steine schmeißt, liebt aber den Kick. Kein Erfolg bei den Mädchen, Erfüllung in harter Musik. Das wird sehr ausführlich, sehr langweilig beschrieben.
Beschrieben wird auch das Ausmaß der Gewalt durch die Halbbrüder Mersch( der in Algerien unvorstellbare Gräuel erlebte) und Hervé in aller Brutalität. Langweilige Beschreibungen, dumme Unruhestifter und viel sinnlose Gewalt - nein, das ist eigentlich nicht meins. Die Ankündigung versprach einen Thriller; nur deshalb hielt ich durch.
Die Handlung entwickelt sich. Drei Studentinnen namens Suzanne, Cécile und Nicole beteiligen sich mehr oder weniger engagiert an den Unruhen. Von Hervé werden sie seine drei Protestfeen genannt, er himmelt sie an. Doch dann findet er Suzanne ermordet vor, in einer eigenartigen Yogapose arrangiert. Nicht der einzige Mord. Hervé wird entführt, nach Indien. Das Leben, die Ereignisse und die Religiosität dort werden thematisiert. Auch hier geht es brutal zu, Grangès Schilderungen sind drastisch, aber wichtige Erkenntnisse treten zutage. Hervé, Mersch und Nicole finden Spuren, die nach Rom führen.
Nach mauem Anfang wurde es tatsächlich spannend. Irrwitzige Verschwörungen, bizarre Charaktere, unglaubliche Begebenheiten - all das verknüpft der Autor. Zieht es aber leider viel zu lang in der ersten Hälfte.
Fazit: bedingt zu empfehlen.

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Veröffentlicht am 11.11.2024

Waschmaschinen und Autos

Die Zeit der Frauen – Die Jahre des Aufbruchs
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Carl Thiele hat großen Erfolg mit seinen Waschmaschinen, auch wenn diese noch stark verbesserungsbedürftig sind. Neue Pläne hat er auch: Automobile bauen! Seine Frau Katharina unterstützt ihn tatkräftig ...

Carl Thiele hat großen Erfolg mit seinen Waschmaschinen, auch wenn diese noch stark verbesserungsbedürftig sind. Neue Pläne hat er auch: Automobile bauen! Seine Frau Katharina unterstützt ihn tatkräftig mit klugen Ideen und kümmert sich auch um die Villa und anderes. Unterstützt wird sie von der jungen Amelie, die sich blitzschnell in den attraktiven Gärtner verliebt.
Susanne von Berg hat sich - wie schon oft- eines Themas angenommen, das den Werdegang einer Erfindung nachvollzieht. Interessant, auch historische Hintergründe werden einbezogen.
Sehr idyllisch geht es zu, alle Personen sind nett, werden idealisiert. Kleine Probleme werden schnell gemeistert, überall Friede, Freude,…. Überraschungen gibt es keine, allen Figuren geht es immer gut ( naja, außer den Waschfrauen, aber auch das klärt sich), das Buch liest sich einfach und glatt.

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Veröffentlicht am 30.10.2024

Magische Kämpfe

Shades of Magic
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Kell ist einer der wenigen magischen Antari, die zwischen den vier völlig unterschiedlichen, aber gleichzeitig existierenden Londons verkehren können. Zudem ist er der Ziehsohn des Königs des Roten. Er ...

Kell ist einer der wenigen magischen Antari, die zwischen den vier völlig unterschiedlichen, aber gleichzeitig existierenden Londons verkehren können. Zudem ist er der Ziehsohn des Königs des Roten. Er gerät in den Besitz eines mächtigen Zaubersteines, den ihm finstere Mächte entwenden wollen. Diebin Lila zunächst auch, aber ihr eigentliches Ziel ist ein anderes. Mutig ist und abenteuerlustig ist sie.
Beide versuchen gemeinsam, den Bösen zu trotzen. Die aber ersinnen immer neue Machtkämpfe und nutzen schwarze Magie, um ihre Pläne zu verwirklichen.
All das beschreibt V. E. Schwab sehr ausführlich. Spannung flackert auf, wird aber nicht gehalten. Das Böse siegt ständig, immer neue Angriffe wiederholen sich. Das wird schnell langweilig, da kann auch Lilas mutiges Eingreifen nichts retten. Manchmal ist eben weniger mehr.

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Veröffentlicht am 19.10.2024

Monster, Mauern und Magie

Tage einer Hexe
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Monster bedrohen die Stadt. Besonders unheimlich und mächtig sind sie Neujahr und die folgenden 12 Tage. Man kann sie mit Tricks vertreiben, alle, bis auf das Obermonster Zmey. Hexe Kosara kennt die meisten ...

Monster bedrohen die Stadt. Besonders unheimlich und mächtig sind sie Neujahr und die folgenden 12 Tage. Man kann sie mit Tricks vertreiben, alle, bis auf das Obermonster Zmey. Hexe Kosara kennt die meisten und weiß sich der Monster zu erwehren, wenn sie aufpasst. Das tut sie nicht immer, ihr Selbstbewusstsein ist so gut wie nicht vorhanden und zudem verliert sie ihren Schatten. Eine tödliche Krankheit befällt sie, ohne ihren Schatten wird sie sterben. Jetzt kann nur noch Zmey helfen!
Genoveva Dimova hat eine düstere und kontrastreiche Fantasy verfasst. Gruselig geht es zu, Versprechen brechende Ganoven machen den Leuten das Leben schwer, die vielgestaltigen Monster ebenso. Eine Mauer spielt eine wichtige Rolle. Kennt man doch von irgendwoher… Kosara steht wegen ihrer Krankheit unter enormem Zeitdruck, das erhöht die Spannung. Dazu ein Polizeikommissar, der schwer einzuschätzen ist. Eine fantasievolle, gleichzeitig aber auch konfuse und streckenweise langatmige Mischung, die eine hoffentlich nie eintretende Welt zeichnet.

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Veröffentlicht am 10.10.2024

Eine Matroschka

Umlaufaufzug
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Das geniale Manuskript ist fertig. Nö, ist es nicht, der Verlagsdirektor mag es nicht. Also bitte keine Biographie eines Serienmörders, sondern etwas Lustiges! Kann der Autor aber nicht. Somit nervt er ...

Das geniale Manuskript ist fertig. Nö, ist es nicht, der Verlagsdirektor mag es nicht. Also bitte keine Biographie eines Serienmörders, sondern etwas Lustiges! Kann der Autor aber nicht. Somit nervt er seinen Boss. Heraus kommt etwas nach dem
Matroschka- Prinzip: Handlung in Handlung in Handlung. Autor in Selbstreflexion, Bekanntschaft mit Paternoster (ausführlich), Bekenntnisse eines Auftragsmörders ( die bringen etwas Schwung in die ansonsten langatmige Geschichte), Arbeit der Soko Inder, ein autistischer Psychiater … . Vermischt sich alles irgendwie. Kritisch betrachtet werden: Verlags- und Gesundheitswesen, Autorenhype, Ängste und mehr. Hat Potenzial, aber: es ist viel und trotzdem unspannend. Dabei benennt Reiner Jansen punktgenau, was IHN beim Lesen nervt und macht bewusst genau das. Warum nur?

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