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Veröffentlicht am 11.12.2024

Bibel auslegen verstehen

Bibelauslegung praktisch
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In diesem Buch fand ich den Schreibstil, verständlich und angenehm zu lesen. Die Autoren stellen dem Leser eine Methode vor in der man in 10 Schritten die Bibel auslegen kann. Dabei steht immer Im Mittelpunkt ...

In diesem Buch fand ich den Schreibstil, verständlich und angenehm zu lesen. Die Autoren stellen dem Leser eine Methode vor in der man in 10 Schritten die Bibel auslegen kann. Dabei steht immer Im Mittelpunkt die Frage: Was sagt die Bibel, der Text den ich lese? Den Bibellesern wird nahe gelegt sich von der frommen Denkweise „Was sagt der Text mir oder was enthält er für mich?“ zu trennen. Man sollte sich eher fragen „Was sagt der Text an sich?“ und „Was bedeutet der Text für uns heute?“ Auch legen sie nahe die Bibel zum Vergleich in unterschiedlichen Übersetzungen zu lesen.

Im zweiten Teil des Buches werden die einzelnen Schritte detailliert erläutert. Bevor jedoch auf die konkreten Schritte eingegangen wird, wird empfohlen, sich zunächst einen Überblick über die zu lesende Bibeltexteinheit zu verschaffen. Das bedeutet, den Text zunächst vollständig zu lesen, das Gelesene gründlich zu studieren und eventuelle Stolpersteine oder unklare Stellen zu markieren. Der Text sollte wiederholt gelesen und schließlich in eigenen Worten zusammengefasst werden, um das Verständnis zu vertiefen.

Die zehn Schritte lauten:
1. Sich mit dem Text vertraut machen
2. Die Textbasis feststellen
3. Die ursprüngliche Kommunikationssituation klären
4. Den Zusammenhang der Texteinheit erfassen
5. Die Texteinheit untersuchen
6. Die Begriffe und ihre Verbindungen in der Texteinheit erkennen
7. Den Gedankengang der Texteinheit entfalten
8. Fragen zur Texteinheit beantworten
9. Die Aussage der Texteinheit präzise zusammenfassen
10. Die Bedeutung der Texteinheit für die heutige Zeit reflektieren

Jeder dieser Schritte ist in ein bis drei Kapitel unterteilt. Anschließend werden dem Leser praktische Aufgaben an die Hand gegeben, um das Gelernte zu üben.

Ich habe dieses Buch gern gelesen und konnte einige wertvolle Erkenntnisse für mich persönlich und mein Bibelstudium gewinnen. Dennoch sehe ich den größten Nutzen des Buches bei Personen, die aktiv in der Gemeindearbeit oder im Predigtdienst tätig sind, weniger bei Privatpersonen, die es für ihre persönliche Andacht nutzen möchten.

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Veröffentlicht am 27.11.2024

Beter sind Wundervollbringer

Wunder passieren unterwegs
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In einem mitreißenden Schreibstil, der lebhafte Bilder vor das innere Auge zaubert, erzählt Louisa Vogel eine bewegende Geschichte. Sie erzählt die Geschichte zweier Menschen, deren Lebenswege sich auf ...

In einem mitreißenden Schreibstil, der lebhafte Bilder vor das innere Auge zaubert, erzählt Louisa Vogel eine bewegende Geschichte. Sie erzählt die Geschichte zweier Menschen, deren Lebenswege sich auf wundersame Weise kreuzen.

Als Leser begleitet man Mia und Finn. Mia, eine Theaterdramaturgin, ist nach einer großen Enttäuschung in Hamburg in ihre Heimatstadt Goppeln, bei Dresden, zurückgekehrt. Doch dort wird sie von ihrer Familie überbehütet und immer wieder mit Vorwürfen konfrontiert, wie naiv sie gewesen sei. Sie hadert mit ihren Entscheidungen und bereut ihre Unvorsichtigkeit. Finn hingegen ist alleinerziehender Vater, Fotograf, gemeinsam mit seinem kleinen Sohn Mattheo in einem Oldtimer-Wohnwagen unterwegs. Für seine Auftraggeber reist er durch ganz Deutschland, bis der Motor des Wohnwagens eines Tages ausgerechnet vor Mias Haus den Geist aufgibt. Kurzerhand mietet er sich für einige Tage in ihrer kleinen Ferienwohnung ein. Was beide, Mia und Finn, nicht wissen ist das sie einander brauchen.

Anders als erwartet entwickelt sich keine romantische Beziehung zwischen Mia und Finn – ein überraschender, aber erfrischender Ansatz, der mir bisher in keinem anderen Roman begegnet ist. Stattdessen vermittelt die Geschichte eine tiefere Botschaft: In allen Lebenslagen kann und sollte man sich Gott zuwenden. Man braucht keine Angst zu haben. Der Roman betont die Macht des Gebets, die Kraft der Vergebung und die allgegenwärtige Nähe Gottes. Gott führt den Menschen in jeder Lebenslage, er kennt die Vergangenheit und Zukunft.

Ich möchte meine Rezension mit einem Zitat aus dem Buch abschließen (S. 187):
„Sei mutig und stark und fürchte dich nicht, denn der Herr, dein Gott, ist bei dir.“

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Veröffentlicht am 18.11.2024

Geben statt nehmen

Kein Korb zu Weihnachten
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In diesem Werk gelingt es Witemeyer auf eindrucksvolle Weise, mit tiefgründigen Gedanken darauf hinzuweisen, dass Weihnachten vor allem ein Fest des Gebens ist – nicht nur des Nehmens.

Die Hauptcharaktere, ...

In diesem Werk gelingt es Witemeyer auf eindrucksvolle Weise, mit tiefgründigen Gedanken darauf hinzuweisen, dass Weihnachten vor allem ein Fest des Gebens ist – nicht nur des Nehmens.

Die Hauptcharaktere, Felicity und Evan, wirken für mich authentisch und greifbar. Evan, ein nahezu zurückgezogener Eigenbrötler, glaubt, dass alle Menschen nur an seinem hart verdienten Geld interessiert sind. Felicity hingegen hat sich fest vorgenommen, ihn aus seiner Einsamkeit und seinen Vorurteilen herauszuholen – und dabei gibt sie nicht so schnell auf. Doch wird sie es schaffen, Evan von seinen tief verwurzelten Vorbehalten zu befreien?

Der Schreibstil ist leicht und unterhaltsam, zugleich aber auch tiefsinnig. Beim Lesen musste ich oft schmunzeln oder sogar laut lachen, wurde aber auch zum Nachdenken angeregt. Das Buch ist kurzweilig und lässt sich problemlos an einem Tag – oder sogar in wenigen Stunden – durchlesen.

Ich empfehle es sehr gerne weiter, vor allem für alle, die sich zur Weihnachtszeit nach einem herzerwärmenden und inspirierenden Leseerlebnis sehnen.

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Veröffentlicht am 12.11.2024

Gott sieht dich

Jede Nacht hat ihre Sterne
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Dies ist das erste Buch von Michelle Shocklee, das ich gelesen habe. Der Schreibstil ist flüssig und gut verständlich. Shocklee entführt die Leser*innen in die Jahre 1897 und 1961, wobei beide Zeitlinien ...

Dies ist das erste Buch von Michelle Shocklee, das ich gelesen habe. Der Schreibstil ist flüssig und gut verständlich. Shocklee entführt die Leser*innen in die Jahre 1897 und 1961, wobei beide Zeitlinien aus der Perspektive der jeweiligen Hauptfigur erzählt werden. Im Mittelpunkt stehen Audrey und Priscilla, in deren Geschichten Shocklee aufzeigt, dass Gott jeden Menschen sieht (1. Mose 16,13).

Audrey entdeckt im Jahr 1961 ein altes Fotoalbum einer Hotelbewohnerin und beginnt, der Geschichte der Vorbesitzerin nachzugehen. Priscilla, die 1897 zur Weltausstellung nach Nashville reist, wird dabei mit dem harten Leben vieler junger Frauen konfrontiert, die ausgenutzt und missbraucht werden.

Die beiden Protagonistinnen waren mir sofort sympathisch. Die Beschreibung der Zeit und Orte ist so lebendig, dass ich die Szenen förmlich vor mir sehen konnte. Das Buch hat mir nicht nur interessante Einblicke in das späte 19. Jahrhundert und die 1960er-Jahre in Amerika vermittelt, sondern auch auf erschütternde Weise gezeigt, wie junge Frauen ausgenutzt und Menschen mit Behinderung diskriminiert wurden. Am Ende des Buches verspürte ich Wehmut, denn ich hätte gern noch länger in dieser Geschichte verweilt.

Von mir gibt es für dieses Buch eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 30.10.2024

Drei Freunde, ein Verlust und Trauer

Wir treffen uns zwischen den Zeilen wieder
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In diesem Roman gewährt Nicole Deese den Lesern einen Einblick in das Arbeits- und Privatleben einer Lektorin. Die Handlung hat mir ausgesprochen gut gefallen. Der Schreibstil ist leicht verständlich, ...

In diesem Roman gewährt Nicole Deese den Lesern einen Einblick in das Arbeits- und Privatleben einer Lektorin. Die Handlung hat mir ausgesprochen gut gefallen. Der Schreibstil ist leicht verständlich, fließend und in der Ich-Perspektive verfasst, was eine besondere Nähe zur Protagonistin schafft. Die Charaktere waren mir sympathisch, und ich fand es schön, wie der christliche Aspekt dezent in die Geschichte eingebunden wurde. Die Figuren leben ihren Glauben authentisch, ohne missionarisch zu wirken. Der Hauptort des Geschehens stand mir sehr gut und lebhaft vor Augen.

Zur Handlung: Ingrid, die als Lektorin arbeitet, liebt Bücher seit ihrer Kindheit. Doch seit sie ihre beste Freundin Cece ganz plötzlich verloren hat, kann sie selbst nicht mehr lesen. Cece, eigentlich Cäcilia, war eine erfolgreiche Autorin und Ingrids wichtigste Autorin. Als Leserin konnte ich Ingrids tiefe Trauer regelrecht spüren – die beiden waren wie Schwestern. Eines Tages steht dann Joel, Ceces Cousin, überraschend in Ingrids Büro und bittet sie, mit ihm zurück in ihre Heimat zu kommen, um Cece einen letzten Wunsch zu erfüllen. Ingrid ist hin- und hergerissen, doch die Hoffnung, dort das verschollene letzte Manuskript von Cece zu finden, bringt sie schließlich dazu, zuzustimmen. Dieses Manuskript ist nicht nur für Cece von Bedeutung, sondern auch für Ingrids berufliche Zukunft.

Dieses Buch behandelt die Themen Trauerbewältigung und das Aufarbeiten der Vergangenheit. Es zeigt, wie Menschen, die einem nahe stehen, wichtige Dinge verschweigen können, um uns zu schützen. Gleichzeitig spricht es vom Aufatmen nach der Trauer, von Befreiung und von der Rückkehr zur Liebe.

Dieses Buch hat bei mir einen tiefen Nachklang hinterlassen, und ich empfehle es gerne weiter. Es hat mir wunderbare Lesestunden geschenkt, und ich konnte es kaum aus der Hand legen.

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