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Veröffentlicht am 25.01.2025

Abschluss einer Familiensaga

Die Töchter der Ärztin
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„Die Töchter der Ärztin – Zeit des Vertrauens“ habe ich mit Vorfreude, aber auch mit Wehmut erwartet. Da ein Teil des Autorenduos letztes Jahr verstorben ist, wird es nun leider keine weiteren Bücher von ...

„Die Töchter der Ärztin – Zeit des Vertrauens“ habe ich mit Vorfreude, aber auch mit Wehmut erwartet. Da ein Teil des Autorenduos letztes Jahr verstorben ist, wird es nun leider keine weiteren Bücher von Helene Sommerfeld mehr geben.
Zum Glück konnte der dritte Band fertiggestellt werden und wir erfahren, wie es der Familie Thomasius inzwischen geht.

Die beiden Schwestern Henny und Antonia hadern noch immer, wie sie ihr Leben gestalten wollen. Henny ist hin und her gerissen zwischen Berlin und Los Angeles. Wo möchte sie mit ihrer Familie dauerhaft sesshaft werden?
Toni weiß nicht, ob sie ihren Beruf auf Eis legen soll um mit Gundram eine Familie zu gründen und Mutter Ricarda wird damit konfrontiert, dass sie und ihr Mann auf das Lebensende zu gehen.

Der Wechsel zwischen den Charakteren hat mir wieder gut gefallen. Diesmal hat mich Hennys Handlungsstrang am Meisten gefesselt, was mich überrascht hat, denn in den beiden vorherigen Büchern mochte ich sie am Wenigsten.
In „Zeit des Vertrauens“ ist bei ihr einfach immer etwas los. Besonders den Teil in Amerika und ihren Einsatz für die Mexikaner fand ich interessant. Schade, dass diese Handlung aufgrund der Rückkehr nach Berlin ein abruptes Ende nahm.
Toni war mir diesmal etwas zu blass.
Sie sorgt sich um andere, ihre Cousine, ihre Freundinnen... aber bei ihr persönlich passiert nicht viel.

„Zeit des Vertrauens“ ist ein guter Mix aus Liebesgeschichte und Familienroman mit historischen Einschüben.
Die 480 eng beschriebenen Seiten unterhalten gut und ich bin froh, dass ich diese Reihe entdeckt habe.

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Veröffentlicht am 10.01.2025

Solide Spannung

Blutbuße
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„Blutbuße“ ist der mittlerweile 3. Fall mit der sympathischen Ermittlerin Hanna Ahlander. Noch immer ist sie in ihren Kollegen Daniel verliebt, doch der ist vergeben. Da ich Hanna so gerne mag und Daniels ...

„Blutbuße“ ist der mittlerweile 3. Fall mit der sympathischen Ermittlerin Hanna Ahlander. Noch immer ist sie in ihren Kollegen Daniel verliebt, doch der ist vergeben. Da ich Hanna so gerne mag und Daniels Lebensgefährtin teilweise etwas empathielos / egoistisch wirkt, habe ich angefangen, Hanna die Daumen zu drücken, dass es ein Liebes-Happy-End für sie gibt, auch deswegen, da die Handlung hier seit Band 1 auf der Stelle tritt.

Im neuen Mordfall geht es um eine Geschäftsfrau, die brutal erstochen in ihrem Bett aufgefunden wird. Die Dame war nicht sonderlich beliebt und mit ihren Plänen für ein neues Luxushotel ist sie mehr als einer Person auf die Füße getreten.
In Band 2 der Reihe hatte ich bemängelt, dass der Täter zu schnell bekannt war. Auch diesmal hatte ich mich sehr schnell auf einen Mörder festgelegt. Tatsächlich war es dann jemand anders, so dass Auflösung und Motiv für mich überraschend waren.
Rückblickend hätte man allerdings darauf kommen können und ich denke, dass es einigen Lesern, die nicht so auf ihre eigenen Theorien fixiert sind wie ich, etwas vorhersehbar sein könnte.

Die Kapitel in diesem Krimi sind sehr kurz und aus verschiedenen Perspektiven, so dass man immer noch ein paar Seiten zwischendurch lesen kann.
Ich mochte die sympathischen Ermittler und das winterliche Setting. Neben Hanna und Daniel kann ich auch ihren Kollegen Anton gut leiden und bin gespannt, wie es privat für ihn weitergeht.
Zudem gab es einen weitere Erzählstrang aus Sicht von Tiina, die befürchtet, dass ihr Mann sie betrügt und einen Handlungsstrang, der das Schicksal einer jungen Hotelangestellten in der Vergangenheit beschreibt. Eine durchaus tragische Geschichte, allerdings ziemlich stereotyp und vorhersehbar für die damalige Zeit.
Insgesamt fand ich den Spannungsbogen solide. „Blutbuße“ lässt sich gut lesen, wird mir aber vermutlich nicht sonderlich lange im Gedächtnis bleiben.

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Veröffentlicht am 08.12.2024

Schatten der Vergangenheit

Neun Tage Wunder
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„Neun Tage Wunder“ empfand ich als rundum schöne, teilweise tiefgründige Geschichte, über die Macht der Vergangenheit, Vertrauen und Geheimnisse. Erzählt wird sie auf drei verschiedenen Ebenen. Aus Sicht ...

„Neun Tage Wunder“ empfand ich als rundum schöne, teilweise tiefgründige Geschichte, über die Macht der Vergangenheit, Vertrauen und Geheimnisse. Erzählt wird sie auf drei verschiedenen Ebenen. Aus Sicht von Anni damals und heute und aus Sicht von Ben.

Anni und Ben sind ein Paar. Ich mochte die Dynamik zwischen beiden sehr, den liebevollen Umgang und die Eigenart, schwierigen Situationen mit Witzen zu begegnen. Insbesondere dieses „Was würde Angela Merkel tun“ hat mich zum Lachen gebracht. Die Beziehung wirkte auf mich perfekt, deswegen fand ich es besonders schade, dass Anni mehr oder weniger unabsichtlich beginnt, einen Keil zwischen sich und Ben zu trieb, da sie ihren Exfreund Lukas, mit dem sie nur wenige Tage zusammen war, nicht vergessen kann und immer wieder über die gemeinsame Zeit nachgrübelt.

Kristina Moninger hat Romanfiguren erschaffen, die man gerne begleitet. Ben fand ich super sympathisch und witzig. Anni ebenso, auch wenn sie sich mit ihrer Geheimniskrämerei selbst Probleme macht. Vergangenheits-Lukas fand ich interessant. Als Leser wusste man zwar nichts Genaues, aber man hatte doch eine recht gute Vorstellung, wo er so plötzlich hergekommen ist. Somit war er für mich weniger geheimnisvoll als für Anni.

Lukas Auftauchen in der Gegenwart und sein Kontakt zu Ben machten zwar einen guten Plot, besonders realistisch fand ich es aber nicht. Wie wahrscheinlich ist es, dass sich ausgerechnet diese beiden Personen begegnen und nicht merken, dass sie von der selben Frau sprechen.
Ich hatte ein mögliches Szenario im Kopf, warum Anni den Kontakt zu Lukas abgebrochen hat. Dieses hat sich nicht bewahrheitet und der tatsächliche Grund lies Anni in einem schlechteren Licht für mich leuchten, als zunächst angenommen. Auch wenn ich nachvollziehen kann, warum die Beziehung mit Lukas gescheitert ist, finde es ich es mehr als fragwürdig und unfair, jemand ohne Erklärung zu ghosten.
In Bezug auf die beiden Männer in ihrem Leben würde Anni mehr Transparenz und Ehrlichkeit gut tun.

Nachdem ich das Buch überwiegend kurzweilig fand, hat sicher der Schluss, als klar war, um was es geht, ein wenig in die Länge gezogen.
Deswegen vergebe ich 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 19.11.2024

Jeder hat seine Geheimnisse

Happy New Year – Zwei Familien, ein Albtraum
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„Happy new year“ beginnt, wie es der Titel vermuten lässt, in einer Silvesternacht. 2 Paare feiern seit Jahren gemeinsam Silvester. Mittlerweile ist es mehr die Macht der Gewohnheit als die Freundschaft, ...

„Happy new year“ beginnt, wie es der Titel vermuten lässt, in einer Silvesternacht. 2 Paare feiern seit Jahren gemeinsam Silvester. Mittlerweile ist es mehr die Macht der Gewohnheit als die Freundschaft, die sie an dieser Tradition festhalten lässt. Die gute Laune auf der Party ist eher aufgesetzt. Jeder hängt seinen eigenen Problemen nach, es wird Alkohol in Mengen konsumiert und zwischen den Gästen kommt es zu Streit.
Währenddessen feiern die Teenagertöchter Smilla und Jennifer ebenfalls eine Party und auch hier kommt es zur Eskalation. An Neujahr folgt der Schock – Jennifer ist verschwunden.

„Happy new year“ verbreitet eine ziemlich freudlose Atmosphäre. Keiner der Charaktere ist besonders glücklich, jeder fühlt sich im Alltagstrott gefangen. Sympathisch war mir niemand. Trotzdem habe ich gespannt die Entwicklung verfolgt. Ich war mir relativ sicher, dass die Hinweise, wohin die Geschichte geht, von Anfang an in eine eindeutige Richtung zeigen. Deswegen war ich positiv überrascht, als die Autorin in den letzten Kapiteln noch Twists auf den Tisch haute, und sich die Geschichte um Jennifers Verschwinden als doch nicht so vorhersehbar entpuppte. Mir hat „Happy new year“ gut gefallen.

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Veröffentlicht am 03.11.2024

Perfekt für die Halloween Season

Finster
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„Finster“ von Ivan Leon Menger habe ich im Oktober gelesen und ich empfand den Thriller sehr passend für die Halloween Season.
Menger kreiert eine unheimliche Grundstimmung und kann diese das komplette ...

„Finster“ von Ivan Leon Menger habe ich im Oktober gelesen und ich empfand den Thriller sehr passend für die Halloween Season.
Menger kreiert eine unheimliche Grundstimmung und kann diese das komplette Buch über aufrecht erhalten. Die Kapitel sind kurz und wechseln zwischen verschiedenen Charakteren hin und her, wodurch sich ein schneller Lesefluss ergibt.

In dem kleinen Dorf Katzenbrunn verschwinden im Laufe der Jahre immer wieder Jungen spurlos. Wer ist der mysteriöse Greifer, der sich die Kinder schnappt?

Das komplette Dorf scheint nur aus unheimlichen Sonderlingen zu bestehen, die einander beobachten und pikante Details sammeln. Die Atmosphäre ist sehr beklemmend und man möchte definitiv nicht in diesem seltsamen Ort leben, in dem es außer alten Menschen und einer psychiatrischen Anstalt nicht viel zu geben scheint.

Mit Ausnahme von Kommissar a. D. Stahl hätte ich jedem etwas Kriminelles zugetraut. Wer die Jungen entführt hat und den dazugehörige Twist habe ich allerdings schon relativ bald geahnt. Der Thriller war für mich deswegen nicht besonders überraschend, aber durch die atmosphärische Darstellung und die gute Ausarbeitung all dieser sonderbaren Charaktere war „Finster“ durchgängig fesselnd für mich und definitiv lesenswert.

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