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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.11.2024

Sehr trist

Daisy Jones & The Six
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Mit Hype-Büchern ist es ja immer so eine Sache... die Erwartungen sind hoch und wenn so viele Leser begeistert sind, dann muss es doch toll sein. Leider hat „Daisy Jones & the Six“ für mich nicht funktioniert. ...

Mit Hype-Büchern ist es ja immer so eine Sache... die Erwartungen sind hoch und wenn so viele Leser begeistert sind, dann muss es doch toll sein. Leider hat „Daisy Jones & the Six“ für mich nicht funktioniert. Im Vorfeld war ich wegen dem Schreibstil etwas skeptisch, aber der hat mir tatsächlich wenig ausgemacht. Das Buch ist wie ein Interview geschrieben, in dem die Charaktere eine Biografie erzählen. Trotzdem las sich der Roman flüssig und nicht abgehackt, was mich positiv überrascht hat. Allerdings fand ich, dass durch den Interview-Style die Charaktere allesamt blass blieben. Es fehlten Beschreibungen zum Aussehen und insbesondere Graham, Teddi, Eddi... waren für mich nicht greifbar und völlig austauschbar.

In dem Buch geht es um die fiktive Band „Daisy Jones & the Six“ und deren Aufstieg in den 70ern. Die Handlung fokussiert insbesondere auf Daisy und Billy. Daisy ist eine tragische Figur, die an Britney Spears und Amy Winehouse erinnert. Immer auf der Suche nach Liebe, 24/7 high von Drogen und Tabletten, ein Leben am Abgrund. Obwohl dies natürlich alles schlimm ist, wollte sich kein Mitleid bei mir einstellen. Ich fand sie einfach anstrengend und nervig und würde keine Stunde mit ihr verbringen wollen.

Auch Billy ging mir mit seinem ständigen Selbstmitleid auf den Senkel. Er hat seiner Familie zuliebe Alkohol und Drogen abgeschworen, aber seine Gedanken schweifen ständig um einen Rückfall. Seine Liebe zu Camilla kam mir fake vor. Ständig wiederholt er für sich, wie sehr er sie liebt, dass sie ihn rettet, aber man spürt die Gefühle nicht. Camilla hätte mehr als so einen Jammerlappen verdient.

Ich fand alles an dieser Geschichte so trist. Jeder ist permanent über irgendetwas unglücklich und unzufrieden. Unerfüllte Liebe, ein Song, der heimlich umkomponiert wurde oder der generelle Frust an allem.
„Daisy Jones & the Six“ hat mir leider nicht sonderlich gefallen, von mir gibt es 2,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 19.07.2022

Geschäftsreise mit Hindernissen

Das Leuchten vergangener Sterne
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An Rena Fischers neuem Roman „Das Leuchten, vergangener Sterne“ hat mich sehr viel angesprochen. Zunächst einmal ist das Cover mit den Mohnblumen im Abendlicht einfach wunderschön. Außerdem fand ich das ...

An Rena Fischers neuem Roman „Das Leuchten, vergangener Sterne“ hat mich sehr viel angesprochen. Zunächst einmal ist das Cover mit den Mohnblumen im Abendlicht einfach wunderschön. Außerdem fand ich das Thema Ausgrabungen und Archäologie originell und vielversprechend. Da ich selbst schon in Sevilla / Andalusien im Urlaub war, habe ich mich darauf gefreut, mich in diese Gegend zurückzulesen.
Die Voraussetzungen waren also sehr gut und ich wollte dieses Buch wirklich mögen. Deswegen tut es mir ausgesprochen leid, dass mich „Das Leuchten, vergangener Sterne“ leider nicht begeistern konnte.
Die ersten 150 Seiten empfand ich als wahnsinnig zäh. Es gelang mir einfach nicht, in die Geschichte hineinzufinden. Die Erzählweise ist einerseits sehr ausschweifend und gleichzeitig dauert es lange, bis die Ereignisse ins Rollen kommen und die Spannungskurve nach oben geht.

Nina ist eine erfolgreiche Geschäftsfrau. Auf der Suche nach einer Investitionsmöglichkeit für ihren Chef kommt sie auf eine Ausgrabung des Archäologen Taran Sternberg. Da sie von der Materie selbst keine Ahnung hat, beauftragt sie den windigen Orlando Torres mit der Erstellung eines Gutachtens.
Nina wird immer wieder als sehr hübsche, fast schon ätherisch schöne Frau beschrieben. Die Männer liegen ihr zu Füßen. Sei es ihr Kolleg Nils, Taran oder Orlando. Es bedarf nur wenige Tage Bekanntschaft und schon sprudeln die Liebesschwüre aus den Herren heraus. Mir ging es zu schnell und überstürzt, wie schnell von großen Gefühlen die Rede war, obwohl man sich kaum kennt.

Taran und Orlando könnten unterschiedlicher nicht sein. Sie verkörpern typische Extreme. Taranist der sensible, selbstlose Träumer, der seinen Beruf voller Leidenschaft ausführt. Monetäre Hintergedanken sind ihm fremd.
Orlando ist der Prototyp eines Badboys. Er hatte eine schlimme Kindheit und ist auf der Suche nach Zugehörigkeit, auf die schiefe Bahn geraten. Er hat teilweise aggressive Wutausbrüche und ich fand seine Art oft unangenehm.
Von daher war klar, dass ich Team Nina und Taran bin, aber so richtig aus vollem Herzen mitfiebern konnte ich auch hier nicht. Die Gefühle der beiden kamen bei mir nicht an und ich konnte zu den Charakteren keine wirkliche Beziehung aufbauen, da sie mir nicht sympathisch waren.
Das komplette Szenario, von der ersten Begegnung, bis zum Wiedersehen und den Meinungsverschiedenheiten wirkte sehr konstruiert und vorhersehbar auf mich.

Die Autorin hat definitiv viel Zeit in ihre Recherchearbeit gesteckt. Mit viel Liebe zum Detail beschreibt sie Sehenswürdigkeiten, Landschaften und historische Hintergründe. Man bekommt Lust, sich in das nächste Flugzeug zu setzen und all das mit eigenen Augen zu sehen. Obwohl ich mir alles gut vorstellen konnte, waren mir die Beschreibungen teilweise zu ausgedehnt. Manchmal hatte ich das Gefühl, einen Reiseführer zu lesen.

Im Vergleich zum Beginn des Romans, ließ sich das letzte Drittel leicht lesen, die Ereignisse spitzen sich zu und es passiert in jedem Kapitel etwas Neues. Die Geschichte wird dramatisch wie eine spanische Telenovela. Drogenmafia, Gefängnis, Erpressung, Liebe... es ist alles dabei. Mir persönlich wurde das alles zu wild und realitätsfern.

Leider hat mir „Das Leuchten vergangener Sterne“ nicht so gut gefallen, wie erwartet und ich vergebe 2,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 27.11.2020

Enttäuschend

Into the Water - Traue keinem. Auch nicht dir selbst.
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„Girl on the train“ hatte mir vor einigen Jahren sehr gefallen und so war ich gespannt auf Paula Hawkins zweites Buch. „Into the water“ hat es mir leider wirklich schwer gemacht. Ich habe den Roman zwischendurch ...

„Girl on the train“ hatte mir vor einigen Jahren sehr gefallen und so war ich gespannt auf Paula Hawkins zweites Buch. „Into the water“ hat es mir leider wirklich schwer gemacht. Ich habe den Roman zwischendurch sogar mal für einen Monat auf die Seite gelegt.
Die Kapitel sind sehr kurz und aus Sicht vieler verschiedener Charaktere erzählt. Jeder hat Geheimnisse, die er zu verbergen versucht, sowohl in der Gegenwart, als auch in der Vergangenheit. Am Anfang empfand ich die Handlung als ziemlich verwirrend. Außerdem ging mir die Geheimniskrämerei und das in „Hieroglyphen sprechen“ („Ich weiß was, aber ich sage es dir nicht“) auf die Nerven.
Im Zentrum der Geschichte liegen zwei vermeintliche Selbstmorde. Sowohl ein junges Mädchen als auch eine alleinerziehende Mutter sollen den Freitod durch ertrinken gewählt haben. Der Schauplatz ist ein Ort, in dem es bereits in der Vergangenheit – seit der Zeit der Hexenverfolgung – immer wieder tragische Zwischenfälle gegeben hat. Diese Rückblicke waren das erste, was mich an „Into the water“ richtig interessiert hat. Allgemein wurde das Buch nach den ersten 200 Seiten besser. Die ein oder andere Person entscheidet sich nun doch Klartext zu reden und die Enthüllungen sind schockierend. So viele Momententscheidungen, die schwerwiegende Folgen mit sich bringen. Paula Hawkins vermischt die Grenzen zwischen Realität, Traum, Wahnvorstellung und Legende, wodurch die Geschichte ihren konfusen Stil durchgängig beibehält.
Die zweite Hälfte war nun also deutlich besser, als der Anfang aber dann kam der Schluss - mit Logikfehler. Schade, ich fand das Buch leider nicht besonders lesenswert.

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Veröffentlicht am 09.09.2020

Kein Bodyguard zum verlieben

Perfect Gentlemen - Ein Bodyguard für gewisse Stunden
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Als ich mir den Klappentext von „Perfect Gentlemen – Ein Bodyguard für gewisse Stunden“ durchgelesen habe, hatte ich mich auf eine romantic suspense Geschichte eingestellt. Spannung habe ich dann allerdings ...

Als ich mir den Klappentext von „Perfect Gentlemen – Ein Bodyguard für gewisse Stunden“ durchgelesen habe, hatte ich mich auf eine romantic suspense Geschichte eingestellt. Spannung habe ich dann allerdings vergeblich gesucht. Dabei hatte der Plot durchaus Potenzial. Senatorentochter Lara möchte die Welt ein Stück weit besser machen, was ihr mit politischen Enthüllungen, die sie auf ihrem Blog veröffentlicht, ganz gut gelingt. Als sie Droh-E-Mails bekommt, engagiert sie einen Bodyguard. CIA Agent Connor verfolgt seine eigene Agenda. Er glaubt, dass Lara dem Präsidenten schaden möchte. Um dies zu verhindert, gibt er sich als Bodyguard aus.
Eigentlich bringt die Geschichte alles mit, was man so braucht. Einen bad boy, eine damsel in distress, eine Fake-Beziehung, aus der mehr wird, einen Stalker...
Nur leider ist die Umsetzung unglaublich zäh und langweilig. Der Roman umfasst knapp 500 Seiten und besteht überwiegend aus endlosen Dialogen, die sich immer wieder um das selbe drehen.
Lara ist eine Person, die ich wirklich mochte (auch wenn ich es nicht verstehen kann, warum eine überzeugte Veganerin Fleisch kocht, nur einem Mann zu imponieren).
Connor dagegen war mir weniger sympathisch. Er hat einerseits ziemlich dominante Züge, versinkt andererseits aber fast schon weinerlich im Selbstmitleid. Er lügt Lara über seine wahre Identität an (was an sich gar nicht wirklich dramatisch ist) und will Lara unbedingt schwängern, bevor er ihr die Wahrheit erzählt, damit sie für immer an ihn gebunden ist.
Wie verrückt ist das denn bitte. Vor allem, da sich die beiden gerade mal eine Woche kennen. Ich fand sein Verhalten einfach nur merkwürdig. Dazu dieses ellenlange Gelaber – das Buch wollte einfach kein Ende nehmen.
Die Sache mit dem Stalker wird dann in ca. 4 Seiten aufgelöst. Es gibt noch einen anderen Fall, der sich wohl durch die komplette Reihe über die „Perfect Gentlemen“ zieht. Ich bin sehr unschlüssig, ob ich diese Reihe weiterlesen werde. Zack Hayes, der den US-Präsidenten darstellt finde ich interessant. Eventuell schaue ich mir sein Buch einmal an.

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Veröffentlicht am 06.08.2020

Unnötige Fortsetzung

Wings of Silver. Die Rache einer Frau ist schön und brutal (Golden Cage 2)
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Mit „Wings of Silver“ erschien für mich völlig überraschend eine Fortsetzung von „Golden Cage“. Da ich den ersten Teil letztes Jahr mit 5 Sternen bewertet habe und ein Fan von Camilla Läckberg bin, war ...

Mit „Wings of Silver“ erschien für mich völlig überraschend eine Fortsetzung von „Golden Cage“. Da ich den ersten Teil letztes Jahr mit 5 Sternen bewertet habe und ein Fan von Camilla Läckberg bin, war mir klar, dass ich auch dieses Buch unbedingt lesen muss. Leider hat es sich für mich als große Enttäuschung entpuppt. Ich gehe sogar so weit zu sagen, dass es das schwächste Werk der Autorin ist, zumindest von denen, die ich gelesen habe.
Nach den Ereignissen aus „Golden Cage“ sollte man meinen, dass Faye nun auf der Sonnenseite des Lebens angekommen ist. Doch am Horizont ziehen dunkle Wolken auf, als immer mehr Aktionärinnen ihre Anteile an „Revenge“ verkaufen und klar wird, dass es sich um eine feindliche Übernahme handelt. Wer steckt dahinter? Die ersten 150 Seiten stochert Faye im Trüben. Es passiert im Grunde nichts, außer Gesprächen mit verschiedenen Personen.
In einer Bar lernt Faye David kennen. Obwohl dieser Mann quasi „Betrüger“ quer über die Stirn geschrieben hat, und obwohl Faye in ihrem schon so viel durchgemacht hat, verhält sie sich hier völlig blauäugig. Sie kauft einem fremden Luxusgeschenke, interessiert sich nicht für seinen Hintergrund – es hat für mich überhaupt keinen Sinn gemacht.
Aber das war ein generelles Problem des Buchs. Es gibt immer wieder Rückblicke in Fayes Teenagerzeit und neue grausame Details werden enthüllt. So schlimm, wie all das ist, kann ich mir nur schwer vorstellen, dass ein 13 bis 14 jähriges Mädchen dermaßen ausgefuchst sein kann und sich Pläne in dieser Größenordnung ausdenkt und sogar umsetzt.
Ich frage mich außerdem, was mit den Klappentexten der Serie los ist. Schon bei „Golden Cage“ war es so, dass der Klappentext eine andere Geschichte suggeriert, als letztendlich erzählt wurde und so ist es bei „Wings of Silver“ wieder. Von den 350 Seiten geht es vielleicht 50 Seiten um den ausgebrochenen Exmann. Dieser Showdown ist dermaßen übertrieben und unrealistisch dargestellt, dass ich unfreiwilligerweise lachen musste.
Ich würde mir wünschen, dass Camilla Läckberg Faye nun in Frieden lässt und stattdessen einen neuen Falck-Hedström Krimi schreibt. Allerdings gab es in „Wings of Silver“ einen Erzählstrang, der nur angerissen wurde und das Buch endet mit einem Cliffhanger. Deswegen vermute ich, dass Faye noch einen weiteren Rachefeldzug vor sich hat, bevor sie ihr Leben endlich genießen kann.

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