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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.05.2025

Verliert sich im letzten Drittel

Game of Hearts – No Rules (St. Gloria College 1)
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How to: Meet and Greet mit Romeo und Julia in Hogwarts but make it Gossip Girl und Bridgerton.
Es war einmal ein Pre-College in der Schweiz für die Elite der Elite der Elite, das war aufgeteilt in zwei ...

How to: Meet and Greet mit Romeo und Julia in Hogwarts but make it Gossip Girl und Bridgerton.
Es war einmal ein Pre-College in der Schweiz für die Elite der Elite der Elite, das war aufgeteilt in zwei verfeindete Häuser. Die traten jedes Jahr in einem nicht näher definierten Wettkampf gegeneinander an und dem Siegerhaus winkte neben Ruhm und Ehre auch die garantierte Zusage zur Wunsch-Elite-Uni.
Irgendwo in diesem zeit- und raumlosen Eliteinternat (Schweiz? Wo Berge? Welche Sprache? Okay, ich stelle keine Fragen!), das ungefähr jeden Vibe der Buchwelt einzufangen versucht (Hogwarts, Gossip Girl, Bridgerton, Romeo&Julia, Stolz&Vorurteil und was sonst das Herz begehrt), trifft die Präsidentin des Hauses Alpha auf den Präsidenten des Hauses Omega. Sie ist ärmer als die anderen (aber irgendwie doch nicht), er verkörpert den reichen, privilegierten Bad Boy (aber irgendwie doch nicht), beide hassen einander, aber – ihr erratet es – irgendwie doch nicht.
Was über weite Strecken zu lesen echt Spaß macht (wenn man Bock auf elitäre Enemies mit Louboutins und Rosenbouquets in völlig weltfremdem, aber doch bestechend einzigartigem Setting hat), wird leider im letzten Drittel etwas langatmig. Noch dazu verstrickt sich der Plot in ein höchst verwirrendes Intrigenspiel, bei dem zu viele Personen beteiligt sind, und dessen Auflösung den Elitären Nicht-Hoxus-Pokus ad absurdum führt, statt ihn zu Demaskieren.
Fazit: Bis zum Finale hat das Buch auf schräge Art Spaß gemacht, danach scheiterte es leider an sich selbst.
Bin bei 3,5 Sternen, und gespannt auf Band 2!
Danke an @netgalley.de und den Verlag für das Rezensionsexemplar!

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Veröffentlicht am 21.11.2024

Sehr sprachbegabte Protagonistin

Vielleicht jetzt (Vielleicht-Trilogie, Band 1)
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Das Buch leidet am "1.-Band-Syndrom". Man muss die Problematiken der Protas aus den Folgebänden anteasern, damit die Reihe weitergelesen wird, dadurch fehlt es aber an Raum für die Hauptfiguren dieses ...

Das Buch leidet am "1.-Band-Syndrom". Man muss die Problematiken der Protas aus den Folgebänden anteasern, damit die Reihe weitergelesen wird, dadurch fehlt es aber an Raum für die Hauptfiguren dieses Bandes. Diese sind etwas platt, und die Protagonistin scheint ein abartiges Sprachgenie zu sein.
Sie kommt aus Brasilien, hat sich nach eigener Aussage Deutsch beigebracht mit einer App und Filmen. Ein Akzent wird niemals erwähnt, sie macht keine Grammatikfehler, kann sich in höchst komplexen Sätzen ausdrücken und kennt die verrücktesten Wörter. Das ist beeindruckend, gleichzeitig auch unrealistisch. Und leider hat mir das das Lesevergnügen irgendwie genommen.
Das Setting war schön, wenn auch etwas langweilig. Eine Mädels-WG (wenn auch sympathisch!) in München, Ausflüge zu IKEA, Catering...
Ein schönes Buch für zwischendurch, wenn man sich von der Sprachenlogik nicht irritieren lässt.

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Veröffentlicht am 21.11.2024

Mag das Setting nicht...

Vielleicht irgendwann (Vielleicht-Trilogie, Band 3)
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Das Buch war – kurz gesagt – nichts Besonderes. Solide formuliert mit ein paar Ausreißern nach unten, z.B. durch ein paar echt cringe Vergleiche und einige austauschbare Phrasen an den Kapitelenden. Solide ...

Das Buch war – kurz gesagt – nichts Besonderes. Solide formuliert mit ein paar Ausreißern nach unten, z.B. durch ein paar echt cringe Vergleiche und einige austauschbare Phrasen an den Kapitelenden. Solide konstruiert, und dadurch vorhersehbar, aber dafür lieben wir unser Romanceregal ja auch. Solide Charakterentwicklung, wobei ich bis zuletzt Karlas Problem mit der Welt nicht verstanden habe. Ach, und ein überflüssiger Third-Act-BreakUp basierend auf dem klassischen „Er verleugnet mich vor XY, und ich höre das zufällig“.
UND: Für mich war es das erste und letzte Buch zum Thema Formel 1: Ich bin kein Ultra-Öko und keine Umwelt-Heilige, nehme auch zu oft das Auto, weil ich zu faul fürs Fahrrad bin. Und ich respektiere echt alle Sportarten, gefährliche, seltene, auf den ersten Blick langweilige und „unsportliche“ (Golf...?).
Aber Motorsport? Da könnte man auch im Fernsehen übertragen, wie jemand hobbymäßig Mammutbäume im Regenwald umlegt. Oder Eisschollen schmelzen lässt.
Motor“sport“ mit „Ingenieurskunst“ zu rechtfertigen ist, als würde man Fastfoodketten als ernährungswissenschaftliche Langzeitstudie vermarkten. Man könnte sein Knowhow zwar sinnvoller einsetzen, aber dann fließt halt weniger Geld.
Und ja, ich weiß, dass seit einigen Jahren mehr Wert auf umweltschonendere Technologie im Motorsport gelegt wird, aber solange die Formel 1-IngenieurskünstlerInnen in der Herstellung ihrer Fahrzeuge und in ihren Rennen nicht auf dieselbe CO2-Bilanz kommen wie die Tour de France, bin ich raus, was diese „Kunstform“/“Sportart“ ankommt.
Schade, dass die Autorin kürzlich eine ganze Dilogie zu dem Thema angekündigt hat!

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Veröffentlicht am 07.11.2025

Frühstücksfernsehen

Mornings in Boston - The Stories We Tell
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Vielversprechendes Setting, vielversprechender Trope: Konkurrenzkampf bei den Morgennachrichten. Schade nur, dass die eine Partei gar nichts vom Konkurrenzkampf weiß. So wird aus Enemies-to-lovers eher ...

Vielversprechendes Setting, vielversprechender Trope: Konkurrenzkampf bei den Morgennachrichten. Schade nur, dass die eine Partei gar nichts vom Konkurrenzkampf weiß. So wird aus Enemies-to-lovers eher ein “unsympathischer-Kollege-rafft-sich-endlich-und-ist-attraktiv”.
Der angekündigte “Banter” (das scheint so ein Modewort der Branche zu sein, das laut nach einem Gemecker schreit!) beläuft sich auf platte Sprüche in teilweise sehr künstlich wirkenden Dialogen zwischen dem unsympathischen Kollegen und einer Protagonistin, die charakterlich so blass bleibt wie das Cover farbenfroh ist.
Statt großer Emotionen hat das Buch bei mir eher Augenverdrehen verursacht, wenn sich die Autorin mal wieder in zu vielen Details verzettelt. Anschauliche Beschreibungen schön und gut, aber ich muss nicht Farbe, Material und Stil von jedem verdammten Kleidungsstück jeder verdammten Person im Raum kennen, und schon gar nicht jedes dazugehörige Accessoire (mit Farbe, Material und Stil). Auch dass frau beim Shoppen an einer Drogerie vorbeigekommen ist, und noch Tampons gekauft hat, ist echt nicht sooo relevant.
Ich persönlich mag keine Spitznamen in Büchern. Schon gar nicht zu einem Zeitpunkt der Bekanntschaft, zu dem man sich in deutschen Büros vermutlich noch siezen würde. Auch die Wahl des Namens... eher ungünstig. Wenn mein Kollege mich “Angel” nennen würde, stünde ich jedenfalls beim Personalrat auf der Matte.

Auch etwas befremdlich: Im Jahr 1998 mit “E-Mail for you” war der "anonyme-Chatfreunde-Plot" echt unschlagbar. 2025 ist er aber langsam auserzählt. Vor allem, weil er IMMER auf dieselbe Art abläuft. Sie schreiben seit DREI Jahren, ohne Austausch von Infos, sind dadurch BESTE Freunde, dann checkt ER, dass sie sich im echten Leben kennen, er wartet auf den richtigen Zeitpunkt für die Wahrheit, sie findets vorher raus und dann ist DRAMA. Und natürlich ist das alles NIE auf den ersten zehn Seiten vorhersehbar.
In diesem Fall wirkt der Trope sogar, als sei er nachträglich noch in die Story eingeflochten worden, um den obligatorischen 3-Act-Breakup schreiben zu können.

Fazit: Ein sehr buntes Cover, das mich ohne den vielversprechenden Klappentext nicht angesprochen hätte. Einen Klappentext, der nicht hält, was er verspricht.
Und einen Schreibstil, der zu viel will und zu wenig transportiert.
Eben wie das Frühstücksfernsehen.
Wir nehmen uns wichtiger, als wir tatsächlich sind, wir unterhalten nebenher, aber man käme auch ohne uns aus.

Danke an netgalley für das Rezensionsexemplar!

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Veröffentlicht am 21.11.2024

Das geht besser...

Infinity Falling - Bring Me Home
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Hollywood meets Krankenhaus meets eine komplette (!) andere Buchreihe meets Boy meets Girl in einer Bar meets Fake Dating-Trope meets sehr, sehr viele Eastereggs meets ...
Verwirrt? Ich auch.
Gespannt? ...

Hollywood meets Krankenhaus meets eine komplette (!) andere Buchreihe meets Boy meets Girl in einer Bar meets Fake Dating-Trope meets sehr, sehr viele Eastereggs meets ...
Verwirrt? Ich auch.
Gespannt? Total.
Überrascht? Jepp. Denn das war langweilig.

Der Settingmix funktioniert nicht, weil sich beide Settings zu fremd sind, um auf knapp 500 Seiten miteinander kombiniert werden zu können. Man taucht weder in die Filmwelt ein, was ich an den beiden Vorgängerbänden so geschätzt habe, noch reichen die wenigen Arztszenen aus, um Coles Welt kennen zu lernen. Als Leserin schwimmt man irgendwo dazwischen, und landet ein paarmal zu oft in einem Nest aus Eastereggs zur What-If-Reihe der Autorin.
Diese mochte ich sehr gerne, aber Cole war mir als Figur damals nicht wichtig genug, um unbedingt noch „sein“ Ende kennen zu müssen. Außerdem liegt sie für mich schon einige Jahre (!) zurück, und ich habe mich an vielen Stellen gefühlt, als stünde da was, was ich eigentlich wissen müsste, aber vergessen habe (bisschen wie in der Schule: „Das habt ihr in der 7. Klasse aber schon gelernt, warum könnt ihr es in Klasse 10 nicht mehr?“).
Wenn man die Paare aus Infinity Falling 1 und 2 dazu nimmt, ergeben sich Szenen mit bis zu 10 zusätzlichen Personen, die sich ALLE kennen. Für jemanden, der die What-If-Reihe nicht gelesen hat, muss das doch die pure Überforderung sein. Und ein wenig drängt sich mir hier die Frage auf: Ist dieses Buch womöglich ein cleverer Marketinggag, um eine in Vergessenheit geratene Reihe neu pitchen? Da würden mich die Statistiken interessieren...
Zwischen Cole und Megan liegen 8 Jahre Altersunterschied, was an der ein oder anderen Stelle erwähnt wird. Okay, es wird so oft erwähnt, dass man ein Trinkspiel daraus machen könnte, und nach dem Lesen des Buches erstmal drei Tage in die Ausnüchterungszelle müsste. Und es ist überhaupt nicht relevant! Die Story würde ohne den Altersunterschied genauso gut funktionieren.
Und leider waren die Chemie, die Romantik, das Feuer zwischen ihnen ziemlich langweilig. Das Buch hat sich sehr gezogen...

Mein Fazit: Das ist eine Trilogie, die ihren dritten Band nicht gebraucht hätte.
Liebe Sarah Sprinz, und lieber LYX-Verlag: Das könnt ihr besser.

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