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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.11.2025

Wie weit noch?

Love Sick
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Mama, wie weit noch?
Nein, dieses Buch ist keine nostalgische Erinnerung an Urlaubsreisen nach Italien im vollgestopften Familienauto, mit zwei Geschwistern links und rechts, und dem Beutel mit Muttis ...

Mama, wie weit noch?
Nein, dieses Buch ist keine nostalgische Erinnerung an Urlaubsreisen nach Italien im vollgestopften Familienauto, mit zwei Geschwistern links und rechts, und dem Beutel mit Muttis geschmierten Broten auf dem Schoß. Aber es liest sich so. Ein wenig.
Die Ausgangsidee war super, die Vorfreude groß, der Kofferraum ist beladen mit ein paar originellen Wendungen, Schreibstil und Charakterentwicklung – Pardon, die Butterbrote – flutschen. Und trotzdem… Mama, wann sind wir endlich da?
Es zieht sich. Manche Dialoge kehren wieder, wie dieses eine Lied, das zu jeder vollen Stunde im Radio läuft, andere ziehen sich wie die Verkehrsnachrichten am ersten Sommerferienwochenende. Und dann dieser Stau im letzten Drittel, der alles lahmlegt, und dessen Ursache so notwendig ist wie „Stau durch Gaffer“.
Dass ich mich mit dem Setting „Gynäkologie“ nicht unbedingt in mein persönliches Urlaubsparadies manövriert habe, war mir klar. Trotzdem wollte ich dem Buch aufgrund vieler positiver Rezensionen eine Chance geben. Was soll ich sagen: Das Setting kam ungefähr so intensiv zur Sprache wie man über die Kirchtürme der Alpendörfer spricht, an denen man vorbeifährt, wenn man auf den Gotthardtunnel zusteuert. Also so gut wie nicht. Dafür sind verwirrend viele andere Autos, Pardon, Nebenfiguren auf der Straße unterwegs.
„Der Weg ist das Ziel“ ist bei diesem Buch also NICHT das passende Motto, das Ziel trotzdem schön, denn (Spoiler): Sie kriegen sich.
Danke an @netgalley.de für das Rezensionsexemplar!

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Veröffentlicht am 01.11.2025

Solider Auftakt

The Darlington - Henry & Kate
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Solide, aber teilweise unrealistisch und trotzdem bleibt es nicht lang im Gedächtnis. Die soziale "Kluft" zwischen den beiden Hauptfiguren ist zu groß, ihr Aufeinandertreffen, Kennenlernen, Sich-Verlieben ...

Solide, aber teilweise unrealistisch und trotzdem bleibt es nicht lang im Gedächtnis. Die soziale "Kluft" zwischen den beiden Hauptfiguren ist zu groß, ihr Aufeinandertreffen, Kennenlernen, Sich-Verlieben dafür zu banal, um diese Kluft glaubhaft überwinden zu können. Ich hab mich immer wieder gefragt - wieso mögen die sich noch gleich? Sie wirken wie zwei Fremde, die am Ende befreundete Fremde sind, die zwischendurch mal im Bett gelandet sind, wobei das dann wieder unnötig ausführlich zwei Kapitel lang beschrieben wird. Mehr Mut zu Close-Door-Romanen! Die Rahmenhandlung hingegen macht Spaß, man freut sich auf die weiteren zwei Bücher, deren ProtagonistInnen weitaus interessanter scheinen.
Danke an @netgalley.de für das Rezensionsexemplar!

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Veröffentlicht am 02.05.2025

Verliert sich im letzten Drittel

Game of Hearts – No Rules (St. Gloria College 1)
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How to: Meet and Greet mit Romeo und Julia in Hogwarts but make it Gossip Girl und Bridgerton.
Es war einmal ein Pre-College in der Schweiz für die Elite der Elite der Elite, das war aufgeteilt in zwei ...

How to: Meet and Greet mit Romeo und Julia in Hogwarts but make it Gossip Girl und Bridgerton.
Es war einmal ein Pre-College in der Schweiz für die Elite der Elite der Elite, das war aufgeteilt in zwei verfeindete Häuser. Die traten jedes Jahr in einem nicht näher definierten Wettkampf gegeneinander an und dem Siegerhaus winkte neben Ruhm und Ehre auch die garantierte Zusage zur Wunsch-Elite-Uni.
Irgendwo in diesem zeit- und raumlosen Eliteinternat (Schweiz? Wo Berge? Welche Sprache? Okay, ich stelle keine Fragen!), das ungefähr jeden Vibe der Buchwelt einzufangen versucht (Hogwarts, Gossip Girl, Bridgerton, Romeo&Julia, Stolz&Vorurteil und was sonst das Herz begehrt), trifft die Präsidentin des Hauses Alpha auf den Präsidenten des Hauses Omega. Sie ist ärmer als die anderen (aber irgendwie doch nicht), er verkörpert den reichen, privilegierten Bad Boy (aber irgendwie doch nicht), beide hassen einander, aber – ihr erratet es – irgendwie doch nicht.
Was über weite Strecken zu lesen echt Spaß macht (wenn man Bock auf elitäre Enemies mit Louboutins und Rosenbouquets in völlig weltfremdem, aber doch bestechend einzigartigem Setting hat), wird leider im letzten Drittel etwas langatmig. Noch dazu verstrickt sich der Plot in ein höchst verwirrendes Intrigenspiel, bei dem zu viele Personen beteiligt sind, und dessen Auflösung den Elitären Nicht-Hoxus-Pokus ad absurdum führt, statt ihn zu Demaskieren.
Fazit: Bis zum Finale hat das Buch auf schräge Art Spaß gemacht, danach scheiterte es leider an sich selbst.
Bin bei 3,5 Sternen, und gespannt auf Band 2!
Danke an @netgalley.de und den Verlag für das Rezensionsexemplar!

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Veröffentlicht am 21.11.2024

Sehr sprachbegabte Protagonistin

Vielleicht jetzt (Vielleicht-Trilogie, Band 1)
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Das Buch leidet am "1.-Band-Syndrom". Man muss die Problematiken der Protas aus den Folgebänden anteasern, damit die Reihe weitergelesen wird, dadurch fehlt es aber an Raum für die Hauptfiguren dieses ...

Das Buch leidet am "1.-Band-Syndrom". Man muss die Problematiken der Protas aus den Folgebänden anteasern, damit die Reihe weitergelesen wird, dadurch fehlt es aber an Raum für die Hauptfiguren dieses Bandes. Diese sind etwas platt, und die Protagonistin scheint ein abartiges Sprachgenie zu sein.
Sie kommt aus Brasilien, hat sich nach eigener Aussage Deutsch beigebracht mit einer App und Filmen. Ein Akzent wird niemals erwähnt, sie macht keine Grammatikfehler, kann sich in höchst komplexen Sätzen ausdrücken und kennt die verrücktesten Wörter. Das ist beeindruckend, gleichzeitig auch unrealistisch. Und leider hat mir das das Lesevergnügen irgendwie genommen.
Das Setting war schön, wenn auch etwas langweilig. Eine Mädels-WG (wenn auch sympathisch!) in München, Ausflüge zu IKEA, Catering...
Ein schönes Buch für zwischendurch, wenn man sich von der Sprachenlogik nicht irritieren lässt.

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Veröffentlicht am 21.11.2024

Mag das Setting nicht...

Vielleicht irgendwann (Vielleicht-Trilogie, Band 3)
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Das Buch war – kurz gesagt – nichts Besonderes. Solide formuliert mit ein paar Ausreißern nach unten, z.B. durch ein paar echt cringe Vergleiche und einige austauschbare Phrasen an den Kapitelenden. Solide ...

Das Buch war – kurz gesagt – nichts Besonderes. Solide formuliert mit ein paar Ausreißern nach unten, z.B. durch ein paar echt cringe Vergleiche und einige austauschbare Phrasen an den Kapitelenden. Solide konstruiert, und dadurch vorhersehbar, aber dafür lieben wir unser Romanceregal ja auch. Solide Charakterentwicklung, wobei ich bis zuletzt Karlas Problem mit der Welt nicht verstanden habe. Ach, und ein überflüssiger Third-Act-BreakUp basierend auf dem klassischen „Er verleugnet mich vor XY, und ich höre das zufällig“.
UND: Für mich war es das erste und letzte Buch zum Thema Formel 1: Ich bin kein Ultra-Öko und keine Umwelt-Heilige, nehme auch zu oft das Auto, weil ich zu faul fürs Fahrrad bin. Und ich respektiere echt alle Sportarten, gefährliche, seltene, auf den ersten Blick langweilige und „unsportliche“ (Golf...?).
Aber Motorsport? Da könnte man auch im Fernsehen übertragen, wie jemand hobbymäßig Mammutbäume im Regenwald umlegt. Oder Eisschollen schmelzen lässt.
Motor“sport“ mit „Ingenieurskunst“ zu rechtfertigen ist, als würde man Fastfoodketten als ernährungswissenschaftliche Langzeitstudie vermarkten. Man könnte sein Knowhow zwar sinnvoller einsetzen, aber dann fließt halt weniger Geld.
Und ja, ich weiß, dass seit einigen Jahren mehr Wert auf umweltschonendere Technologie im Motorsport gelegt wird, aber solange die Formel 1-IngenieurskünstlerInnen in der Herstellung ihrer Fahrzeuge und in ihren Rennen nicht auf dieselbe CO2-Bilanz kommen wie die Tour de France, bin ich raus, was diese „Kunstform“/“Sportart“ ankommt.
Schade, dass die Autorin kürzlich eine ganze Dilogie zu dem Thema angekündigt hat!

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