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Veröffentlicht am 16.01.2025

✎ Maggie O'Farrell - Lina und der Schnee-Engel

Lina und der Schnee-Engel
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Uns konnte „Lina und der Schnee-Engel“ leider nicht überzeugen, da wir etwas ganz anderes erwartet hatten und auch die angepeilte Zielgruppe nicht nachvollziehen können.

Lina lernt ihren Schutzengel kennen. ...

Uns konnte „Lina und der Schnee-Engel“ leider nicht überzeugen, da wir etwas ganz anderes erwartet hatten und auch die angepeilte Zielgruppe nicht nachvollziehen können.

Lina lernt ihren Schutzengel kennen. Kurz darauf wird sie ernsthaft krank. Was genau Lina hat, erfährt man nicht; nur, dass ihre Genesung ca. ein halbes Jahr dauert.

Lina möchte ihren Schutzengel unbedingt wiedersehen und begibt sich dabei wissentlich in Gefahr.
Ich als Mama hatte schon bei diesen Aktionen Bauchschmerzen und eine Menge Redebedarf.

Doch dann gerät Lina tatsächlich unschuldig in eine gefährliche Situation und diese Riss mir komplett den Boden unter den Füßen weg. Das Mädchen ertrinkt fast und wird durch eine Welle ihres Schutzengel gerettet.
Leider ist das ein Sachverhalt, der so eher nicht eintritt. Kinder werden in vielen Fällen nicht lebend geborgen. Wir selbst mussten vor 2 Jahren miterleben, wie ein Kind eines anderen Paares von Wellen erfasst wurde und ertrank.
Ein Horrorszenario für alle Eltern und in meinen Augen daher völlig ungeeignet für eine Gute-Nacht-Geschichte.

Der Rest der Erzählung ist süß gemacht, doch ich konnte sie nicht mehr genießen.

Vom Verlag wird eine Altersempfehlung ab 5 Jahren ausgesprochen. Ferner schreibt er: „Perfekt für kuschelige Vorlesestunden und als Gute-Nacht-Geschichte.“
Bei uns hat dies nicht geklappt, denn mit 60 Seiten ist das Werk ziemlich lang und die Szenarien verursachten Herzrasen. Die gefährlichen Stellen im Buch müssen definitiv besprochen werden.
Hinzu kommt, dass es für manche kleine Menschen stellenweise sicher zu düster ist.

Wir erhofften uns eine magische Geschichte in einem winterlichen Setting. Uns hat sie leider nicht erreicht.

©2025 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 22.11.2024

✎ Bine Pauli - Lou und der geheimnisvolle Süßigkeitenschatz

Lou und der geheimnisvolle Süßigkeitenschatz
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Meine 6-Jährige und ich hatten uns sehr auf Lou gefreut. Wir fanden das Cover so dermaßen niedlich, dass wir uns direkt verliebt hatten. Wir waren gespannt, ob und welchen Süßigkeitenschatz Lou finden ...

Meine 6-Jährige und ich hatten uns sehr auf Lou gefreut. Wir fanden das Cover so dermaßen niedlich, dass wir uns direkt verliebt hatten. Wir waren gespannt, ob und welchen Süßigkeitenschatz Lou finden wird und vor allem, welche weiteren Illustrationen uns erwarten.

Als wir dann begannen, die Geschichte zu lesen, kam die erste Ernüchterung.
Vom Verlag wird sie ab 4 Jahren empfohlen. Ein Kinderbuch mit so viel Text klappt bei den meisten 4-Jährigen nicht. Das zeigt mir meine Erfahrung in dieser Altersgruppe.
Hinzu kommen die manchmal endlos erscheinenden Sätze. Einige haben sehr viele Nebensätze. Dabei sollten sie für die Zielgruppe so einfach wie möglich gehalten werden. Selbst mir als Vorlesende haben der ein oder andere Satz Probleme bereitet, weil immer wieder ein Komma kam. (3 sind keine Seltenheit)

Doch mein allergrößter Kritikpunkt sind die Bilder.

Mir als Erwachsene hat es keinen Spaß gemacht, diese anzuschauen. Es gibt einfach so viele Unstimmigkeiten: Details, die keinen Sinn ergeben bzw. schlichtweg falsch sind; schlecht zusammengesetzte Bilder; ein Eichhörnchen, welches auf einem anderen Bild auf einmal zu einer Maus wird; ein Eichhörnchen, dem prompt ein Bein fehlt; eine Pfote, die urplötzlich deformiert ist und 6 Krallen aufweist; ein Stock, der durch die Pfote des Tieres geht; Details im Bild stimmen nicht mit dem Text überein; …

Wenn die Autorin und der Verlag schon das Experiment „KI“ wagen (wollen), dann sollte doch bitte das Lektorat ein ganz genaues Auge auf die Bilder werfen und Unstimmigkeiten berichtigen lassen. In dieser Form, die hier vorliegt, ist es in meinen Augen einfach nur eine Beleidigung an den Künstler*innen, die mit Illustrationen wirklich ihr Geld verdienen (wollen).

Wer über die Bilder hinwegsehen kann, dem wird eventuell die Geschichte gefallen, die niedlich ist und eine süße Botschaft bereithält.

Eigentlich sollte das Buch in die 1. Klasse meines Kindes wandern, doch ich würde mich schämen, wenn ich das der Lehrerin überreichen würde.

©2024 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 06.07.2024

✎ André Heller - Tullios Geburtstag

Tullios Geburtstag
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Als ich „Tullios Geburtstag“ entdeckte, erwartete ich aufgrund des Covers eine farbenfrohe Geschichte.
Als ich den Text dann las, wusste ich anfangs nicht so recht damit etwas anzufangen …

Zuerst haben ...

Als ich „Tullios Geburtstag“ entdeckte, erwartete ich aufgrund des Covers eine farbenfrohe Geschichte.
Als ich den Text dann las, wusste ich anfangs nicht so recht damit etwas anzufangen …

Zuerst haben wir uns über die Namen gefreut. Wir kennen selbst 2 Giovannis, eine Carla und eine Tullia.
Dann fanden wir es spannend, dass die Geschichte in Italien spielt.
Doch irgendwie waren wir irritiert, als das Wort „heurige“ (österreichisch für »diesjähriges«) auftauchte.

Mir als Erwachsene war sehr schnell klar, dass die Erzählung in der Zeit der Pandemie spielt. Doch warum in Italien? Österreich hatte, meinen Recherchen zufolge, ebenso einen Lockdown.

Bis zu Tullios Traum finde ich die Geschichte auch sehr unglücklich gelöst:
Die Kinder werden bewertet und ausgezeichnet - auf einem Geburtstag! Für mich ist dies normalerweise eine Veranstaltung, in der alle einfach nur Spaß haben soll(t)en.
Zudem wird Tullios Traurigkeit, dass dieses Jahr sein Geburtstag aufgrund der Ausgangssperre nicht stattfinden kann, kein bisschen ernst genommen.

»Das Fest im nächsten Jahr wird dafür doppelt so schön.“
»Es soll dir im Leben nie etwas Schlimmeres passieren als dieses kleine Unglück.“

Zudem streiten sich Giovanni & Carla vor ihrem Kind. Wobei für mich das Schlimmste ist, dass sich die beiden am Schluss einander umarmten, „Tullio aber blieb tief gekränkt.“ Keine Erklärung auf Augenhöhe. Keine tröstenden Worte. Keine Umarmung.

Für mich hatte diese Geschichte nichts Tröstendes. Der Bezug fehlt mir völlig. Und ich möchte meinem Kind das Bild, welches hier gezeichnet wird, nicht vermitteln.

©2024 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 28.06.2024

🚫 abgebrochen! Rezension: Kerstin Gier - Silber-Trilogie 2 Das zweite Buch der Träume: dream on

Silber - Das zweite Buch der Träume
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Nachdem mir „Das erste Buch der Träume“ so lala gefiel, wollte ich dem zweiten Band zumindest eine Chance geben - auch deshalb, weil die Autorin unheimlich viele Fragen offen gelassen hatte.

Bis Seite ...

Nachdem mir „Das erste Buch der Träume“ so lala gefiel, wollte ich dem zweiten Band zumindest eine Chance geben - auch deshalb, weil die Autorin unheimlich viele Fragen offen gelassen hatte.

Bis Seite 214 habe ich gelesen, danach war die Luft endgültig raus.

Es passiert noch weniger als im ersten Teil. Im Fokus steht zudem nicht das Träumen - was Titel und Klappentext suggerieren -, sondern die Beziehung zwischen Liv und dessen Freund.

Das war mir alles zu banal, langweilig, klischeebehaftet, weswegen ich die Trilogie an dieser Stelle abbreche.

Was mir aufgefallen ist: In unsere Schulbibliothek haben es lediglich Teil 1 und 2 geschafft. Bisher kam auch keine Nachfrage für Teil 3. Vielleicht hatten Lesende die gleichen Gedanken wie ich?

©2024 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 03.04.2024

🚫 abgebrochen! Rezension: Ben Aitken - The Marmalade Diaries

The Marmalade Diaries
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Ich bin ein Opfer geworden - wieder einmal …
„The Marmelade Diaries“ schwirrte mir ständig vor der Nase herum. Es wurde überall beworben. Der Klappentext klang interessant und an den Lockdown können wir ...

Ich bin ein Opfer geworden - wieder einmal …
„The Marmelade Diaries“ schwirrte mir ständig vor der Nase herum. Es wurde überall beworben. Der Klappentext klang interessant und an den Lockdown können wir uns wahrscheinlich alle noch sehr gut erinnern. Ich war gespannt, wie dieses ungleiche Paar die Zeit erlebt hatte, denn Ben Aitken berichtet aus seinem wahren Leben.

Das Wort „Diaries“ sollte man hier wortwörtlich nehmen.
Es ist keine zusammenhängende Geschichte. Es werden einfach nur die Tage beschrieben. Ab und zu gab es Rückblenden aus Winnies früherem Leben.

Das Problem dabei war: Es passiert nichts. Wie denn auch, wenn alle zu Hause bleiben müssen!?
Die Witze waren irgendwann abgelutscht. Die Tätigkeiten wiederholen sich.

Bei 46% habe ich dann beschlossen, dass meine Reise mit den beiden zu Ende ist.
Ich mag den Humor. Manchmal fand ich Winnie etwas drüber, aber da sie eine beginnende Demenz hat und ich leider mit dem Thema erst kürzlich konfrontiert worden bin, hatte ich sehr viel Verständnis für sie.
Doch das reichte nicht aus, um die Langeweile, die bei mir irgendwann beim Lesen aufkam, zu vertreiben.

©2024 Mademoiselle Cake