Eine fesselnde Verbindung zwischen Historie und Fiktion
Die Windsor-AkteBei dem Buch handelt es sich um einen Roman, der auf historischen Ereignissen eine eigene Handlung aufbaut.
Eine Archivarin erzählt einem Reporter, was sich in den 40er Jahren rund um den Herzog Edward ...
Bei dem Buch handelt es sich um einen Roman, der auf historischen Ereignissen eine eigene Handlung aufbaut.
Eine Archivarin erzählt einem Reporter, was sich in den 40er Jahren rund um den Herzog Edward von Windsor und seine Frau Wallis ereignet haben soll. Viele Spekulationen lassen Raum für Phantasie und literarische Kreativität, die Dirk Husemann gekonnt gefüllt hat.
Zunächst werden die Charaktere und die historischen Hintergründe eingeführt. Neben historischen Persönlichkeiten lernen die Leser die fiktiven Personen Ajax Doggerton, Lydie und Katharina von Braunschweig-Lüneburg kennen.
Man kann nicht unterschieden, wer war real, wer wurde erfunden.
Es gibt in diesem Roman zwei Erzählebenen.
1. 1992: Roger Ennis will die Dokumente, die sein Großvater im Prolog des Buches gerettet hatte, in Cambridge einsehen. Die Archivarin kann sie ihn nicht geben, erzählt aber bei einem geheimen Treffen, was sich in den 40 Jahren ereignet hat.
2. Ajax Doggerton wird als Spion nach Paris zum Herzog von Windsor geschickt. Während der Flucht vor der deutschen Prinzessin Katharina, die ihn den Deutschen in die Hände spielen will, und den britischen Agenten, die ihn töten sollen, damit er nicht den Nazis in die Hände fällt, wird Ajax zu seinem Retter.
Dirk Husemann lässt seinen Roman sehr nah an den historischen Ereignissen spielen.
Man kann der Handlung gut folgen und kommt schnell in der Welt von 1940 an. Auch wenn man mit den Ereignissen der damaligen Zeit nicht so vertraut ist, kann man der Handlung sehr gut folgen. Die Erzählung fesselt mit einer Verschmelzung von Historie und Fiktion.
Die Charaktere sind so beschrieben, dass man neue Freunde findet. Man zittert mit Lydie, wenn sie mit Katharina bei Josquin in Gefahr gerät.
Auch später in den portugiesischen Wäldern hält man mehr als einmal den Atem an.
Zunächst habe ich etwas mit dem Ende im Hafen von Lissabon gehadert. Es bleibt so vieles verschwommen.
Versöhnt wurde ich aber von der Archivarin, die die letzten Dinge aufklärte.
Tatsächlich hat sie mich allerdings während der Geschichte gestört, wenn sie Roger Ennis von den Ereignissen erzählte. Ich wollte nicht aus der Zeit des Herzogs gerissen werden.
Sehr gut gefallen hat mir das Nachwort, in dem die historischen Ereignisse noch einmal deutlich gemacht wurden.
Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Ich habe schnell in die Geschichte gefunden und war von ihr gefesselt. Als das Buch ausgelesen war, habe ich sehr traurig Abschied von meinen „historischen“ Freunden genommen.