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Veröffentlicht am 17.09.2023

Eine fesselnde Verbindung zwischen Historie und Fiktion

Die Windsor-Akte
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Bei dem Buch handelt es sich um einen Roman, der auf historischen Ereignissen eine eigene Handlung aufbaut.

Eine Archivarin erzählt einem Reporter, was sich in den 40er Jahren rund um den Herzog Edward ...

Bei dem Buch handelt es sich um einen Roman, der auf historischen Ereignissen eine eigene Handlung aufbaut.

Eine Archivarin erzählt einem Reporter, was sich in den 40er Jahren rund um den Herzog Edward von Windsor und seine Frau Wallis ereignet haben soll. Viele Spekulationen lassen Raum für Phantasie und literarische Kreativität, die Dirk Husemann gekonnt gefüllt hat.

Zunächst werden die Charaktere und die historischen Hintergründe eingeführt. Neben historischen Persönlichkeiten lernen die Leser die fiktiven Personen Ajax Doggerton, Lydie und Katharina von Braunschweig-Lüneburg kennen.
Man kann nicht unterschieden, wer war real, wer wurde erfunden.

Es gibt in diesem Roman zwei Erzählebenen.
1. 1992: Roger Ennis will die Dokumente, die sein Großvater im Prolog des Buches gerettet hatte, in Cambridge einsehen. Die Archivarin kann sie ihn nicht geben, erzählt aber bei einem geheimen Treffen, was sich in den 40 Jahren ereignet hat.
2. Ajax Doggerton wird als Spion nach Paris zum Herzog von Windsor geschickt. Während der Flucht vor der deutschen Prinzessin Katharina, die ihn den Deutschen in die Hände spielen will, und den britischen Agenten, die ihn töten sollen, damit er nicht den Nazis in die Hände fällt, wird Ajax zu seinem Retter.

Dirk Husemann lässt seinen Roman sehr nah an den historischen Ereignissen spielen.
Man kann der Handlung gut folgen und kommt schnell in der Welt von 1940 an. Auch wenn man mit den Ereignissen der damaligen Zeit nicht so vertraut ist, kann man der Handlung sehr gut folgen. Die Erzählung fesselt mit einer Verschmelzung von Historie und Fiktion.

Die Charaktere sind so beschrieben, dass man neue Freunde findet. Man zittert mit Lydie, wenn sie mit Katharina bei Josquin in Gefahr gerät.
Auch später in den portugiesischen Wäldern hält man mehr als einmal den Atem an.

Zunächst habe ich etwas mit dem Ende im Hafen von Lissabon gehadert. Es bleibt so vieles verschwommen.
Versöhnt wurde ich aber von der Archivarin, die die letzten Dinge aufklärte.
Tatsächlich hat sie mich allerdings während der Geschichte gestört, wenn sie Roger Ennis von den Ereignissen erzählte. Ich wollte nicht aus der Zeit des Herzogs gerissen werden.
Sehr gut gefallen hat mir das Nachwort, in dem die historischen Ereignisse noch einmal deutlich gemacht wurden.

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Ich habe schnell in die Geschichte gefunden und war von ihr gefesselt. Als das Buch ausgelesen war, habe ich sehr traurig Abschied von meinen „historischen“ Freunden genommen.


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Veröffentlicht am 21.09.2025

Ein fast perfektes Verbrechen?

Post, Mord und Provinzgeflüster - Das Geheimnis der Rosengärtnerin
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Das Geheimnis der Rosengärtnerin ist der zweite Band der Reihe „Post, Mord und Provinzgeflüster“ von Jill Kaltenborn.
Man erkennt die Zusammengehörigkeit am ähnlichen Cover. Wieder werden die LeserInnen ...

Das Geheimnis der Rosengärtnerin ist der zweite Band der Reihe „Post, Mord und Provinzgeflüster“ von Jill Kaltenborn.
Man erkennt die Zusammengehörigkeit am ähnlichen Cover. Wieder werden die LeserInnen mit einem ländliche Foto in das luxemburgische Örtchen mitgenommen.
Sally, der radelnde Detektiv, wird von seiner Patentante auf eine Freundin aufmerksam gemacht, die seine Hilfe braucht.
Claire, die Polizistin im Ort, wird als Freundin in die Ermittlungen einbezogen. Gemeinsam klären sie auf, was mit dem Gatten der Rosenliebhaberin geschehen ist.
Interessante Wendungen und ein kurzweiliger Schreibstil machen das Lesen dieses Buches zum Genuss für LeserInnen werden. In diesem Band beschränkt sich Jill Kaltenborn jedoch auf deutlich weniger Verdächtigen, dafür gibt es mehrere Ansätze, was vor Jahren passiert ist. Silos, Claire und die Patentante Rose gehen diesen nach und lösen schlussendlich das Rätsel.

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  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 20.07.2023

Ein Buch, das man kaum aus der Hand legen kann.

Hani & Ishu: Fake-Dating leicht gemacht
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Hani & Ishu: Fake-Dating leicht gemacht

Ein Buch, das man kaum aus der Hand legen kann.

Es geht um zwei Mädchen, die zwar aus einer Kultur entstammen, aber unterschiedlicher nicht sein können.

Hani ...

Hani & Ishu: Fake-Dating leicht gemacht

Ein Buch, das man kaum aus der Hand legen kann.

Es geht um zwei Mädchen, die zwar aus einer Kultur entstammen, aber unterschiedlicher nicht sein können.

Hani erzählt ihren Freundinnen in einer unangenehmen Situation, dass sie bisexuell ist. Als
die Freundinnen ungläubig reagieren, berichtet sie von ihrer Beziehung zu Ishu, einem komplizierten, unbeliebten Mädchen.
Ishu verspricht ihren Eltern, die wegen ihrer großen Tochter Nik verärgert sind, dass sie Schulsprecherin werden würde.

Zwei Not-Lügen, die große Folgen haben.
Die beiden tun sich zusammen. Ishu will beliebter werden, um die Wahl zu gewinnen. Hani soll ihr als ihre Fake-Freundin dabei helfen. Hani will, dass ihre Freundinnen Aisling und Dee ihr glauben.

Die beiden Mädchen lernen sich besser kennen.
Hani entdeckt, dass Freundschaft auch anders sein kann. Freundschaft nimmt Rücksicht und fordert nichts.
Ishu lernt ihre Schwester Nik von einer sehr anderen Seite kennen.
Gefühle entwickeln sich…
Bis die beiden sich gemeinsam als wirkliches Paar zeigen können, müssen sie einige Steine aus dem Weg räumen.

Das Buch ist aus der Sicht von zwei Ich-Erzählerinnen geschrieben. Es toller Stil, da die Leserin oder der Leser so erfährt, wie es beiden im Verlauf der Geschichte geht. Man ist mittendrin. Man kann beide nachempfinden. Die Perspektiven sind immer so gewählt, dass sie den richtigen Blickwinkel für die Geschichte für die Lesenden zeigt. Man fühlt sich auch schlecht, wenn Hani von ihren Freundinnen nicht gut behandelt wird. Man ist auch wütend, wenn Ishu den Mädchen ihre Meinung sagt. Man ist mit Hani traurig, als die Freundschaft der beiden aufgelöst wird. Man steht Ishu bei, als sie beschuldigt wird zu Schummeln. Man ist immer in der Geschichte. Die Gefühls- und Gedankenwelten der beiden Mädchen werden für die Leserin oder den Leser liebevoll und achtsam geöffnet.
Es geht in der Geschichte von Hani und Ishu um so viele verschieden Themen: Sexualität; Freundschaft - echte und „schlechte“; das Leben von verschiedenen Kulturen – hier die bengalische – in Irland; Integration; Erwartungen von Eltern, die Kinder nicht erfüllen können Eltern, die sich Zeit nehmen und ein offenes Ohr für ihre Kinder haben; am Rande wird der Islam gestreift.
Aber über allem steht das Erwachsen werden und seinen eigenen Weg finden, egal ob in der Sexualität oder der Berufswelt.

Ich würde dieses Buch natürlich Jugendlichen empfehlen aber auch Erwachsenen, Eltern, die die Welt, die Gedanken und die Gefühle ihrer Kinder besser verstehen möchten. Die queere Gesellschaft ist ein neuer Weg. Dieses Buch ebnet den Weg zu ihr ein Stück weit.

Mich hat dieses Buch gepackt. Ich habe am Anfang immer ein paar Seiten zwischendurch gelesen, war aber unzufrieden, weil ich aufhören musste. Dann habe ich es mir an einem sonnigen Tag mit auf den Balkon genommen. Ich habe es in einem Atemzug durchgelesen. Mich haben die Erlebnisse, die Gedanken, die Gefühle der beiden Mädchen so gefesselt, dass ich nicht aufhören konnte, bis zur letzten Seite. Ich war ein wenig traurig, weil ich mich von den beiden verabschieden musste. Ich bin sehr dankbar, dass ich es lesen durfte, weil es meinen persönlichen Horizont erweitert hat.

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Veröffentlicht am 24.11.2024

Friedrich II. - leider blieb er mir fremd

Die steinerne Krone
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Michael Peinkofer hat in seinem Buch "Die Steinerne Krone" die Lebensgeschichte eines Kaisers erzählt, der mir bis dahin unbekannt war, obwohl ich eigentlich ein ganz gutes Geschichtswissen habe. Ich habe ...

Michael Peinkofer hat in seinem Buch "Die Steinerne Krone" die Lebensgeschichte eines Kaisers erzählt, der mir bis dahin unbekannt war, obwohl ich eigentlich ein ganz gutes Geschichtswissen habe. Ich habe mich sehr über dieses Buch gefreut, um mich mit diesem Herrscher auseinanderzusetzen.

Friedrich stellt sich den LeserInnen als sehr widersprüchliche Persönlichkeit dar. Er ist an vielen Dingen interessiert, lernt sehr viel von den Muslimen und lernt sie lieben, andererseits geht er brutal mit ihnen um.
Er ist ein Aufklärer und gründet die Universität von Neapel, führt sein Reich aber wie ein Despot. Wer sich ihm in den Weg stellt, kann auf wenig Gnade hoffen.
Er war sehr gläubig, ging auf einen Kreuzzug. Trotzdem gab es Konflikte mit zwei Päpsten, die ihn exkommunizierten.

Spannung pur wäre vorprogrammiert gewesen. Leider verliert sich Peinkofer in langatmige Schilderungen der historischen Ereignisse.
Zwischendurch blitzen fesselnde Passagen auf, die schnell abflachen. Der Erzählstil sagt mir wenig zu. Ich konnte mich schlecht in die Handlung einfinden. Der Kaiser blieb mir leider fremd.
Sicherlich hat Peinkofer sich sehr gut in die Historie eingearbeitet. Die Handlung war sehr gut recherchiert.
Das Cover finde ich sehr ansprechen. Der Grundriss des Castels del Monte, wo die Rahmenhandlung spielt, wird dort in Gold gezeigt. Dieser könnte aber auch eine Krone symbolisieren.

Fazit: Man muss den Schreibstil mögen. Ich habe mich damit schwer getan.

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