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Veröffentlicht am 09.10.2025

Die Jagd nach dem Geld

Der Donnerstagsmordclub und der unlösbare Code (Die Mordclub-Serie 5)
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„Der Donnerstagsmordclub und der unlösbare Code“ ist der 5. Fall für die Senioren.
Wenn es keine Verbrechen aufzuklären gibt, wird eben geheiratet. So steht die Hochzeit von Joyce‘ Tochter, natürlich ...

„Der Donnerstagsmordclub und der unlösbare Code“ ist der 5. Fall für die Senioren.
Wenn es keine Verbrechen aufzuklären gibt, wird eben geheiratet. So steht die Hochzeit von Joyce‘ Tochter, natürlich an einem Donnerstag, vor der Tür. Am Hochzeitsabend wendet sich Nick Silver, ein Trauzeuge, in Todesangst an Elisabeth und bittet sie um Hilfe, weil er bedroht wird. Er betreibt eine Sicherheitsfirma. Für den Sicherheitsbereich bestimmter Daten haben er und seine Geschäftspartnerin jeweils einen Code. Dieser ist nun in Gefahr. Irgendwer tut alles dafür, um ihn zu bekommen und schreckt auch vor Mord nicht zurück. Das ruft den gesamten Donnerstagsmordclub auf den Plan und die Nachforschungen beginnen. In ihrer eigenen subtilen Art und Weise gehen die Mitglieder verschiedenen Spuren nach. Dabei sind die früheren Kontakte sehr nützlich und jeder trägt seinen Teil zur Aufklärung bei.
Es gibt noch einige Nebenhandlungen aus verschiedenen Perspektiven, die auch sehr ausschweifend erzählt werden, am Ende aber zu einem Gesamtbild zusammenfinden.
Ich hatte einige Probleme, in die Handlung einzusteigen. Die vielen Gedanken einzelner Charaktere über Gegenwart, Vergangenheit und das Leben überhaupt sind langatmig und nervig. Ein Spannungsbogen oder Spannung überhaupt sind nicht wirklich erkennbar. Auch im weiteren Verlauf gibt es zu viele solcher Abschweifungen und es fiel mir schwer, mich auf die eigentliche Handlung zu konzentrieren.
Die Charaktere sind gut beschrieben. Joyce ist stolz auf ihren Schwiegersohn, schreibt Tagebuch, hat eine lebhafte Fantasie und fühlt sich hier oft unnütz. Elizabeth, die ehemalige Agentin, ist ungeduldig und herrisch, Ron mag ich am meisten. Der frühere Gewerkschaftler und Redenschwinger ist mir sympathisch. Er hat hier noch mit größeren familiären Problemen zu kämpfen und schmiedet Mordpläne. Ibrahim therapiert seine Lieblingskriminelle und merkt nicht, dass es nicht hilft. Jeder hat eigene Stärken, Träume und Ecken, die sie glaubwürdig und liebenswert machen. Die Dynamik im Quartett bleibt charmant-chaotisch. Der Ton ist locker, doch hinter jeder Pointe stecken scharfe Beobachtungen über Erinnerungen, Freundschaft und Sinnsuche im späteren Lebensalter.
Das Cover passt gut zu den vorigen Teilen und gefällt mir sehr gut.

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Veröffentlicht am 24.03.2025

Der Sensenmann geht um

Bachrauschen
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„Bachrauschen“ ist der 13. Schwarzwald-Krimi mit Kriminalhauptkommissar Oskar Lindt. Für mich ist es das erste Buch dieser Reihe.
Adelheid Kramer aus Freudenstadt liegt tot im Bach. Es wird von Mord ausgegangen ...

„Bachrauschen“ ist der 13. Schwarzwald-Krimi mit Kriminalhauptkommissar Oskar Lindt. Für mich ist es das erste Buch dieser Reihe.
Adelheid Kramer aus Freudenstadt liegt tot im Bach. Es wird von Mord ausgegangen und ein Verdächtiger ist schnell ermittelt. Nun müssen die Kommissare aus Karlsruhe noch stichfeste Beweise gegen ihn finden. Zuerst wird im Umfeld der Toten ermittelt, die sehr zurückgezogen lebte, aber einen Bezug zu Karlsruhe hat. Nachdem es zwei weitere Tote gibt, wächst der Druck auf Oskar Lindt und sein Team. Denn aufgrund der bevorstehenden Gartenschau muss der Fall schnell geklärt werden, damit die Touristen nicht verschreckt werden.
Da es für mich das erste Buch der Reihe war, habe ich die Charaktere nur auf Dienstebene kennengelernt. Oskar Lindt war mir sympathisch. Er ist ein Genussmensch, liebt gutes Essen und die Natur. Er hat ein gutes Verhältnis zu seinem eigenen und auch zum Freudenstadter Team.
Der Fall selbst zieht sich ziemlich in die Länge. Das gesamte erste Kapitel befasst sich über mehrere Seiten mit der Vernehmung eines Verdächtigen. Diese wird mit sehr kurzen Sätzen mit vielen, auch sinnlosen, sich wiederholenden Fragen geführt. Die Taten selbst waren zwar grausam, aber dazwischen passierte nicht viel. Man lernt die Gegend etwas kennen und die kulinarischen Spezialitäten. Auch über historische Gegebenheiten wird ausführlich berichtet.
Insgesamt ist es ein ruhiger Krimi mit einem gemütlichen und entspannten Kommissar. Das Buch war zwar unterhaltsam, aber bis auf die Morde wenig spannend. Am Ende wird es noch etwas rasanter mit überraschendem Ausgang.
Das Cover finde ich sehr schön.

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Veröffentlicht am 26.11.2024

Mörderische Provence

Madame Beaumarie und der Winter in der Provence
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„Madame Beaumarie und der Winter in der Provence“ ist der zweite Teil der Reihe.
Als Florence Beaumarie vor einiger Zeit als gute Seele im Pariser Kommissariat ihren Dienst beendete, wollte sie es ruhig ...

„Madame Beaumarie und der Winter in der Provence“ ist der zweite Teil der Reihe.
Als Florence Beaumarie vor einiger Zeit als gute Seele im Pariser Kommissariat ihren Dienst beendete, wollte sie es ruhig angehen lassen, nichts mehr mit Mord und Totschlag zu tun zu haben. Das hatte nicht geklappt. Deshalb hofft sie nun auf ein besinnliches Weihnachtsfest mit ihrem Bekannten Charles Florentin in dessen Landhaus in der Provence. Doch gleich am ersten Tag wird vor dem Polizeikommissariat von Avignon eine junge Frau erschossen. Und schon steckt sie wieder mittendrin in einem Mordfall. Sie wird von einem befreundeten Kommissar gebeten, seine Tochter in ihre Obhut zu nehmen, was sie nicht ablehnen kann. Nach und nach kommen immer mehr Personen im Landhaus an und Florence wird es Charles gegenüber langsam unangenehm. Denn ruhige Weihnachten wird es nicht geben.
Hier geht es hauptsächlich um fair produzierte Bio-Kleidung, wofür Florence verschiedene Boutiquen kennenlernt und interessante Entdeckungen macht. Sie geht in ihrer gewohnten besonnenen Art und Weise vor, wobei viele gar nicht merken, dass sie ausgefragt werden. Ihre Erkenntnisse teilt sie natürlich mit der Polizei. Es geschehen weitere Morde und ihr Partner wird langsam etwas ungehalten, weil sich Florence einfach nicht heraushalten kann. Was aber auch daran liegt, dass einige Personen in ihrem Umfeld involviert sind. Der Mörder macht auch vor Silvester keinen Halt, wo sie eigentlich mit 13 Freunden feiern wollten.
Die Geschichte ist gut erzählt und die Protagonisten sind authentisch dargestellt. Florence ist mir durchaus sympathisch. Manchmal wirkt sie etwas zerstreut, was sie aber auch liebenswert macht. Durch ihre jahrelange Arbeit bei der Polizei hat sie genügend Erfahrung gesammelt, um Zusammenhänge logisch herzustellen und dem Täter Stück für Stück näherzukommen.
Das Buch ist zwar nicht übermäßig spannend, aber doch sehr unterhaltsam und auch mal amüsant.

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Veröffentlicht am 19.11.2024

Bruderliebe

Der König
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„Der König“ ist der zweite Teil und spielt acht Jahre nach „Ihr Königreich“. Er sollte nicht unabhängig vom ersten Teil gelesen werden.
Die Brüder Carl und Roy haben sich in den letzten Jahren viel aufgebaut. ...

„Der König“ ist der zweite Teil und spielt acht Jahre nach „Ihr Königreich“. Er sollte nicht unabhängig vom ersten Teil gelesen werden.
Die Brüder Carl und Roy haben sich in den letzten Jahren viel aufgebaut. Carl betreibt sein Hotel ‚Os Spa‘ und baut ein großes Haus auf dem Berg, von dem er auf den Ort und die Menschen hinabschauen kann. Roy hat seine Tankstelle und einige Wohnhäuser erworben. Doch das reicht ihnen noch nicht. Sie planen ein Wellness-Hotel und einen Vergnügungspark mit einer der größten Holzachterbahnen. Der geplante Bau eines Tunnels steht ihren Plänen entgegen. Denn der würde Os lahmlegen, keine Touristen würden mehr kommen und ihr Imperium würde zusammenbrechen. Also greifen sie gewohnt auf kriminelle Mittel zurück, um ihre Ziele zu erreichen.
Zu allem Übel will der Polizeichef auch noch die Autos aus der Schlucht bergen lassen, die seit vielen Jahren dort liegen. Er ist immer noch der festen Meinung, die Brüder hätten damals seinen Vater umgebracht und einige andere Menschen mehr. Mit den neuen Techniken will er Spuren finden und es beweisen. Dem allen müssen die Brüder Einhalt gebieten. Dazu nutzen sie ihre eigenen gut bewährten Methoden.
Die Geschichte ist aus Roys Perspektive geschrieben. Oft gibt es Rückblicke in die Vergangenheit der Brüder und ihre Machenschaften. Bis zur Mitte des Buches habe ich mich mit dem Lesen etwas schwergetan. Es zog sich ziemlich in die Länge und es passierte nicht viel. Danach wurde es etwas spannender. Jedenfalls hat mich das Buch nicht in den Bann gezogen und mir den Schlaf geraubt, wie auf einer Plattform beworben.
Die Brüder sind charakterlich sehr ähnlich. Roy ist ziemlich schlau und schlägt die Gegner mit ihren eigenen Mitteln. Er ist immer für seinen Bruder da. Carl dagegen ist hinterlistig und durchtrieben, belügt und betrügt seine Mitmenschen.
Das Ende ist so, wie es kommen musste und wie ich es geahnt hatte.
Das Cover passt zum Größenwahnsinn der Brüder.

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Veröffentlicht am 26.07.2024

Sehr ruhiger Krimi

Mord in der Charing Cross Road
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Im Antiquariat in der Charing Cross Road wird der allseits unbeliebte Mr. Butcher tot aufgefunden. Am Abend zuvor hatte er wieder einmal einen Mitarbeiter beleidigt, als dieser sich einmischte, als Butcher ...

Im Antiquariat in der Charing Cross Road wird der allseits unbeliebte Mr. Butcher tot aufgefunden. Am Abend zuvor hatte er wieder einmal einen Mitarbeiter beleidigt, als dieser sich einmischte, als Butcher die Angestellte Sally belästigte. Befindet sich der Mörder unter den Angestellten oder ist es der Geist, der seit einiger Zeit im Haus umgeht? Die Polizei kommt mit ihren Ermittlungen nicht voran, so dass Sally und der Juniorpartner Johnny die Sache selbst in die Hand nehmen, damit endlich wieder Ruhe in den Laden einkehrt.
Auf den ersten Seiten lernt man alle Mitarbeiter und Chefs des Buchladens mehr oder weniger gut kennen, und das sind nicht wenige, so dass ich manchmal Schwierigkeiten hatte, mir alle Namen und Tätigkeiten zu merken.
Sehr gut beschrieben finde ich die Atmosphäre in der Buchhandlung, die sich über mehrere Etagen des Hauses erstreckt. Auch der Wert der Bücher kommt sehr gut zur Geltung, was heute leider nicht mehr der Fall ist. Die Charaktere sind authentisch dargestellt, z.B. auch das Sittenbild der damaligen Zeit, vor allem der Frauen. Das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen. Das Arbeitsklima im Antiquariat fand ich sehr angenehm, da gibt es keine großen Standesdünkel von den Chefs, sie sind alle sehr gut miteinander klargekommen.
Es ist ein sehr ruhiger Krimi, in dem sehr viel zwischen Sally und Johnny über den Täter diskutiert und spekuliert wird. Mit viel Logik in den Zusammenhängen kommen sie auch zum Ziel. Das persönliche Ende der beiden ist vorhersehbar.
Der Schreibstil entspricht der Zeit kurz nach dem Zweiten Weltkrieg und war angenehm zu lesen. Auch das Cover ist passend.

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