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Veröffentlicht am 20.10.2025

Zumindest schön anzusehen...

Das Lied der Tiefe
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Nemea ist der König eines Reiches, das Sirenen jagt und tötet. Dabei beherbergt er eine von ihnen. Imogen.
Jetzt will er seine „Gefangene“ mit einem Mann verheiraten, der nicht minder von Hass und Grausamkeit ...

Nemea ist der König eines Reiches, das Sirenen jagt und tötet. Dabei beherbergt er eine von ihnen. Imogen.
Jetzt will er seine „Gefangene“ mit einem Mann verheiraten, der nicht minder von Hass und Grausamkeit durchzogen ist wie er selbst.
Plötzlich muss die junge Sirene fliehen – wohlwissend, dass ihr auch König Theodor nicht vollkommen uneigennützig und selbstlos Asyl und Schutz bieten wird …

Ein Blutband, Meeresungeheuer, Kämpfe und alles verändernde Geheimnisse warten in „Das Lied der Tiefe“ – nun, jedenfalls theoretisch.

Kalie Cassidy wirft uns mitten ins Geschehen, was prinzipiell nicht schlecht ist, leider vergeht die gesamte Handlung so rasend schnell und sprunghaft, dass weder Zeit noch Raum für
Informationen
Worldbuilding
Gefühle
Entwicklung
bleibt.

Die Protagonisten, ihre Intentionen und Geschichten erhielten bis zum Ende keine Farbe, nichts, was sich hätte greifen lassen können, was Mitgefühl und/oder Sympathie geweckt hätte. Selbst Imogen, die durchweg im Vordergrund steht, schafft es nicht, Facetten zu zeigen und mit ihrem Verhalten und Entscheidungen zu überzeugen, Verständnis zu erhaschen. Ihre kreisenden Monologe sind es, die vor allem ab der zweiten Hälfte ein Vorankommen aufhalten, während Sprunghaftigkeit und der Verzicht auf nähere Erläuterungen dafür sorgen, dass einige Situationen weit weg scheinen und die Spannung im Keim erstickt wird.
Das ewige Hin und Her in Kombination mit angerissenen, aber nicht ausgeführten, Handlungssträngen, ging mir jedenfalls auf die Nerven. Haben mitten im Verlauf plötzlich Ideen gefehlt? War die Lust weg? Das Papier alle?
Auch die knisternde Romance fand ich nicht. Prickelnde Anziehung? Tiefe Emotionen? Fehlanzeige. Dabei gäbe die Idee einiges her, begegnen wir doch tragischen Schicksalen und Lieben, Vorurteilen und Wut inmitten einer aufrührerischen, düsteren Welt.

Die romantische Komponente beginnt gewissermaßen auf Kontrolle und Zwang, rauscht zu – weder stimmungsvoller noch, gemessen an den Umständen, passender – körperlicher Anziehung. Wo die Verlagsbewertung „3/5 🌶️“ herkommt, kann mensch nur erahnen.

Ich hätte unglaublich gerne mehr über Imogens Volk und andere Wesen, die unter der Wasseroberfläche lauern, gelesen. Über die Götter und die (Zwietracht der) Königreiche. Schade.

Etwas, was mir wichtig ist, ist der Stil. Der war zwar überraschend einfach, gleichzeitig aber auch bildreich. Jedoch blitzten immer wieder Formulierungen auf, die nicht rund oder sinnig waren. Zusätzlich der schnellen und damit nicht in die Tiefe gehenden Erzählweise und der Tatsache, dass das Ende auf einen Mehrteiler hindeutet, etwas, was der Verlag wohl „verpasst hat“, anzugeben, war „Das Lied der Tiefe“ mehr Frust als Genuss.

Statt sich auf eine aufwendige Aufmachung zu konzentrieren, sollte sich auch der Heyne Verlag (wie die gesamte Penguin-Group) ENDLICH wieder mehr auf den Inhalt und dessen Qualität fokussieren.

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Veröffentlicht am 07.02.2025

Wow. Das war doch mal gar nicht so gut.

Your Eyes on Me – Based on Alexa's True Story
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Mit „Your eyes on me“ machen Leonie Lastella und Storygeberin Alexa den Anfang des Konzepts von Heartlines – AutorInnen schreiben Romane, die von echten L(i)ebensgeschichten inspiriert sind.
Und tja, ...


Mit „Your eyes on me“ machen Leonie Lastella und Storygeberin Alexa den Anfang des Konzepts von Heartlines – AutorInnen schreiben Romane, die von echten L(i)ebensgeschichten inspiriert sind.
Und tja, bei Body Positivity, Mental Health und Selflove bin ich immer dabei, ist die Repräsentation doch einfach unglaublich wichtig.

Während die Plus-Size-Studentin Alea mit drei FreundInnen in einer Villa, die aktuell ein Makeover erfährt, wohnt und das Leben als Teil der bunten WG liebt, ist bei Titus die Luft raus. Denn obgleich er jeden Tag in eine Designer-Wohnung kommt, ist alles mehr Schein als Sein. Als Fitnessinfluencer ist sein Content makellos und zeigt disziplinierte Perfektion, und steht damit im harten Kontrast zu Aleas Botschaften: Body Positivity. Als Jasper seine MitbewohnerInnen bittet, seinen Kumpel in der Villa aufzunehmen, schwant Alea Böses, immerhin kennt sie Titus’ Partnerin…

Erzählt wird aus wechselnder Perspektive, sodass im Verlauf Bruchstücke der Vergangenheiten, der Ursprung von Wut, Misstrauen und (Selbst)Zweifeln (…) ans Licht kommen. Doch diese Informationen ändern leider nichts daran, dass viele der kontroversen Verhaltensweisen und Aussagen ebenso unglaubwürdig scheinen wie die flache Lovestory.

Alea, die auf ihrem Social-Media-Kanal von Selbstliebe- und akzeptanz predigt, die Schönheit des Einzelnen hervorhebt, wirkt nicht, als würde sie das gegenüber ihrem eigenen Spiegelbild empfinden. Ihre vermeintliche Stärke hält sie dadurch aufrecht, dass sie niemanden nah an sich heranlässt. Dabei bröckelt Aleas selbstbewusste Fassade jedes Mal ein Stück mehr, wenn sie ihrem Gewicht mehr Raum gibt, als es tatsächlich einnimmt. Ohne sich einen Moment zu nehmen, um ihren neuen Mitbewohner auf Zeit kennenzulernen, fühlt sie sich durch jede Geste, jedes Wort angegriffen, ist defensiv, wirkt vorverurteilend – nicht, als hätte sie die Sicherheit, den inneren Frieden, mit dem sie sich online schmückt. Zwar ist das in der Realität keine Seltenheit, jedoch fehlte mir in einem Roman, der sich um diese sensiblen Themen dreht, damit wirbt, die nötige Ernst- und Glaubhaftigkeit. Titus ist ein durchtrainierter Fitnessinfluencer, der mit seinem Content motivieren, jedoch nicht optimieren will. Mithilfe seiner Ex hat er sich einen Namen gemacht, sich etwas aufgebaut – und ist auf das Geld aus den Kooperationen angewiesen. Aber der Sport war schon immer mehr für ihn, ein Ventil, etwas, durch das er zumindest in einem Bereich seines Lebens die Kontrolle hat.

Abgesehen davon, dass ich die Umsetzung von

selflove und

bodypositivity nicht optimal fand, war auch der romantische Strang ein blasser. Weder fand eine wirkliche zwischenmenschliche Entwicklung statt noch gab es nennenswerte Gefühle, kein Kribbeln, kein Prickeln. Plumpe Fast-Burn mit typischen Missverständnissen.
Auch Lastellas Stil konnte mich nicht überzeugen, war dieser doch sehr, sehr einfach, regelrecht salopp gehalten, geizte an Raffinesse und Abwechslung.
Dass beide Protagonisten mit problematischen Vergangenheiten kämpfen, lässt die LeserInnen zwar ihr Verhalten, die Verletzlichkeit, die Angst vor Nähe, Einsamkeit, Zurückweisung (…) nachvollziehen, ändert jedoch nichts daran, dass es den Figuren an markanten Eigenschaften mangelte. Wichtige Botschaften wurden in 0815-Phrasen, in bereits tausendmal gelesenen Motivationssprüchen ausgedrückt – sei es im Text oder als Kapitelüberschrift – und haben meines Erachtens nach keinen neuen, bestärkenden Mehrwert.
Hingegen mochte ich das Found-Family-Trope – die Idee mit der Villa, in der Fremde zu Freunden, zu einer kuscheligen, diversen und bunten WG wurden.

Fazit: Ich hatte hohe Erwartungen, die in keiner Weise erfüllt wurden.

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Veröffentlicht am 01.12.2024

Es gibt so viele andere gute Bücher mit dieser Thematik.

My Body is a Cage
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Als Betroffene greife ich oft zu Romanen, die psychische Probleme aufgreifen; mit denen AutorInnen für ein bisschen mehr Achtsamkeit und Aufmerksamkeit sorgen (können). Weil unsichtbare Erkrankungen auch ...

Als Betroffene greife ich oft zu Romanen, die psychische Probleme aufgreifen; mit denen AutorInnen für ein bisschen mehr Achtsamkeit und Aufmerksamkeit sorgen (können). Weil unsichtbare Erkrankungen auch heute noch viel zu häufig abgetan, nicht verstanden werden und sich jede mentale „Störung“ so vielfältig und individuell äußert, wie die verschiedenen Geschichten geschrieben sind.
Und dann gibt es Bücher, in denen zwar Worte aneinandergereit wurden, doch ohne etwas zu sagen. Bedauerlicherweise zählt „𝐌𝐲 𝐁𝐨𝐝𝐲 𝐢𝐬 𝐚 𝐂𝐚𝐠𝐞“ für mich in diese Kategorie. Dass sich diese vermeintlich poetische, halbgar und unfertig anmutende Story an Jugendliche richtet, ist besonders enttäuschend.

Lara Schützsack beweist ohne Frage ein lyrisches Talent, weiß mit verschnörkelten Worten umzugehen und in Bildern zu erzählen. Auch der melancholische Ton sowie die düstere, beklemmende Atmosphäre waren den Intentionen dieses Romans angemessen. Aber erst auf den letzten 40 Seiten gab es einen Hauch Gefühl, Zeitdruck und Verzweiflung.

Malina, die ihre Angst um ihre Schwester auf ungesunde Art kompensiert, als „einfaches Kind“ hinten ansteht; Isa, die versucht, ihrer Verzweiflung mit Kälte und Zwang Ausdruck zu verleihen, und Frieder, der sich ruhig distanziert. Diese und weitere Arten, um mit der bedrohlichen, schweren Situation umzugehen, habe ich selbst in meinem Umfeld erlebt – und doch waren die Charaktere in diesem Büchlein flach und substanzlos, wie der Verlauf und die Erkrankung(en).

Weder gab es eine authentische Darstellung von Lucindas „Problemen“ und dem Befinden der Familie noch eine Aufarbeitung der zahlreichen Konflikte oder des Traumas, das sich im Verlauf zusätzlich in deren Leben schleicht. [Wobei ich hier den Sinn hinterfrage: Wenn das, was der Fokus sein soll, schon nicht greifbar ausgearbeitet wurde, wieso dann noch einen Schocker draufsetzen?]
Ebenfalls fehlte die bemühte, verständnisvolle Unterstützung seitens der Eltern, der Drang, verstehen zu wollen.

Da aus der Perspektive von Malina erzählt wird – die ihre große Schwester nicht nur vergöttert, sondern regelrecht in einer Co-Abhängigkeit gefangen ist – bekommen die LeserInnen keinen Eindruck von dem, was in der Älteren vorgeht. Hier und da wird zwar ersichtlich, dass diese psychisch krank ist – Depressionen, Essstoerung, Stimmungsschwankungen und Lebensmüdegedanken- sowie äußerungen –, sich mit Manipulation und Lügen durch das Familienleben windet, jedoch mangelt es an Mehr. Einem Bezug.
Man könnte vermuten, dass zumindest die erzählende Schwester Raum, Kontur bekommt?! Aber nein, auch deren Empfindungen bleiben verborgen, ist sie doch hauptsächlich Betrachterin von Geschehen und Veränderungen. Damit hält die Autorin nicht nur konstant eine wirre Ungewissheit aufrecht, sondern schafft auch Distanz.
Blass. Blass bleiben die Figuren, blass bleiben die Emotionen. Probleme sind deutlich vorhanden, doch keines wird besprochen oder gar gelöst; vage Andeutungen in einem Text, der nichts zu Ende bringt, ausführt oder erklärt, sorgen weder für Verständnis, Identifikation noch dazu, sich einzufühlen. Wie erwähnt gibt es eine weitere Komponente, die – wahrscheinlich anstelle eines klaren Abschluss' – unbedingt eingebracht werden musste, definitiv nicht ohne ist, aber unstimmig wirkt.

Ich lese seit über der Hälfte meines Lebens Bücher zum Thema Essstoerung und selten hat mich ein Roman, der Aufmerksamkeit schaffen sollte, derart fragend zurück gelassen.
⚠️ Außerdem muss gesagt werden, dass es sich bei diesem Buch um eine NEUAUFLAGE handelt. „My Body is a Cage“ erschien bereits vor ca. zehn Jahren unter dem Titel „Und auch so bitterkalt“.

🌺 Ihr sucht ein Buch mit einer Aussage, in dem es um liebende Schwestern geht, um den Kampf und die Tragik der Essstörung sowie die zerstörerischen Auswirkungen auf Familie/Umfeld? Dann solltet ihr euch „𝐖𝐚𝐬 𝐟𝐞𝐡𝐥𝐭 𝐰𝐞𝐧𝐧 𝐢𝐜𝐡 𝐯𝐞𝐫𝐬𝐜𝐡𝐰𝐮𝐧𝐝𝐞𝐧 𝐛𝐢𝐧?“ von Lilly Lindner anschauen. Einfühlsam, schmerzhaft und ECHT.

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Veröffentlicht am 11.11.2024

Schlecht, wenn man eine Geschichte splittet.

Wächter des Wyrdwood
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Von „Wächter des Wyrdwood“ bin ich auf verschiedene Arten enttäuscht – erstmal gibt der Verlag zu keiner Zeit an, dass es sich hier um eine Serie handelt, zweitens finde ich es problematisch, wenn ein ...

Von „Wächter des Wyrdwood“ bin ich auf verschiedene Arten enttäuscht – erstmal gibt der Verlag zu keiner Zeit an, dass es sich hier um eine Serie handelt, zweitens finde ich es problematisch, wenn ein ursprünglicher Auftakt – heißt Band eins – gesplittet wird. Denn dann passiert mit hoher Wahrscheinlichkeit folgendes:
Die Leser bekommen eine Einleitung, eine Ahnung, jedoch kaum Handlung oder Spannung. Das beste Beispiel findet sich hinter diesem schlichten, dennoch schicken Cover.
Ebenfalls entspricht der verwendete Klappentext nicht dem Inhalt – vielleicht wäre die Buchbeschreibung zutreffend, hätte man die komplette Einheit veröffentlicht.


Als Waldläufer, der mit den Gefahren von Wyrdwood vertraut, mutig und rücksichtslos ist, geht
Cahan der Bitte einer Mutter nach, ihr Kind zu finden.
Dass ihn gerade eine geschwätzige Geistliche dabei begleiten will, lässt den Einzelgänger nicht unbedingt in Begeisterung ausbrechen. Sowohl die Suche als auch Cahans Versuch, Udinny mit den Besonderheiten des Waldes vertraut zu machen, zusätzlich zu einigen Schilderungen der Gegebenheiten, bilden den Hauptteil dieses Romans.


RJ Barker verzichtet leider auf ein Glossar, dabei wäre dieses hilfreich gewesen, um bei all den Orten, Wesen, Namen (…), die sich vor allem in der ersten Hälfte tummeln, einen groben Überblick zu behalten. Diese finden zwar rege Erwähnung, jedoch ebenso wenig Erklärung wie das (gesellschaftliche/politische/mythologische) System der Welt, sodass vieles unklar und das gesamte Worldbuilding großteils oberflächlich bleibt. Dabei ist der Autor nicht um Beschreibungen verlegen, was die detailreiche Ausarbeitung der Umgebung zeigt.
Ebenso verwunderlich ist es, dass Cahan zwar die zentrale Figur bildet, doch seine Vergangenheit, Gründe und Ziele nicht ausreichend beleuchtet wurden.
Interessant hingegen empfand ich, wie Barker den Wald darstellte, fast, als wäre dieser eine eigenständige Person. Was sympathisch wirkte und, bestückt mit den unterschiedlichsten BewohnerInnen, Tücken und Gefahren, mit Magie und Wundern, zu einer einnehmenden Atmosphäre beitrug.

Während wir also Cahan und Udinny begleiten, ein wenig kennenlernen ... dümpelt die Storyline, die unpassend einfach geschrieben wurde, vor sich hin. Das Worldbuilding weist Lücken auf, dem Erzählstil fehlt es sowohl an Tempo als auch an Abwechslung und dem Verlauf an Höhepunkten.

Es ist schwer ein Buch zu bewerten, von dem eine Hälfte fehlt. Immerhin könnten sich in Teil zwei Antworten und Erklärungen verbergen, Spannung und Action. Aber wer weiß …

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Veröffentlicht am 21.08.2024

Was für ein schlechter Thriller.

Death TV
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2 ☆ für einen Thriller, der keiner ist.
3 ☆ für einen netten Roman.

Frankie Percival – Mentalistin mit ausreichend Erfolg, um sich über Wasser zu halten, einem speziellen Modegeschmack, einer gebuchten ...

2 ☆ für einen Thriller, der keiner ist.
3 ☆ für einen netten Roman.

Frankie Percival – Mentalistin mit ausreichend Erfolg, um sich über Wasser zu halten, einem speziellen Modegeschmack, einer gebuchten besten Freundin und einem Bruder, für den sie alles geben würde – lebt strukturiert, recht eintönig gar.
Viele würden sie wohl eher als „interessant“ statt „hübsch“ beschreiben – so auch Mike, der sich im Verlauf zu dem festen Freund entwickelt und ihrem privaten Raum den selben unfassbaren, plötzlichen Aufschwung verleiht, wie die Frühlings- und Sommermonate ihrer Karriere. Schade, dass all das Positive so kurz vor ihrem geplanten Tod eintritt.
Geplanter Tod? Genau.
Und doch wird Percivals Ableben auch sie aus dem Nichts einholen.

„𝐃𝐞𝐚𝐭𝐡 𝐓𝐕“ wird als Thriller, gar als nervenaufreibend, bezeichnet – Titel und Klappentext untermauern dieses Versprechen und schüren hohe Erwartungen… Tja. Schade, dass die Storyline maximal nett, definitiv zäh und wenig fesselnd dahin schleicht.
Dabei fand ich Bryan Johnstons Worldbuilding – ein paar Jahrzehnte in der Zukunft und vor allem in den Bereichen Technik und Überwachung stark entwickelt – samt der Realityshow, bei der sich Menschen, die sterben wollen, bewerben können, interessant und ausgeklügelt. Sowohl das aufwendige Auswahlprozedere des Senders, um geeignete KandidatInnen zu bestimmen, als auch das sorgfältige Vorgehen und die individuell geplante Ausführung sind meines Erachtens nach lückenlos dargelegt.

Zu Beginn werden wir mit Fallbeispielen konfrontiert, was es ermöglicht, sich auf das juristisch einwandfreie System der Macher einer derart verwerflichen Show einzulassen und mit dem Kopf zu schütteln. Außerdem stecken viele Aussagen – u. a. bezogen auf die Sensationsgier/Langweile, die Widersprüchlichkeit der Gesellschaft und den Kapitalismus – zwischen den Seiten, die unleugbar sind.
Wer kennt sie nicht, die Leute, die beim medialen Ableben eines Tieres jämmerlich weinen und sich zeitgleich durch den Tod eines Menschen – so gewaltvoll und blutig wie möglich – unterhalten fühlen?!
In den wenigen Kapiteln, in denen wir Einblicke in die Arbeit des „Death TV“‐Teams bekommen, in kühle Professionalität und den Fokus, der auf imposanten Executionen und gewaltigen Einschaltquoten liegt, verstecken sich die zarten Ableger von Spannung.
Der Rest dieses Romans – Nein, sorry, kein Thriller! – besteht aus Frankies Leben. Wir erfahren mehr über den Grund ihrer Teilnahme an diesem morbiden und selbst für die gestandene Frau fragwürdigen Fernsehspektakel, sind Teil ihrer Arbeit und auch dabei, wenn die lebensbejahenden Veränderungen – Erfolg und Liebe – eintreffen.

Ohne Frage sind die Protagonistin und ihr Tun sowie die Gegebenheiten von Welt und Show alles andere als fad. Doch empfinde ich irrelevante, seitenlange Ausschweifungen, Details, wo es keine braucht, und das Gefühl gähnender Langeweile für ein Szenario, das Nervenkitzel auslösen soll, eher unpassend.
Zusätzlich versetzt Johnstons Stil dem Gelesenen noch eine weitere Staubschicht – und das Finale? Überraschend zwar, aber es ist nicht zu übersehen, dass dieser Effekt mühevoll konstruiert wurde und für mich leider kein stimmiges Ende mimt.

Positiv: Ich bin ein Fan des kritischen Blicks gen Gesellschaft.

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