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Veröffentlicht am 18.12.2024

Man sieht die Tiere danach mit anderen Augen

Von Spinnen und Menschen
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Spinnen - entweder man mag sie oder nicht. Einen Mittelweg scheint es bei ihnen nicht zu geben. Und genau darum geht es in dem Buch "Von Spinnen und Menschen" von Jan Mohnhaupt. Er beleuchtet hier die ...

Spinnen - entweder man mag sie oder nicht. Einen Mittelweg scheint es bei ihnen nicht zu geben. Und genau darum geht es in dem Buch "Von Spinnen und Menschen" von Jan Mohnhaupt. Er beleuchtet hier die Beziehung von Mensch und Spinne aus allen Blickwinkeln. Er zeigt, wie die Vogelspinne ihren Siegeszug als Haustier beschritt, aber auch die Facetten der Arachnophobie, die bereits beim Anblick eines Spinnennetzes beginnen kann. Aber auch der Einfluß von Spinnen in Kunst und Handwerk sowie ihre Zoologie werden hier erläutert, ebenso wie ihr Einfluss auf Sprache, Träume, Forschung (denn Spinnen waren sogar schon zur Erforschung im Weltall) und ihre Rolle in der Geschichte der Menschheit. Jan Mohnhaupt bringt dem Leser die Themen auf einfache und lockere Art näher, bleibt dabei jedoch auf sachlicher Ebene, so daß man hier ein Fachbuch in den Händen hält, welches Wissen für jedermann vermittelt. Jedem Kapitel ist eine schwarz-weiß-Zeichnung vorangestellt, die einen Bezug zu dem im Kapitel behandelten Thema hat.

Dieses Buch ist etwas besonderes - nicht nur, weil es eine Tierart behandelt, die in der Gesellschaft zwiespältig betrachtet wird!

Veröffentlicht am 08.12.2024

Erfrischend anders

Wie Jesus das Lübecker Marzipan erfand
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Mit seinem Buch "Wie Jesus das Lübecker Marzipan erfand" beschreitet Lorenz Meyer einen ganz neuen Weg der Weihnachts-Kurzgeschichten. Denn hier geht es weder mörderisch noch humorvoll zu. Vielmehr werden ...

Mit seinem Buch "Wie Jesus das Lübecker Marzipan erfand" beschreitet Lorenz Meyer einen ganz neuen Weg der Weihnachts-Kurzgeschichten. Denn hier geht es weder mörderisch noch humorvoll zu. Vielmehr werden hier Geschichten bekannter Autoren wie Thomas Mann, Mark Twain, Paulo Coelho, Kurt Tucholsky, Julis Verne, Agatha Christi, Wilhelm Busch, Sophie Kinsella, Astrid Lindgren und vielen mehr so umgeschrieben, daß es jeweils eine neue Fassung der Weihnachtsgeschichte ergibt. Und dies genau 24mal. Wer jetzt denkt, dies wäre langweilig - falsch gedacht. Jede Geschichte ist einzigartig und verliert, trotz der Änderung, nicht den Bezug zum Ursprung. Lorenz Meyer hat auch gut darauf geachtet, den Schreibstil der jeweiligen Urgeschichte beizubehalten. Dies stelle ich mir gar nicht so einfach vor! Dieses Buch ist eine gelungene Abwechslung. Der Autor hat für seinen Mut, dieses gelungene Experiment zu wagen, ein großes Lob verdient!

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Veröffentlicht am 07.12.2024

Für alle Fans ein Muß

Das Mädchen aus Yorkshire
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Schon als Leah Thompson noch ein kleines Mädchen war, zeichnete sich ab, daß aus ihr einmal eine außergewöhnlich schöne Frau würde. Doch eine unheimliche Prophezeiung einer alten Frau warnt sie vor den ...

Schon als Leah Thompson noch ein kleines Mädchen war, zeichnete sich ab, daß aus ihr einmal eine außergewöhnlich schöne Frau würde. Doch eine unheimliche Prophezeiung einer alten Frau warnt sie vor den negativen Folgen ihrer Schönheit. Viele Jahre später ist aus dem einfachen Mädchen tatsächlich ein umjubeltes Supermodel geworden. Die Männer liegen ihr zu Füßen, aber Leah kann ihre Jugendliebe Brett nicht vergessen. Mit ihm verbindet sie auch die Beziehung zu der Familie Delancey, die in Leahs Kindheit in Yorkshire eine große Rolle gespielt hat. Die Geheimnisse dieser Familie reichen weit in die Vergangenheit zurück und führen Leah in die Zeit des Zweiten Weltkrieges nach Polen. Plötzlich erinnert sie sich wieder an die Weissagung der alten Frau und sie geht ein großes Risiko ein, um ihr Glück zu finden.

"Das Mädchen aus Yorkshire" ist ein früher Roman der verstorbenen Autorin Lucinda Riley. Man erkennt aber schon den Stil der späteren Bestsellerautorin und wird von der Geschichte sofort eingefangen. Das vermeintlich traumhafte Leben der Supermodels wird in diesem Roman entzaubert. Lucinda Riley beschreibt das harte Geschäft in der Modelbranche knallhart. Man kann sich die Existenzängste der Models gut vorstellen und spürt genau den Druck, mit dem sie täglich fertig werden müssen. Im zweiten Erzählstrang geht es um das Schicksal der polnischen Juden im Zweiten Weltkrieg. Bei dieser Geschichte bekommt man unwillkürlich eine dicke Gänsehaut. Das Leben in den Lagern beschreibt die Autorin sehr intensiv und ungeschönt. Dieser Roman hat noch nicht ganz die Klasse der späteren Werke von Lucinda Riley. Trotzdem ist er viel zu schade, um unveröffentlicht zu bleiben. Für alle Fans der Autorin ein unbedingtes Muß!

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Veröffentlicht am 06.12.2024

Gelungene Sammlung

Du stirbst nicht nur zur Sommerzeit
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"Du stirbst nicht nur zur Sommerzeit" ist eine Sammlung krimineller Kurzgeschichten, die beweisen, wie mörderisch gut die Weihnachtszeit ist. 24 Autoren haben sich hier zusammengeschlossen und überzeugen ...

"Du stirbst nicht nur zur Sommerzeit" ist eine Sammlung krimineller Kurzgeschichten, die beweisen, wie mörderisch gut die Weihnachtszeit ist. 24 Autoren haben sich hier zusammengeschlossen und überzeugen durch Kurzgeschichten, die Abwechslung bieten. Jede Geschichte für sich spielt in der Weihnachtszeit, variiert jedoch in Handlungsort und -jahr. Spannend und unterhaltsam sind sie alle, lassen den Leser miträtseln und nehmen ihn sofort für sich ein. Die Autoren verstehen ihr Handwerk - was man an den plötzlichen Wendungen und falschen Spuren deutlich merkt. Einige Geschichten kommen dabei noch humorvoll herüber oder jagen dem Leser einen Schauer über den Rücken. Alle sind sie sehr locker und leicht geschrieben und bereiten Lesespaß. Die Geschichten haben durchweg eine angenehme Länge, die es ermöglicht, immer wieder eine Geschichte zwischendurch zu lesen. Da es 24 Geschichten sind, könnte man dies Buch als Adventkalender nutzen. Da die Geschichten jedoch alle richtig gut sind, gehört dazu eine ordentliche Portion Selbstbeherrschung - mir würde dies nicht gelingen!

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Veröffentlicht am 05.12.2024

Ein besonderes Buch

Leuchten am Meeresgrund
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Im Sommer 1934 sitzt Gloria Hollister an Bord eines Schiffes vor der Atlantikinsel Nonsuch und schreibt in ein Notizbuch, während sie durch eine Telefonleitung mit einer Tauchkugel verbunden ist. In dieser ...

Im Sommer 1934 sitzt Gloria Hollister an Bord eines Schiffes vor der Atlantikinsel Nonsuch und schreibt in ein Notizbuch, während sie durch eine Telefonleitung mit einer Tauchkugel verbunden ist. In dieser Kugel sitzt in 900 m Tiefe William Beebe und beobachtet die fremde Unterwasserwelt. Er beschreibt bisher unbekannte Kreaturen und faszinierende Licht- und Farbeffekte. Von diesem Abenteuer handelt das Buch "Leuchten am Meeresgrund" von Brad Fox. Er verwebt hier real existierende Logbücher der Expedition, Tagebucheinträge der Teilnehmer sowie einen spannenden Bericht zu einem perfekten Ganzen. Durch diese Mischung wird man selbst mitgenommen auf den Meeresgrund und liest fasziniert, wie sich die Erforschung damals gestaltete. Die Schwierigkeiten und Gefahren sind mit den heutigen Forschungsexpeditionen in keinster Weise zu vergleichen. Ebenso vermittelt Brad Fox hier völlig nebenbei historische Wissen, welches den Leser staunen läßt. Hier merkt man deutlich die intensive Recherchearbeit, die der Autor für dieses Buch geleistet hat. Auch die Forscher bekommen hier ihren Platz, werden nicht nur während der Expedition dargestellt, sondern man erfährt auch viel über ihren privaten und beruflichen Lebensweg. Angereichert ist dieses Buch mit tollen Zeichnungen und Fotos rund um diese faszinierende Expedition.

Für mich ist dieses Buch ein absolutes Highlight, das ich gern empfehle!

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