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Veröffentlicht am 26.12.2024

Wer ist Grace Turner?

Das Comeback
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Diese Frage stellen sich einige, nachdem der junge Hollywoodstar kurz vor der ersten Golden Globe-Auszeichnung plötzlich verschwindet. Sie taucht für ein Jahr bei ihren Eltern unter und begräbt ihre erfolgreiche ...

Diese Frage stellen sich einige, nachdem der junge Hollywoodstar kurz vor der ersten Golden Globe-Auszeichnung plötzlich verschwindet. Sie taucht für ein Jahr bei ihren Eltern unter und begräbt ihre erfolgreiche Hollywoodkarriere zunächst.

Während man ihr dabei zusieht wird schnell klar, dass die junge Frau selbst kaum weiß, wer sie eigentlich ist. Oder wer sie hätte sein können, wäre sie nicht mit 13 Jahren in den Dunstkreis und unter den Einfluss des erfolgreichen Regisseurs Able geraten.

Ihre Geschichte ist mit Sicherheit kein Einzelschicksal, zeigt aber deutlich die Gefahren von Machtmissbrauch, körperlicher und psychischer Kontrolle und Misshandlung auf, die in der Traumfabrik an der Tagesordnung sind, wie die aktuellen Schlagzeilen immer wieder zeigen.

Das Buch hätte groß sein können, wäre der etwas einfache Schreibstil nicht gewesen. In Verbindung mit dem ruhigen Erzähltempo und einer Hauptfigur, die es einem mit ihren Entscheidungen und Stimmungsschwankungen nicht immer leicht macht, mit ihr zu fühlen, entsteht so ein Buch, das nett ist, aber nicht herausragend.

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Veröffentlicht am 10.12.2024

Verborgene Aussage

When Women were Dragons – Unterdrückt. Entfesselt. Wiedergeboren: Eine feurige, feministische Fabel für Fans von Die Unbändigen
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Wie sehr habe ich mich auf dieses Manifest weiblicher Wut gefreut, auf diese geballe Portion "female rage". Doch leider hat sie sich etwas zu sehr zwischen den Zeilen langsamer Behäbigkeit versteckt.

Alex ...

Wie sehr habe ich mich auf dieses Manifest weiblicher Wut gefreut, auf diese geballe Portion "female rage". Doch leider hat sie sich etwas zu sehr zwischen den Zeilen langsamer Behäbigkeit versteckt.

Alex wächst im Amerika der 1950er Jahre auf. Männer gehen Geld verdienen, während die Frauen zuhause bleiben und sich um die Kinder kümmern. "Sei brav und halte den Blick gesenkt" ist der Leitspruch, mit dem sie erzogen wird. Doch 1955 wehren sich einige Frauen dagegen. SIe brechen aus den vorgegebenen Mauern aus und werden zu gefürchteten Drachinnen. So gefürchtet, dass es verboten ist, über sie zu sprechen. Sie werden als vulgär und verdorben erachtet. Und währenddessen versucht Alex, ihren Weg in die Wissenschaft zu finden.

Klingt großartig? Könnte es sein, wenn es nicht so langatmig erzählt würde. Die aus Alex Sicht geschilderte Geschichte plätschert in großen Teil einfach nur dahin. Zwischendurch werden wissenschaftliche Auszüge eingeschoben, Zeitungsberichte und Protokolle. Die lockern das Ganze zum Glück etwas auf und sorgen für Spannung.

Mit Alex dagegen werde ich nicht so richtig warm. Und die Drachenwandlung verstehe ich auch nicht so richtig. Ist es die Wut, die aus den Frauen herausbricht? Stellenweise sieht es so aus. Doch dann wiederum ändert sich danach nicht ganz so viel wie erhofft, wenn die Drachinnen in ihre alten Muster zurückkehren, ihre alten Rollen wieder aufnehmen. Was hat ihnen das Wandeln also gebracht?

So ganz hat sich mir die Bedeutung nicht erschlossen.

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Veröffentlicht am 10.12.2024

Wo bleibt der Krimi?

Lückenbüßer (Kluftinger-Krimis 13)
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Ich mag Klufti und seine oftmals vertrottelte Art, besonders die Vertonung durch die beiden Autoren hat es mir angetan. Und doch wollte dieser Band einfach nicht so richtig zünden.

Während einer Großeinsatzübung ...

Ich mag Klufti und seine oftmals vertrottelte Art, besonders die Vertonung durch die beiden Autoren hat es mir angetan. Und doch wollte dieser Band einfach nicht so richtig zünden.

Während einer Großeinsatzübung findet man plötzlich ein Opfer. Ein echtes, noch dazu ein Polizist. Als hätte Klufti nicht schon genug als Interimspräsident zu tun, muss er nun diesen Todesfall aufklären und nebenbei noch an der Wahl zum Gemeinderat teilnehmen.

Die altbekannten Figuren sind fast alle mit dabei. Dieses Wiedersehen finde ich ja immer wieder schön. Und doch ist es diesmal zu viel. Zu viel Gerangel mit Dr. Langhammer. Zu viel Trara um diese unsägliche, fast überflüssige Wahl und den aufgeblasenen Wahlkampf.

Daneben kommt der eigentliche Kriminalfall zu kurz. Was schade wäre, wenn die Thematik an sich nicht etwas zu ausgelutscht wäre und mit Sicherheit nicht jedem Lesenden schmecken wird.

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Veröffentlicht am 13.11.2024

Austauschbar

Skyhunter – A Silent Fall
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Marie Lu hat ein Buch geschrieben. Einen Fantasyschmöker mit einer mehr oder weniger zarten Liebesgeschichte. Es geht um ein kleines Land, das sich gegen die Übermacht seines verfeindeten, brutalen Nachbarlandes ...

Marie Lu hat ein Buch geschrieben. Einen Fantasyschmöker mit einer mehr oder weniger zarten Liebesgeschichte. Es geht um ein kleines Land, das sich gegen die Übermacht seines verfeindeten, brutalen Nachbarlandes zur Wehr setzt und eine Heldin, die sich trotz ihres Handycaps als große Hoffnung erweist.

So weit, so austauschbar. Immer wieder hat man das Gefühl, diese Geschichte so oder so ähnlich schon einmal gelesen zu haben. Dabei hat der Plot eigentlich ein paar ganz nette Ideen, versinkt aber immer wieder in Klischees.

Dabei bleiben leider auch die Figuren etwas blass und vor allem die Hauptfigur Talin verliert sich zu oft in Wiederholungen.

Die Vertonung des Hörbuchs tut dann ihr übriges, um mich immer wieder genervt durchatmen zu lassen. Vielleicht liegt es also tatsächlich an Dagmar Bittner, dass mir das Buch nicht so gut gefallen hat wie erhofft.

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Veröffentlicht am 21.10.2024

Alltägliches Familienschicksal?

Cascadia
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Dass dieses Buch mehr ist als eine Alltagsgeschichte, zeigen schon die ersten Zeilen, die das Märchen "Schneeweißchen und Rosenrot" der Gebrüder Grimm zitieren. Und doch erkennt man schnell bekannte Beziehungsmuster ...

Dass dieses Buch mehr ist als eine Alltagsgeschichte, zeigen schon die ersten Zeilen, die das Märchen "Schneeweißchen und Rosenrot" der Gebrüder Grimm zitieren. Und doch erkennt man schnell bekannte Beziehungsmuster und -strukturen wieder.

Sam und ihre Schwester Elena kümmern sich seit Jahren um ihre krebskranke Mutter. Jeder Cent, den sie verdienen, geht für Medikamente und den Lebensunterhalt raus. Ihre Jobs im Golfclub und auf der Fähre halten sie gerade so über Wasser, ebenso wie der gemeinsame Traum, irgendwann endlich die Heimatinsel zu verlassen und die Welt zu entdecken.

Die Autorin schafft es auf interessante Art, die Stimmung auf dieser Inselgruppe im Nordwesten der USA einzufangen. Die Natur beschreibt sie besonders stimmungsvoll (da sie auch einen Großteil der Geschichte bestimmt).

Ebenso schafft sie es, einen spannenden Einblick ins Gesundheitssystem der USA zu werfen, sowie die Zwänge und Nöte darzustellen, die durch die horrenden Versorgungskosten entstehen. So spielt sie mit den Ängsten und Nöten der beiden Schwestern.

Trotzdem schafft sie es leider nicht, diese gewisse Distanz zu überbrücken, die zwischen den Figuren und dem Lesenden besteht. So erreichen mich die Emotionen der beiden kaum und ich fühle mich mehr und mehr wie eine unbeteiligte Beobachterin.

Auf die Spitze treibt sie es dann mit dem Ende des Buches, welches mich komplett verliert und leider nicht überzeugen kann.

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