Kampf auf Leben und Tod.
Revenant Games – Spiel auf Leben und TodHexen, Vampire, ein tödlicher Wettkampf – „Revenant Games“ war ein Muss für mich.
Um Emersons Leben zu retten, nicht auch noch die letzte Konstante zu verlieren, tritt Bly bei den gefürchteten »Revenant ...
Hexen, Vampire, ein tödlicher Wettkampf – „Revenant Games“ war ein Muss für mich.
Um Emersons Leben zu retten, nicht auch noch die letzte Konstante zu verlieren, tritt Bly bei den gefürchteten »Revenant Games« an. Ein Spiel auf Leben und Tod. Bly will siegen, koste es, was es wolle.
Doch trotz ihrer Entschlossenheit, aller Kälte, trotz des Kampfes, der auf sie wartet, ist es gerade ein Vampir, ein Gegner, der Bly aus dem Konzept bringt und zur größten Herausforderung wird …
Margie Fustons Idee ist nicht komplett neu, jedoch bringt die Autorin frische Elemente und interessante Facetten mit. Zum einen wären da zwei Gruppierungen übernatürlicher Wesen, die beide als Ganzes bösartig sind, die Menschen ausbeuten, über sie herrschen und die einzig ein fragiles, halbgares Abkommen daran hindert, sich gegenseitig abzuschlachten.
Ein wankelmütiger Frieden.
Zum anderen zieht die Autorin eine junge Frau in den Fokus, die weit weg von „strahlend“ und „heldenhaft“ ist. Dafür umso verzweifelter, einsam und von quälender Schuld zerfressen.
War die Entwicklung, die die Freundschaft von Emerson und Bly nimmt, bereits im ersten Kapitel vorhersehbar, kam mit Kerrigan und allem, was er auslöst, was er preisgibt, ein aufgeregtes Kribbeln in die Story. Nicht gänzlich durchschaubar, dafür umso spannender.
Dass sich dem Zweiergespann zuvor neben einer Hexe auch ein skrupelloses Geschwisterpaar anschließt, gab dem Ganzen weitere unberechenbare Komponenten. Denn ist einer Hexe und ausgehungerten, gnadenlosen TeilnehmerInnen wirklich zu trauen? Wer hält sich letztlich an Pläne und Abmachungen und wer spielt ein eigenes Spiel?
Während sich die Truppe erst nach Vagaris und dann nach Havenwhile durchschlägt, werden die einen oder anderen Geheimnisse und Zusammenhänge offenbart, manche so überraschend, dass der Verlauf eine neue Richtung einschlägt.
Ergreifenden, malerischen Schilderungen von Gefühlen und Empfindungen zum Trotz bewegen wir uns stilistisch auf einer recht einfachen und leicht verständlichen Ebene, der ein wenig mehr Anspruch und Raffinesse nicht geschadet hätte, um den Ernst zu unterstreichen und die Dramatik passend(er) zu inszenieren. Inhaltliche Wiederholungen, etliche Längen sowie ausschweifende, sich um sich selbst drehende Überlegungen kamen diesem Ton auch nicht zugute.
Bly wirkt sensibel und gewissermaßen selbstlos, begibt sie sich doch auf dieses perfide Spielfeld, um die Menschen zu retten, die sie liebt, doch im Verlauf lernen wir eine Seite kennen, die, beachtet man ihre Welt, viel besser passt: manipulativ, trickreich und bereit, andere zu opfern. Hier und da fehlte es mir jedoch an ausreichend Tiefe und Raum, um Beweggründe und Reaktionen nachvollziehen zu können, sodass der Eindruck von „Sprunghaftigkeit“ und spröder Entschlossenheit entsteht. Die drohenden Gefahren, die zu erwarten wären, die eigentliche „Mission“, rücken mehrfach in den Hintergrund, denn selbst in brenzligen Situationen kreisten ihre Gedanken um Irrelevantes. Ebenso blieb das Worldbuilding auf der Strecke, wenn auch eine vorsichtsheischende Atmosphäre das Geschehen begleitete. Dafür wurden einige der Vampire und Hexen, denen wir begegnen, mit charakterlichen Zügen bestückt, die (teilweise) vom Bekannten und Vermuteten abweichen. Es war definitiv schwer, hinter aufgesetzte Freundlichkeit und herablassende Überlegenheit zu blicken.
Bis zum Schluss war Emerson für mich übrigens niemand, dem ich sonderlich viel Respekt oder Anerkennung entgegenbringen konnte. Hoffen wir mal, dass er noch eine Chance bekommt, seinen Mann zu stehen.
Kerrigan, ein wichtiger Bestandteil der Storyline, ist für die LeserInnen genauso interessant und undurchsichtig, dadurch so reizvoll wie für Bly. Es machte Spaß, sorgte hier und da für Abwechslung und Funken, die beiden zusammen zu erleben. Jedoch sollten wir niemandem vertrauen… Ein Fehler und alles wäre vorbei …
„Revenant Games“ hält die eine oder andere Wendung, leise Spannung und ein ausgewogenes Tempo bereit, zudem unberechenbare Situationen, Blut und emotionale Augenblicke. Ich wäre bereit für Band zwei.