Grausame Morde und ein Täter jenseits aller Vorstellungskraft
Blutrote GrazienIch habe vor einiger Zeit meine Liebe zu Thrillern entdeckt, die in Italien angesiedelt sind. Ich schätze die düstere Atmosphäre, die unglaubliche Spannung und eine gute Portion Grausamkeit. Dies trifft ...
Ich habe vor einiger Zeit meine Liebe zu Thrillern entdeckt, die in Italien angesiedelt sind. Ich schätze die düstere Atmosphäre, die unglaubliche Spannung und eine gute Portion Grausamkeit. Dies trifft in ganzem Umfang auf diesen Krimi zu. Meran, Touristenhochburg, und seine Umgebung werden zur Spielwiese eines äußerst brutalen Mörders, der seine Taten ins Netzt stellt und eine wachsende Anzahl von Bewundern um sich scharrt. Beide Seiten haben mich mit Abscheu erfüllt.
Aron Fischer und seine Kollegin Marie von der Meraner Polizei werden mit dem Fall beauftragt. Beide waren mir von Anfang an unsympathisch. Aron lebt in einer kaputten Ehe. Ich fand sein Verhalten gegenüber seiner Frau als auch gegenüber Marie als unangemessen. Er sieht Marie mehr als Sexobjekt und diese befeuert mit ihrem Verhalten sein Verlangen. Es geschehen weitere Morde, die immer grausamer werden. Verwirrend waren auch die literarischen Neigungen des Täters, der jedem Opfer ein Gedicht widmet. Zur Unterstützung schickt Rom Colonnello Tommaso nach Meran, sehr zum Missfallen von Aron. Mir dagegen war er sehr sympathisch. Was ich gelungen fand, der Autor gewährt Einblicke in die Welt des Täters und seine Chatverläufe. Das war beängstigend, denn , wenn ich mir in einem sicher war, der Mörder war hochgradig psychisch krank und würde nicht von selbst aufhören, zu morden. Besonders abstoßend war für mich sein Chat mit einer gewissen M . Meine Vermutungen über die Person dahinter schossen geradezu ins Kraut. Plötzlich konnte es jeder und jede gewesen sein.
Die Auflösung war in Bezug auf den Täter keine Überraschung mehr, was die Identität von M anbetrifft dagegen schon. Der Auslöser für die Ereignisse war fast so abstoßend wie die daraus resultierenden Taten. Mitleid, Verständnis für die Täter, das kann ich mit einem klaren nein beantworten. Der Thriller ist nichts für zartbesaitete Gemüter , denn der Autor spart nicht mit blutigen Details, so dass auch ich gelegentlich schlucken musste. Das Verwirrspiel um die Person des Täters war in meinen Augen sehr gelungen. Nach ein paar Seiten Startschwierigkeiten hatte der Thriller meine volle Aufmerksamkeit und ich einige Stunden voller Spannung und guter Unterhaltung.