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Veröffentlicht am 11.10.2025

Sehr oberflächlich und enttäuschend

Die Mitford Schwestern
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In der Reihe "Starke Frauen im Schatten der Weltgeschichte" im Kiepenheuer & Witsch erscheint Marie Benedicts historischer Roman Die Mitford Schwestern.

Zwischen den Weltkriegen sind die sechs Mitford-Schwestern ...

In der Reihe "Starke Frauen im Schatten der Weltgeschichte" im Kiepenheuer & Witsch erscheint Marie Benedicts historischer Roman Die Mitford Schwestern.

Zwischen den Weltkriegen sind die sechs Mitford-Schwestern in der politischen, literarischen und gesellschaftlichen Szene Englands berühmt. Nancy ist Schriftstellerin, Diana geht eine Beziehung mit dem Faschisten Oswald Mosley ein und Unity verehrt Hitler und tut alles, um in seiner Nähe zu sein. Diese Konstellation sorgt für familiäre Probleme, denn Großbritannien zieht gegen Deutschland in den Krieg

Die berühmten Mitfordschwestern waren insgesamt sechs sehr unterschiedliche Frauen, von denen ich bisher noch nichts gehört hatte. Deshalb erhoffte ich mir in diesem Roman nähere Informationen über ihr reales Wirken und habe vorab nachgelesen, dass sie zu einer Gruppe junger Adliger gehörten und mit Winston Churchill verwandt waren. In der Geschichte vertreten sind allerdings nur die drei Schwestern Nancy (Ich-Erzählerin und Schriftstellerin), Diana und Unity. Diana und Unity waren Anhängerinnen des Faschismus in England und Nazideutschland und haben die Ideologie fanatisch unterstützt.

Die Handlung dreht sich neben zahlreichen oberflächlichen Szenen und schwelenden Konflikten zwischen den Schwestern und ihren Zeitgenossen ständig um ihre persönlichen Belange und um die Verklärung des Dritten Reiches. Leider hatte Nancy keinen großen Einfluss auf ihre Schwestern und ihre politischen Ambitionen. Ich muss zugeben, auf Dauer wurde mir die Thematik des Faschismus bzw. seiner Verharmlosung einfach zu viel. Positiv ist der flüssige Erzählstil, aber ich habe mich beim Lesen nicht wohl gefühlt und konnte mich auch nicht gut in die Figuren einfühlen. Dadurch habe ich mich durch einige Kapitel hindurch gequält. Wenn ich für einen Roman sehr lange brauche, ist das immer ein schlechtes Zeichen.

Diese Lektüre hinterlässt einen schalen Geschmack und hat mich insgesamt sehr enttäuscht. Meiner Meinung nach sehen starke Frauen anders aus.

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Veröffentlicht am 20.12.2024

Trifft nicht meinen Geschmack!

Das geheime Buch der Wichtel
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Im Fischer Sauerländer Verlag erscheint Das geheime Buch der Wichtel von Loes Riphagen.

Wichtel sind für uns Menschen geheimnisvolle Wesen. Was machen eigentlich Wichtel, die bei vielen Kindern in der ...

Im Fischer Sauerländer Verlag erscheint Das geheime Buch der Wichtel von Loes Riphagen.

Wichtel sind für uns Menschen geheimnisvolle Wesen. Was machen eigentlich Wichtel, die bei vielen Kindern in der Vorweihnachtszeit hinter verborgenen Türen leben? Wovon ernähren sie sich, womit spielen sie?

Wichtel sind ein lustiges Völkchen, sie verkleiden und feiern gerne und sind nette Wesen. Kämmen ist nicht nach ihrem Geschmack und gegen schlechten Geruch hilft kein Wasser, sie sprühen sich mit Zitronenlimo ein. Ihren Kinderarzt nennen sie witzigerweise ihren »Aufpepper« und wusstet Ihr, dass sie eine Geheimsprache sprechen?

Dieses liebevoll illustrierte Buch führt uns in die Welt der Wichtel hinein und erklärt, was sie so umtreibt und wie sie leben. Es gibt nur wenig Text, der Inhalt wird hauptsächlich über die Bilder erklärt. Für mich lebt dieses Buch von den vielen Details, die man im Alltag, in den Behausungen und bei den Unternehmungen der Wichtel entdecken kann.

Wichtel leben mit kleinen Haustieren, die wie kleine Kellerasseln oder Insekten aussehen. Wenn sie zur Schule gehen, fliegen sie auf einem Vogel dorthin und ihre Kleidung dient dem Zweck, dass die Menschen sie nicht entdecken. Für die Wichtelmützen gibt es im Buch eine kleine Bastelanleitung.

An diesem Buch gefallen mir die Illustrationen, aber es hat mich gestört, dass hier keine zusammenhängende Geschichte erzählt wird, sondern dass uns die Wichtelwelt kapitelweise durch Bilder erklärt wird. Ich fand auch die Breiklümpchen in den Haaren ziemlich eklig. Darüber werden Kinder aber sicher lachen können.

Es hat mich gewundert, dass das Buch als Vorweihnachtslektüre angepriesen wird, Weihnachten aber gar nicht erwähnt wird. Mir fehlte der Sinn hinter diesem Buch und es entspricht einfach nicht meinem Geschmack.

Mit einem Augenzwinkern und reichlich Fantasie erhaschen wir hier einen Einblick in die Welt der Wichtel. Für kleine Wichtelfreunde eine unterhaltsame Einführung in ihre verrückte kleine Welt! Meinen Geschmack trifft es aber nicht!

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Veröffentlicht am 23.09.2024

Der Funke sprang nicht über!

Schneeflockengrab
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Im Knaur Verlag erscheint Heidi Amsincks Thriller "Schneeflockengrab".

»Schuldig.« Nur dieses eine Wort steht auf dem Pappschild des jungen Mannes, der in Kopenhagen unter einer Straßenlaterne sitzt. ...

Im Knaur Verlag erscheint Heidi Amsincks Thriller "Schneeflockengrab".

»Schuldig.« Nur dieses eine Wort steht auf dem Pappschild des jungen Mannes, der in Kopenhagen unter einer Straßenlaterne sitzt. Am nächsten Morgen liegt er leblos im Schnee, ermordet. Jensen, Journalistin bei der Zeitung Dagbladet, stolpert fast über seine Leiche. Sie ruft Kommissar Henrik Jungersen zum Tatort, ihren besten Kontakt bei der Kopenhagener Polizei - und ehemaligen Liebhaber. Es ist schon der zweite Mord an einem Obdachlosen innerhalb von zwei Wochen, und als kurz darauf eine dritte Leiche auftaucht, gehen alle von einem Serien-Mörder aus. Doch Journalistin Jensen zweifelt an dieser Theorie: Warum sollte jemand reihenweise Obdachlose ermorden? Warum saß der Junge stundenlang an genau dieser Stelle im Schnee? Und wer ist wirklich »schuldig«?

Schauplatz dieses Thrillers ist Kopenhagen im Winter. Die Journalistin Jensen findet einen jungen Obdachlosen unter einer Laterne im Schnee sitzend, er wurde mit vielen Messerstichen ermordet. Auf einem Pappschild steht das Wort »Schuldig«. Jensen ruft Kommissar Henrik Jungersen von der Kopenhagener Polizei zum Tatort, er ist ihr Kontakt zur Polizei und ihr früherer Liebhaber. Der Tote ist bereits der zweite Mord an einem Obdachlosen und schon bald wird eine weitere Leiche gefunden. Tötet hier ein Serienmörder?

Die Handlung wird sehr ruhig erzählt und ist für mich kein spannender Thriller, bei dem ich gefesselt weiterlese. Wirklich dramatische Stellen sind nur wenig vorhanden. Dafür ist die Atmosphäre sehr eindrücklich, es ist Winter in Kopenhagen, beim Lesen konnte ich mir die bildhaft beschriebene Kälte und den Schnee gut vorstellen. Leider entwickeln die einzelnen Informationen bei der Ermittlung keine große Spannung und die Todesfälle lassen mich im Dunkeln tappen. Heidi Amsinck rückt ihre Figuren sehr klar in den Vordergrund, dagegen läuft die Ermittlung eher so nebenbei.


Leider konnte ich zu den Figuren keine Beziehung aufbauen, sie blieben mir merkwürdig fremd und durch und durch unsympathisch. Besonders Jensen ist nicht teamfähig und eckt überall an. Ich finde sie sehr anstrengend mit ihren Launen und ihre on-off-Beziehung zu Henrik, dem verheirateten Kommissar war für mich nur ein Stilmittel, um die Figuren etwas interessanter zu machen.

Der Fall zeigt Missstände in der Gesellschaft auf und bringt mitleiderregende Dinge ans Licht, doch diese Hintergründe verlieren sich fast vor irrelevanten Nebenhandlungen und die Beweggründe hätte man auch mehr ausarbeiten können.

Dieses Buch konnte mich leider nicht überzeugen, an das Level großer skandinavischer Thriller kommt es leider nicht heran.

Ich vergebe 2 Sterne, weil mich die Handlung nicht gepackt hat und ich lediglich die kalte Atmosphäre beim Lesen gut fühlen konnte.

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Veröffentlicht am 07.07.2023

Leider nicht mein Buchgeschmack!

Sole
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Der Roman "Sole" von Serafinia Gabrielli erscheint im Mainbook Verlag.

Auf ihrer Suche nach einer neuen Liebe muss die junge, neapolitanische ...

Der Roman "Sole" von Serafinia Gabrielli erscheint im Mainbook Verlag.

Auf ihrer Suche nach einer neuen Liebe muss die junge, neapolitanische Witwe Sole unfreiwillig lernen, wie es sich mit herabregnenden Zurückweisungen vortrefflich jonglieren lässt. Verschrobene Charaktere tauchen durch ein Meer aus Emotionen, bis sie bei Sole stranden.

Sole Celeste ist eine 28-jährige gebürtige Neapolitanerin mit der stattlichen Körpergröße von 1,81 m, sie wiegt dabei 55 Kilo und hat Senk- und Spreizfüße. Sie wohnt in Nordfriesland, ist Witwe, ihr Mann starb an einer unheilbaren Krankheit. Durch die schwere Krankheitsphase ihres Mannes hat sie nach seinem Tod Schlafstörungen. Sie begibt sich in Behandlung, lernt drei Männer kennen und verdreht ihnen gehörig den Kopf. Man sieht sie ständig mit Schleifen- und Stoffbändern im dunklen Haar, sie dreht Pirouetten und hat ein Chamäleon.

"Ihr schwarzgelocktes, seidig weiches Haar wurde zur Krönung von einem buttermilchcrèmefarbenen Spitzenband in lobenswerter Absicht zu einem im weitesten Sinne an eine Frisur erinnernden Bauwerk zusammengehalten." Zitat Seite 140

Mit diesem Roman kam ich lesetechnisch recht schleppend voran, was hauptsächlich am speziellen, etwas ausschweifenden Erzählstil liegt. Dieser wurde vom Buch-Magazin als poetisch-lyrisch ausgelobt und ist für mich im Einzelnen eher ironisch-spritzig-unterhaltsam, humorvoll und manchmal hintergründig, verliert sich insgesamt aber durch die ausufernd eingesetzten, schwurbeligen Beschreibungen und Phrasen doch zu sehr in Details und behindert damit schlicht meinen Lesefluß. Das raubt natürlich auch der Story die Spannung und sorgt dafür, dass ich mich Satz um Satz vorwärts hangelte, um mich nach ein paar Seiten zu fragen, welchen entscheidenden Inhalt und welche weiterführende Handlung denn nun im Wesentlichen stattgefunden hatte.

"Verblüffend überheblich verklugfiedelte Sole, sie habe auf dem Wohltätigkeitsbasar eine Bluse erworben. ... Jetzt lächelte das flatterhafte Blüschen an Soles Hühnerbrüstchen geschmiegt vom Glück beseelt in sich hinein." Zitat Seite 290

Allein von der Wortwahl und den speziellen Beschreibungen könnte man schon in Worten schwelgen, aber inhaltlich hilft das der Story leider nicht weiter. Und bedauerlicherweise habe ich keinen echten Zugang zu den verschrobenen Personen gefunden, sie wirken auf mich wie Kunstfiguren, die durch ihre Darstellung nicht lebensecht erscheinen.

Die Handlung bleibt hinter eigenwilligen Phrasen und speziellen Personenbeschreibungen zurück, es ist für mich eher anstrengend, hier noch eine Handlung zu erkennen und dem Verlauf der Geschichte zu folgen. Was als magischtragischer Roman angekündigt wurde, war für mich eher eine unlesbare Story mit Personen, die mir nicht nahe kamen.

Dieser Roman hat mich nicht erreicht und deshalb kann ich leider keine Weiterempfehlung aussprechen.

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Veröffentlicht am 02.06.2023

Langweilige und vorhersehbare Story um eine Jugendliebe

Fünf Sommer mit dir
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Im Penguin Verlag erscheint Carley Fortunes Liebesroman "Fünf Sommer mit dir".

Persephone Fraser, genannt Percy, verbringt fünf unvergessliche Sommerferien im Cottage ihrer Eltern in Barry's Bay. Dort ...

Im Penguin Verlag erscheint Carley Fortunes Liebesroman "Fünf Sommer mit dir".

Persephone Fraser, genannt Percy, verbringt fünf unvergessliche Sommerferien im Cottage ihrer Eltern in Barry's Bay. Dort freundet sie sich mit den Nachbarsjungen Sam und Charlie Florek an und entwickelt zum gleichaltrigen Sam eine zarte Freundschaft, aus der im Teenageralter mehr wird. Doch als beide ein Studium aufnehmen, trennen sich ihre Wege. Sam konzentriert sich auf sein Medizinstudium und es gibt einen Vorfall, der die beiden für viele Jahre entzweit.
Als zwölf Jahre später Charlies und Sams Mutter Sue verstirbt, bekommt Percy von Charlie eine Einladung zur Beerdigung. Denn in ihrer Kindheit war Sue für Percy wie eine zweite Mutter. Percy kehrt zurück und spürt schon bei ihrer ersten Begegnung mit Sam, dass beide immer noch durch eine innige Beziehung verbunden sind. Doch es steht etwas zwischen ihnen, das ausgesprochen werden muss, weil es Percys Gewissen belastet.

In der Ankündigung wird eine unwiderstehliche Friends-to-Lovers-Liebesgeschichte an einem funkelnden kanadischen See versprochen, die ein großer New-York-Times-Bestseller wurde. Also waren meine Erwartungen verhältnismäßig hoch und ich hatte mich auf einer Sommerromanze gefreut, die Tiefgang und unvergessliche Figuren besitzt. Leider war beides definitiv nicht der Fall!

Zuerst mal das Positive! Im Roman werden sehr anschaulich die Erlebnisse in der Jugend am See erzählt. Faulenzen in der Sonne, Baden und nachts die Sterne zählen, so genießen Percy und Sam ihre Ferien und verlieben sich immer mehr ineinander. Das sorgt für eine schöne Atmosphäre, die man richtig genießen kann. Aber wir erleben auch die Kindheit der Brüder, die früh ihren Vater verloren und deshalb ihrer Mutter in der Taverne helfen mussten, um den Betrieb aufrecht zu erhalten.

Der Roman spielt in zwei Zeitebenen, in Rückblenden erfährt man aus der schönen Zeit der Ferienerlebnisse am See, in der aktuellen steht Percys Wiedersehen mit Sam anlässlich der Beerdigung an.
Der Erzählstil ist recht einfach, ich hatte das Gefühl, einen Jugendroman zu lesen und finde Percy ziemlich konturlos dargestellt und irgendwie nicht fassbar. Sam wirkt eindeutig wie ein ehrgeiziger junger Mann, der nicht nur sein Studium im Blick hat, sondern auch seiner Mutter in der Taverne unter die Arme greift.
Nun kommt meine Kritik. Es ist klar, dass damals etwas vorgefallen ist, weshalb die Liebe zwischen Sam und Percy zerbrach, ehe sie richtig beginnen konnte. Kaum ist Percy allerdings zurück in Barry's Bay, knistert es wieder zwischen den Beiden und es folgen emotionale und körperliche Liebes-Szenen. Aber über den Vorfall kann Percy scheinbar nicht reden. Es vergeht fast das ganze Buch, bis das Geheimnis gelüftet ist. Dabei war diese Sache für mich sehr vorhersehbar und es gab keinen Grund, über zwölf Jahre keinen Kontakt mehr zu halten. Lange Zeit wird die Leserin auf die Folter gespannt und mit reichlich Längen hingehalten. So etwas mag ich gar nicht. Echter Tiefgang hat der Story ebenfalls gefehlt.

Was für eine seichte Liebesgeschichte! Hat mich nicht erreicht. Schade, diese Story wird mir nicht wie gewünscht in Erinnerung bleiben!

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