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Veröffentlicht am 16.01.2025

Prequel und der langweiligste Band der Reihe: Familiendrama mit Geheimnissen statt Krimiplot mit Ermittlungen

Verlassen
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Die gut betuchte Familie Snæberg trifft sich in einem exklusiven Smart-Hotel auf der Halbinsel Snæfellsnes, um den 100. Geburtstag des verstorbenen Familienpatriarchen zu feiern. Einzelne Familienmitglieder ...

Die gut betuchte Familie Snæberg trifft sich in einem exklusiven Smart-Hotel auf der Halbinsel Snæfellsnes, um den 100. Geburtstag des verstorbenen Familienpatriarchen zu feiern. Einzelne Familienmitglieder sind dem Alkohol stark zugeneigt oder greifen zu härteren Drogen. So manch einen plagt die Vergangenheit, andere haben mit gegenwärtigen Problemen zu kämpfen, die sie mit den anderen nicht teilen möchten. Das Familiengefüge ist geprägt von Eifersüchteleien, Misstrauen, Übergriffen und Geheimnissen.

"Verlassen" ist Band 4 der Reihe "Mörderisches Island". Auch wenn sich das Cover optisch bestens in die Krimireihe einfügt, passt der Band inhaltlich weniger dazu. In der Chronologie handelt Band 4 vor den drei anderen Teilen und kann deshalb problemlos als Standalone gelesen werden. Vorkenntnisse aus den anderen Bänden sind nicht nötig, da die Hauptfigur, Polizistin Elma, zu dem Zeitpunkt noch gar nicht in ihre Heimatstadt Akranes zurückgekehrt ist, um den Dienst dort aufzunehmen.

Der vierte Band ist aus wechselnden Perspektiven einiger Familienmitglieder geschrieben, wobei der Partner der Enkelin, die Urenkelin und die Ur-Urenkelin des Patriarchen in den Vordergrund rücken. Daneben gibt es Kapitel aus Sicht der Polizei, die den Fund einer Leiche in der Nähe des Hotels untersuchen. Indizien sprechen dafür, dass es sich bei der abgestürzten Person um keinen Unfall oder Selbstmord, sondern um Mord handelt.

Statt dem Todesfall oder den Ermittlungen der Polizei steht die Familie mit ihren kleineren oder größeren Geheimnissen im Vordergrund. Tryggvi macht sich Gedanken um den Alkoholkonsum seiner Frau, während er selbst versucht, trocken zu bleiben. Petra muss sich mit ihren Cousine und ihrem Cousin auseinandersetzen, zu denen sie früher ein sehr enges Verhältnis hatte und Lea ist besorgt über ihre Social Media-Kontakte, denen sie möglicherweise zu viel von sich offenbart hat. Beobachtet wird die Familie von der Hotelangestellten Irma, die die Prominenten aus dem Internet kennt.

Die Atmosphäre ist von skandinavischer Melancholie geprägt. Das Novemberwetter ist kalt und stürmisch und niemand scheint das Familientreffen an dem verlängerten Wochenende wirklich zu genießen. Probleme werden mit Alkohol oder mit anderen Rauschmitteln betäubt. Selbst als eine Person vorzeitig abreist und vermisst wird, findet keine wesentliche Kommunikation unter den Familienmitgliedern statt.

Die Kapitel sind kurz, die Perspektiven wechseln häufig. Trotz der überwiegend inneren Einsichten und wenig äußerer Handlung bleiben die Figuren undurchsichtig. Es passiert wenig und auch die wenigen Kapitel, die kurze Ausschnitte der polizeilichen Ermittlungen zeigen, können keine Art von Spannung erzeugen. Interessant wird die Geschichte erst auf den letzten 50 Seiten, als die Bedrohung zunimmt und kompromittierende Details der Vergangenheit enthüllt werden.

Band 4 ist ein Prequel und der mit Abstand langweiligste Teil der Reihe. Es ist die Schilderung eines Familientreffens problembehafteter Personen, die Geheimnisse bergen und in der eine Tat aus der Vergangenheit plötzlich enthüllt wird und die handelnden Personen zufällig enger verbindet, als gedacht. Es ist kein raffiniertes Konstrukt und kein Kriminalroman, der einen Mordfall und die Ermittlungen dazu spannend in Szene setzt.

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Veröffentlicht am 02.01.2025

Die Gefahr durch die Flut verursacht Nervenkitzel, das Verhalten der Figuren trotz überraschender Wende, weniger

Nachtflut
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Nach starken Regenfällen, die ohnehin bereits für Hochwasser gesorgt haben, droht eine Sturmflut an der Ostsee. Elisa ist noch im Haus, das sie von ihren Eltern geerbt hat. Sie leidet an Panikattacken ...

Nach starken Regenfällen, die ohnehin bereits für Hochwasser gesorgt haben, droht eine Sturmflut an der Ostsee. Elisa ist noch im Haus, das sie von ihren Eltern geerbt hat. Sie leidet an Panikattacken und ist tablettensüchtig, nachdem ihre Schwester und auch sie selbst beinah bei einem Bootsausflug ums Leben gekommen sind. Wegen Mordes wurde dafür ihr Schwager inhaftiert, mit dem sie eine Affäre hatte. Als mehreren Inhaftierten der Ausbruch aus der JVA gelingt, befürchtet Elisa, dass Paul zu ihr unterwegs ist, um sich zu rächen. Er hatte jede Schuld von sich gewiesen. Als Elisas Haus so stark beschädigt ist, dass sie dort nicht mehr sicher ist, flüchtet sie zu ihren Nachbarn, die ihre eigenen Geheimnisse haben.

Das Katastrophenszenario mit dem drohenden Deichbruch und der stetig steigenden Flut ist bildhaft und eindrücklich beschrieben. Die Atmosphäre ist beklemmend und die Gewalt des Wassers und die daraus resultierende Gefahr für Leib und Leben spürbar.
Der Roman ist aus mehreren Perspektiven und Handlungssträngen geschildert: Elisas drohende Panik durch die verpasste sichere Flucht, THW-Helfer Max, der gegen die Flute kämpft, um Menschenleben zu retten, die Nachbarn Vera und Joachim, die ein Geheimnis an ihr Haus knüpft und Paul, dem unfreiwillig die Flucht aus der JVA gelingt und statt zu entkommen, zu Elisa gelangen möchte. Weiterhin sind Tagebucheinträge zu lesen, die mehr Details zur Vergangenheit der Charaktere preisgeben.

Es ist die Flut, die für mehr Thrill sorgt, als das Verhalten der Figuren. Auch wenn es in Bezug auf die Motive einzelner Charaktere eine Wende gibt, die überrascht, ist die Offenbarung der Bösartigkeit wenig erhellend. Die Geständnisse sind am Ende zwar nachvollziehbar, die Art und Weise der Konfrontation des Lesers damit jedoch enttäuschend. Etwas einfallslos und wenig glaubwürdig erklären die Einträge des versteckten Tagebuchs, das im Überlebenskampf inmitten der Flut problemlos entdeckt wird, das Familiendrama.

Am Ende werden nicht alle Fragen abschließend geklärt und insbesondere die letzte Szene lässt eine Fortsetzung nicht unwahrscheinlich erscheinen.

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Veröffentlicht am 31.12.2024

Familiendrama mit Thrillerelementen und mangelhafter Auflösung des eigentlich spannend aufgebauten Szenarios

Happy New Year – Zwei Familien, ein Albtraum
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Nina und Fredrik feiern wie jedes Jahr Silvester bei ihren Freunden Lollo und Max in größerer Runde. Richtige Freude will dabei aber nicht aufkommen, denn jedes Pärchen hat seine eigenen Probleme und letztlich ...

Nina und Fredrik feiern wie jedes Jahr Silvester bei ihren Freunden Lollo und Max in größerer Runde. Richtige Freude will dabei aber nicht aufkommen, denn jedes Pärchen hat seine eigenen Probleme und letztlich hat man sich bis auf das Zurschaustellen des Erreichten nur wenig zu sagen.
Während die Erwachsenen die Stimmung mit ordentlich Alkohol anheizen, dürfen die beiden siebzehnjährigen Töchter im Haus von Nina und Fredrik ihre eigene Party feiern. Nina hatte von vornherein bedenken und am nächsten Tag wird bestätigt, dass die Party besser nicht hätte stattfinden sollen. Lollos und Max' Tochter Jennifer hat nicht wie vereinbart bei Smilla übernachtet und ist nicht zu erreichen.Während nach Jennifer gesucht wird, kriselt es weiter in beiden Familien.

"Happy New Year" wird abwechselnd aus den Ich-Perspektiven von Nina, Fredrik und Lollo erzählt. Die Kapitel sind kurz und handeln am Silvesterabend und den Tagen danach, wobei es auch einzelne Rückblenden in die Vergangenheit mit dem Fokus auf die junge Jennifer gibt.

Der Roman ist mit dem ungeklärten Verbleib Jennifers und den Reaktionen der Erwachsenen darauf spannend aufgebaut und mutet wie ein Thriller an. Die Stimmung ist der Jahreszeit entsprechend unterkühlt und düster. Die Charaktere sind verzweifelt und wütend, haben sich emotional von einander entfernt und versuchen beharrlich die Fassade von Freundschaft und Harmonie aufrechtzuerhalten.
Lollo wirft Max vor, dass ihm das Verschwinden von Jennifer gleichgültig ist, Nina befürchtet, dass ihr Mann sie betrügt und Fredrik leidet unter Schuldgefühlen und Panikattacken.

Auch wenn von Anbeginn deutlich wird, dass Jennifer und Fredrik etwas zu verbergen haben, ist das Ausmaß nicht bekannt und Fredrik als Schuldiger am Verschwinden so auffällig, dass man nicht daran glauben mag.
Im weiteren Verlauf erfährt man wenig über die Ermittlungen der Polizei, durch die Suche von Lollo kommen jedoch Details über Jennifer ans Licht, die eine Seite offenbaren, die nicht einmal ihre Eltern kannten.

Kein Charakter ist sympathisch, sondern reine Nervenbündel, mit denen man nicht befreundet sein möchte. Welche Dramen sich innerhalb der Familien abspielen und was in der Silvesternacht mit Jennifer passiert ist, ist grundsätzlich spannend zu entschlüsseln.
Die Auflösung, die dann eher unvermittelt und mangels Polizeisicht nur unzureichend erklärt wird, unbefriedigend. Jennifers Geheimnis ist letztlich so prägnant, dass ihre Eltern längst hätten argwöhnisch sein müssen und Frederiks Verhalten im Vergleich dazu viel zu sehr in den Mittelpunkt gerückt wurde.
"Happy New Year" ist ein Familiendrama mit Thrillerelementen, das zeigt, wie viel Aufmerksamkeit Kinder brauchen, wie Menschen sich entfremden, ohne es zu merken und wie zerbrechlich Familien und Freundschaften sind.

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Veröffentlicht am 29.12.2024

Spannendes, nicht zu komplexes Konstrukt um Schicksal, Vorhersehung und Zeitreisen - philosophisch angehaucht und am Ende ohne logische Erklärung.

Das andere Tal
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Die 16-jährige Odile Ozanne ist eine Einzelgängerin und schließt erst in ihrem Abschlussjahr an der Schule Freundschaft zu Klassenkameraden. Darunter ist Edme, in den sie sich verliebt. Doch als sie sieht, ...

Die 16-jährige Odile Ozanne ist eine Einzelgängerin und schließt erst in ihrem Abschlussjahr an der Schule Freundschaft zu Klassenkameraden. Darunter ist Edme, in den sie sich verliebt. Doch als sie sieht, dass Edme von zwei Menschen mit Masken beobachtet wird, weiß sie, dass etwas Schlimmes passieren wird. Sie könnte Edme warnen, doch das ist in diesem Ort im Tal strengstens verboten und könnte Odiles Zukunft sabotieren, die gute Chancen hat, in das Conseil, den mächtigen Rat, aufgenommen zu werden.
Odile lebt in einem Ort, der streng bewacht wird. An den Grenzen im Osten und Westen patrouilliert die Gendarmerie, um zu verhindern, dass die Menschen diese übertreten. Denn in den Tälern rechts und links von ihnen findet die Vergangenheit und die Zukunft im Abstand von 20 Jahren statt und ein Grenzübertritt könnte verheerende Folgen für die Gegenwart haben.
20 Jahre später ist Odile selbst eine Grenzsoldatin und hadert noch immer mit ihrer damaligen Entscheidung.

"Das andere Tal" ist ein dystopischer Roman, der sich mit der Frage von Zeitreisen beschäftigt und ein interessantes, philosophisches Gedankenexperiment entwickelt. Odile ist die Hauptfigur, aus deren Perspektive dieses düstere Szenario einer Gesellschaft beschrieben wird, in der es strenge Regeln gibt und in welcher das Individuum nicht zählt.

Während der erste Teil nach der überwundenen Ausgrenzung und der Aussicht auf eine elitäre Karriere verheißungsvoll ist, ist der zweite Teil ernüchternd von einem grauen Alltag und der Einsamkeit von Odile geprägt. Doch auch als Erwachsene erhält sie die Chance auf einen Aufstieg, wäre nicht wieder die Verlockung, die Vergangenheit durch eine Reise in den Westen zu verändern.

Der Roman über parallelen Zeitebenen und einer unter bestimmten Umständen erlaubten Durchlässigkeit der Grenzen ist originell. Die Stimmung ist düster und die Gesellschaft erinnert an eine Diktatur.
Auch wenn die Geschichte ruhig und schon fast sachlich erzählt wird, erzeugt sie Dramatik und Spannung, da nicht absehbar ist, wohin diese führen wird.

Die innere Zerrissenheit Odiles, wenn sie vor Entscheidungen gestellt wird, ist spürbar belastend. Odile steht wiederholt zwischen ihrem Pflichtbewusstsein und der Prämisse, die strengen Regeln zu befolgen und der Angst, durch Entscheidungen Veränderungen in einer anderen Zeitebene herbeizuführen, die nicht auszudenken, gar lebenszerstörende Folgen haben könnten.
Der Roman beschreibt ein spannendes, nicht zu komplexes Konstrukt, dem es durch die Passivität Odiles zeitweise ein wenig an Lebendigkeit fehlt und in dem es keine echten Helden gibt. Die Frage, inwieweit wir unser Schicksal verändern können oder ob letztlich doch alles genauso vorherbestimmt ist, ist genauso philosophisch zu beantworten, wie die Frage "Was war zuerst da: Huhn oder Ei?". Da die Hauptfigur in der Gegenwart auf ihr zukünftiges Ich trifft, das sich durch ihr Einschreiten in der Vergangenheit aber gar nicht so hätte entwickeln können, hat mich das Buch am Ende nicht ganz überzeugen können. Aber vermutlich gibt es für solche Fragen des Zeitparadoxes keine logische Erklärung.

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Veröffentlicht am 27.12.2024

Auftakt einer Dilogie auf zwei Zeitebenen: große Träume, Liebe und Intrigen, Kampf um Selbstbestimmung, toxische Beziehungen und Neuanfänge - Potenzial wird vor allem in der Gegenwart nicht ausgeschöpft

Der Unendlichkeit so nah
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Emma ist Geowissenschaftlerin am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Oberpfaffenhofen und ihrem Traum, Astronautin zu werden, nahe. Es fehlt nur noch ein erfolgreicher Schritt zum Bestehen des ...

Emma ist Geowissenschaftlerin am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Oberpfaffenhofen und ihrem Traum, Astronautin zu werden, nahe. Es fehlt nur noch ein erfolgreicher Schritt zum Bestehen des schwierigen Auswahlverfahrens. Ihre Eltern, insbesondere ihre Mutter, die seit jeher andere ambitionierte Pläne für die hochbegabte Tochter hatte, sind verhalten begeistert. Emmas Freund, der ihre Arbeit schon immer herabwürdigte und Emma mehr als Mutter seiner Kinder sieht, hat kein Verständnis für ihr Vorhaben und stellt ihr ein Ultimatum.
Durch einen Zufall lernt Emma die ältere Becky kennen, die ebenfalls die Chance hatte, ins Weltall zu gelangen und wird von ihr zu einer willkommenen Auszeit auf Maui eingeladen. Dort kämpft Beckys Sohn Elias, ein Ingenieur der Luft- und Raumfahrttechnik, für den Bau eines Teleskops auf Hawaii, der von den Einwohnern abgelehnt wird.
Über 100 Jahre zuvor verliebt sich Marie in den Musikanten Johannes und ahnt nicht, dass ihre beste Freundin Susanna dabei ist, diese Liebe zu manipulieren.

"Der Unendlichkeit so nah" ist der Auftakt einer Buchreihe (Dilogie?), was mir vor dem Lesen nicht bewusst war. Die Geschichte handelt auf zwei Zeitebenen und wird dabei aus fünf Perspektiven geschildert, wobei die beiden weiblichen Hauptfiguren Marie und Emma die Hauptanteile ausmachen. Insbesondere in der Vergangenheit ist die Liebesgeschichte der Hauptfiguren zentral, wobei von Anbeginn klar ist, dass es sich bei Maries Freundin Susanna um eine Vorfahrin von Emma handelt, womit die Handlungsstränge für die Leser logisch verbunden sind.

In der Vergangenheit überfordert jedoch anfangs die Vielzahl der Personen, die erwähnt wird, aber im weiteren Verlauf für die Handlung keine Rolle mehr spielt.

Die Geschichte entwickelt sich gemächlich und es dauert, bis sich Emma und Elias begegnen und näher kommen. Noch länger dauert es, bis sie beide das "tragische Familiengeheimnis" entdecken, weshalb der Klappentext schon zu viel verrät. Auch der Stammbaum in der Klappe des Buches ist ein Spoiler zur Handlung, da die Familienkonstellation zu viel von der Entwicklung der Liebesgeschichte der Vergangenheit preisgibt.
Überhaupt ist die Geschichte sehr auf die romantischen Gefühle der Figuren und die sich daraus ergebenden Probleme reduziert. Emma und Elias haben als Geowissenschaftlerin mit dem Fokus auf Klimaforschung und Elias als Ingenieur der Luft- und Raumfahrttechnik so interessante Berufe, die für die Handlung nur für das Kennenlernen wesentlich sind. Einen Eindruck vom Arbeitsplatz oder der Tätigkeit erhält man nicht. Dagegen hat man den schönen Schauplatz Maui durch Beschreibungen von Flora und Fauna bildhaft vor Augen und erfährt nebenbei Details zur Mentalität der Einwohner.

Neben den beiden Liebesgeschichten handelt der Roman vor allem in der Gegenwart von toxischen Beziehungen, schwierigen Mutter-Tochter-Verhältnissen, von Erwartungen anderer, die mit den eigenen Träumen kollidieren sowie von Selbstbestimmung und Neuanfängen.

Die Hintergründe zu den Personen sind spannend und originell, der Verlauf der Handlung leider weniger. Die Vergangenheit dreht sich im Kreis und die Dramatik, die erzeugt wird, ist sehr vorhersehbar. Am Ende wird die Geschichte zwar interessanter, entwickelt sich bei der Problembewältigung aber rasend schnell. Die Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart bzw. der beiden Familien von Emma und Elias wird mit dem Faktor Zufall begründet, was der Geschichte etwas an Glaubwürdigkeit nimmt. Auch ist am Ende fraglich, was eigentlich das Familiengeheimnis sein soll.
Die Gegenwart hat Potenzial, das nicht ausgeschöpft wird, stellt zwar eine beruflich starke Frau in den Vordergrund, die für ihr Erreichtes jedoch stark verunsichert ist und letztlich auch wieder nur romantischen Gefühlen erliegt.

Da es sich (überraschenderweise) um einen Mehrteiler handelt, ist die Geschichte nicht beendet, die wesentlichen Teile jedoch abgeschlossen oder können vorausgeahnt werden. Ob ein zweiter Band deshalb unbedingt notwendig ist ob nicht einfach ein ausführlicher Epilog für ein befriedigendes Ende ausreichend gewesen wäre, sei dahingestellt.
Ein Erscheinungstermin für Band 2 ist bisher nicht bekannt.

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