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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.06.2025

Das war leider nix

Code Kill – Ein tödliches Spiel
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Abgelegene Insel, maskierter Killer, fünf Gäste und ein Hotel im Sturm – was klingt wie die perfekte Bühne für einen dichten Psychothriller, driftet in Code Kill – Ein tödliches Spiel leider zunehmend ...

Abgelegene Insel, maskierter Killer, fünf Gäste und ein Hotel im Sturm – was klingt wie die perfekte Bühne für einen dichten Psychothriller, driftet in Code Kill – Ein tödliches Spiel leider zunehmend ins Absurde ab.

Der Einstieg macht Lust auf mehr: düsteres Setting, sturmgepeitschte Atmosphäre, ein Protagonist mit Mystery-Potenzial. Hendrik Klein beginnt stark und liefert klassisches Whodunit-Flair mit moderner Härte. Doch je weiter die Handlung fortschreitet, desto mehr eskaliert das Ganze – und zwar nicht im guten Sinne.

Statt psychologischem Nervenkitzel hagelt es drastische Gewalt, überdrehte Szenen und Figuren, die mehr reagieren als handeln. Besonders legendär (leider im negativen Sinn): die „Spiceszene“, bei der sich zwei Figuren mitten im Überlebenskampf lieber der Erotik als der Flucht widmen. Das wirkt so deplatziert, dass man sich fragt, ob hier versehentlich ein anderes Genre reingerutscht ist.

Und das Finale? Ein Twist, der eher für Augenrollen als Aha-Momente sorgt. Was spannend begann, endet wie ein Mix aus Splatterkino und Trash-TV – mit dem bitteren Beigeschmack, dass hier mal richtig Potenzial auf der Strecke geblieben ist.

Immerhin: der Schreibstil ist solide, flott und gut lesbar. Aber auch das kann nicht retten, was am Ende eher wie ein durchgeknallter Ideenstapel wirkt, als wie ein Thriller mit Substanz.

Fazit: „Weniger wäre mehr gewesen.“ Oder wie man nach der Spiceszene denkt: WTF?

4/10

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.01.2025

Enttäuschend

Das Tagebuch im Waschsalon der lächelnden Träume
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So hat es mir gefallen:

Das Jahr endet für mich mit einem Buch, das meine Erwartungen enttäuscht hat: „Das Tagebuch im Waschsalon der lächelnden Träume“. Die Grundidee des Romans klang vielversprechend. ...

So hat es mir gefallen:

Das Jahr endet für mich mit einem Buch, das meine Erwartungen enttäuscht hat: „Das Tagebuch im Waschsalon der lächelnden Träume“. Die Grundidee des Romans klang vielversprechend. Ein Waschsalon, der als Dreh- und Angelpunkt für Menschen mit Sorgen, Ängsten und Geschichten dient, schien eine warme, hoffnungsvolle Geschichte zu versprechen – ein literarisches Wohlfühlprogramm also. Doch am Ende entpuppt sich das Buch als ein zuckersüßes Potpourri aus Belanglosigkeiten.

Die Charaktere, fünf ungleiche Menschen, die durch das grüne Tagebuch verbunden werden, bleiben oberflächlich und klischeehaft. Ihre Probleme mögen authentisch wirken und bilden sicherlich die Lebensrealitäten wider, doch die Erzählung bleibt träge und uninspiriert. Es fehlt an erzählerischem Schwung, an echten Konflikten, oder Momenten, die tatsächlich berühren. Stattdessen zieht sich die Handlung wie ein endloser Waschgang ohne jeglichen Glanz.

Besonders fand ich die „zuckersüßen Happy Ends“, die so vorhersehbar und übertrieben daherkommen, dass sie fast schon schmerzen. Was als emotionaler Abschluss gedacht ist, wirkt mehr wie eine kitschige Aneinanderreihung von Szenen aus einem billigen Lebensratgeber. Dazu kommt die teils seichte „Psychologie“, die wie aus einem Abreißkalender für alltägliche Weisheiten wirkt und dem Buch jeglichen intellektuellen Anspruch nimmt. Auch die sprachliche Umsetzung trägt nicht dazu bei, das Buch zu retten. Stilistische Fehler und Nachlässigkeiten machen das Leseerlebnis mühsam und untergraben den Charme, den die Geschichte eigentlich ausstrahlen könnte.

Wer leichte, vorhersehbare Geschichten ohne große Tiefen liebt und einfach mal abschalten möchte, könnte hier auf seine Kosten kommen. Wer hingegen ein Werk sucht, das nachhaltig berührt, inspiriert oder intellektuell fordert, wird enttäuscht sein. Für mich bleibt es ein Roman, der viel Potenzial hatte, dieses aber gnadenlos verschenkt hat. Schade.

4/10

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.10.2024

Enttäuschend

Die Geheimnisse von Hill House
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Zitat:

„Wir kommen nie nach Einbruch der Dunkelheit her. Nie? Nie. Also fragen Sie nicht.“

Darum geht’s:

Hill House ist der perfekte Ort für ihr Projekt, davon ist Holly Sherwin überzeugt. Hier will ...

Zitat:

„Wir kommen nie nach Einbruch der Dunkelheit her. Nie? Nie. Also fragen Sie nicht.“

Darum geht’s:

Hill House ist der perfekte Ort für ihr Projekt, davon ist Holly Sherwin überzeugt. Hier will sie mit einigen Künstlern ihr Theaterstück über einen Hexenprozess proben. Bei den Proben ist die Energie mit Händen zu greifen. Oder ist hier etwas anderes am Werk? Woher kommen die Stimmen und woher die Blutflecken auf der Tischdecke? Etwas Unheimliches geht vor in Hill House …

So hat es mir gefallen:

Mit der Filmvorlage „The Haunting“ und Stephen Kings „Haus der Verdammnis“ gehören die zwei Gruselhaus-Filme noch immer zu meinen Lieblingsfilmen. Als ich das Buch „Geheimnisse von Hill House“ gesehen habe, musste ich einfach zugreifen. Ich wünschte, ich hätte es nicht getan.

Die Idee des Buches klingt toll, eine Gruppe von Menschen in einem Haus, in dem es spukt und die Bewohner in den Wahnsinn treibt. Doch das Buch kracht schon bei der Umsetzung gehörig zusammen. Das größte Problem dabei: die erzählerische Langatmigkeit. Bis zur Mitte des Buches hat sich kaum nennenswerte Handlung entwickelt. Und auch danach wird’s nur dezent besser. Statt einer Gruselgeschichte rund um das legendäre Haus verkommt die Geschichte zu einer träge erzählten Charakterstudie, mit unausgereiften Figuren und teilweise unlogischen Handlungen. Die Figuren bleiben grundsätzlich flach und wenig greifbar, teilweise nerven einige Figuren ungemein.

Die Entscheidung, den Fokus weniger auf das Haus und dessen Spuk zu legen, sondern stattdessen auf die inneren Konflikte der Figuren, fühlt sich absolut fehlgeleitet an, vor allem weil diese Konflikte schlecht ausgearbeitet und letztlich uninteressant sind. Was bleibt, ist die vage Andeutung eines möglichen Unheils, das jedoch nie sein ganzes Potenzial entfaltet. Zwar gelingt es der Autorin auf den letzten Seiten, etwas Spannung aufzubauen, doch zu diesem Zeitpunkt ist das berühmte Kind schon in den Brunnen gefallen – und zwar metertief. Die hastige Auflösung des Ganzen hat mich enttäuscht. Was hätte das für eine tolle Geschichte werden können! Der Fokus des Buches war komplett falsch gesetzt, und das Potenzial des gruseligen Hill House wurde grundlos verschenkt.

Wer eine spannende und gruselige Geschichte erwartet, sollte sich nach anderen Büchern umschauen. Dieses Buch verfehlt sein Ziel und lässt am Ende nur eine Frage offen: Was sollte das Ganze hier eigentlich?

3/10

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Veröffentlicht am 07.05.2025

Muss man nicht lesen

PRISM
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Prism von Katherina Ushachov hätte ein starker Science-Fiction-Roman werden können – eine Found-Family-Geschichte im futuristischen Setting mit ethischen Fragen rund um das digitale Jenseits. Doch die ...

Prism von Katherina Ushachov hätte ein starker Science-Fiction-Roman werden können – eine Found-Family-Geschichte im futuristischen Setting mit ethischen Fragen rund um das digitale Jenseits. Doch die große Idee versandet.

Statt eines spannenden Thrillers liefert Ushachov ein zähes Beziehungsdrama, in dem belanglose Streitereien und banale Alltagsszenen dominieren. Das namensgebende Projekt PRISM bleibt Staffage, die moralischen Fragen der Technologie werden kaum angerissen. Spannung entsteht keine, Konflikte wirken aufgesetzt, Figuren blass.

Der Schreibstil ist fahrig und kraftlos, die Handlung tritt auf der Stelle. Statt Dynamik gibt es ermüdende Dialoge, statt emotionaler Tiefe endloses Geplänkel. Die Grundidee – Realität, Virtualität und Konzernethik – hätte viel hergegeben, bleibt hier aber ungenutzt.

Fazit: Prism ist eine vertane Chance: ambitioniert in der Anlage, aber im Ergebnis eine langweilige, oberflächliche Soap ohne echten Biss.

2/10 - Ein Buch voller verpasster Chancen, das eine spannende Idee in einem belanglosen Beziehungsdrama untergehen lässt.

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