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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.01.2025

Genau das, was ich mir unter Romance und Spannung vorstelle

Dark Venice. Deep Water (Dark Venice 1)
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Merle geht für ein Auslandssemester nach Venedig, dafür hat sie aber noch mehr Gründe als nur die schöne Stadt.
Wir als Leser erfahren nicht direkt welche, nur dass es um ein Familiengeheimnis geht.
Direkt ...

Merle geht für ein Auslandssemester nach Venedig, dafür hat sie aber noch mehr Gründe als nur die schöne Stadt.
Wir als Leser erfahren nicht direkt welche, nur dass es um ein Familiengeheimnis geht.
Direkt zu Beginn gehen einige Dinge schief, ihre Unterkunft ist nicht mehr verfügbar, und sie trifft einige Leute, unter anderem Matteo, die nicht ganz berechenbar sind.
Gleichzeitig findet sie auch schnell Freunde, die mit ihr coole Projekte unternehmen.
Die Story hat viele verschiedene Facetten, und es bleibt immer auf einer Ebene spannend.
Dark Venice ist mein zweites Buch der Autorin nach Insight, und auch wenn Dark Venice Spannung und nicht Thriller ist, ist es genau das was ich mir schon von Insight gewünscht habe.
Die Protagonistin Merle ist nicht unsympathisch und die Story hat einige interessante Nebenplots. Wenn man Insight nicht mochte, kann ich nur empfehlen, Dark Venice trotzdem eine Chance zu geben. Der Schreibstil hat mich überzeugt.

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Veröffentlicht am 06.10.2024

Eine besondere Erzählung

Der Salon der kühnen Frauen
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Diese Erzählung ist mal etwas ganz anderes, zum einen geht es um Märchen, aber auch um die Personen, die diese erzählen.
Das Setting ist Frankreich im 17. Jahrhundert, genauer gesagt der Salon der Marie ...


Diese Erzählung ist mal etwas ganz anderes, zum einen geht es um Märchen, aber auch um die Personen, die diese erzählen.
Das Setting ist Frankreich im 17. Jahrhundert, genauer gesagt der Salon der Marie d'Aulnoy.
Der Roman ist sehr realitätsnah und die Autorin hat angemerkt, dass die Geschichte so oder ähnlich passiert sein wird.

Unter der Oberfläche geht es um die Rolle von Frauen, gleichzeitig wird man von dem Geschehen verzaubert und in eine andere Zeit katapultiert.

Es gibt nichtsdestotrotz auch einige Intrigen, die Luft ist sexuell aufgeladen und man kommt nicht drumherum, einiges von dieser Luft aufzunehmen, worauf man sich, wenn man das Buch lesen möchte, einlassen können muss.

Der Schreibstil ist sehr eigen, interessant und zieht einen in seinen Bann.

Das Buch ist eine gute Mischung aus Handlung und Geschichte. Das Thema der Weiblichkeit wird unterschwellig auf einem Level besprochen, das nicht belehrend ist.

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Veröffentlicht am 19.08.2024

Wunderschöner Roman, der vor schwierigen Situationen nicht zurückschreckt

Wir treffen uns im nächsten Kapitel
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Mir hat "Wir treffen uns im nächsten Kapitel" ( englisch: The Book swap) sehr gut gefallen.
Zum einen geht es um Erin, die seit ihrer Kindheit einige persönliche Probleme hat und diese nicht ganz schafft, ...

Mir hat "Wir treffen uns im nächsten Kapitel" ( englisch: The Book swap) sehr gut gefallen.
Zum einen geht es um Erin, die seit ihrer Kindheit einige persönliche Probleme hat und diese nicht ganz schafft, zu überwinden. Ihre Schwester, die auch Psychotherapeutin ist, versucht ihr dabei auf ihre Art und Weise zu helfen, oft in der Form, dass sie knallhart sagt, was Sache ist, was eine angenehme Abwechslung ist.
Das Buch aus zwei Perspektiven geschrieben, haben wir nicht nur die von Erin, sondern auch die von James. Er ist ein Teil dessen, weshalb Erin sich mit ihrem Leben seit ihrer Jugend schwer tut.
Sein Eigenes, wie man sich vorstellen kann, bringt seine eigenen Baustellen mit sich. Seine Mutter ist bipolar und wir bekommen einen guten Einblick darin, was das führ ihn und seine Familie bedeutet. Dazu kommen noch einige andere Probleme, die sich in der Story miteinander verweben, es wird nie langweilig.
Wie die beiden wieder zueinander finden, ist ziemlich genial, es passiert durch einen öffentlichen Bücherschrank und ich kann nur empfehlen, das selbst herauszufinden.
Zum einen könnte man meinen, dass es eine Rom Com ist, ich musste auch einige Male lachen, aber dadurch, dass so viele Themen, die nicht so einfach sind, angesprochen werden, sollte man sich darauf gefasst machen, dass es nicht nur süß und einfach ist, was für mich aber umso besser ist. An manchen Stellen wird es für mich etwas kitschig, was anstrengend, aber trotzdem völlig im Rahmen ist.
Die Geschichte hat Substanz und Tiefgang und war nicht nur für den Moment.

Ich kann das Buch jedem empfehlen.​

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Veröffentlicht am 24.03.2024

Ein Zauber liegt über der Insel Strand

Leute von früher
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Marlene ist fertig mit ihrem Studium und fängt an, auf einer Insel im nordfriesischen Wattenmeer als Verkäuferin zu arbeiten. Der Ort ist eine Art Erlebnisort, alles ist auf alt gemacht und die Leute, ...


Marlene ist fertig mit ihrem Studium und fängt an, auf einer Insel im nordfriesischen Wattenmeer als Verkäuferin zu arbeiten. Der Ort ist eine Art Erlebnisort, alles ist auf alt gemacht und die Leute, die dort arbeiten, tragen Anziehsachen von früher. Marlene lernt dort andere Leute kennen, beschreibt für den Leser, was es heißt, auf der Insel zu leben und was die Leute für Rhythmen entwickeln.
Kristin Höller führt haargenau aus, welche Emotionen und Gedanken sich in Marlene abspielen, der Roman ist dadurch sehr in sich gekehrt.
Man merkt, dass Marlene, obwohl sie schon fast Dreißig ist, noch nicht recht erwachsen geworden ist, sie hat mit einigen Personen schwierige Beziehungen und dadurch war es nicht immer angenehm ihr zu folgen, aber immer interessant.
Auf der besagten Insel lernt sie Janne kennen, die von dort herkommt und das Leben dort versteht. Man liest wie sie sich annähern und freut sich mit, aber einfach ist es auch zwischen den beiden nicht immer. Manchmal hat Marlene auf der Insel ein sehr seltsames Gefühl, das sie bis zum Schluss begleitet. Diese mystische und teils unheimliche Atmosphäre zieht sich leise durch die ganze Geschichte.
Dieser Ausschnitt aus dem Buch zeigt meiner Meinung nach gut diese spannende Atmosphäre, die man beim lesen erlebt:

"Sie sah an sich herunter, auf ihre Lederschuhe, den groben Stoff ihrer Schürze, und unter alldem kam sie sich wahnsinnig echt for, als wäre sie in einen Brunnen oder ein Erdloch gefallen und liefe nun durch eine Traumwelt, in der nur sie selbst real war."

Mir hat Leute von Früher sehr gut gefallen, es ist eine interessante Abwechslung und etwas, das ich so in dieser Form noch nie gelesen habe.

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Veröffentlicht am 12.03.2024

Kosakenberg und die Eier

Kosakenberg
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Kosakenberg ist die Geschichte von Kathleen, die von diesem Dorf im Osten in der Nähe von Berlin weggezogen und nach London gegangen ist.
Die Kapitel sind betitelt als "die erste Heimfahrt" und so weiter ...

Kosakenberg ist die Geschichte von Kathleen, die von diesem Dorf im Osten in der Nähe von Berlin weggezogen und nach London gegangen ist.
Die Kapitel sind betitelt als "die erste Heimfahrt" und so weiter bis zur zehnten Heimfahrt.

Wenn Kathleen wieder nach Hause zurückkommt und vor allem die Mutter besucht, realisiert man mit ihr, dass sie nicht ganz mit Kosakenberg abschließen kann, obwohl sie das will, oder?
Gänzlich funktioniert es nun nicht, und gleichzeitig merkt sie, dass sie nicht richtig in London ankommt, obwohl sie dort ihr eigenes Leben aufgebaut, Freunde, und einen guten Job hat.

Diese Diskrepanz, in zwei Welten und doch in keine zu gehören beschreibt Sabine Rennefanz mit so einer emotionalen Tiefe, dass es nicht schwer fällt, sich da selbst hineinzuversetzen, selbst wenn die eigene Situation eine ganz andere ist. Und trotzdem merkt man, dass das eigene Leben auch oft von dem Gefühl überzogen ist, nicht richtig dazuzugehören.

Für mich war es faszinierend mitzubekommen, wie unterschiedlich das Leben im Osten sein kann, und welch eine große Rolle Eier spielen können. Dabei spricht die Autorin versöhnlich über die Unterschiede zwischen Ost und West.

Dieses Buch hallt nach und regt mit Witz und viel Trauer zum Nachdenken an.

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