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Veröffentlicht am 08.01.2025

Moderne Interpretation

Zauberberg 2
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Jonas Heidebrink muss sich finanziell nie wieder Sorgen machen, er hat sein erfolgreiches Start-up verkauft und hat das was sich viele Menschen wünschen, viel Geld und viel Zeit. Doch ihm geht es nicht ...

Jonas Heidebrink muss sich finanziell nie wieder Sorgen machen, er hat sein erfolgreiches Start-up verkauft und hat das was sich viele Menschen wünschen, viel Geld und viel Zeit. Doch ihm geht es nicht gut. Von zahlreichen Ängsten geplagt und erfolglosen Psychotherapien müde begibt er sich in eine Privatklinik in der Mecklenburger Einöde. Am Anfang ist ihm alles noch sehr fremd, er versucht sich dort einzufügen und gewöhnt sich langsam an die Abläufe. Irgendwann ist die Klinik ein Zuhause für ihn geworden. Als die Angestellten immer weniger werden, das Essen schlechter wird und es scheinbar immer weiter bergab geht mit der Klinik wird Jonas klar, dass er nicht für immer hier bleiben wird.


Der Roman ist eine zeitgenössische Interpretation von Thomas Manns „Der Zauberberg“. Diesen hab ich leider noch nicht gelesen, interessiert mich aber jetzt brennend. Einen Vergleich kann ich also deshalb nicht wagen.
Heinz Strunk schreibt mit viel Ironie und Sarkasmus. Die Angstanfälle von Jonas werden schonungslos dargestellt. Die Mitpatienten sind für mich recht überspitzt dargestellt, da wird oft flapsig und zu stereotyp geschrieben. Da wären zusätzliche noch ein paar „normalere“ Irre schön gewesen. Sonst wurde da recht scharf beobachtet und viel Gesellschaftskritik geübt. Auch wurden die für alle gleichen Therapien infrage gestellt. Wir lesen über Mitpatienten, diverse Therapien und deren Sinn und Versuche der Behandlung mit Medikamenten.
Der Roman wurde zunehmend tiefgründiger. Der anfangs noch recht flapsige Ton wird weniger, dafür wurde Jonas Misere immer deutlicher. Todtraurig, urkomisch und kritisch. Für mich eine absolut gelungene Mischung.

Ja, die Meinungen zu dem Buch gehen sehr stark auseinander. Ich bin begeistert.

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Veröffentlicht am 21.09.2024

Spannend

Nur nachts ist es hell
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1972: Elisabeth blickt auf ihr Leben zurück und lässt uns teilhaben an ihrer Familiengeschichte um ihre Eltern und ihre 3 großen Brüder, ihrer eigenen Liebesgeschichte und um ihren Kampf um ihren Traum ...

1972: Elisabeth blickt auf ihr Leben zurück und lässt uns teilhaben an ihrer Familiengeschichte um ihre Eltern und ihre 3 großen Brüder, ihrer eigenen Liebesgeschichte und um ihren Kampf um ihren Traum erfüllen und Medizin studieren zu können. Wir erleben mit ihr 2 Kriege und die Schicksalsschläge, die damit verbunden sind.
Als Ärztin kümmert sie sich später auch um Frauen, die versucht haben eine Abtreibung vornehmen zu lassen und wird dadurch mit ethischen Fragen, die dadurch entstehen, konfrontiert. Überhaupt geht es in dem Roman viel um die Rolle der Frauen in dieser Zeit.

Eine unheimlich starke Protagonistin, eine interessante Familiengeschichte und viele sehr spannende Einblicke in die Geschichte und die Medizin finden wir in diesem tollen Roman. Gelesen hat er sich manchmal nicht so leicht durch viele Zeitsprünge aber durch diese wunderbare und richtig interessante Geschichte einfach lesenswert.

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Veröffentlicht am 30.08.2024

Toxische Ehe

Mein Mann
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Ein ganz tiefer Blick ins Leben einer verheirateten Frau, die sich der Liebe ihres Mannes nicht mehr sicher ist.

Eigentlich müsste die Protagonistin glücklich und zufrieden sein. Sie hat einen Mann, ...

Ein ganz tiefer Blick ins Leben einer verheirateten Frau, die sich der Liebe ihres Mannes nicht mehr sicher ist.

Eigentlich müsste die Protagonistin glücklich und zufrieden sein. Sie hat einen Mann, den sie liebt, 2 Kinder, ein Haus. Doch stellt sie sich immer öfter die Frage ob ihr Mann sie eigentlich noch liebt. Eine Liebe, die zur Besessenheit wird, durch Ängste und Abhängigkeit geprägt ist.

Sehr spannend geschrieben obwohl es ja eigentlich „nur“ um die Protagonistin und die Liebe zu ihrem Mann geht, selbst die Kinder sind nur Nebendarsteller. Der Blick in die Psyche der Frau hat mir richtig gut gefallen, war teilweise natürlich auch ganz schön schräg. Hab die ganze Zeit überlegt wer hier eigentlich wen manipuliert. Das Verhalten der Protagonistin ist natürlich alles andere als normal aber meistens hat ja alles seine Gründe.

Empfehle ich sehr gern weiter.

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Veröffentlicht am 11.08.2024

Berührend

Der Silberriese
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Ein wortgewaltiger Roman über die tiefe Verbundenheit zwischen einem alleinerziehenden Vater und seiner Tochter und vom Schmerz sie irgendwann loszulassen.

Patrick lebt mit seiner Tochter Ada zusammen. ...

Ein wortgewaltiger Roman über die tiefe Verbundenheit zwischen einem alleinerziehenden Vater und seiner Tochter und vom Schmerz sie irgendwann loszulassen.

Patrick lebt mit seiner Tochter Ada zusammen. Adas Mutter Kara verlässt ihre Familie als Ada noch ein Baby ist. Von da an ist Patrick auf sich allein gestellt. Schlaflose Nächte, viele Krankheiten und Trotzanfälle meistert Patrick jetzt allein. Sein vorheriges Leben kann er nicht mehr so weiterführen, seine Leben als Sportler ist mit Baby einfach nicht mehr machbar. Als Ada älter wird und mehr Freiraum braucht fängt er an sein Leben zu reflektieren, denkt an die gemeinsame Zeit mit Adas Mutter, an die Zeit mit Ada als Kleinkind und an seine Karriere als Leistungssportler im Diskuswurf.
Patrick beginnt zu verstehen, dass er Ada langsam loslassen muss und seinem eigenen Leben wieder mehr Beachtung schenken darf. Für Ada wird es immer wichtiger zu erfahren wer ihre Mutter eigentlich ist.


Schonungslos und zugleich zärtlich wird über die Beziehung zwischen Vater und Tochter erzählt. Die Nähe zwischen ihnen ist wunderbar einfühlsam eingefangen. Und auch Patricks Zerrissenheit als Ada älter ist, ist deutlich spürbar und tat mir manchmal schon richtig weh beim lesen.

Gibt ne Empfehlung.

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Veröffentlicht am 09.08.2024

Bewegend

Unser leuchtendes Leben
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Ein bewegender Roman, der über mehrere Generationen einer weit verzweigten Familie erzählt.

Es ist 2089 in Island und Johanna ist alleinerziehend und hat seit einer Weile keinen Kontakt mehr zu ihrem ...

Ein bewegender Roman, der über mehrere Generationen einer weit verzweigten Familie erzählt.

Es ist 2089 in Island und Johanna ist alleinerziehend und hat seit einer Weile keinen Kontakt mehr zu ihrem Vater. Er hat einen Roman über seine Familie geschrieben und eines Abends beginnt sie darin zu lesen. So erfährt sie beginnend im ersten Weltkrieg in der Toskana die Geschichte ihrer Familie, die über Kanada wieder nach Island führt.

Anfangs hatte ich ein paar Startschwierigkeiten, da es doch unheimlich viele Personen sind, um die es hier geht und die Geschichte auch erst sehr schnell erzählt wurde. Dann bin ich allerdings gut in der Story angekommen wollte gar nicht mehr aufhören zu lesen. Klug, bewegend und tiefgründig wird hier erzählt, etwas mystisch, mit feinem Humor. Der Autor hat hier einen wunderbaren, melancholischen Roman erschaffen über Familie, Geheimnisse und auch die Sprachlosigkeit, die über viele Generationen weitergegeben wurde.

Bekommt eine Empfehlung von mir.

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