Ein mitreißender und aktueller Fantasy-Roman.
Fairiegolden Town – Die Prinzessin der Diebe„𝗪𝗮𝗿𝘂𝗺 𝗹𝗲𝗿𝗻𝘁𝗲𝗻 𝗱𝗶𝗲 𝗠𝗲𝗻𝘀𝗰𝗵𝗲𝗻 𝗻𝗶𝗰𝗵𝘁 𝗮𝘂𝘀 𝗶𝗵𝗿𝗲𝗿 𝗩𝗲𝗿𝗴𝗮𝗻𝗴𝗲𝗻𝗵𝗲𝗶𝘁?“
☆𝐅𝐚𝐢𝐫𝐢𝐞𝐠𝐨𝐥𝐝𝐞𝐧 𝐓𝐨𝐰𝐧 – 𝐃𝐢𝐞 𝐏𝐫𝐢𝐧𝐳𝐞𝐬𝐬𝐢𝐧 𝐝𝐞𝐫 𝐃𝐢𝐞𝐛𝐞☆
Die Fantasy-Dilogie über die „Fairiegolden Town“ spielt in einer Zeit, nachdem ein Krieg zwischen ...
„𝗪𝗮𝗿𝘂𝗺 𝗹𝗲𝗿𝗻𝘁𝗲𝗻 𝗱𝗶𝗲 𝗠𝗲𝗻𝘀𝗰𝗵𝗲𝗻 𝗻𝗶𝗰𝗵𝘁 𝗮𝘂𝘀 𝗶𝗵𝗿𝗲𝗿 𝗩𝗲𝗿𝗴𝗮𝗻𝗴𝗲𝗻𝗵𝗲𝗶𝘁?“
☆𝐅𝐚𝐢𝐫𝐢𝐞𝐠𝐨𝐥𝐝𝐞𝐧 𝐓𝐨𝐰𝐧 – 𝐃𝐢𝐞 𝐏𝐫𝐢𝐧𝐳𝐞𝐬𝐬𝐢𝐧 𝐝𝐞𝐫 𝐃𝐢𝐞𝐛𝐞☆
Die Fantasy-Dilogie über die „Fairiegolden Town“ spielt in einer Zeit, nachdem ein Krieg zwischen Fairies und Menschen zahlreiche Städte unwiderruflich entzweit und zerstört, Leben ausgelöscht und Trümmer hinterlassen hat.
Nur Liverpool scheint sich von der Tragödie erholt zu haben, scheint zu pulsieren: Magische und nicht Magische existieren, handeln, verweilen hier Seite an Seite unter der selbsternannten Herrschaft der, über die Grenzen hinaus berüchtigten, Skyson-Gang.
Doch der eigentlich mächtigste Mann, der sich seit Jahren von den Everetts und ihrer Anhängerschaft bedroht fühlt, sieht nun, da sich eine gewaltige, schier unbezwingbare Fracht auf dem Schiffsweg angekündigt hat, die Möglichkeit, sich sein Recht zurückzuholen. Und welcher Schritt wäre eine geschicktere Basis, als für Unruhen zu sorgen, Proteste auszulösen und Hass zu säen?
Die Geschichte wird aus den Perspektiven verschiedener Charaktere zusammengesetzt, deren Wege sich nach und nach kreuzen, und, trotz der Unterschiede und auseinanderdriftenden moralischen Kompassnadeln, ein dynamisches Netz bilden. Zwar sind die anfänglichen Motive des Einzelnen individueller Natur, doch am Ende scheint das Ziel, Fairiegolden Town nicht der ideologisierten, machthungrigen und ausbeuterischen Herrschaft des Lord Mayors zu überlassen, die Parteien zu einen ... doch Verwundbarkeit war schon so oft der Auslöser für Verrat ...
Erzählt wird von Rory, einer kleinen Fee, die nichts mehr will als Freiheit, und unbewusst der Auslöser für Liverpools drohenden Untergang ist.
Kayleigh, eine empathische, fähige Tinkerin, deren Ausbildung sie zum Ort des Geschehens führte und den Part als „Stimme der Vernunft“ zumindest eine Zeit lang vehement vertritt.
Aiven, wankend zwischen Selbstmitleid, Rache und seinem Herzen.
Den Hauptteil füllen Samuel Everett – Kopf der Skysons, der nie mehr liebte als Fairiegolden Town, alles – nicht nur Gutes – für seine Stadt getan hat – und Sabria O'Toole. Die Prinzessin der Diebe verließ ihre Heimat, um sich in der Metropole zu beweisen und sich endlich zu holen, was ihr zusteht: die Anerkennung ihrer Gilde. Nie hätte Bria gedacht, dass sie in Liverpool etwas ganz anderes findet ...
Obgleich die politische Lage sowie die Atmosphäre durchweg angespannt ist, Maßnahmen und Entscheidungen fragwürdig sind, die harsche, blutige Demonstration von Macht und der drohende Krieg vorherrschen, ist der Ton sehr direkt, modern und locker, häufig bepudert mit einer gewissen Art Sarkasmus, mit Witz und Charme. Mir machte es durchweg Spaß, die Figuren, die Jennifer mMn sehr greif- und nahbar ausgearbeitet hat, kennenzulernen; mitzufiebern und zu verfolgen, welche Verbindungen sich auftun und was für Geheimnisse in ihnen schlummern. Dass keineR ein leichtes Leben führ(t)e, jedeR mit den Umständen, dem ihm zugeteilten Los ringt, und viele Taten und Gedanken unkonventionell, skrupellos; sie alle bereit sind, Grenzen zu übertreten, für ihre Überzeugungen und ein Maß an Gerechtigkeit zu kämpfen, machte die Truppe zu etwas Besonderem, vielleicht auch nur besonders gefährlich.
Weitere Figuren, wie Sebestien, Selina und Eliah bereichern den Verlauf, sind wichtig und entsprechend stark in der Handlung verankert.
Dass der allseits gefürchtete, mysteriöse Clan durch interne Konflikte und Uneinigkeit droht, zu entzweien, gibt der Story eine weitere unberechenbare Komponente. Ebenfalls gut inszeniert waren die schwellende Wut im Volk, die perfiden Manipulationen und die charakterlichen Veränderungen.
Gleichermaßen rührend wie unterhaltsam ist das sich entwickelnde „mehr“ zwischen der Prinzessin der Diebe und dem Cormorant. Durch Everetts Rolle, sein Wissen und seine grausamen Erfahrungen bekommen wir relevante Informationen über die Situation des Landes. Die Abgründe und Intentionen des Kopfs der Skysons, seine Verletzlichkeit, seine Dunkelheit zu ergründen, sorgten für Faszination. Bria, weit davon entfernt, unschuldig zu sein, scheint ihr Ziel fest im Blick zu haben. Und doch ... ihre Liebe für die Stadt, für Kayleigh und Samuel, ihr Mitgefühl und ihre Zweifel sind so deutlich zu spüren wie ihr leidenschaftliches Drängen, sich in Abenteuer und waghalsige Situationen zu stürzen.
Es gab ehrliche, echte Gespräche, tiefsinnige Aussagen, Offenbarungen und Twists, die alles infrage stellen, Erkenntnisse, die zum Innehalten brachten; Opfer, bewegende Momente und bedingungslose Freundschaften. Gesellschaftskritik und ein Potpourri an "Fairie-Wesen". Zusätzlich finden sich erschreckend viele Parallelen zu der unseren, aktuellen Situation – Benkau schreibt von Hass und Verfolgung, von Ausbeutung und Vernichtung, „Besitz“ und Quälerei von Minderheiten, davon, wie leicht sich Hetze, geschürt durch Gerüchte und Angst, verbreitet, wie schnell sich ein Volk aufwiegeln lässt, wenn es nur genug Futter bekommt.
Waren die Themen und Probleme keine leichten, Bedrohung und Verrat, Kampf und Flucht vorhanden; werden Pläne geschmiedet, Wahrheiten ergründet und wirkt die Anzahl der Charaktere auch beachtlich, war es einfach, der Handlung interessiert und aufmerksam zu folgen, sich von Jennifers sehr realen Szenario, der abwechslungsreichen Erzählung, den Emotionen und der Tragik mitreißen zu lassen. Und ehrlich? Es ist schon lange her, seitdem mich ein Fantasy-Roman zuletzt derart in Aufregung versetzt, nervös gemacht hat.
Fairiegolden Town – Die Prinzessin der Diebe: Für mich ein Highlight!