Profilbild von Anndlich

Anndlich

Lesejury Star
offline

Anndlich ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Anndlich über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.03.2025

Kannst du dir trauen?

Die Tochter des Serienkillers
0

Vor zwanzig Jahren gelang es Jane endlich, sich ihrer manipulativen und kontrollsüchtigen Mutter zu entziehen. Seitdem lebt sie nicht mehr unter dem Namen Jane, sondern nennt sich jetzt Jenny. Auch um ...

Vor zwanzig Jahren gelang es Jane endlich, sich ihrer manipulativen und kontrollsüchtigen Mutter zu entziehen. Seitdem lebt sie nicht mehr unter dem Namen Jane, sondern nennt sich jetzt Jenny. Auch um sich von ihrem Vater zu distanzieren, einem verurteilten Serienkiller. Jenny lebt mir ihrem Mann Mark und den beiden Kindern in einem kleinen Ort, weit weg von ihrer Familie und dem Horror der Vergangenheit. Bis Marks Ex-Geliebte Olivia plötzlich verschwindet und Jenny vor ihrer Haustür einen Müllsack mit Tierkadavern findet, die den Verdacht wecken, das jemand Jennys Vergangenheit kennt. Hat jemand herausgefunden, wer Jenny wirklich ist? Hat ihr Vater sie gefunden? Oder ihre Mutter?
Im Zuge der Ermittlungen und im Laufe der Zeit wird klar, dass auch Mark und Jenny ihre Geheimnisse haben.

Nachdem mich der erste Teil begeistert hat, musste ich auch Die Tochter des Serienkillers von Alice Hunter direkt lesen. Beide Teile sind komplett unabhängig voneinander zu lesen, dennoch hat mir das Vorwissen des ersten Bandes diesen Teil spannender erscheinen lassen. Dies liegt nicht am Inhalt, denn der steht zu keiner Zeit in irgendeinem Zusammenhang, sondern am Aufbau und den Auflösungen der beiden Geschichten.

Alice Hunters Schreibstil ist erneut sehr einnehmend und lässt einen super schnell durch die Geschichte fliegen. Im Fokus steht vor allem Jenny, aber auch Marks Perspektive hat einen relativ hohen Anteil. Jennys Perspektive wird dabei noch auch zwei Zeitebenen aufgeteilt, wobei die Vergangenheit nur selten einfließt. Außerdem werden über Extrakapitel die Taten ihres Vaters näher beschrieben. Durch die verschiedenen Perspektiven und Zeitebenen wird der Geschichte eine gute Tiefe verliehen.

Durch kurze Kapitel, einem flüssigen Schreibstil und den Perspektivwechseln liest sich das Buch sehr gut und lässt sich kaum aus der Hand legen und das obwohl ich inhaltlich dieses Mal leider nicht ganz so begeistert bin. Das liegt u.a. daran, dass ich mir bzgl. der Auflösung ziemlich schnell sicher war und auch die Umstände erahnen konnte. Alice Hunter hat zwar wieder sehr geschickt Streufeuer gelegt, aber überzeugen konnte mich davon keins, sodass mir die Spannung letztendlich fehlte. Zudem nahm mir ein Aspekt In Jennys Gegenwartsgeschichte deutlich zu viel Platz ein und hatte ein erhöhtes Nervpotenzial.

Sehr gut gefallen hat mir wiederum der Prolog und Epilog, der die Geschichte einrahmt, der Figurenbeschreibung super dient und Hoffnung auf mehr aus der Feder Alice Hunters’ macht. Denn auch wenn mich Die Tochter des Serienkillers nicht komplett packen konnte, wurde ich doch wieder gut unterhalten und vor allem der Fokus auf das Innenleben der Figuren finde ich immer wieder spannend.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 15.03.2025

Das Erbe

The Inheritance Games - Der letzte Schachzug
0

Bald hat die 17-jährige Avery Kylie Grambs das Jahr im Hawthorne House überstanden, nur noch wenige Wochen trennen sie von ihrem Milliardenerbe. Doch die Gefahren lauern überall und kurz vor ihrem Erbe ...

Bald hat die 17-jährige Avery Kylie Grambs das Jahr im Hawthorne House überstanden, nur noch wenige Wochen trennen sie von ihrem Milliardenerbe. Doch die Gefahren lauern überall und kurz vor ihrem Erbe taucht ein unerwarteter Besucher auf, der dringend ihre Hilfe braucht. Die Anwesenheit ändert alles im Haus der Hawthornes, auch Averys Gedanken und dann beginnt auch noch ein letztes Spiel gegen einen Gegenspieler, der allen bisher noch vollkommen unbekannt ist. Avery muss alles riskieren, um das Erbe anzutreten.

Der letzte Schachzug ist der letzte Teil der The-Inheritance-Games-Trilogie von Jennifer Lynn Barnes. Barnes’ Schreibstil ist weiterhin ziemlich simpel gehalten und sorgt dadurch dafür, dass man in der Geschichte schnell vorwärts kommt. Den Einstieg fand ich jedoch etwas schwieriger, weil die Anknüpfungspunkte zum letzten Band nicht stark genug hervorkamen und mir dadurch ‚Triggerpunkte', die mein Vorwissen wieder hervorgeholt hätten, fehlten. Diese Wiederholungen zum Beginn hätte ich gerne gehabt und dafür weniger Wiederholungen im Laufe der Geschichte, die sich auf Sätze innerhalb des Buchs beziehen.

Es gab eine Punkte, die mir wirklich gut gefielen. Ich mochte den Gegenspieler, der Avery hier gegenübertritt bzw. alles, was seine Verbindung zu Tobias Hawthorne ans Licht gebracht hat. Diese Verbindungen waren interessant und spannend, teilweise konnte man auch sehr gut miträtseln. Enttäuschend fand ich dann jedoch das Finale, das innerhalb von ein-zwei Seiten vollzogen wird und wenig Spannung aufweisen konnte. Die Auflösung selbst war auch weniger spektakulär als erwartet, aber kam dadurch auch ein wenig überraschend und blieb vor allem sinnvoll, was mir wiederum gefiel.

Insgesamt fand ich auch, dass die Charaktere und ihre Beziehungen innerhalb von drei Bänden viel zu oberflächlich behandelt wurden. Ich kann auch nach Beenden des dritten Bands nicht erkennen, welche Besonderheiten die Beziehung von Avery und den beiden Hawthorne Brüdern Grayson und Jameson besitzt, dabei war es doch immer wieder ein Thema.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.02.2025

Atmosphärisch und Übernatürlich

LAKE – Das Haus am dunklen Ufer
0

Die Schauspielerin Casey Fletcher muss den Verlust ihres Mannes verkraften und den Nullpunkt ihrer schauspielerischen Karriere. Um wieder ins Leben zurückzukommen, verfrachtet ihre Mutter sie an den Lake ...

Die Schauspielerin Casey Fletcher muss den Verlust ihres Mannes verkraften und den Nullpunkt ihrer schauspielerischen Karriere. Um wieder ins Leben zurückzukommen, verfrachtet ihre Mutter sie an den Lake Greene in Vermont, ausgerechnet dorthin, wo ihr Mann vor einigen Monaten verstarb. Dies und die absolute Ruhe lassen Casey immer häufiger zur Flasche greifen und zu einem alten Fernglas. Doch Casey beobachtet nicht die weite Natur, sondern das Haus an der gegenüberliegenden Uferseite und damit das Ehepaar Tom und Katherine.

Schnell merkt Casey, dass bei den beiden mehr Schein als Sein existiert und plötzlich verschwindet Katherine spurlos. Sie ist sich sicher, dass Tom etwas damit zutun haben muss.

Lake von Riley Sager klang nach einem spannenden (PsychThriller, doch leider war das Buch eher ruhig und atmosphärischer. Lange baut Sager erst eine extrem dichte und düstere Atmosphäre auf, die dazu führt, dass Caseys Gedanken- und Gefühlswelt sehr gut aufgestellt werden und eine gewisse Nähe zu ihr aufgebaut wird. Doch insgesamt passiert in der Zeit nur wenig spektakuläres.

Im letzten Viertel wird dann jedoch das Tempo stark angezogen und mit einigen Twists und Wendungen gespielt. Manche sind überraschender, andere weniger und leider sind manche ganz schön übernatürlich. Ich bin kein Fan, wenn übernatürliche Dinge passieren und in diesem Fall wurde das nicht nur dick aufgetragen, sondern kam auch urplötzlich und aus dem Nichts. Aufgrund des bis dato aber doch eher zähen Verlaufs, habe ich zumindest das daraus resultierende Tempo gerne mitgenommen. Denn die angesprochene Spannung konnte es definitiv gebrauchen und auch die (natürlichen) Wendungen gefielen mir gut.

Wer auf atmosphärische und eher ruhige Thriller steht, die auch übernatürliche Elemente haben dürfen, der ist bei Lake genau richtig. Wer mindestens eins davon gar nicht mag, der könnte hier eine große Enttäuschung erleben. Für mich darf es gerne etwas ruhiger und atmosphärischer sein, wenngleich es mir hier doch ein paar Seiten zu viel waren und deswegen, sowie aufgrund der übernatürlichen Dinge, reicht es leider 'nur' für drei Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.01.2025

Spuk im Harz

Villa Obscura
0

Die angesehene Fotografin Constanze Eschede veranstaltet eine Halloweenparty in einer abgelegenen Villa im Harz. Was als berauschender Abend in Erinnerungen bleiben sollte, wird für sechs Jugendliche zu ...

Die angesehene Fotografin Constanze Eschede veranstaltet eine Halloweenparty in einer abgelegenen Villa im Harz. Was als berauschender Abend in Erinnerungen bleiben sollte, wird für sechs Jugendliche zu einem absoluten Albtraum, denn zwei maskierte Fremde nehmen sie als ihre Geiseln und schicken sie mit auf einen tödlichen Trip.

Villa Obscura von Melissa C. Hill und Anja Stapor ist ein Jugendthriller für Leser:innen ab 14 Jahren, der perfekt für die Halloweenzeit scheint, doch auch zu jeder anderen Jahreszeit Grusel verspricht. Besonders gut gefallen hat mir die Einarbeitung des Settings - des Brocken im Harz - in die Geschichte, die für eine mysteriöse Atmosphäre sorgen konnte.


Doch das Konstrukt um die sechs Jugendlichen wird durch Perspektivwechsel gut dargestellt, sodass wir erfahren warum die sechs Personen auf der Party erscheinen und welche Beziehung sie zur Veranstalterin haben. Dennoch wirkte bereits die Zusammenstellung sehr konstruiert, wie dann auch der weitere Storyverlauf, was mir ein wenig die Lesefreude nahm.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.12.2024

24 (+1) Tage in New York

Mistletoe Moments. Ein Adventskalender. Lovestorys für 24 Tage plus Silvester-Special
0

Mistletoe Moments verspricht winterlich, (vor-)weihnachtliche Kurzgeschichten aus New York, die ans Herz gehen. Sechzehn Autor:innen haben sich am buchigen Adventskalender beteiligt und 16 verschiedene ...

Mistletoe Moments verspricht winterlich, (vor-)weihnachtliche Kurzgeschichten aus New York, die ans Herz gehen. Sechzehn Autor:innen haben sich am buchigen Adventskalender beteiligt und 16 verschiedene Kurzgeschichten erschaffen. Jeden Tag lässt sich ein Kapitel lesen, viele Geschichten sind jedoch auf zwei Kapitel aufgeteilt. Neben dem 24. Türchen gibt es zum Schluss noch das Silvester-Special.

Das Buch zu bewerten ist natürlich schwierig, denn sechzehn verschiedene Autor:innen sorgen natürlich dafür, dass man die jeweiligen Schreibstile anders wahrnimmt und nicht mit jedem Türchen warm werden kann. Die Grundidee von Mistletoe Moments finde ich aber wunderschön, denn es hat unglaublich Spaß gemacht, sich jeden Tag in eine neue Geschichte zu stürzen und vor allem neue Autor:innen kennenzulernen. Die Idee selbst bekommt von mir daher die volle Punktzahl.

Die Umsetzung hat mich häufig jedoch enttäuscht. Ich habe mich auf winterlich und (vor-)weihnachtliche Geschichten aus New York gefreut, die mir das Gefühl der amerikanischen Weihnachtsfilme übermitteln. Doch leider konnten bei mir nur wenige Geschichten diese Atmosphäre wirklich rüberbringen und an dem Punkt rede ich noch nicht davon, ob mir diese Geschichten inhaltlich oder im Bezug auf den Schreibstil gefallen haben. Das finde ich schade, denn die wenigen, die es konnten, haben das Potenzial dieser Idee überragend übermitteln können und mich nach New York transportiert.

Auch war ich mir bezüglich des Konzepts zwischenzeitlich unsicher, Charaktere der Vorgeschichte wurden meistens eingebaut - was super gelingen kann, manchmal aber auch zwanghaft und dadurch unauthentisch wirkt -, aber in wenigen fehlen diese - aufgrund der Erwartungen die man durch die anderen Geschichten erlangt hat, wirken diese dann leider als würden sie nicht „dazugehören“. Dann hatte ich das Gefühl, dass das jeweilige Türchen das Ende der Geschichte darstellt, eine Tür hat dies aber komplett über Bord geworfen und damit auch für eine „Fehlnote“ bei mir gesorgt.

Doch bei aller Kritik bleibe ich dabei, dass die Buchidee hervorragend ist. Es gibt jeden Tag ein Kapitel auf das man sich freuen kann, die Kurzgeschichten, die einen nach New York transportieren, sorgen für ein kurzweiliges Lesevergnügen und eine Menge Schneechaos. Durch die verschiedenen Autor:innen hat man dann auch noch das Vergnügen neue Schreibstile zu entdecken.

In meinem Fall konnten Saskia Louis und Sabine Schoder (mit ihren erschaffenen Charakteren, ihren Schreibstilen und dem Erfüllen meiner Erwartungen) mich am meisten überzeugen und damit habe ich direkt zwei Autorinnen entdeckt, deren Bücher ich bisher (noch) nicht auf den Schirm hatte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere