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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.03.2025

spannender Jugendthriller

Seven Ways to Tell a Lie
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In der Kleinstadt Wane geht es um eine Clique Jugendlicher in der Highschool, die durch das mysteriöse Verschwinden von Enya auseinander bricht. Ein Jahr ist vergangen, als ein Videoclip auftaucht. Alle ...

In der Kleinstadt Wane geht es um eine Clique Jugendlicher in der Highschool, die durch das mysteriöse Verschwinden von Enya auseinander bricht. Ein Jahr ist vergangen, als ein Videoclip auftaucht. Alle Kids der Clique fahren in einem Schulbus, bis dieser in eine Schlucht stürzt und alle durch das nachfolgende Feuer sterben. Nur Enya ist nicht dabei.

Eindeutig: Jemand hat sich einen schlechten Scherz erlaubt, ein Deepfake erstellt. Allerdings erschreckend realistisch. Ein weiteres Deepfake erscheint. Jonah, der am meisten unter dem Verlust von Enya leidet, versucht die Clique zu vereinen. Denn der Videoersteller scheint die dunkelsten Geheimnisse eines jeden zu kennen.

Das Buch hat mich wirklich gefesselt. Man taucht in die kleine Welt von Wane ein, lernt die Clique kennen, ihre Beziehungen untereinander und natürlich: Ihre dunklen Geheimnisse. Und die haben es in sich. Ein jedes stellt einen Skandal dar, nur die Gruppe zusammen kann den Urheber finden und weitere Deepfakes verhindern.

Die Kids sind sehr gut gezeichnet, Jonah steht im Mittelpunkt, er ist derjenige, der die Gruppe wieder vereint. Er ist clever und geht methodisch vor um das Rätsel zu lösen und am Ende auch das Geheimnis um Enyas Verschwinden. Die anderen der Clique haben unterschiedliche Charaktereigenschaften, man merkt, wie sie sich entwickeln und reifen.

Durch den lockeren Schreibstil liest sich die Story wie von selbst, ich hatte bis zum Finale, das in einem großen Showdown endet, keine Ahnung, wer hinter allem steckt. Der Plot ist gut durchdacht und bietet jede Menge Spannung und Action. Und letztlich transportiert der Thriller eine wichtige Botschaft.

Fazit: Spannender Jugendthriller, kann ich nur empfehlen.

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Veröffentlicht am 02.02.2025

Rückkehr nach Sleepy Horlow

Kummersee
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Lena kehrt in das Dorf Horlow an der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze zurück, in dem sie ihre Kindheit verbracht hat und wo ihr Bruder im Kummersee den Tod fand. Seit sie Horlow verlassen hat, hatte ...

Lena kehrt in das Dorf Horlow an der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze zurück, in dem sie ihre Kindheit verbracht hat und wo ihr Bruder im Kummersee den Tod fand. Seit sie Horlow verlassen hat, hatte sie nur sporadisch Kontakt zu ihrer Mutter, Horlow nie wieder besucht. Zu traumatisch waren die Erlebnisse, als Lena neun Jahre alt war.

Inzwischen sind 30 Jahre vergangen. Sie und ihr Kollege Malik sind als Personenschützer für ein Vermesserteam zuständig, denn der Kummersee kommt als eines von mehreren potentiellen Endlagern in Betracht. Die Einwohner von Horlow empfangen das Team mit einer Art Mahnwache, denn begeistert ist von den Anwohnern keiner, dass in ihrer Nähe ein Endlager entstehen soll. Ein Mord bringt Lenas Erinnerungen wieder hoch, was lauert im Kummersee und tötet Menschen? Lena muss das Geheimnis unbedingt lüften...

Kummersee hat mich auf ganzer Linie überzeugt, was bei einem Debüt wirklich selten ist. Von Anfang an ist die Geschichte fesselnd und hat diesen mystischen, düsteren Touch, die Stimmung in Lenas Kindheit perfekt eingefangen. Erinnert mich etwas an alte Stephen King Romane. Ich fand den Schreibstil detailliert und flüssig zu lesen, die Szenerie, die Menschen waren greifbar. Auch die Charakterzeichnung ist gelungen, es gibt facettenreiche Figuren und von den wichtigsten Personen hatte ich ein gutes Bild vor Augen.

Der Plot ist gut konstruiert, es gibt Turns und Twists und jede Menge Spannung bis zum Ende.

Fazit: 4,5 Sterne, aufgerundet auf 5 für einen durchweg fesselnden Thriller.

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Veröffentlicht am 11.01.2025

spannender Survival-Thriller

One Perfect Couple
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Lylas Berufsleben als Wissenschaftlerin steckt in einer Sackgasse, als ihr Freund Nico sie bittet mit ihm an einer Realityshow teilzunehmen stimmt sie zu. Zu perfekt hört es sich an, auf einer Insel im ...

Lylas Berufsleben als Wissenschaftlerin steckt in einer Sackgasse, als ihr Freund Nico sie bittet mit ihm an einer Realityshow teilzunehmen stimmt sie zu. Zu perfekt hört es sich an, auf einer Insel im Indischen Ozean einige Wochen zu verbringen. Wer wird letztlich als Sieger bei "perfect couple" die Show gewinnen und das Preisgeld erhalten? Der Flug ist lang und stressig, die Insel ein Traum. Alle Teilnehmen müssen ihre elektronischen Geräte wie Handy, Smartwatch oder Laptop abgeben, der Kontakt zur Außenwelt ist nicht erlaubt. Dafür zeichnen zahlreiche Kameras in allen Räumen und auch im Außenbereich jede Bewegung auf. Doch schon in der ersten Nacht ändert ein Sturm die Bedingungen und es geht nur noch ums nackte Überleben.

Von Ruth Ware habe ich schon einige Bücher gelesen, "One perfect couple" gehört definitiv zu meinen Highlights. Die Idee, auf einer einsamen Insel ums Überleben zu kämpfen, ist zwar nicht neu, aber hier perfekt umgesetzt. Das Setting hatte ich bildlich vor Augen, genau wie die Protagonisten. Wobei die Frauen detailreicher gezeichnet sind als die Männer. Im Fokus steht Lyla, die man am besten kennenlernt. Santana, Angel und Zana wirken lebendig und zeigen Charakter. Bei den männlichen Protagonisten sticht Conor heraus, die anderen bleiben blass, was vermutlich so gewollt ist.

Ich fand die Story von Anfang an fesselnd. Anfangs geht es noch darum, den Contest zu gewinnen, sich für die Kameras zu inszenieren und möglichst gut auszusehen. Doch nach dem Sturm geht es nur noch darum, zu überleben. Ohne gegenseitige Hilfe und Zusammenhalt geht es nicht. Für mich war die Story spannend, die Szenerie wunderbar beschrieben und die Handlung nachvollziehbar. So richtig schön zum mitfiebern. Auch das Ende ist rund und bietet noch eine Überraschung.

Fazit: Spannender Thriller mit einem tollen Setting.

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Veröffentlicht am 09.01.2025

spannende Fortsetzung

Der Jäger
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Schauplatz Spreewald: Simon Schönfeld, Betreiber eines Reiterhofs, wird tot aufgefunden, seine Kehle zerbissen. Ist er Opfer des Wolfs geworden, der schon zuvor eines seiner Ponys riss? Nicht jeder ist ...

Schauplatz Spreewald: Simon Schönfeld, Betreiber eines Reiterhofs, wird tot aufgefunden, seine Kehle zerbissen. Ist er Opfer des Wolfs geworden, der schon zuvor eines seiner Ponys riss? Nicht jeder ist über die Wiederansiedlung der Wölfe im Spreewald begeistert. Während Tierschützer die Wölfe in Schutz nehmen, gehen die Nutztierhalter auf die Barrikaden.

Felix Remus und sein Kollege Tibor Hansen ermitteln in dem Fall. Der öffentliche Druck ist groß, die Gemüter sind erhitzt, so dass sie Unterstützung von der Fallanalytiker-Sondereinheit erhalten, zu der Nova Winter und ihr Chef Magnus Herzberg gehören. Doch die Zusammenarbeit läuft nicht reibungslos, Felix ist nicht begeistert über die Unterstützung. Dann geschieht der nächste Mord...

"Der Jäger" ist der zweite Fall für Nova Winter, ich war vom ersten Fall "Der Mentor" schon begeistert. Dieser zweite Fall steht dem ersten in nichts nach. Da die Fälle in sich abgeschlossen sind, ist ein Vorwissen nicht unbedingt erforderlich.

Es beginnt spannend und brutal, aus verschiedenen Perspektiven rollt sich die Handlung auf, so dass man als Leser über mehr Informationen verfügt, als die Ermittler. Die wechselnden Perspektiven verleihen der Handlung ihren eigenen Drive. Einige Abschnitte geben einen Einblick in die Denke des Täters, wobei seine Identität bis zum Schluss im Dunklen bleibt.

Ich habe mich gefreut, die schon bekannten Protagonisten wieder zu treffen, Nova kommt sympathisch rüber und gewinnt noch mehr an Tiefe. Auch die anderen Figuren sind gekonnt gezeichnet, so dass sie unverwechselbar sind.

Ich habe die Handlung gespannt verfolgt, die Spannung ist auf einem hohen Niveau und bleibt auch konstant hoch. Man kann hier wunderbar miträtseln und spekulieren welches Motiv hinter den Taten steckt. Das Thema Wölfe in Deutschland ist aktuell, die jeweiligen Sichtweisen sowohl der Befürworter als auch der Gegner werden beleuchtet.

Es bleibt bis zum Ende spannend, die Auflösung bietet noch einiges an Überraschungen.

Fazit: Packender Thriller mit jeder Menge Spannung.


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Veröffentlicht am 08.01.2025

ein Thriller-Highlight

Minus 22 Grad
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Laura Gehler ist wie so oft am späten Abend mit ihrem Trekkingrad unterwegs. Allein in der Natur kann sie abschalten. Die Temperaturen sind eisig, es schneit, die Sicht ist schlecht. Außer ihr scheint ...

Laura Gehler ist wie so oft am späten Abend mit ihrem Trekkingrad unterwegs. Allein in der Natur kann sie abschalten. Die Temperaturen sind eisig, es schneit, die Sicht ist schlecht. Außer ihr scheint kein Mensch unterwegs zu sein. Bis sie hinter sich die Scheinwerfer eines Autos sieht. Das Unheil nimmt seinen Lauf, das Auto rammt sie, Laura wird gekidnappt. Sie wacht in einem Käfig aus Plexiglas auf. Ihr Entführer stellt ein Ultimatum, bis zu dem sie das Rätsel, wieso sie gefangen gehalten wird, lösen muss. Ansonsten wird sie sterben.

Der Thriller hat mich komplett abgeholt, er geht unter die Haut, macht nachdenklich. Brillant geschrieben, ich schätze den Schreibstil des Autors, wie er in seinen Beschreibungen Augenblicke festhält. Man hat das Gefühl dabei zu sein, die Zeit steht für einen Moment still, man sieht die Szenerie vor seinem inneren Auge. Dadurch wirkt die Story unglaublich lebendig.

Ich fand die Figurenzeichnung perfekt, er schafft unverwechselbare Charaktere zum mitfiebern.

Der Plot ist dicht gewebt, nicht zu durchschauen und wartet mit einem überraschenden und traurigen Ende auf.

Spannungstechnisch ist auch einiges geboten, ich habe mitgezittert und -gefiebert bis zum bitteren Ende.

Fazit: Grandioser Thriller der nur schwer zu toppen ist. Ich freue mich auf die Fortsetzung und kann den Thriller nur wärmstens empfehlen.

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