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Veröffentlicht am 11.01.2025

Guter Auftakt, aber da geht mehr

Dorn. Hotel der Angst
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Ich lese Bücher von Jan Beck sehr gerne und war sehr gespannt auf den Auftakt der neuen Reihe. Und da lassen Protagonist Dorn und das verfallene Hotel direkt mal auf eine super interessante und spannende ...

Ich lese Bücher von Jan Beck sehr gerne und war sehr gespannt auf den Auftakt der neuen Reihe. Und da lassen Protagonist Dorn und das verfallene Hotel direkt mal auf eine super interessante und spannende Reihe hoffen. Mit dem Erzählstil muss ich mich hier aber erstmal anfreunden.

Zum Inhalt: vor drei Jahren wurden drei Opfer mit aufgeschlitzten Kehlen und einer Schnittwunde an der Stirn gefunden. Cold-Case Ermittlerin Karla ist der Sache nach Hamburg gefolgt, als auch sie brutal ermordet wird und der Täter ist wieder aktiv.

Der Erzählstil kam mir anfangs sehr sprunghaft vor. Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven und in zwei Zeitebenen erzählt. Eigentlich mag ich Rückblenden immer sehr gerne, aber hier nahmen sie so viel Raum ein, dass ich manchmal nicht gut in die Haupthandlung zurückgefunden habe. Vor allem weil diese bzgl. Personen und Handlungsorten auch so zerpflückt war.

Der Fall um den Kronenmörder selbst bewegt sich eher schleppend, gleichzeitig wird dessen Geschichte und den Morden für meinen Geschmack zu viel Bühne gegeben. Dorn hingegen bleibt da eher blass zurück, mehr Mittel zum Zweck als Protagonist. Dabei hat mir das Konzept mit den Hotelzimmern, das bereits durchblitzt total gut gefallen. Ich hoffe das rückt im Verlauf der Reihe noch stärker in den Fokus und auch Dorn selbst könnte für mein Empfinden gerne noch etwas plastischer werden.

Der Schreibsteil ist aber wieder gewohnt flüssig und die Handlung selbst auch gut geplottet. Das Spannungslevel fand ich für einen Auftaktband ok, aber da ist schon noch Luft nach oben. Da die Grundidee aber vielversprechend ist, werde ich auf jeden Fall auch den nächsten Band lesen.

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Veröffentlicht am 07.01.2025

Kultig, szenisch, aber eher kein Grusel

Silberne Geister
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Silvia Moreno-Garcia ist einer dieser Autorinnen, bei der mit die Idee und Beschreibung ihrer Bücher immer irgendwie besser gefällt, als das tatsächliche Werk selbst. Vielleicht liegt es an dem Podest ...

Silvia Moreno-Garcia ist einer dieser Autorinnen, bei der mit die Idee und Beschreibung ihrer Bücher immer irgendwie besser gefällt, als das tatsächliche Werk selbst. Vielleicht liegt es an dem Podest auf das die Autorin als Meisterin der Mexikanischen Gothic-Novel gehoben wurde, aber die Bücher erfüllen einfach nie meine Erwartungen. So auch hier.

Zum Inhalt: Montserrat ist die einzige Soundeditorin bei Antares und ihre männlichen Kollegen lassen sie dieses Außenseitertum auch spüren. Als sie mit ihrem Freund Tristan auf die einzige Kopie eines verschollenen Horrorfilms stößt und diesen vertonen soll, scheint berufliche Anerkennung zum Greifen nah. Doch auf der Filmrolle liegt ein Fluch.

Ich mochte die Atmosphäre der mexikanischen Filmindustrie der 90er Jahre wirklich gern. Auch die Fachsimpelei über Filme, Darsteller und Filmproduktion war irgendwie wahnsinnig kultig unf hat gut in den Plot gepasst, der dadurch einen nostalgischen Touch bekommt.

Die Idee des verfluchten Film fand ich total spannend und habe darauf hingefiebert, dass das Buch endlich die entsprechende Stelle erreicht. Denn bis dahin fand ich es trotz guter Grundstimmung etwas zäh. Alles was mit der gewirkten Magie zu tun hatte war aber sehr interessant zu lesen. Nur der Grusel stellte sich einfach nicht so richtig ein.

Es gibt zwar eine Art Geisterbeschwörung und im Verlauf der Geschichte offenbart sich noch der eine oder andere menschliche Abgrund inklusive niederer Motive, aber das Spannungslevel konnte für mich nicht mehr gesteigert werden. Das fand ich wirklich schade, denn Raum dafür wäre auf jeden Fall vorhanden gewesen.

Vom Schreibstil her fand ich es fast etwas trocken. Passagenweise passiert sehr wenig und es geht nicht so richtig vorwärts. Dazu kommen die persönlichen, aber unwichtigen Struggle von Tristan und Montserrat, die dir Geschichte in die Länge ziehen.

Das Finale war dann ok, aber auch nicht überwältigend. Unterm Strich solide, aber halt auch nicht mehr

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Veröffentlicht am 05.01.2025

Guter Start, aber ließ dann nach

Survivor
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Ich mag Geschichten, die mit verschiedenen Settings und Handlungssträngen spielen, bei denen man als Leser lange im Unklaren bleibt, wie sie zusammenhängen. Außerdem hat mich hier einfach das Cover auch ...

Ich mag Geschichten, die mit verschiedenen Settings und Handlungssträngen spielen, bei denen man als Leser lange im Unklaren bleibt, wie sie zusammenhängen. Außerdem hat mich hier einfach das Cover auch total gecatcht. Insgesamt ganz ok, aber hat meine Erwartungen nicht unbedingt erfüllt.

Zum Inhalt: ein verunfallter Bus mit Schülern, die evakuiert werden sollten. Eine steckengebliebene Gondel auf dem Weg zu ihrem Einsatz in einem Retreat. Und eine abgeschottete Einrichtung, deren Technik langsam versagt. Eine Welt am Abgrund und nur wenige können überleben.

Die Grundidee mit den drei Settings und Handlungssträngen hat mir gut gefallen. Es deutet sich ja bereits auch von Beginn an, dass die irgendwie zusammenhängen und das Retreat auch das Ziel der anderen beiden Gruppen ist. Trotzdem wartet die Geschichte was das angeht noch mit einer Überraschung auf, die ich sehr gelungen fand.

Die Geschichte beginnt durch die ungewissen Situationen sehr spannend und atmosphärisch. Vor allem auch angeheizt durch die anhaltenden Bedrohungen durch die Zwangslagen, die unbändige Natur und die Whistler. Im Verlauf lässt der Spannungsbogen für meinen Geschmack aber nach.

Gegen Ende wurde die Geschichte reichlich zäh und auch das Ende fand ich eher unbefriedigend. Hier wurde am meisten Potential verschenkt, dabei startete die Story so vielversprechend.

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Veröffentlicht am 23.12.2024

Abgeschottet

Die Insel der Angst
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Dieses Locked-In Insel-Setting ist ja genau mein Ding was Thriller angeht. Der Klappentext macht auf jeden Fall direkt neugierig auf den Plot. Der hat für mich aber nicht gehalten, was die Buchbeschreibung ...

Dieses Locked-In Insel-Setting ist ja genau mein Ding was Thriller angeht. Der Klappentext macht auf jeden Fall direkt neugierig auf den Plot. Der hat für mich aber nicht gehalten, was die Buchbeschreibung versprach. Die Nebenhandlung, die der Story Komplexität verleihen sollte, haben sie für mich eher zäh gemacht.

Zum Inhalt: Dokumentarfilmerin Tess bekommt den Auftrag eine Naturdokumentation über die verlassene Insel Navigaceo im Atlantik zu drehen. Doch auf der Insel entdeckt Tess eine Leiche. Und die trägt das selbe Sweatshirt, wie sie auch.

Den Einstieg in die Geschichte fand ich eher zäh und langwierig. Ich hab mich ein bisschen schwer damit getan, dass die Protagonistin in ihrer eigenen Vergangenheit festhängt. Dadurch gab es immer wieder Erinnerungen und Rückblenden in die Zeit, als sie „Spill“ drehte und die für mich die Gegenwartshandlung jedes Mal unterbrochen und ausgebremst haben. Dadurch passiert im Haupt-Handlungsstrang lange einfach nicht wirklich viel und die Geschichte plätschert eher seicht vor sich hin.

Es ist insgesamt ein eher ruhiger Plot und spielt innerhalb nur weniger Tage, was fast den Eindruck erweckt, die Ereignisse würden in Echtzeit ablaufen. Erst ab ungefähr der Hälfte nimmt die Handlung auf der Insel an Fahrt auf und gegen Ende wurde es sogar richtig spannend. Das hat mir aber alles zu lange auf sich warten lassen, sodass ich gar nicht richtig in dieses Thriller-Feeling reingekommen bin.

Es wird zwar mit dem Misstrauen innerhalb des Teams gespielt, aber das hätte für meinen Geschmack stärker eskaliert werden können. Ich mochte die Idee, für mich was das aber kein mitreißender Thriller.

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Veröffentlicht am 23.12.2024

Schlaglichter

Unmöglicher Abschied
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Ich habe Han Kang erst durch den Literaturnobelpreis entdeckt, wollte aber unbedingt noch etwas anderes als ihr preisgekröntes Buch lesen. Da hat sich ihr neuster Roman natürlich direkt angeboten. Es ...

Ich habe Han Kang erst durch den Literaturnobelpreis entdeckt, wollte aber unbedingt noch etwas anderes als ihr preisgekröntes Buch lesen. Da hat sich ihr neuster Roman natürlich direkt angeboten. Es ist ein ruhiger, aber tiefgründiger Roman, eine leise Geschichte über Freundschaft, Familie und die Geschichte eines Landes.

Die Geschichte selbst war für mich schwer greifbar, der Schreibstil fast schon flatterhaft. Die Erzählung springt zwischen Zeitebenen und Orten, bewegt sich auf eine spirituelle, metaphysische Ebene. Es werden Schlaglichter der Freundschaft zwischen Inseon und Gyeongha beleuchtet, sowie die Familiengeschichte Inseons, die in ein einsames Leben mit zwei Papageien mündete. Und das ganze vor dem Hintergrund koreanischer Geschichte.

Das alles macht das Buch nicht unbedingt leicht verdaulich und vor allem ist es kein Buch, das man mal eben so nebenbei wegliest. Manche Stellen musste ich auch mehrmals lesen, weil Gyeongha ummal mal wieder abdriftete zwischen Gedanken, Reflektieren und ihrer tatsächlichen Erlebnisse und ich dadurch auch immer wieder drohte, den Faden zu verlieren. Vielleicht haben das Buch und ich uns auch zu einem ungünstigen Zeitpunkt getroffen, aber so richtig konnte ich mich auf das gelesene nicht einlassen. Vor allem die Rückblicke in das Leben von Inseons Eltern, geprägt von Tragik und Verlust, waren keine leichte Kost und mir ist aufgefallene wie wenig ich über die Geschichte Koreas weiß.

Trotzdem mochte ich den Erzählton und den stilistischen Aufbau, die für mich mal was ganz anderes waren, als ich es sonst so lese. Vermutlich muss ich das Buch nochmal lesen, um es ganz zu erfassen.

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