Von Beginn an spannender, rasanter Krimi
Der SeherKriminaloberkommissar Arne Stiller mit dem Schwerpunkt Kryptologie hat zunächst keine Anhaltspunkte, um das Rätsel von geheimnisvollen Zeichen auf einer Zeitkapsel, die den Leichnam eines Säuglings enthält, ...
Kriminaloberkommissar Arne Stiller mit dem Schwerpunkt Kryptologie hat zunächst keine Anhaltspunkte, um das Rätsel von geheimnisvollen Zeichen auf einer Zeitkapsel, die den Leichnam eines Säuglings enthält, zu lösen. Untersuchungen ergeben, dass es sich um den vor 17 Jahren verschwundenen Jan Köpke handelt, für den damals eine ebenfalls verschlüsselte Todesanzeige auftauchte. Stiller hat den Code noch nicht entschlüsselt, als ein weiterer Säugling entführt wird und es wieder eine codierte Todesanzeige gibt.
Stiller steht unter Zeitdruck und zu allem Überfluss wird er wiederholt von einem sehr von sich überzeugten Seher kontaktiert, der seine Hilfe aufdrängt.
Ich hatte keine Probleme, auch ohne Kenntnis der Vorgängerbände in Stillers siebten Fall einzusteigen. Arnes Kollegin Inge ist in den Ruhestand getreten und die zukünftige Kommissaranwärterin Sandy Rosenberg wird Stiller als Praktikantin zur Seite gestellt. Mit Sandy zusammen lerne ich den grantigen und eigenwilligen Kryptologen kennen. Anders als von Stiller befürchtet erweist sich Sandy als hilfreich, sie ist geübt im Recherchieren und hat gute Ideen.
Die mühsamen Ermittlungen erscheinen mir authentisch, hier macht sich die berufliche Erfahrung des Autors bemerkbar.
Die in den Fokus der polizeilichen Untersuchung geratenen Figuren sind interessante, auch skurrile Charaktere, die einfallsreich und unterhaltsam beschrieben werden, bei den Ermittlern hätte ich mir mehr Informationen aus dem Privatleben, eine detailliertere Figurenzeichnung, insgesamt mehr Tiefe gewünscht. Hier fehlen mir vielleicht Kenntnisse aus den Vorgängerbänden.
Erzählt wird aus verschiedenen Perspektiven und auch mit Rückblicken, die Geschichte ist von Beginn an und durchgehend spannend, kurzweilig, rasant und überrascht mit unerwarteten Wendungen. Elias Hallers Schreibstil ist klar und angenehm zu lesen und lässt bei manchen Gedanken oder Gesprächen Stillers auch schmunzeln. Auch das Dresdner Lokalkolorit hat mir gefallen.
Ich habe 'Der Seher' gern gelesen, mich hat der Krimi mit seinem farblich und gestalterisch zur Reihe passenden Cover gut unterhalten.