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Veröffentlicht am 16.01.2025

Brautmord

Die Villa
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Dani leidet noch immer unter der Tatsache, dass der Mörder ihrer besten Freundin Aoife nicht gefunden werden konnte. Nun, drei Jahre später, organisiert sie eine Rückkehr nach Marbella, wo sie, gemeinsam ...

Dani leidet noch immer unter der Tatsache, dass der Mörder ihrer besten Freundin Aoife nicht gefunden werden konnte. Nun, drei Jahre später, organisiert sie eine Rückkehr nach Marbella, wo sie, gemeinsam mit drei weiteren Freundinnen, Aiofes Junggesellinnenabschied gefeiert hat. Wird sie am dritten Todestag dem Geheimnis näherkommen, die Abläufe in Andalusien rekonstruieren können?

Aus den Blickwinkeln der fünf Freundinnen Aoife, Dani, Tiff, Beth und Celine wird abwechselnd erzählt, teils auf aktueller Zeitebene, teils drei Jahre zuvor, beim ausgelassenen Junggesellinnenabschied. Dani möchte so viel wie möglich ganz ähnlich gestalten wie damals, um ihrem Gedächtnisverlust endlich beizukommen. Die Ungewissheit um den grausamen Mord an Aoife soll endlich ein Ende haben. Wir treffen die fünf jungen Frauen also am Flughafen, besteigen einen weißen Seat Ibiza und fahren die kurvenreiche Straße zur Villa Floriana hinauf. Dort hat sich kaum etwas geändert und somit sprudeln ganz unterschiedliche Gefühle hervor. Während es Rufe gibt nach sofortiger Abreise, wünscht sich Dani zumindest eine gemeinsame Nacht im Unglückshaus.

In knappen Sequenzen führt uns Jess Ryder durch die Handlung und gibt manchmal mehr Rätsel auf als gelöst werden. Obgleich man für eine solche Reise fünf eng befreundete Frauen erwartet, gibt es doch einige Differenzen, ja sogar Geheimnisse und Hinterlistigkeiten, die natürlich nicht gleich offenbar werden. Und auch im heißen Andalusien sind nicht nur ehrenwerte Einheimische unterwegs. Spannende Stunden mit einem steten Hin und Her zwischen den Jahren, unterhaltsame Spielchen und strömender Alkohol, sowie Trauer und die Suche nach Klarheit beherrschen die Handlung, welche den Leser stets mitnimmt in ein weiteres Kapitel, weil die Neugierde einfach groß ist.

Ein tödlicher Junggesellinnenabschied und die Suche nach dem „warum“ – unblutig, aber spannend und wendungsreich.

Veröffentlicht am 15.01.2025

Alte Geschichten

Tod im Piemont - Trüffel, Nougat und Barolo
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Im kleinen Bergdorf Corazzo, nahe dem Lago Maggiore, betreibt Sofia ein kleines, feines Café. Wer einen Blick in die Zukunft wünscht, bestellt einen Mokka. Diese „Dienstleitung“ hinter dem Holzvorhang ...

Im kleinen Bergdorf Corazzo, nahe dem Lago Maggiore, betreibt Sofia ein kleines, feines Café. Wer einen Blick in die Zukunft wünscht, bestellt einen Mokka. Diese „Dienstleitung“ hinter dem Holzvorhang ist aber nur Einheimischen bekannt, weshalb Sofia sehr verwundert ist, als ein Fremder danach fragt. Wenig später findet man ihn tot an einem Baum hängen, ein sympathischer Commissario aus Verbania, Alessandro Ranieri, übernimmt die Ermittlungen und stößt auf alte Geschichten.

Begleitet von vielen kulinarischen Details aus Sofias Küche geht es durch diesen Kriminalroman, der neben einem Toten auch eine Verbindung ins Jahr 2001 liefert. Im Mittelpunkt steht die junge Cafébetreiberin mit köstlichen Haselnusstorten und hausgemachten Nudelspezialitäten. Darum herum entspinnt sich wie nebenbei ein interessanter Mordfall. Sympathische Charaktere, duftende Küchenaromen und eine malerische Landschaft werden immer wieder von einer Oktobernacht dreiundzwanzig Jahre zuvor unterbrochen, wodurch sich ein gewisses Maß an Spannung aufbaut und den Leser miträtseln lässt, wie alles zusammenhängen mag. Auch Anna Meratis flüssiger Schreibstil trägt zum Spaß beim Lesen bei, sodass man flott durch die Kapitel kommt und Sofia dabei begleitet, wie sie selbst in ihrer Nachbarschaft nachforscht und dabei noch Sympathien für den Kommissar entwickelt.

Ein schönes Buch, weniger für Krimifreunde, welche zielstrebige Ermittlungen bevorzugen, sondern eher für jene, die nach Unterhaltung und regionalem Flair suchen. Bei einem weiteren Fall bin ich gerne wieder dabei.

Veröffentlicht am 15.01.2025

Marillen - Marmor - Mord

Ein Schimmern am Berg
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Im Marmorsteinbruch von Laas (Südtirol) liegt eine Leiche, sorgfältig mit der schweren Fräsmaschine im Bergwerk zerstückelt. Commissario Grauner ist allein, denn Saltapepe und Tappeiner urlauben in New ...

Im Marmorsteinbruch von Laas (Südtirol) liegt eine Leiche, sorgfältig mit der schweren Fräsmaschine im Bergwerk zerstückelt. Commissario Grauner ist allein, denn Saltapepe und Tappeiner urlauben in New York und obendrein hat er noch Streit mit seiner Ehefrau Alba. Wie wird er diesen Fall wohl lösen?

Südtirol als Kulisse für diesen zehnten Krimi rund um den eigenwilligen Grauner wird wieder prächtig in Szene gesetzt, finstere Bergdörfer, mundfaule Einheimische, ein Zwist zwischen Marmorbrucharbeitern und Marillenbauern prägen die Szenen. Schnell findet man einen Verdächtigen für den Mord, dann einen anderen. Wer von den beiden ist der Täter, wie kann derjenige überführt werden? Grauner ist überfordert ohne sein bewährtes Team, aber da ergibt sich doch tatsächlich eine Spur nach Amerika und Saltapepe und Tappeiner müssen Ermittlungen in Übersee in Angriff nehmen.

Flott im Schreibstil, kurzweilig in der Handlung geht es dahin, grausame Details führen zu der Überlegung, ob nun nicht wirklich ein langer Urlaub oder gar die Pensionierung für Grauner anstehen.

Ein wunderbarer Krimi mit Südtiroler Atmosphäre und Abstechern nach Las Vegas und New York, der beste Unterhaltung bietet.

Veröffentlicht am 14.01.2025

Turbulent

Finsteres Herz
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Die zwölfjährige Sarah befindet sich mit den Kriminalkommissaren Lona Mendt und Frank Elling und zwei weiteren Personen in einem Sicheren Haus. Noch bevor Sarah vernommen werden kann, werden die beiden ...

Die zwölfjährige Sarah befindet sich mit den Kriminalkommissaren Lona Mendt und Frank Elling und zwei weiteren Personen in einem Sicheren Haus. Noch bevor Sarah vernommen werden kann, werden die beiden Ermittler angeschossen, das Mädchen verschwindet spurlos. Als Maja Kaminski und Hagen Dudek übernehmen, sehen sie sich Mord und Menschenhandel gegenüber.

Obwohl die Handlung anfangs verworren und undurchschaubar scheint, entwickelt sich rasch ein Sog, welcher den Leser gefangen nimmt und kaum mehr loslässt. Rasche Perspektiv- und Schauplatzwechsel lassen trotz der knapp fünfhundert Seiten keine Langeweile aufkommen, mit heftigen Szenen wie Schusswechseln und Menschen-, insbesondere Kinderhandel muss man zurechtkommen. Auch die Zeitenwechsel sorgen für größtmögliche Spannung, verlangen immer wieder genaues Hinsehen beim Lesen, um nicht die Figuren durcheinanderzubringen. Ein gewitzter Kniff des Staatsanwaltes ist notwendig, um die polizeilichen Ermittlungen nicht zu gefährden und bringt dem Krimi zusätzliche Pluspunkte. Oft genug geht es rasant und turbulent dahin, bis zum Ende weiß man nicht genau, wer aus welchem Antrieb handelt. Der exzellente Schreibstil mit ordentlichen Haupt- und Nebensätzen und realistischen Dialogen fügt sich in die Tatsache, dass dieser komplexe Krimi keine Wünsche offen lässt.

Eine gut durchdachte Handlung, die von Rostock bis nach Sofia führt und dem Leser kaum eine Atempause gönnt, bis er den letzten Satz erreicht hat samt einem tollen Ermittlerteam, das mit nur wenigen persönlichen Details durchwegs logisch vorgeht und damit ein würdiges Ende präsentiert. Klare Leseempfehlung!



Veröffentlicht am 12.01.2025

Auf Schiene

In einem Zug
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Der bekannte Schriftsteller Eduard Brünhofer muss rasch sein neues Werk auf Schiene bringen, um dem Vorschuss vom Verlag gerecht zu werden. Hierfür begibt er sich in einen Zug von Wien-Hütteldorf Richtung ...

Der bekannte Schriftsteller Eduard Brünhofer muss rasch sein neues Werk auf Schiene bringen, um dem Vorschuss vom Verlag gerecht zu werden. Hierfür begibt er sich in einen Zug von Wien-Hütteldorf Richtung München Hauptbahnhof – und trifft auf „eine Frau frühen mittleren Alters“ (kindle, Pos. 35). Obwohl er ungerne spricht, wird er in einen Dialog verstrickt, den wir im Folgenden lesen dürfen.

Eine gesamte Zugfahrt lang, nämlich von Wien nach München, zeigt Catrin Meyr Interesse an ihrem zufälligen Reisebegleiter, der ihr im Viererabteil schräg gegenüber sitzt. Mit einer spannenden Verquickung aus Gespräch mit Meyr und eigenen Gedanken Brünhofers versetzt Glattauer den Leser in die Lage des Beobachters und Zuhörers einer spannenden Bahngeschichte, die unglaublich gut unterhält, obwohl sie so einfach gestrickt ist – oder auch gerade deswegen. Humorvoll, selbstironisch, ein wenig autobiografisch (?) kommt dieses Bahngeplänkel daher und zaubert auch dem Leser da und dort ein Schmunzeln ins Gesicht. Heitere Momente, nachdenkliche Sätze, persönliche, ja fast aufdringliche Fragen lassen diese Reise kurzweilig dahingleiten, mitunter einen Stopp einlegen in manch einer Station wie Amstetten oder Attnang-Puchheim und nach kurzen Dehnübungen die beiden Hauptfiguren und gleichsam den Leser weiterreisen bis zum erquickenden Zielbahnhof, der noch für eine besondere Überraschung gut ist.

Dieses schmale, aber umso vergnüglichere Büchlein ist nicht nur Stationsführer von da nach dort, nein, die Reise mit zwei, mitunter auch drei Gästen im Viererabteil ist auch für den Leser eine erbauenden und erquickliche Reise zum Geheimnis von glücklichen Langzeitbeziehungen – oder gibt es etwa gar kein Geheimnis? Leseempfehlung!


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