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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.02.2025

Irgendwie fehlt etwas

Romeos Tod
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Sabine Thiesler zeigt uns in ihrem Roman "Romeos Tod" die Abgründe zweier psychisch gestörter Menschen: Mona, die gerade nach 10jähriger Haft aus dem Gefängnis entlassen wurde, und Jan, Schauspieler mit ...

Sabine Thiesler zeigt uns in ihrem Roman "Romeos Tod" die Abgründe zweier psychisch gestörter Menschen: Mona, die gerade nach 10jähriger Haft aus dem Gefängnis entlassen wurde, und Jan, Schauspieler mit Leib und Seele.
Die beiden verlieben sich Knall auf Fall und bringen sich gegenseitig in eine Abhängigkeit, die den Leser schon vermuten lässt, dass die Beziehung sehr gefährlich wird.
Der Roman hat mich wirklich gepackt - vor allem am Ende konnte ich gar nicht mehr aufhören zu lesen. Aber irgendwie fand ich manche Dinge nicht so stimmig. Jan prügelt z.B. zwei Menschen halb tot, muss aber keine Konsequenzen tragen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Schauspieler noch irgendwo ein Engagement bekommt, wenn er seinen Intendanten krankenhausreif schlägt...
Auch in Monas Geschichte bleibt einiges offen, mir zu viel. Ich will nicht zu viel verraten, daher will ich darauf hier nicht näher eingehen. Ich habe grundsätzlich kein Problem mit einem offenen Ende - da bleibt mehr Raum für die eigene Fantasie, aber Monas Geschichte hätte m.E. mehr Erklärungen gebraucht.
Insgesamt ein packender Roman, der mich sprachlos zurückgelassen hat.

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Veröffentlicht am 16.01.2025

Toller Auftakt

Die Glücksfrauen - Der Geschmack von Freiheit
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Diese Trilogie handelt von drei Freundinnen und ihren verschiedenen Wegen in der NS-Zeit.
In diesem ersten Band lernen wir Luise, Maria und Anni kennen, die alle drei auf ihre Art den ersten Weltkrieg ...

Diese Trilogie handelt von drei Freundinnen und ihren verschiedenen Wegen in der NS-Zeit.
In diesem ersten Band lernen wir Luise, Maria und Anni kennen, die alle drei auf ihre Art den ersten Weltkrieg erleben. Luise ist im Widerstand aktiv und wird entdeckt. Schnell muss sie aus Deutschland fliehen und landet mit ihrem Freund Richard in New York.
80 Jahre später erfährt ihre Enkelin June von dieser Flucht und hat nun die Aufgabe, die beiden Freundinnen der Großmutter zu finden. Sie erbt das Cafe, das Luise in New York mit dem Geld der Freundinnen eröffnet hat, nur unter der Bedingung, beiden Freundinnen bzw. deren Nachfahren ihren Anteil zu zahlen.
Anna Claire schafft es, den Leser in den Bann zu ziehen. Die beiden Handlungsstränge von Luise und June sind gleichermaßen spannend, und es tut niemals weh, wenn man mal wieder in einem Cliffhanger landet.
Die Bedingungen der Flucht und das Leben in New York waren für mich sehr spannend; ich hatte mir bisher nicht wirklich Gedanken darüber gemacht. Irgendwie war ich (zugegeben sehr blauäugig) immer davon ausgegangen, dass man die Gegner des Nationalsozialismus in anderen Ländern gerne aufnimmt und sie im Kampf gegen die Machthaber unterstützt. Wie es tatsächlich war, und dass es auch in Amerika Nazis gab, habe ich erst durch dieses Buch erfahren.
Nicht ganz glaubwürdig war für mich, dass June, die bei der Großmutter aufgewachsen ist und ein tolles Verhältnis zu ihr hatte, überhaupt nicht wusste, dass Luise aus Deutschland kam und dass ihr ein Cafe gehört. Gerade weil sie selbst in Berlin studiert, kann ich mir nicht vorstellen, dass Luise ihr nie etwas davon erzählt hat. Aber ich wollte es einfach so glauben, weil die Geschichte wirklich toll ist, und es gibt ja wirklich viele Menschen, die über das Erlebte nicht sprechen wollten (einschließlich meinem eigenen Opa, aber natürlich wussten wir alle, dass er in russischer Gefangenschaft war).

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Veröffentlicht am 18.10.2024

Kurzweilig

How to kill your family
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Ich fand das Hörbuch sehr amüsant, habe wirklich oft gelacht. Ich mochte den Schreibstil, und die Handlung war interessant, wenn auch stellenweise etwas langatmig.
Das Ende hatte nochmal eine Wendung ...

Ich fand das Hörbuch sehr amüsant, habe wirklich oft gelacht. Ich mochte den Schreibstil, und die Handlung war interessant, wenn auch stellenweise etwas langatmig.
Das Ende hatte nochmal eine Wendung parat, mit der ich nicht gerechnet hätte. Mich hätte noch Graces´Reaktion darauf interessiert, aber es war dann tatsächlich ein etwas aprupter Schluss.
Grace ist wirklich eine besondere Person, aber irgendwie auch sehr von sich eingenommen. Alle anderen sind in ihren Augen dümmlich und schwach. Getrieben von einem Gefühl der Ungerechtigkeit nimmt sie sich, was ihr ihrer Meinung nach zusteht. Aber man geht irgendwie mit und gönnt ihr genau das.
Das Hörbuch war insgesamt kurzweilig und gut zu hören, auch dank der beiden Stimmen.

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Veröffentlicht am 05.11.2021

So war das damals in Köln

Das Erbe der Braumeisterin
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Madlen ist Brauerin im mittelalterlichen Köln. Als Witwe muss sie einen Brauer heiraten, sonst verliert sie ihre Brauerei und damit ihren Lebensunterhalt. In ihrer Verzweiflung rettet sie den in Ungnade ...

Madlen ist Brauerin im mittelalterlichen Köln. Als Witwe muss sie einen Brauer heiraten, sonst verliert sie ihre Brauerei und damit ihren Lebensunterhalt. In ihrer Verzweiflung rettet sie den in Ungnade gefallenen Johann vor dem Tod und heiratet ihn.
Mit der Zeit lernen sich die beiden kennen und lieben. Das Leben im mittelalterlichen Köln wird sehr gut und mitreißend beschrieben. Manche Wörter musste ich recherchieren, da ich das Glossar am Ende erst nach dem Lesen entdeckt habe.
Ein toller historischer Roman, der die Umstände sehr gut beschreibt und in die Handlung einbaut. Man fiebert mit den Protagonisten.

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Veröffentlicht am 29.03.2021

Spannung steigt

Das andere Kind
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Die Ärztin Leslie ist frisch geschieden und nun zur Verlobung ihrer Freundin Gwen eingeladen, ein Mauerblümchen, die endlich den perfekten Mann gefunden hat. Auf der Verlobungsfeier gibt es einen Streit ...

Die Ärztin Leslie ist frisch geschieden und nun zur Verlobung ihrer Freundin Gwen eingeladen, ein Mauerblümchen, die endlich den perfekten Mann gefunden hat. Auf der Verlobungsfeier gibt es einen Streit zwischen Leslies Großmutter Fiona und den künftigen Eheleuten, so dass die Feier auseinanderbricht und jeder seiner Wege geht. An dem Abend wird Fiona erschlagen.
Zunächst erinnert die Art des Mordes an einen früheren Mord im Ort: Vor einigen Monaten wurde eine Studentin ebenfalls erschlagen. Daher geht die Polizei erst einmal davon aus, dass die Morde in Verbindung miteinander stehen.
Im Verlauf der Story tauchen Briefe von Fiona an Gwens Vater auf, in der sie in der Art eines Tagebuchs die Zeit des zweiten Weltkrieges beschreibt. Fiona wurde damals aufs Land verschickt, und mit ihr ein kleiner geistig behinderter Junge aus der Nachbarschaft, der seine Familie bei einem Bombenangriff verloren hat. Das Schicksal dieses "anderen Kindes" ist unmittelbar mit dem von Fiona und Gwens Vater verbunden und hat auch auf die nächste Generation Auswirkungen. Was dies mit dem Mord zu tun hat, will ich hier noch nicht verraten, aber es bleibt spannend.
Der Roman hat an keiner Stelle unnötige Längen - ich konnte immer weiter lesen, aber auch nachdem ich das Buch aus Zeitgründen für längere Zeit weglegen musste, kam ich gut wieder in die Handlung rein.
Die Geschichte ist glaubwürdig - sie könnte sich genau so zugetragen haben.

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