Eine Stadt sucht einen Mörder
Die Könige von BabelsbergElisabeth, die Frau des Regisseurs Fritz Lang, liegt erschossen auf dem Ehebett. Kommissar Walter Beneken ermittelt und stößt auf Ungereimtheiten. Warum liegt ein Pantoffel im Ascheimer? Warum wurde der ...
Elisabeth, die Frau des Regisseurs Fritz Lang, liegt erschossen auf dem Ehebett. Kommissar Walter Beneken ermittelt und stößt auf Ungereimtheiten. Warum liegt ein Pantoffel im Ascheimer? Warum wurde der angebliche Selbstmord erst Stunden später gemeldet? Fritz Lang und die Drehbuchautorin Thea von Harbou zeigen sich offen als Paar, das auch in absehbarer Zeit heiraten möchte, während Beneken immer weiter in das Filmuniversum gezogen wird.
Ralf Günther hat einen historischen Kriminalfall aus dem Jahr 1920 ins Zentrum seines Buches gestellt. Der bereits bekannte, durch spätere Klassiker wie "Metropolis" (1927) und "M - eine Stadt sucht einen Mörder" (1931) zu großem Ruhm gekommene Lang, steckt nun selbst mitten in einem Drama. Wunderbar wird die Welt des Stummfilms und des Filmkonzerns UFA in Berlin gezeigt. Eine wirklich faszinierende Thematik, die sehr gut recherchiert wurde. Das wilde Nachtleben Berlins darf in keinem Buch, das in dieser Epoche angesiedelt ist, fehlten. Es spielt im Leben des Kriminalkommissars eine maßgebliche Rolle, die ich aber nicht recht glaubwürdig fand. Insgesamt hatte ich mir von dem Buch - aufgrund des spannenden und interessanten realen Hintergrundes - ein bisschen mehr versprochen. Mit 250 Seiten (und viel freiem Platz) liest es sich sehr schnell.
Optisch sehr schön umgesetzt ist das Filmthema durch die Kapitel- und Zwischenüberschriften, die wie Zwischentitel (einmontierte Texttafeln) im Stummfilm gestaltet sind. Ein informatives Nachwort rundet den Roman ab.