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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.03.2025

Allein gegen Machos

Das Erste Problem
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Jane Tennison ist eine äußerst ehrgeizige Kommissarin, die zwar sehr fähig ist, aber immer nur mit unbedeutenden Fällen betraut wird. In ihrer Gehaltsstufe gibt es ansonsten nur männliche Kollegen, die ...

Jane Tennison ist eine äußerst ehrgeizige Kommissarin, die zwar sehr fähig ist, aber immer nur mit unbedeutenden Fällen betraut wird. In ihrer Gehaltsstufe gibt es ansonsten nur männliche Kollegen, die auch noch wie Pech und Schwefel zusammenhalten. Wieder einmal geht ein spektakulärer Mordfall über ihren Kopf hinweg an den Star der Abteilung, einen richtigen Macho, der es auch mit der Gesetzeslage nicht allzu genau nimmt. Doch per Herzinfarkt ist dieser plötzlich weg vom Fenster. Tennison erzwingt die Leitung der Mordkommission für sich, doch ihr rigoroses Vorgehen isoliert sie von den Kollegen, die von da an mehr oder minder offen gegen sie intrigieren.
Das Buch ist einerseits natürlich ein spannender Krimi, bei dem sich im Laufe der Zeit die Leichen häufen, aber es zeigt auch die Schwierigkeiten einer weiblichen Führungskraft in einer reinen Männerdomäne. Erschwerend kommt hinzu, dass Tennison wirklich eine sehr unsympathische Frau ist, die skrupellos ihren Willen durchsetzt, auch in der Partnerschaft. Nach Abschluss der Lektüre blieben bei mir noch Fragen offen, denn mir ist nicht klar, wie sehr der verstorbene Kollege mit den Opfern verbandelt war, was da gemauschelt wurde und vor allem, warum sich die Stimmung im Team gegen Ende geschlossen in eine bestimmte Richtung wendete.
Man merkt dem Buch deutlich an, dass es schon vor über dreißig Jahren geschrieben wurde, das sollte man bei der Lektüre bedenken, denn vieles ist nicht mehr zeitgemäß. Heutzutage herrscht ein anderes Arbeitsklima, auch wenn die Gleichstellung von Frauen im Berufsleben manchmal immer noch ein Papiertiger ist. Außerdem meine ich, dass Autoren mittlerweile fesselnder formulieren als noch vor Jahrzehnten. Deswegen gibt es bei mir Abstriche in der Punktvergabe.

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Veröffentlicht am 08.03.2025

Zu abgedreht

Lake
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Der Tod ihres Mannes wirft die Schauspielerin Casey Fletcher völlig aus der Bahn. Sie sucht Trost im Alkohol und muss ihre Bühnenlaufbahn zwangsweise beenden, nachdem sie bei einer Theateraufführung volltrunken ...

Der Tod ihres Mannes wirft die Schauspielerin Casey Fletcher völlig aus der Bahn. Sie sucht Trost im Alkohol und muss ihre Bühnenlaufbahn zwangsweise beenden, nachdem sie bei einer Theateraufführung volltrunken vor das Publikum getreten war.
Nun lebt sie im Ferienhaus ihrer Eltern an einem idyllischen See, verbringt die Tage mit ihrem besten Freund Alkohol und ihr Leben geht immer schneller den Bach hinunter. Vor lauter Langeweile bespitzelt sie ihre Nachbarn durch ein Fernglas, dabei steht ein Brandy immer in Reichweite. Doch plötzlich ist eine Nachbarin mit Eheproblemen wie vom Erdboden verschwunden. Casey setzt alle Hebel in Bewegung, denn sie hat schlimmste Befürchtungen, dass der Ehemann zu finalen Mitteln gegriffen hat. Dabei gerät Casey selbst in große Gefahr.
Soweit ist die Handlung noch relativ spannend, doch leider kippt sie jetzt um in eine Mysteryerzählung, die einem die Nackenhaare aufrichtet. Um diesen Twist hätte ich gerne vorher gewusst, denn dann ich hätte mich für ein anderes Buch entschieden.
Darüber hinaus war mir die Darstellung der Alkoholsucht von Casey mit all ihren unappetitlichen Begleiterscheinungen viel zu intensiv.
Für mich persönlich war dieses Hörbuch absolut kein Highlight, auch wenn Irina Salkow als Sprecherin sehr angenehm ist.

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Veröffentlicht am 09.02.2025

Trotzkopf

Geheimnisse des Nil, Band 1 - What the River Knows
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Das Buch an sich ist der absolute Hingucker durch die themenbezogene Grafik des Covers, die bei der ersten Auflage durch einen farbigen Buchschnitt ergänzt wird.
Die Handlung spielt im ausgehenden 19. ...

Das Buch an sich ist der absolute Hingucker durch die themenbezogene Grafik des Covers, die bei der ersten Auflage durch einen farbigen Buchschnitt ergänzt wird.
Die Handlung spielt im ausgehenden 19. Jahrhundert und beginnt in Argentinien. Inez Oliviera verbringt ihre ganze Kindheit in der Obhut von ihrer Tante und den beiden Cousinen, denn ihre Eltern leben den überwiegenden Teil des Jahres in Ägypten und machen Jagd auf antike Kunstschätze. Als Inez eines Tages die Nachricht erhält, dass die beiden in der Wüste verschollen und damit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit tot sind, zieht sie auf eigene Faust los, um die Wahrheit aufzudecken. Auch sie verfällt sofort dem Zauber Ägyptens und der Suche nach Artefakten.
Inez ist eine trotzige junge Frau, die durch Unwissenheit, aber auch oft durch pure Sturheit von einer lebensgefährlichen Situation in die nächste stolpert. Als Leser kann man über so viel Unvernunft nur die Haare raufen. Jedenfalls wird man nicht richtig mit ihr warm, und auch die aufflammende Liebesgeschichte mit einem Mitarbeiter des Grabungsteams wirkt nicht authentisch. Die Protagonisten erscheinen alle miteinander wie wandelnde Klischees und ihre Emotionen sind nicht glaubhaft. Andererseits ist das notwendig, damit die Autorin den Leser immer wieder mit völligen Plot-Twists überraschen kann. Und man muss berücksichtigen, dass als Zielpublikum junge Erwachsene erreicht werden soll. Unter dem Gesichtspunkt vergebe ich drei Lesesterne. Die Sprecher des Hörbuchs machen ihre Sache gut.

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Veröffentlicht am 22.01.2025

Sachbuch

Freiheit
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Biografien lese ich dann gerne, wenn ich mich für den Menschen interessiere. Gerne hätte ich hinter die öffentliche Fassade der ehemaligen Bundeskanzlerin geschaut, um mehr von dem Menschen, der Frau Merkel ...

Biografien lese ich dann gerne, wenn ich mich für den Menschen interessiere. Gerne hätte ich hinter die öffentliche Fassade der ehemaligen Bundeskanzlerin geschaut, um mehr von dem Menschen, der Frau Merkel zu erfahren.
Doch nachdem die nüchterne Schilderung der Jugendjahre in der Uckermark ziemlich sachlich abgehandelt worden ist, beginnt ein Run auf die Fakten, die Zahlen, die verschiedenen Stationen ihres Lebenslaufs. Nüchtern und unprätentiös. Man wird förmlich erschlagen davon, kommt aber der Person Merkel keinen Schritt näher. Nach ungefähr der Hälfte habe ich das Hörbuch abgebrochen, weil es nicht meinen Erwartungen entsprach. Es ist mehr eine statistische Fleißarbeit. Vielleicht ist mir ja ein überraschendes Ende entgangen, ich weiß es nicht.
Das Buch durch Corinna Harfouch lesen zu lassen, war ein guter Griff. Sie ist einfach perfekt für diesen Job.

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Veröffentlicht am 13.01.2025

Blasser Bischoff

Gegenspieler
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Bücher von Arno Strobel, ganz besonders, wenn Max Bischoff mit von der Partie ist, lese ich sehr gern. Mit Pirlo habe ich einige quälende Lesestunden verbracht und leider zu spät realisiert, dass er hier ...

Bücher von Arno Strobel, ganz besonders, wenn Max Bischoff mit von der Partie ist, lese ich sehr gern. Mit Pirlo habe ich einige quälende Lesestunden verbracht und leider zu spät realisiert, dass er hier mit von der Partie ist. Da war es schon zu spät und auch der von mir so geschätzte Sprecher Sascha Rotermund konnte mir dieses Hörbuch nicht mehr schönreden.
Die Handlung ist einfach sehr trocken erzählt und die Charaktere wirken nur eindimensional. Selbst die Persönlichkeit von Bischoff schillert nicht mehr, sondern ist stumpf geworden. Beim nächsten Strobel werde ich einfach wieder vorher den Klappentext lesen.

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