Solide Lektüre für zwischendurch
The Trap. Wie weit würdest du gehen, um deine Schwester zu retten?Lucy ist verzweifelt. Ihre Schwester Nicki ist plötzlich verschwunden und alles deutet darauf hin, dass auch sie dem Frauenentführer ins Netz gegangen ist. Seit geraumer Zeit verschwinden Frauen spurlos ...
Lucy ist verzweifelt. Ihre Schwester Nicki ist plötzlich verschwunden und alles deutet darauf hin, dass auch sie dem Frauenentführer ins Netz gegangen ist. Seit geraumer Zeit verschwinden Frauen spurlos - nur ihre Handys werden verlassen am Straßenrand vorgefunden. Um ihre Schwester zu finden, lässt sich Lucy mitten in der Nacht auf einer einsamen Landstraße von zufällig vorbeifahrenden Autos mitnehmen. Angst verspürt sie dabei keine, denn die Hoffnung, Nicki lebend wiederzufinden, überwiegt.
Lucy fand ich als Protagonistin sehr authentisch. Die Ungewissheit, was mit ihrer Schwester Nicki passiert ist, nagt spürbar an ihr. Dennoch ist sie mutig genug, sich als Köder zur Verfügung zu stellen, um Nicki zu retten. Diese Entschlossenheit hat mir einerseits sehr imponiert, andererseits habe ich mich gefragt, ob das wirklich so schlau gewesen ist. Und ob ihre Schwester das gewollt hätte.
Der Schreibstil von Howard ist leicht verständlich und flüssig. Die Kapitel haben eine angenehme Länge und wechseln sich in der Erzählperspektive ab. Neben Lucy kommt auch der Entführer selbst zu Wort und spricht uns dabei direkt an. Zumindest hat man während des Lesens das Gefühl, dass die Worte direkt an den Leser gerichtet sind – im Laufe der Handlung erfahren wir jedoch, für wen sie eigentlich bestimmt waren. Einige Kapitel begleiten Angela, die bei Missing Persons Unit, der Dienststelle für vermisste Personen, arbeitet. Ihre Aufgabe ist es, die Suche nach den vermissten Mädchen zu verschärfen.
Angefixt vom Klappentext habe ich mich auf eine spannende und nervenaufreibende Story gefreut, wurde aber leider ein wenig enttäuscht. Denn die Spannung, mit der die Geschichte anfängt, ebbt ziemlich schnell ab und kann von Howard im weiteren Verlauf nicht mehr angehoben werden. Wirklich schade, denn die Plotidee an sich war wirklich gut. Und angesichts der realen Ereignisse, die Howard - wie sie in ihrem Nachwort erwähnt - zum Schreiben dieses Thrillers animiert haben, hätte hier ein cooler Pageturner entstehen können.
Fazit: Leider hat der Klappentext hier mehr Action versprochen, als tatsächlich geboten wurde. Schade eigentlich, denn die Story hatte großes Potenzial. Dank der Kapitellänge und der interessanten Figuren, ist THE TRAP dennoch eine unterhaltsame (solide) Lektüre für zwischendurch.