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Veröffentlicht am 26.01.2025

Buchfiguren treffen Bambi

Das Buch der verbotenen Träume
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Wunderschön erzählt hat mich dieser Band der Bücherwelt-Reihe einfach verzaubert. Dawn Walker lebt nach dem Tod ihres Lebensgefährten zurückgezogen in einem kleinen Ort Keswick. Die kleine Bibliothek im ...

Wunderschön erzählt hat mich dieser Band der Bücherwelt-Reihe einfach verzaubert. Dawn Walker lebt nach dem Tod ihres Lebensgefährten zurückgezogen in einem kleinen Ort Keswick. Die kleine Bibliothek im Ort sind ihr Rückzugsort und die Freundschaft zu der Bibliothekarin Elizabeth gibt ihr Kraft und Halt. Eines Tages bekommt Dawn mit, wie der Stammkunde Joseph ein sonderbares Buch verliert. Dieses Buch sieht so schön und mysteriös aus. Sie nimmt es an sich und bekommt einen wunderbaren Traum geschenkt. Was hat es mit diesem Buch auf sich? Bald geschehen sonderbare Dinge und Dawn beginnt eine Reise deren Ausgang sehr ungewiss ist.

Dawn ist seine liebevolle in sich gekehrte Persönlichkeit. Sie trauert ihrer großen Liebe nach und die Liebe zu den Büchern gibt ihr Halt. Was mir äußerst gut gefallen hat, waren die zahlreichen Protagonistinnen und Protagonisten aus den vergangenen Bänden, die ich hier wieder treffen konnte. Aber auch neue Charaktere aus den Büchern traten auf. Ganz besonders hat es mir Bambi angetan, den ich sofort in mein Herz geschlossen habe. Ich habe mit ihm mitgefiebert und er hat einfach mein Herz erwärmt. Aber auch für Leo konnte ich Sympathien gewinnen.

Die Story lebt von ihrer bildhaften schön verzierten Sprache. Sehr detailliert beschreibt die Autorin die Vorkommnisse in der Bücherwelt sowie ihrer “Zwillingswelt” in der realen Umgebung. Der Ausflug in die Welt verschiedenster Romane war erneut ein absolutes Highlight dieser Erzählung. Hier werden die Geschichten, die fast jeder kennt, lebendig und ich hatte die Charaktere förmlich vor Augen. Zwei der hier vorkommenden Romane durfte ich bereits lesen und konnte die Verhaltensweisen, der dort handelnden Figuren sehr gut nachempfinden.

Die Spannung der Geschichte ist sehr gut temperiert und findet am Ende ihren Höhepunkt. Denn das Böse ist allgegenwärtig und es wird dramatisch. Die liebevollen Charaktere und das Eintauchen in die vielen Bücher sind das absolute Highlight dieser gesamten Reihe. Dieser Band hat mir aufgrund der Story, dem Zusammenspiel der Figuren und dem allgemeinen Setting mit Abstand am besten gefallen. Ein Glossar am Ende des Buches erklärt auch “Neulingen” sehr gut die “faszinierende Welt der Bücherwelt”. Somit ist auch ein Einstieg an dieser Stelle für Neulinge hier sehr gut gegeben. Eine große Leseempfehlung für alle Fantasy-Fans und die es noch werden wollen. Vielen lieben Dank an die Autorin für die schönen Lesestunden

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Veröffentlicht am 19.01.2025

Fulminante Sprache

Die Augen der Medusa
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In einem düster spielenden Setting bekleidet mit fulminanter Sprache lässt einen dieser Fantasyroman durchaus erstaunt zurück. Das Setting spielt in einer Neuzeit-Dystopie mit Luftschiffen und anderen ...

In einem düster spielenden Setting bekleidet mit fulminanter Sprache lässt einen dieser Fantasyroman durchaus erstaunt zurück. Das Setting spielt in einer Neuzeit-Dystopie mit Luftschiffen und anderen Erfindungen des 19. bzw. Anfang des 20. Jahrhunderts sowie interessanten fantastischen Erfindungen. Es handelt von den Protagonisten Elara, einer Frau, die größtenteils aus maschinellen Elementen besteht, sowie der Theaterschauspielerin Maribel, die in der größten Stadt Etherion leben.

Etherion ist aktuell eine Stadt der Glückseeligen nach einer Katastrophe, die vielen Menschen im Umland das Leben zur Hölle macht, das sogenannte Ödland. Doch das Glück währt nicht ewig und alsbald müssen Elara sowie Maribel und ihre Mitbürger feststellen, dass man nicht immer in einer Glaskugel leben kann.

Die Charaktere sind gut ausgearbeitet worden und die eigentlich immer lebenslustige und fast blumenkindartige Maribel, sowie die düstere und oft nüchterne Elara ergänzen sich dabei sehr gut. Die fast schon epische und bildhafte Sprache der Autorin sorgt für ein fesselndes Setting und ständig anlaufendes Kopfkino. Gerade die sehr gute Beschreibung der Umgebung, sowie die ausschweifende Darstellung der Gefühle der Protagonisten sind besonders. Ich konnte mich sehr gut in diese Stadt hineinfinden und ich wäre gerne in diese gezogen, bevor bestimmte Vorgänge leider ihren Lauf nehmen. Die Botschaft ist dabei sehr eindeutig und die Autorin webt relativ aktuelle Vorgänge auf unsere Erde geschickt in diese Geschichte ein.

Sprachlich und storytechnisch habe ich selten so einen Fantasyroman erlebt und ich bin hellauf begeistert worden. Die einzig keine Kritik ist nur formeller Natur. Ich persönlich hätte mir etwas kleinere Kapitel in der Struktur gewünscht, da diese besseren Pausen zulassen. Aber dies ist der einzig kleine Kritikpunkt an der ansonsten herausragend geschriebenen Story. Das Ende ist düster und ich bin gespannt, ob es noch einen Folgeband geben wird.

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Veröffentlicht am 19.01.2025

Ein junger Mann muss sich beweisen

Die Templer. Rose und Kreuz
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Die Story entführt den Leser in die faszinierende Welt des 13. Jahrhunderts. In einer Zeit, in der die Templer, ein geheimnisvoller und mächtiger Orden, im Schatten von Intrigen, Verrat und politischen ...

Die Story entführt den Leser in die faszinierende Welt des 13. Jahrhunderts. In einer Zeit, in der die Templer, ein geheimnisvoller und mächtiger Orden, im Schatten von Intrigen, Verrat und politischen Machtspielen agieren. Der junge Schildknappe Constantin Fleury befindet sich in der Ausbildung bei einem Ritter namens Archambault de Guise. Er verlangt dem jungen Mann so einiges ab und dieser erfährt, wie schwierig das Kämpfen wirklich ist. Zur gleichen Zeit gibt es Unruhe im Templerorden um den Komtur von Mancourt Gérard. Eine große Gefahr bedroht das Land und den Orden und Gerard muss um Verbündete und die Zukunft des Ordens kämpfen. Fleury erhält einen sonderbaren Auftrag und muss feststellen, dass die Welt außerhalb der Eigenen viel härter ist, als er sich je hätte vorstellen können. Die Charaktere sind vielschichtig und gut ausgearbeitet. Constantin Fleury macht im Laufe der Erzählung eine Entwicklung durch die mir sehr gut gefallen hat. Gérard wirkt am Anfang etwas derb und abweisend, aber beweist wie viel “Edelmann” in ihm steckt. Die zahlreichen Nebencharaktere sorgen für zusätzliche Erheiterung. Mélisande hat mir dabei mit am besten gefallen, steht sie für ein Frauenbild was heutzutage eher zuträglich ist als zu der Zeit um 1293. Die Beziehungen insgesamt zwischen den Figuren sind emotional und oft von Konflikten geprägt, was die Charaktere lebendig und nachvollziehbar macht.

Der Schreibstil des Autors ist geprägt von einer anschaulichen und eleganten Sprache. Er versteht es, historische Details präzise zu vermitteln, ohne den Leser mit zu viel Informationen zu überfordern. Das Setting ist ein weiteres Highlight des Buches. Der Autor schafft es meisterhaft, die Atmosphäre des Mittelalters einzufangen. Von den Festungen bis zu den dunklen Gassen der Städte wird die Kulisse lebendig. Die politischen und sozialen Gegebenheiten dieser Zeit werden gut recherchiert und anschaulich vermittelt, was dem Leser einen tiefen Einblick in die damalige Lebensweise ermöglicht.

Die Spannung in der Erzählung ist sehr gut und findet am Ende ihren Höhepunkt. Ein Personenverzeichnis über alle handelnden Personen sorgt für zusätzliche Klarheit beim Lesen. Ein fesselndes Leseerlebnis was mich wirklich sehr gut unterhalten hat. Ich freue mich schon auf Band 2 von dieser Templersaga.

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Veröffentlicht am 19.01.2025

Schöne Hommage an den Zauberberg

Zauberberg 2
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Eine sehr süffisante und kraftvolle Hommage an den Zauberberg von Thomas Mann, die mir sehr gut gefallen hat. Sehr intensiv, einprägsam und charakterbeschreibend erzählt der Autor die Erlebnisse von Jonas ...

Eine sehr süffisante und kraftvolle Hommage an den Zauberberg von Thomas Mann, die mir sehr gut gefallen hat. Sehr intensiv, einprägsam und charakterbeschreibend erzählt der Autor die Erlebnisse von Jonas Heidbrink, der versucht in einem Sanatorium im ländlichen Mecklenburg-Vorpommern sein Leben wieder in den Griff zu bekommen. Sehr eindrucksvoll beschreibt der Autor die Erlebnisse und Ereignisse zwischen Heidbrink, den Heimbewohnern und den dortigen Bediensteten. Dabei schafft er es immer wieder ernsten Themen eine süffisante Untermalung hinzuzufügen. Ich habe mich köstlich amüsiert. Auch die sehr detailreiche Beschreibung von Charakteren und der Umgebung haben mein Kopfkino enorm bereichert. Dabei schafft es der Autor banale Verhaltensweisen der handelnden Figuren eher wie ein Feuerwerk, als eine Erzählung wirken zu lassen. Der Autor spricht das Hörbuch selbst und man merkt, wie viel Spaß er selbst an der Geschichte hat. Ein großartiges Hörerlebnis mit der Prämisse, dass dies nicht das letzte Buch von diesem Autor sein wird, was ich mir genehmigen werde.

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Veröffentlicht am 12.01.2025

Der Bordellbetrieb und seine Wächterin

Die Wächterin von Köln
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Ein Sittengemälde aus dem mittelalterlichen Köln über eine starke Frau. In der Handlung geht es um die junge Elsbeth, die als junge Frau anfängt in dem Bordell “Scone Frowe” zu als Hübschlerin zu arbeiten. ...

Ein Sittengemälde aus dem mittelalterlichen Köln über eine starke Frau. In der Handlung geht es um die junge Elsbeth, die als junge Frau anfängt in dem Bordell “Scone Frowe” zu als Hübschlerin zu arbeiten. Am Anfang noch etwas unbedarft entwickelt sie einen Spürsinn für Menschen und ihre Verhaltensweisen. Dies hilft ihr im Laufe ihres Lebens so einige Prozesse im mittelalterlichen Köln zu verstehen und zu “lenken”. Denn in der Unterwelt sind Probleme vorprogrammiert. Elsbeth muss des Öfteren jonglieren und abwägen was besser gemacht und gelassen wird. Eine interessante Reise durch das mittelalterliche Köln beginnt.

Elsbeth ist eine sehr starke Persönlichkeit, die aus Fehlern der Vergangenheit gelernt und im Umgang mit Menschen eine große Stärke hat. Sie weiß an Stellschrauben bei Männern zu drehen und hat oft eine Vorahnung über Verhaltensweisen dieser. Auch trägt sie ihr Herz am rechten Fleck und versucht “ärmeren Bürgerinnen und Bürgern” zu helfen. Unterstützt wird sie dabei in der späteren Erzählung von Johannes Leyendecker, dem Henker (Scharfrichter) von Köln, der für sie große Gefühle hegt.

Die zahlreichen vorkommenden Persönlichkeiten verleihen dem Roman viel Dynamik und Abwechslung beim Lesen. Sehr gut haben mir die Beschreibungen von den Vorgängen in der Branche des Prostitutionsgewerbes und den Verhaltensweisen im damaligen mittelalterlichen Köln gefallen. Die Autorin schafft es eine authentische Atmosphäre zu schaffen und als Leserin / Leser ist man gefühlt mittendrin im Handlungsgeschehen. Ebenfalls interessant ist der Einblick ist das frühere politische Geschehen und die Denkweise im mittelalterlichen Köln. Auch mein Bild über das Berufsbild des Henkers muss ich nach diesem Roman völlig neu überdenken. Ein Scharfrichter hatte weitaus mehr Aufgaben als Menschen “hinzurichten”, was ich sehr interessant fand. Ein Stadtplan von Köln aus dem Jahr 1423 sowie ein ausführliches Personenregister sorgen für eine gute Orientierung beim Lesen. Ein schön erzählter Roman über das wahrscheinlich älteste Gewerbe der Welt, der mich gut unterhalten hat

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