Horror Telefonat
Der Heimweg„Der Heimweg“ erzählt die Geschichte von Klara Vernet und Jules Tannberg. Sie befindet sich auf dem Heimweg und hat Angst vor einem Unbekannten, der sie verfolgt. Er sitzt für diesen Abend am Begleit-Telefon ...
„Der Heimweg“ erzählt die Geschichte von Klara Vernet und Jules Tannberg. Sie befindet sich auf dem Heimweg und hat Angst vor einem Unbekannten, der sie verfolgt. Er sitzt für diesen Abend am Begleit-Telefon und leistet ihr Gesellschaft auf ihrem Heimweg. Die ungekürzte Hörbuchfassung wurde 2020 exklusiv für Audible von den Audible Studios produziert und wird von dem deutschen Synchron- und Hörbuchsprecher Simon Jäger gelesen. „Der Heimweg“ ist ein Einzelband.
Theoretisch liebe ich die Psychothriller von Sebastian Fitzek, weil es für mich kaum einen anderen Thriller Autor gibt, dem es immer wieder aufs Neue gelingt, mich auf Anhieb an die Seiten zu fesseln. Seine Art Geschichten zu erzählen ist für mich normalerweise so spannend, dass ich das Buch keine Sekunde aus der Hand legen möchte. Leider konnte „Der Heimweg“ dieses Gefühl bei mir nicht gänzlich auslösen. Nach einem für mich eher schwergängigen Einstieg habe ich die Geschichte als spannend empfunden und zum Ende hin konnte sie mich auf fesseln aber das Gefühl, dass ich das Buch keine Sekunde aus der Hand legen möchte, hat sie nie eingestellt. Vielleicht hat für mich das gewisse Etwas gefehlt, vielleicht lag es auch an der verwirrenden Handlung, der ich stellenweise kaum folgen konnte, oder es lag an den vielen kleinen Logiklücken, die immer wieder meinen Lesefluss unterbrochen haben. Ich kann nicht genau sagen warum, aber irgendwie hat mich die Geschichte nicht vollends abgeholt.
Dabei ist es Sebastian Fitzek erneut gelungen Charaktere zu erschaffen, die meine Neugierde wecken konnten. Ich möchte nicht sagen, dass sie mir sympathisch waren, das sind mir die Figuren aus Thriller in den meisten Fällen nie, aber sie hatten für mich eine erkennbare Persönlichkeit und genug Ecken und Kanten, um sie authentisch zu machen. Leider hatte ich stellenweise Probleme ihre Entscheidungen und ihr Verhalten nachzuvollziehen und auch ihre Gedanken und Gefühle haben für mich nicht immer Sinn ergeben.
Ähnlich erging es mir mit dem Kriminalfall. Fitzeks erzählt seine Geschichten in der Regel nicht nach dem typischen Schema „Gut und Böse“. Es ist also nie von Anfang an klar, wer ist Opfer und wer ist Täter, denn der erste Eindruck könnte sich zum Schluss hin als eine riesige Täuschung herausstellen, mit der es Fitzek mal wieder gelungen ist, seine Leser in die Irre zu führen. Bei „Der Heimweg“ ist ihm das in die Irre führen allerdings so gut gelungen, dass der Kriminalfall für mich nicht mehr logisch war. Zwar klärt er das Ganze Wirrwarr am Ende halbwegs logisch auf und er beantwortet auch die wichtigsten Fragen, über die fehlende Logik konnte mich das Ende aber nicht hinwegtrösten. Ein guter Thriller lebt von unvorhersehbaren Wendungen und normalerweise gelingt es Fitzek seine Geschichten so zu erzählen, dass die Wendungen zwar unvorhersehbar sind, der Geschichte aber nicht die Logik nehmen. Bei „Der Heimweg“ ist ihm das leider nicht gelungen.
Was Fitzek dafür mal wieder hervorragend gelungen ist, sind die Beschreibungen der unterschiedlichen Gewalttaten, die im Laufe der Geschichte passieren. Er gehört nicht zu den Autoren, die im übertragenden Sinne draufhalten, wenn es so brutal wird, dass man das Ganze auch problemlos dem Genre Horror zuordnen könnte. Er gehört aber auch nicht zu den Autoren, die die Gewalttaten nur umschreiben und den Rest der Fantasie ihrer Leser überlassen. Fitzek ist eine Mischung aus beidem und trifft damit in den meisten Fällen genau meinen Geschmack. Seine Beschreibungen sind definitiv nichts für zartbesaitete Leser er verfällt aber auch nicht in sinnloses Gemetzel.
Ich liebe es der Stimme von Simon Jäger zu lauschen, weil kaum ein anderer deutscher Hörbuchsprecher die Emotionen einer Geschichte so wundervoll vertonen kann wie er. Die Geschichte wird abwechseln aus der Sicht von Klara und Jules erzählt und wurde in der dritten Person geschrieben.
Fazit
Der Heimweg war zwar spannend und konnte mich nach einem nervenaufreibenden Einstieg auch fesseln, der Handlung fehlt es für meinen Geschmack aber zu sehr an Logik.