Cover-Bild Die Gabe
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16,99
inkl. MwSt
  • Verlag: FISCHER E-Books
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 29.01.2025
  • ISBN: 9783104918433
Suzumi Suzuki

Die Gabe

Roman | Die feministische Entdeckung aus Japan
Katja Busson (Übersetzer)

Glasklar, feministisch, »triefend vor mütterlicher Grausamkeit.« Yoko Ogawa
Die internationale Entdeckung aus Japan, nominiert für den Akutagawa-Preis
Eine kleine Wohnung im Rotlichtviertel Tokios. Eine Schriftstellerin will ein letztes Gedicht schreiben. Weil ihr das im Krankenhaus nicht gelingt, ist sie zu ihrer Tochter gezogen, die als Hostess in einem Nachtclub ein ganz anderes Leben führt als sie selbst. Suzumi Suzuki, eine der prägnantesten Stimmen der japanischen Gegenwartsliteratur, erzählt die Geschichte einer schwierigen Beziehung, der zwischen einer Mutter und einer Tochter, zwischen zwei Frauen mit ganz unterschiedlichen Verständnissen von weiblicher Selbstermächtigung, Liebe und Gewalt. Unter der glasklaren Oberfläche dieses Romans sind die Abgründe allgegenwärtig und führen unweigerlich zu der Frage: Was sind wir bereit zu geben für die Menschen, die wir lieben? Und was tun wir für uns selbst?

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.01.2025

Mutter-Tochter-Beziehung

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„Die Gabe“ von Suzumi Suzuki hat mich schon mit seinem schlichten, aber ausdrucksstarken Cover angesprochen. Es zeigt eine junge Frau, die vermutlich die Protagonistin der Geschichte darstellen soll.

Suzumi ...

„Die Gabe“ von Suzumi Suzuki hat mich schon mit seinem schlichten, aber ausdrucksstarken Cover angesprochen. Es zeigt eine junge Frau, die vermutlich die Protagonistin der Geschichte darstellen soll.

Suzumi Suzuki, eine japanische Autorin, erzählt auf knapp über 100 Seiten eine eindringliche Geschichte, die von Katja Busson ins Deutsche übersetzt wurde. Ich habe das Buch in kürzester Zeit gelesen, nicht nur wegen seiner Kürze, sondern vor allem, weil mich die Erzählung tief bewegt und mitgerissen hat.

Die Protagonistin führt ein Leben als Hostess in einem japanischen Rotlichtviertel. Ihre ohnehin schwierige Lebenssituation gerät weiter aus dem Gleichgewicht, als ihre schwerkranke Mutter sie bittet, bei ihr einzuziehen, um ihre letzten Gedichte zu schreiben. Doch die Krankheit schreitet schnell voran, und schon bald muss die Mutter in ein Krankenhaus verlegt werden.

Während wir die Protagonistin begleiten, wird deutlich, wie kompliziert und schmerzhaft ihre Beziehung zu ihrer Mutter ist. Alte Wunden brechen auf, unausgesprochene Vorwürfe und Verletzungen stehen zwischen ihnen.
Gleichzeitig ist die Geschichte eine Reise durch den Alltag der Protagonistin, geprägt von den Besuchen im Krankenhaus, ihrer Arbeit und einem Verlust, der über allem schwebt.

Die Erzählung ist leise, aber intensiv. Suzumi Suzuki schafft es, das schwierige Mutter-Tochter-Verhältnis und die emotionalen Spannungen einfühlsam darzustellen, ohne dabei alles auszusprechen. Es bleibt Raum für die eigenen Gedanken.

Für mich ist „Die Gabe“ eine traurige, aber wunderschön geschriebene Geschichte, die trotz ihrer Kürze lange nachhallt.

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Veröffentlicht am 29.01.2025

Geschichte über eine komplizierte Mutter-Tochter-Beziehung

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Eine Schriftstellerin ist todkrank und will noch ein allerletztes Gedicht schreiben. Dazu zieht sie vom Krankenhaus in die kleine Wohnung ihrer Tochter in Tokios Rotlichtviertel. Die versucht, ihre Arbeit ...

Eine Schriftstellerin ist todkrank und will noch ein allerletztes Gedicht schreiben. Dazu zieht sie vom Krankenhaus in die kleine Wohnung ihrer Tochter in Tokios Rotlichtviertel. Die versucht, ihre Arbeit als Hostess vor der Mutter zu verbergen, aber es ist ein komplizierter Tanz der beiden um die Wahrheit und die Beziehung zwischen ihnen bereits belastet. Kann die Mutter das Leben der Tochter akzeptieren? Oder sind sich beide vielleicht ähnlicher, als sie denken?

„Die Gabe“ ist der Debütroman der japanischen Soziologin und Kolumnistin Suzumi Suzuki und wurde von Katja Busson ins Deutsche übersetzt. Die Handlung wird ausschließlich aus der Perspektive der Tochter in der Ich- und Vergangenheitsform erzählt – hier wäre der Blickwinkel der Mutter sicherlich auch interessant gewesen, doch diesen erhalten wir nur an einer Stelle gegen Ende des Romans, durch eine andere Figur.

Die Beziehung zwischen Mutter und Tochter ist kompliziert. Schon zu Beginn erfahren wir, dass die Tochter mehrere Narben am Körper trägt, für welche die Mutter verantwortlich ist. Nach und nach kommen weitere Puzzleteile hinzu, bis wir am Ende die Situation kennen, die zu dieser Verletzung geführt hat – dennoch bleibt vieles unklar. Auf der einen Seite steht eine Mutter, deren Erfolg als Schriftstellerin ausblieb und die ihr Kind allein großzog. Auf der anderen Seite ist eine Tochter, die stets ihre Grenzen ausgetestet hat, die sich aber auch mit Schuldgefühlen herumschlägt. Erst der nahende Tod der Mutter ermöglicht einen Dialog zwischen beiden.

„Die Gabe“ ist ein stiller, kleiner Roman, in welchem die Protagonistinnen namenlos bleiben und in welchem, objektiv betrachtet, nicht viel geschieht. Dennoch entwickelt der Text eine ungeheure Kraft und schafft es, die Komplexität familiärer Beziehungen darzustellen. Darüber hinaus wird hier auch ein realistischer Blick auf die Arbeit im Rotlichtviertel geworfen. Die Tochter hat alle ihre Freundinnen und Kontakte dort, man unterstützt sich gegenseitig. Allerdings hat sich auch kürzlich eine dieser Freundinnen das Leben genommen. Ein wirklich lesenswerter Roman!

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