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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.10.2025

Tolles Setting, schwache Charaktere

Die Einladung – Mord nur für geladene Gäste
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Der Roman lässt sich als klassischer Cozy Crime / Whodunnit-Thriller beschreiben: ein abgelegenes Herrenhaus, ein Schneesturm, eine kleine Gesellschaft von Gästen mit Geheimnissen und schließlich ein ...


Der Roman lässt sich als klassischer Cozy Crime / Whodunnit-Thriller beschreiben: ein abgelegenes Herrenhaus, ein Schneesturm, eine kleine Gesellschaft von Gästen mit Geheimnissen und schließlich ein Mord.
Die ältere Mimi erhält eine Einladung ihrer reichen Nachbarin Jane, verbunden mit der Drohung, dass ein dunkles Geheimnis von ihr gelüftet wird, wenn sie nicht erscheint. Sie nimmt ihre Enkelin Addie mit. Weitere Gäste mit je verborgener Vergangenheit sind ebenfalls geladen. Dann findet ein Mord statt, und der Kreis der Verdächtigen verengt sich. Schneesturm, abgeschiedene Lage, Geheimnisse klassische Zutaten für ein spannungsreiches Gemisch
Das Setting vor allem das Herrenhaus in verschneiter Umgebung gefiel mir richtig gut. Auch wenn dieses Setting häufig in Kimis und Thrillern vorkommt, liebe ich es. Denn es erzeugt eine passende und dichte Atmosphäre. Diese Isolation, das Eingesperrt sein mit anderen, die man nicht kennt oder nicht durchschaut, trägt erheblich zur Stimmung bei.
Während Mimi und Addie sehr gut von der Autorin beschrieben werden und sie sich in ihren Charakterzügen und Fähigkeiten gut ergänzen, bleiben die Nebenfiguren sehr blass. Die Charaktere bleiben oberflächlich skizziert. Dadurch bleibt mir auch ihr Verhalten nicht nachvollziehbar.
Dadurch, dass sich die Verdächtigungen wechseln und es immer wieder unvorhersehbare Wendungen gibt, bleibt es spannend. Aber ich konnte nur wenig mit den Charakteren mitfiebern, da sie mir fremd blieben.
Positiv hervorzuheben ist der Schreibstil: flüssig, gut lesbar, mit humorvollen Einschüben und einer angenehmen Mischung aus Spannung und Ruhe. Insgesamt ein mittelprächtiger Krimi mit einem guten Setting und damit sehr ansprechender Atmosphäre. Aber gerade, wenn man einen Whodunnit Krimi schreibt, ist die Charakterzeichnung der Gäste einfach wichtig und das war hier einfach zu schwach.

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Veröffentlicht am 09.09.2025

Nichts für Anfänger und Anfängerinnen

Ich stricke Socken - cosy & trendy
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Ich stricke gerne Socken und freue mich über neue Inspirationen, weshalb ich auf dieses Buch aufmerksam wurde. Wie auf dem Cover versprochen, werden 20 verschiedene Modelle vorgestellt. Das meiste sind ...

Ich stricke gerne Socken und freue mich über neue Inspirationen, weshalb ich auf dieses Buch aufmerksam wurde. Wie auf dem Cover versprochen, werden 20 verschiedene Modelle vorgestellt. Das meiste sind Sockenmodelle in kurz und lang, entweder mit 4facher oder 6facher Sockenwolle gestrickt. Die verwendeten Garne sind von Lang, aber das Sockenwolle immer sehr ähnlich ist, ist es kein Problem andere Marken zu nehmen. Die Anleitungen sind für Größen von 35-42.
Das vorgestellt buch verfolgt keine bestimmte Linie, die vorgestellten Muster sind sehr bunt gemischt von komplizierten Ajour Muster zu Ringelsocken. Dabei ist zu beachten, dass man ein ordentliches Grundwissen benötigt, um die Anleitungen zu verstehen, denn es wird nicht wirklich viel erklärt. Das Einzige, was ausführlicher erklärt wird, sind die 3 verschiedenen Möglichkeiten Fersen zu stricken. Alles andere, z.B. mehrfarbiges Stricken, muss man entweder schon wissen oder sich selbst zusammensuchen. Im Buch steht auch, dass man im Internet zu den Techniken viele Videos findet. Das stimmt, aber warum brauche ich dann das Buch? Denn im Endeffekt ist das Buch eine Sammlung von 19 verschiedenen Socken und ein Stulpen Design.
Mir fehlte ein wenig das Persönliche, denn die Autorin erklärt nicht, warum sie dieses Design ausgewählt hat und warum sie alles auf einer Rundstricknadel strickt. Die Muster haben nichts, was sie verbindet. Wenn man ein reines Musterbuch sucht, welches sehr unterschiedliche Designs bietet, ist man hier richtig, wenn man aber mehr möchte, vielleicht auch Erklärungen zu den einzelnen Techniken, dann sollte man sich ein anderes Sockenstrickbuch suchen.

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Veröffentlicht am 20.08.2025

Ein wütender Roman

Iron Widow - Rache im Herzen
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Ich bin ein großer Fan von Science-Fiction und Fantasy Literatur und habe seit kurzem asiatische Science-Fiction für mich entdeckt. Da passte der Roman sehr gut zu meinen Interessen, auch wenn die Autorin ...

Ich bin ein großer Fan von Science-Fiction und Fantasy Literatur und habe seit kurzem asiatische Science-Fiction für mich entdeckt. Da passte der Roman sehr gut zu meinen Interessen, auch wenn die Autorin in Kanada lebt.
Der Roman ist eine Mischung zwischen Mecha-Action, chinesischer Geschichte/Mythologie, feministischer Wut und dystopischem Weltenbau. Zum einen also sehr altertümlich, was vor allem die dargestellte Gesellschaft und ihre Traditionen angeht und anderseits sehr futuristisch, wenn es die Kampfroboter betrifft. In dieser Welt gigantische kämpfen riesige Mecha-Roboter, sogenannte Chrysalises, das Land gegen außerirdische Angreifer, die Hunduns. Diese Roboter werden von einem männlichen und einem weiblichen Piloten gesteuert, wobei Letztere in der Regel im Prozess sterben, da ihnen wortwörtlich die Lebensenergie entzogen wird, um die Maschinen zu betreiben. Die Gesellschaft akzeptiert dieses tödliche System als notwendig. Denn insgesamt haben Frauen wenig bis keine Rechte.
Die Autorin nimmt immer wieder direkt Bezug aus der Kulturgeschichte des alten Chinas. Besonders das Füße Binden wird immer wieder angesprochen. Eine Tradition, die bis ins 20 Jh. In China verbreitet war und die weiblichen Füße wegen eines Schönheitsideals verstümmelte. Auch die Konflikte zwischen Han Chinesen und den anderen Völkern der Region wird angesprochen. Diese Mischung zwischen Alt und Zukunft fand ich sehr gelungen.
Nicht so sehr gelungen fand ich die Charaktere. Die Protagonistin Zetian ist wütend, eigentlich die ganze Zeit. Ihre Wut ist verständlich, aber dass sie dabei emotionslos über Leichen geht, fand ich anstrengend. Ich konnte mich nur schwer mit ihr identifizieren. Die Autorin erzählt die Geschichte in der Ich-Perspektive und verleiht Zetian eine starke, zornige Stimme, die sich durch den gesamten Roman zieht. Sie kämpft gegen das System genauso unbarmherzig, wie das System zu Frauen ist. Ob das der richtige Weg für den Feminismus ist, sei dahingestellt.
Es gibt auch eine Liebesgeschichte, aber auch diese konnte mich emotional nicht überzeugen, es ist eine queere, polyamoröse Dreiecksgeschichte, die natürlich auch gegen die Konventionen kämpft.
Fazit: Zetians Wut überschattet den gesamten Roman. Während der Beginn noch sehr schnell und spannend war, wurde es für mich dann immer langatmiger. Zetian entwickelte sich wenig weiter. Ich hätte mir auch gewünscht, die Nebencharaktere wären mehr ausgebaut. Die Welt, die die Autorin geschaffen hat, ist für mich gelungen und man hätte diese noch mehr ausbauen können. Vieles konnte ich mir nur schwer vorstellen, vor allem diese Mecha-Roboter und ihr Kampf. Für mich ein interessanter Roman, der leider zu wenig Zeit ins Worldbuilding und Charakterzeichnung verwendete.

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Veröffentlicht am 28.02.2025

Klassischer Krimi mit vielen Handlungssprüngen

Campion. Tödliches Erbe
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Klassische Krimis lese ich sehr gerne zur Abwechslung, da sie sich von Stil und Atmosphäre doch sehr von aktuellen Krimis unterscheiden. Ähnlich wie bei den Klassikern von Agatha Christie steht hier auch ...

Klassische Krimis lese ich sehr gerne zur Abwechslung, da sie sich von Stil und Atmosphäre doch sehr von aktuellen Krimis unterscheiden. Ähnlich wie bei den Klassikern von Agatha Christie steht hier auch ein intelligenter privater Ermittler im Mittelpunkt.
Die Geschichte beginnt bereits sehr abstrus. Ein mysteriöser Kelch, ein sehr altes Familienerbstück soll von einer geheimen Organisation gestohlen werden. Campion ein privater Ermittler möchte dies verhindern und nimmt Kontakt zu der Familie auf, die diesen besonderen Kelch seit Generationen beschützt.
Trotz des Roten Faden: die Verhinderung des Diebstahls hat sich bei mir kaum eine richtige Spannung aufgebaut. Immer wieder gab es Nebenhandlungen, diese blieben aber sehr oberflächlich. Die Charaktere blieben mir auch wenig greifbar. Persönliche Verstrickungen hätte man vielleicht etwas mehr ausbauen können. So konnte ich kaum eine Verbindung zu diesen aufbauen.
Insgesamt wirkte die Geschichte zum Teil sehr konstruiert und unrealistisch. Das kenne ich zum Teil auch aus anderen Krimis dieser Zeit, aber hier wirkte es für mich zu wenig zusammenpassend. Die Sprünge in der Geschichte waren für mich oft nicht nachvollziehbar und ich hatte auch oft das Gefühl, dass mir etwas in der Entwicklung fehlt. Dennoch hat der Roman etwas von dem typischen britischen Charme, den ich so sehr liebe.

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Veröffentlicht am 10.02.2025

Atmosphärisch gut, Handlung zu viele Lücken

Der Passagier der Polarlys
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Mit diesem Graphic Novel wurde versucht einen klassischen Krimi neu aufzulegen. Ich liebe Krimis, auch die Klassiker, dennoch habe ich noch keinen Roman von Georges Simenon gelesen. Ohne Vorkenntnisse ...

Mit diesem Graphic Novel wurde versucht einen klassischen Krimi neu aufzulegen. Ich liebe Krimis, auch die Klassiker, dennoch habe ich noch keinen Roman von Georges Simenon gelesen. Ohne Vorkenntnisse bin ich an dieses Werk gegangen.
Die Geschichte beginnt mit einem Mord und wechselt dann zu einem Linienschiff, welches an der Nordküste Europas entlangfährt. Es befördert Fracht und wenige Passagiere. Kapitän Petersen hat von Anfang an ein schlechtes Gefühl bei der Reise. Dies wird kurze Zeit später bestätigt mit dem Mord eines Passagiers. Nun geht es darum herauszufinden, wer von den Passagieren ist der Mörder und was hat der Mord zu Beginn des Krimis damit zu tun.
Es ist sicher nicht einfach die komplexe Handlung in Bildern und wenigen Sprechblasen darzustellen. Meiner Meinung ist dies hier nur zum Teil gelungen. Gelungen ist die Atmosphäre auf dem Schiff und auch die undurchsichtigen Charaktere darzustellen. Die Dunkelheit des Winters, die Kälte, die Fahrt an sich, konnte ich sehr gut nachempfinden. Leider ist dabei etwas die Handlung auf der Strecke geblieben. Ich mag es sehr selbst zu rätseln, wer der Täter ist, hier fehlte es völlig. Dauernd hatte ich das Gefühl mir fehlen wichtige Aspekte und Handlungsstränge. Gleichzeitig fehlte mir bei den Zeichnungen der Charaktere die Emotionen. Ich kenne das von anderen Graphic Novels, dass man besonders die Emotionen gut in den Gesichtern darstellen kann. Einen Pluspunkt erhalten die 4 ausführlichen Seiten am Ende des Buchs über den Autor und die Entstehungsgeschichte des Romans. Das war sehr interessant.
Insgesamt hat mich das Buch nicht überzeugt. Atmosphärisch gut gestaltet, aber die Geschichte war für mich nicht immer nachvollziehbar.

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