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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.02.2025

Altersruhesitz oder nicht?

Spröde Sprotten schwimmen schlecht
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In der Seniorenresidenz Beningaburg,sind gerade die ersten Bewohner eingezogen,um in einem feudalen und stilvollen Rahmen,ihren Lebensabend zu genießen,als die Ehefrau des reichen Unternehmers Beninga ...

In der Seniorenresidenz Beningaburg,sind gerade die ersten Bewohner eingezogen,um in einem feudalen und stilvollen Rahmen,ihren Lebensabend zu genießen,als die Ehefrau des reichen Unternehmers Beninga als Leiche im See schwimmt. Schnell stellt sich heraus, dass es sich um Mord handelt und so ist die Kripo im Einsatz. Rudi Bakker wird von dem bewährten Team Henner und Rosa tatkräftig unterstützt.Da die Tote ca,vierzig Jahre jünger ist war als ihr Ehemann, brodelt die Gerüchteküche auf Hochtouren.

Rudis Chef Helmut Schnepel ,ein Wichtigtuer vor dem Herrn, vertritt umgehend die Meinung, dass Rudis Exfrau Denise, die mit der Pflegedienstleitung beauftragt ist, die Täterin ist.Um sie zu entlasten, legt sich Rudi mächtig ins Zeug. Zeitgleich gibt es in der vornehmen Einrichtung, mehrere Schmuckdiebstähle und es stellt sich die Frage, ob da ein Zusammenhang möglich ist und als wäre das nicht genug,gibt es bald eine weitere Leiche…

Da ich einige der vorhergehenden Bücher gelesen habe, ist mir das bewährte Team bestens bekannt. Gerne habe ich die Ermittlungen, welche spannend und außerdem sehr humorvoll verliefen,begleitet.Neben dem Kriminalfall gibt es auch wieder einige Einblicke in das Privatleben der Protagonisten. Eine wichtige Rolle spielt dabei der tägliche Mittagstisch bei Rudis Mutter, wo sich immer wieder eine hungrige Truppe versammelt, um das gute Essen zu genießen.

Selbstverständlich wird am Schluss alles aufgeklärt, so dass ich das Buch zufrieden zur Seite legen konnte.

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Veröffentlicht am 16.02.2025

Die Liebe zu Büchern

Die Bücherfrauen von Listland. Der Gesang der Seeschwalben
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Die 55 jährige Journalistin Anna betreibt schon seit längerer Zeit einen sehr erfolgreichen Podcast,in welchem Bücher eine dominante Rolle spielen.Gemeinsam mit ihrer Verlegerin wurde der Plan entwickelt,die ...

Die 55 jährige Journalistin Anna betreibt schon seit längerer Zeit einen sehr erfolgreichen Podcast,in welchem Bücher eine dominante Rolle spielen.Gemeinsam mit ihrer Verlegerin wurde der Plan entwickelt,die Biografie der 85 jährigen Sylter Bücherfrau Fenja Lorenzen zu schreiben.So reist Anna zu einem Interview an die äußerste Spitze Sylts. Bei ihrer Ankunft trifft sie in ihrem Haus nur die Tochter Elisa an,von Fenja fehlt jede Spur.Gleich in der ersten Nacht wird die Insel von einem schweren Unwetter heimgesucht und der Dachboden, auf welchem viele Bücherschätze lagern, ist stark betroffen.Bei der Aufräumaktion,wo Anna Elisa und ihren Bruder unterstützt,werden einige alte Schätze entdeckt ,Annas Neugier ist geweckt….

Die Geschichte wechselt nun ständig zwischen Vergangenheit und Gegenwart,dabei kommt eine außergewöhnliche Liebes- und Familiengeschichte nach und nach ans Tageslicht.Daneben geht es auch um das Leben auf der wunderschönen Insel ,damals und heute,sowie die Einflüsse des Weltgeschehens.Am Ende hat sich das Leben der Protagonisten verändert und größtenteils zum Besseren gewendet.Da aber noch einige Pläne im Raum stehen,sehe ich der Fortsetzung mit Vorfreude entgegen.

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Veröffentlicht am 13.02.2025

Die unbewältigten Traumata des Krieges

Portrait meiner Mutter mit Geistern
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Im Mittelpunkt des beeindruckenden Familienromans stehen starke Frauen aus verschiedenen Generationen.Als die junge Raisa ,die alleine mit ihrer Mutter lebt,beginnt Fragen zu ihrer Herkunft zu stellen,stößt ...

Im Mittelpunkt des beeindruckenden Familienromans stehen starke Frauen aus verschiedenen Generationen.Als die junge Raisa ,die alleine mit ihrer Mutter lebt,beginnt Fragen zu ihrer Herkunft zu stellen,stößt sie bei ihrer Mutter auf wenig Gegenliebe.Doch ihre Hartnäckigkeit führt letztendlich zum Erfolg und ihre Mutter Martha beginnt zu reden.Es geht um die Liebe ihres Lebens ,aber auch um viele Lügen,welche aus den unterschiedlichsten Gründen ausgesprochen wurden.Neben der ganz persönlichen Familiengeschichte spielen die Schrecken der Nazizeit,inklusive der Geschichte der Juden eine größere Rolle.Der Roman hat stark autobiographische Züge, weil es sich um die Familiengeschichte der Autorin,beziehungsweise die ihrer Mutter,handelt.

Schon zu Beginn des Buches wird klar ,dass es nichts zum schnellen Nebenbeilesen ist.Es erfordert äußerste Konzentration,weil die Zeiten und Personen im stetigen Wechsel sind.Hier erweist sich der vorangestellte Familienstammbaum als sehr hilfreich.Der Schreibstil ist sehr besonders,teilweise schnörkellos,teilweise poetisch.Manch wichtige Details sind in lapidaren Nebensätzen versteckt,vieles bleibt unausgesprochen.Es gibt etliche Leerstellen,die den LeserInnen Raum für eigene Überlegungen gewähren.

Öfter habe ich innegehalten,um über das gelesene nachzudenken,manchmal zurückgeblättert,um etwas besser zu verstehen,und immer wieder den Stammbaum bemüht.Die beeindruckende Intensität hat mich durchgehend begeistert.

Ich habe das Buch im Rahmen einer Leserunde gelesen,was zu einigen neuen Erkenntnissen führte und sehr bereichernd war.Gerne spreche ich eine Leseempfehlung ,verbunden mit fünf Sternen aus.

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Veröffentlicht am 07.02.2025

Elisabeths Neustart

Blumen im Schuh
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Nach außen hin führt die Protagonistin mit ihrem Mann ein sorgenfreies Leben,er führt die Firma, Sie kümmert sich um den Haushalt und engagiert sich in einer Kirchengemeinde. Nach einem Tipp durch eine ...

Nach außen hin führt die Protagonistin mit ihrem Mann ein sorgenfreies Leben,er führt die Firma, Sie kümmert sich um den Haushalt und engagiert sich in einer Kirchengemeinde. Nach einem Tipp durch eine Bekannte, erwischt sie ihren Mann Inflagranti bei einem Seitensprung mit einer jungen Mitarbeiterin, und plötzlich ist nichts mehr, wie es war. Völlig geschockt verlässt Elisabeth das Haus und sucht Unterschlupf bei ihrer Schwägerin Anja, die mit ihrem Bruder seit einem Rechtsstreit total zerstritten ist und mit der sie bisher kaum Kontakt hatte.Anja lebt sehr unkonventionell,führt ein offenes Haus und hat einen großen Freundeskreis.Mit ihren lockeren und dennoch sehr lebensklugen Sprüchen ist sie genau das ,was Elisabeth gerade braucht.Denn natürlich läßt ihr Mann sich Elisabeths verhalten nicht so ohne weiteres bieten. Er zieht alle Register eines geschickten Manipulators und versteht es, die richtigen Leute auf seine Seite zu ziehen und Elisabeth das Leben schwer zu machen ,schreckt nichtmal davor zurück,den Sohn gegen seine Mutter zu beeinflussen.In dem Anwalt Arndt,einem Freund Anjas,hat er aber einen adäquaten Gegner gefunden.
Als Elisabeth begreift, wie sehr sie sich während ihrer Ehe von ihrem Mann manipulieren ließ, der sie kontinuierlich immer kleiner machte, findet sie endlich den Mut zu einem Neuanfang. Sie reicht die Scheidung ein und bemüht sich um eine Arbeit, um wieder unabhängig leben zu können.

Ich habe das Buch von Anfang an förmlich verschlungen,Elisabeth,sowie Anja und ihre Freunde waren mir von Beginn an sympathisch.Gerne habe ich den Neustart von Elisabeth begleitet, der trotz einiger Tiefschläge sehr positiv verläuft.
Eine kleine Rolle spielte auch der christliche Glaube,das Handeln der Gläubigen wurde kritisch hinterfragt.
Auch das Ende hat mir gut gefallen,es war zwar durchaus positiv,aber nicht so übertrieben rosarot überzogen.
Auch der etwas ungewöhnliche Titel wurde am Ende sehr humorvoll aufgelöst.
Von mir eine absolute Leseempfehlung und verdiente fünf Sterne.

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Veröffentlicht am 06.02.2025

Liebe ist grenzenlos

Damals waren wir frei
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Im Jahr 1968 besucht Elly, eine junge Frau aus Ostberlin, ein Konzert von „The Doors“ in Frankfurt am Main.Dort lernt sie Uli,einen angehenden Lehrer,kennen und verliebt sich unsterblich in ihn. Die Beiden ...

Im Jahr 1968 besucht Elly, eine junge Frau aus Ostberlin, ein Konzert von „The Doors“ in Frankfurt am Main.Dort lernt sie Uli,einen angehenden Lehrer,kennen und verliebt sich unsterblich in ihn. Die Beiden verbringen unvergessliche sieben Tage miteinander. Danach reist Elly zu ihrer Familie ,Ehemann Bernd und Sohn André zurück.Uli schreibt ihr mehrere Briefe,die sie jedoch nicht beantwortet,aber vergessen kann sie ihn nicht,vor allen Dingen ,weil ihre kurze Beziehung nicht folgenlos blieb.
Im Jahr 1988 betreibt Elly einen angesagten Tanzpalast in Ostberlin ,in welchem ihre ganze Familie tätig ist.Dort lernt ihre Tochter Mina ,die versucht im Musikgeschäft Fuß zu fassen ,Jan kennen ,einen angehenden Arzt aus dem Westen.Als Mina zufällig ein Gespräch zwischen ihrer Mutter und ihrer Großmutter belauscht, erfährt sie, dass Bernd nicht ihr leiblicher Vater ist. Zuerst ist sie entsetzt, dass ihre Mutter ihr diese Tatsache 20 Jahre lang verschwiegen hat, nach einem klärenden Gespräch ist sie jedoch fest entschlossen,auf Spurensuche zu gehen.
Die Geschichte wird nun im Wechsel auf zwei Zeitschienen erzählt, wobei es der Autorin sehr gut gelungen ist, die verschiedenen Epochen darzustellen. Die Beschreibung der einzelnen Personen war so genau,dass ich von Beginn an klare Bilder im Kopf hatte.
Da ich sowohl den Bau der Mauer , als auch die Ereignisse des 9.November 1989 ,erlebt habe,obwohl ich keine Berührungspunkte zur DDR hatte,wurden viele Erinnerungen geweckt.
Die beiden Liebesgeschichten und ihre Verbindung mit dem Zeitgeschehen,war sehr gut gelungen.Ein lesenswertes Buch,dem ich sehr gerne fünf Sterne gebe.

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