Die unbewältigten Traumata des Krieges
Portrait meiner Mutter mit GeisternIm Mittelpunkt des beeindruckenden Familienromans stehen starke Frauen aus verschiedenen Generationen.Als die junge Raisa ,die alleine mit ihrer Mutter lebt,beginnt Fragen zu ihrer Herkunft zu stellen,stößt ...
Im Mittelpunkt des beeindruckenden Familienromans stehen starke Frauen aus verschiedenen Generationen.Als die junge Raisa ,die alleine mit ihrer Mutter lebt,beginnt Fragen zu ihrer Herkunft zu stellen,stößt sie bei ihrer Mutter auf wenig Gegenliebe.Doch ihre Hartnäckigkeit führt letztendlich zum Erfolg und ihre Mutter Martha beginnt zu reden.Es geht um die Liebe ihres Lebens ,aber auch um viele Lügen,welche aus den unterschiedlichsten Gründen ausgesprochen wurden.Neben der ganz persönlichen Familiengeschichte spielen die Schrecken der Nazizeit,inklusive der Geschichte der Juden eine größere Rolle.Der Roman hat stark autobiographische Züge, weil es sich um die Familiengeschichte der Autorin,beziehungsweise die ihrer Mutter,handelt.
Schon zu Beginn des Buches wird klar ,dass es nichts zum schnellen Nebenbeilesen ist.Es erfordert äußerste Konzentration,weil die Zeiten und Personen im stetigen Wechsel sind.Hier erweist sich der vorangestellte Familienstammbaum als sehr hilfreich.Der Schreibstil ist sehr besonders,teilweise schnörkellos,teilweise poetisch.Manch wichtige Details sind in lapidaren Nebensätzen versteckt,vieles bleibt unausgesprochen.Es gibt etliche Leerstellen,die den LeserInnen Raum für eigene Überlegungen gewähren.
Öfter habe ich innegehalten,um über das gelesene nachzudenken,manchmal zurückgeblättert,um etwas besser zu verstehen,und immer wieder den Stammbaum bemüht.Die beeindruckende Intensität hat mich durchgehend begeistert.
Ich habe das Buch im Rahmen einer Leserunde gelesen,was zu einigen neuen Erkenntnissen führte und sehr bereichernd war.Gerne spreche ich eine Leseempfehlung ,verbunden mit fünf Sternen aus.