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Veröffentlicht am 20.02.2025

Actionreich, rasant und ebenso spannend!

They Are Everywhere: Ein Near-Future-Thriller mit Sogfaktor!
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Ferien auf einer Farm in Ohio, auf der sie Abstand vom virtuellen Leben nehmen und eine Art Maschinen-Detox durchführen soll - darauf hat Hannah so gar keine Lust. Doch als Maschinen in ganz Ohio es plötzlich ...

Ferien auf einer Farm in Ohio, auf der sie Abstand vom virtuellen Leben nehmen und eine Art Maschinen-Detox durchführen soll - darauf hat Hannah so gar keine Lust. Doch als Maschinen in ganz Ohio es plötzlich auf Menschen abgesehen haben, ist die 16-Jährige mehr als dankbar für jeglichen Abstand zu Androiden und sonstigen Robotern. Verzweifelt versucht sie, sich gemeinsam mit Jarrett, der seine Ferien ebenfalls auf der Farm verbringen wollte, in Sicherheit zu bringen. Immer wieder muss Hannah über sich hinauswachsen, um den gefährlichen Maschinen keine Angriffsfläche zu bieten...

Ich lese unheimlich gerne Dystopien. Und noch lieber lese ich solche, die einen gewissen Bezug zur Realität haben und/oder, zumindest in ihren Grundzügen, auch tatsächlich denkbar wären. Andreas Langer hat hier meiner Meinung nach genau eine solche Jugendbuch-Dystopie erschaffen, indem er die Technisierung der heutigen Gesellschaft als Anlass nimmt, eine Extremversion dieser zu spannen. So begegnen die Protagonisten Hannah und Jarrett während ihrer Flucht durch ganz Ohio verschiedensten Maschinen, Robotern und Androiden - hier ist wirklich für jeden etwas dabei -, die beispielsweise bereits tatsächlich existieren oder welche gerade entwickelt werden. Dadurch liefert der Autor nicht nur spannende Denkanstöße, sondern auch immer wieder Gänsehaut beim Lesen wenn man bedenkt, was solche Maschinen anrichten können, sollten sie sich einmal verselbstständigen oder in die falschen Hände geraten.

Abgesehen davon bietet dieser Roman aber noch viel mehr: Selten habe ich eine Dystopie gelesen, in der den einzelnen Charakteren derart viel Raum gegeben wird, über sich hinauszuwachsen und sich weiterzuentwickeln. Protagonistin Hannah startet als unsicheres Mädchen, das völlig versunken in eine virtuelle Scheinwelt ist und worüber man immer wieder nur den Kopf schütteln kann, wächst dem Leser mit der Zeit aber immer mehr ans Herz und muss sich den schwierigsten Situationen stellen. Man erlebt hautnah mit, wie die Erfahrungen im Laufe der Handlung sie mehr und mehr stärken.

Und von diesen gibt es hier wirklich reichlich. Genau wie die beiden Jugendlichen in der Geschichte, kommt man auch als Leser kaum zur Ruhe. An jeder Ecke lauert eine neue Gefahr, die einen noch dazu oftmals völlig unvorhersehbar erwischt. Ich finde es unheimlich gelungen, wie die starke Spannungskurve trotzdem nicht überfordernd wirkt und wie daneben auch, wie bereits beschrieben, die Protagonisten, zwischenmenschliche Beziehungen und interessante technische Neuheiten zur Geltung kommen können.

Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung für alle, die rasante und actionreiche Jugendbücher lieben und dabei auf ihre ganz eigene Art und Weise starke, authentische Charaktere nicht missen möchten.
5/5 Sterne

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Veröffentlicht am 17.02.2025

Liebesgeschichte, atmosphärischer Roman und Kriminalfall in einem Buch

Middletide – Was die Gezeiten verbergen
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Nach mehr als einem Jahrzehnt kehrt der erfolglose Schriftsteller Elijah Leith in seine Heimatstadt an der amerikanischen Ostküste zurück. Seine Heimat, die er verlassen hatte, um seinen großen Traum zu ...

Nach mehr als einem Jahrzehnt kehrt der erfolglose Schriftsteller Elijah Leith in seine Heimatstadt an der amerikanischen Ostküste zurück. Seine Heimat, die er verlassen hatte, um seinen großen Traum zu verfolgen - und für den er seine große Liebe Nakita aufgab. Nach Elijahs Rückkehr lebt der verschmähte Erwachsene ein abgeschiedenes Leben als Selbstversorger, schafft es nach und nach aber, wieder eine Verbindung zu Nakita aufzubauen. Bis eines Tages eine Leiche auf seinem Grundstück gefunden wird und Elijah unter Verdacht gerät, einen Mord begangen zu haben, wie er ihn in seinem eigenen Thriller einst beschrieben hat...

Auf "Middletide" aufmerksam geworden bin ich vor allem durch das zauberhafte Cover. Es vereint Sehnsucht, Schönheit und Ruhe in einem, präsentiert ein wunderschönes Naturmotiv und damit auch ein Stück dieser Geschichte.
Denn Sarah Crouchs Debütroman spielt in Mitten der dargestellten Szenerie. Und Crouchs Schreibstil betont genau die zuvor benannten Eigenschaften: Er ist sanft und ruhig, aber dennoch auf den Punkt gebracht, hebt die Einzigartigkeit der unberührten Natur um die kleine Küstenstadt Point Orchards wundervoll hervor. Im Ton habe ich mich hier definitiv an "Der Gesang der Flusskrebse" von Delia Owens erinnert gefühlt - ein Buch und ein Film, den ich damals geliebt habe.

Und auch die Handlung erinnert in ihren Grundzügen an Owens Bestseller. Denn auch hier wird ein von der Gesellschaft verschmähter Außenseiter eines Mordes verdächtigt, und auch hier spielen gleichzeitig große Gefühle sowie eine zarte, erste Liebe eine große Rolle. Dabei hielten beide Aspekte dieser beiden unterschiedlichen Genres - Kriminal- und Liebesroman - meiner Meinung nach optimal die Waage, ergänzten sich gegenseitig und hielten in dieser einzigartigen Kombination die Geschichte am laufen ebenso wie die Spannungskurve am wachsen, bis diese sich schließlich in einem schlüssigen, sanft darauf hingewiesenem Ende entlädt.
Zu beschriebener Spannungskurve beitragen konnten sicherlich auch die Zeitsprünge im Roman. Immer wieder wird der Leser in vergangene Zeiten und Erlebnisse zurückgeworfen, findet sich sogleich jedoch erneut in der Gegenwart wider. Durch Crouchs Schreibstil lassen diese Zeitsprünge das Buch jedoch keineswegs unruhig wirken. Im Gegenteil: Sie bereichern die Handlung, sind gezielt eingesetzt und platziert worden.

Müsste ich diese Lektüre respektive deren Autorin in wenigen Worten beschreiben, so würde ich beides wohl als Delia Owens jüngere, kleinere Schwester betiteln. In vielen Aspekten kann diese Geschichte um Elijah und Nakita mit den Flusskrebsen mithalten. Und auch, wenn der ein oder andere Punkt mit Sicherheit noch perfektioniert werden könnte, so bleibt "Middletide" doch ein wundervolles, spannendes und gleichzeitig berührendes Leseerlebnis.
5/5 Sterne

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Veröffentlicht am 06.01.2025

Modern, spannend und einfach magisch - ein großartiges Kinderbuch!

Amari und die Nachtbrüder
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Als ihr Bruder Quinton von einem Tag auf den anderen plötzlich verschwindet, fühlt sich die junge, aus einfachsten Verhältnissen stammende Amari so einsam wie noch nie. Es gibt keinerlei Hinweise auf Quintons ...

Als ihr Bruder Quinton von einem Tag auf den anderen plötzlich verschwindet, fühlt sich die junge, aus einfachsten Verhältnissen stammende Amari so einsam wie noch nie. Es gibt keinerlei Hinweise auf Quintons Verbleib - bis Amari eines Tages eine Einladung in die Behörde für Übernatürliches entdeckt. Schon bald eröffnet sich für Amari eine völlig neue, bis dato unbekannte Welt, die ihr Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen mit ihrem Bruder gibt. Doch um nach Quinton suchen zu können, muss sie zunächst ein strenges Auswahlverfahren bestehen...

Eine junge Heldin, die nichts von einer magischen Welt ahnt, dann aber doch auf irgendeine Art und Weise magische Fähigkeiten erlangt (hat) und sich damit beweisen muss, ist von der Grundidee wohl den meisten bekannt. Auch "Amari und die Nachtbrüder" ist nach diesem Schema gestrickt. Und doch bin ich der Meinung, dass dieses Buch etwas Besonderes ist.
Denn Amaris Geschichte enthält zwar so einige klassische Fantasyelemente aus dem Kinderbuchbereich, verknüpft diese aber an zahlreichen Stellen mit innovativen eigenen Ideen und - was meines Erachtens nach noch viel wichtiger ist - modernen, aktuellen Themen und Problematiken. Ein solches Thema ist bereits auf dem Cover ersichtlich: Mit Amari ist die Protagonistin des Buches eine PoC, was schon in der Erwachsenenliteratur grundsätzlich eher selten der Fall ist, noch viel seltener jedoch in Kinderbüchern. Verknüpft mit dem Milieu, aus dem Amari stammt, wird der (erwachsene) Leser so immer wieder behutsam zum Nachdenken angeregt.

Neben diesen wichtigen Aspekten hält das Buch von B. B. Alston aber noch viel mehr bereit: Durch den sehr flüssigen Schreibstil des Autors, der die Ich-Perspektive als Erzählform gewählt hat, fliegt man nur so durch die Seiten und kann sich optimal in die Protagonistin hineinversetzen. Ergänzt wird dies durch einige witzige, magische (und manchmal auch etwas abgedrehte) Besonderheiten, die oftmals unheimlich unterhaltsam sind, spannende Entwicklungen sowie einzigartige Charaktere.

Ich bin begeistert von Amari und empfehle dieses Kinderbuch gerne, auch an ältere Leser, weiter. Wer Lust auf aktuelle Themen, eine moderne Darstellung, jede Menge Magie und gute Unterhaltung hat, sollte es sich unbedingt näher ansehen.
5/5 Sterne

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Veröffentlicht am 06.01.2025

Eine wunderschöne, sanfte Geschichte

Echo Mountain
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Nach der Wirtschaftskrise 1929 sind Ellie und ihre Familie gezwungen, ihr trautes Heim aufzugeben und Zuflucht in der Wildnis des Echo Mountains zu suchen. Während ihre Mutter und ihre große Schwester ...

Nach der Wirtschaftskrise 1929 sind Ellie und ihre Familie gezwungen, ihr trautes Heim aufzugeben und Zuflucht in der Wildnis des Echo Mountains zu suchen. Während ihre Mutter und ihre große Schwester mit dem neuen Leben hadern, gehen Ellie und ihr Vater in Mitten der wilden, puren Natur auf - bis ein Unfall eines Tages alles verändert und Ellies Vater in einen tiefen Schlaf sinken lässt. Um ihn zu retten, begibt sich Ellie auf eine lange Suche nach einem Heilmittel für ihn...

Wow, was für eine wunderschöne Geschichte! Ich habe mit der Erwartung, ein süßes, aber kurzweiliges Kinderbuch vorzufinden, losgelesen und war binnen einiger weniger Seiten vollkommen gefesselt von ihr.
Schnell ist mir der einzigartige Schreibstil der Autorin aufgefallen. Lauren Wolk erzählt die Geschichte aus Ellies Perspektive, kombiniert eine kindliche Naivität und Neugier mit stillen, ruhigen und gleichzeitig poetischen Worten. Dadurch wird über die einzelnen Seiten hinweg eine wundervolle, pure Atmosphäre geschaffen, die mich in ihren Bann gezogen hat.

Besagte Atmosphäre wird auch durch die Handlung selbst unterstrichen. Ich habe es geliebt, gemeinsam mit der sensiblen, neugierigen Ellie die Reinheit der unberührten Natur um Echo Mountain zu erkunden, mehr über das einfache Leben der Familie zu erfahren und auch die ab und an dargestellten Kontraste zum vergangenen Stadtleben zu ergründen. Müsste ich die Handlung in einigen wenigen Worten beschreiben, so würde ich sie als absolut pur, echt und gleichzeitig absolut ungeschönt beschreiben. Die Autorin scheut auch vor etwas schwierigeren Themen nicht zurück - immerhin ist das Koma, in welches Ellies Vater fällt, ein recht herber Schicksalsschlag -, bereitet diese aber so zart und vorsichtig wie möglich auf, kombiniert sie mit ein wenig Alltagsspannung und zaubert so eine tolle Geschichte.

Ich bin begeistert von "Echo Mountain" und würde dieses zauberhafte Buch als absolute Herzensempfehlung weiterempfehlen. Wer auf der Suche nach einem sanftem, ruhigem und doch zutiefst berührendem Kinderbuch ist, das sowohl Jung als auch Alt zu begeistern vermag, ist hier sicherlich an der richtigen Adresse.
5/5 Sterne

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Veröffentlicht am 29.12.2024

Hatte für mich etwas von Tribute von Panem. Lesehighlight!

The Serpent and the Wings of Night (Crowns of Nyaxia 1)
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"Liebe ist ein Opfer auf dem Altar der Macht."

In einer Welt, in der Vampire die Nacht beherrschen, ist die menschliche Oraya Beute inmitten einer Welt voller Raubtiere. Ihre einzige Chance, jemals mehr ...

"Liebe ist ein Opfer auf dem Altar der Macht."

In einer Welt, in der Vampire die Nacht beherrschen, ist die menschliche Oraya Beute inmitten einer Welt voller Raubtiere. Ihre einzige Chance, jemals mehr zu sein, jemals etwas in der Welt zu verändern und jemals ihrem Vater, dem Vampirkönig Vincent, gänzlich nahe zu sein, ist ein Sieg bei dem tödlichstem Turnier in Obitraes: dem Kejari. Denn dem Sieger wird ein einziger Wunsch von Nyaxia, der Göttin des Todes, gewährt. Orayas einzige Chance, das Turnier lebend zu überstehen, ist es, ein Bündnis mit einem starkem Gegner einzugehen. Doch von klein auf wurde der jungen Frau eingeschärft, niemandem zu vertrauen...

Wow, ich bin hellauf begeistert von diesem packendem Fantasyroman! Bereits die ersten Seiten des Buches konnten mich in ihren Bann ziehen: Als Leser wird man schnurstracks in eine düstere Welt geworfen, die von drei verschiedenen Vampirgattungen beherrscht wird. Eine jede davon hat unterschiedliche Fähigkeiten und eine andere Geschichte, wobei die einzelnen Hintergründe dem Leser erst Stück für Stück offenbart werden. Dabei war ich zunächst ein wenig irritiert - insbesondere von der noch weitergehenden Unterteilung einer der Gattungen in Hiaj und Rishan -, denn Carissa Broadbents Vampirkonzept ist ein wenig anders gestaltet, als das der "üblichen" Verdächtigen. Ich habe mich allerdings schnell daran gewöhnt und konnte sogleich das gesamte Ausmaß des gelungenen, außergewöhnlichen Worldbuildings genießen.
Die Autorin hat mit Obitraes eine unheimlich spannende, aber ebenso düstere Welt geschaffen, die durch ihren bildhaften Schreibstil optimal zur Geltung kommt (allerdings primär für etwas ältere Leser, denn Broadbent spart explizite, teils überaus brutale und gewaltvolle Szenen nicht aus).

Doch nicht nur das Worldbuilding konnte mich überzeugen. Auch den Plot an sich fand ich absolut gelungen. Die Idee dahinter erinnert in ihren Grundzügen ein wenig an Tribute von Panem - nur eben mit Vampiren und Göttern. Die Story ist rasant, zieht den Leser Seite für Seite in ihren Bann und überrascht immer wieder mit kleinen Details und Wendungen, die für mich persönlich kaum vorhersehbar waren. Und doch hat die Story auch eine leise Seite.

Diese ist den Charakteren sowie deren jeweiligen Hintergründen und Entwicklungen gewidmet. Einem jedem der Protagonisten wird reichlich Raum zugesprochen, um seine Motive, Gedanken und Gefühle verstehen und einordnen zu können. Keiner bleibt dabei ausschließlich schwarz oder weiß, jeder hat seine Ecken und Kanten.
Besonders interessant fand ich dabei den Vampirkönig. Vincent ist zerrissen zwischen seiner selbst zugewiesenen Vaterrolle und seinem Auftreten als König einer mächtigen, eigenwilligen Spezies. Ich mochte das Hin und Her zwischen diesen beiden Rollen unheimlich gerne und fand, dass man seine Zerrissenheit deutlich spüren und bestens nachvollziehen konnte.
Sehr gut gefallen hat mir zudem die Slow-Burn Romance zwischen zwei der Charaktere. Ich mochte es, wie vorsichtig die Autorin die Beziehung zwischen den beiden spinnt, wie beide Charaktere sich immer weiter fallen lassen und wie greifbar das Prickeln zwischen den beiden für den Leser ist.

Ich freue mich auf die nächsten Bände der Reihe, denn ich werde sie definitiv weiterverfolgen. Wer fesselnde, vampirische Fantasy mit einem kleinen Hauch Romance und starken Charakteren mag, sollte sich "The Serpent and the Wings of Night" unbedingt näher anschauen.
5/5 Sterne

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