Gelungene Bewährungsprobe für Lucia
Die Kriminalistinnen. Der stumme ZeugeLucia Specht ermittelt dieses Mal in einem emotional bewegenden Fall von Kindesentführung und -missbrauch. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen, da wird sie von Düsseldorf nach Köln abgeordnet, ...
Lucia Specht ermittelt dieses Mal in einem emotional bewegenden Fall von Kindesentführung und -missbrauch. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen, da wird sie von Düsseldorf nach Köln abgeordnet, um für die dortige Polizei verdeckt im Ganovenmilieu Erkundigungen einzuziehen. Neben ihrer Arbeit wird sie auch von ihrem Privatleben vereinnahmt. Bei einer Staubexplosion wird ihr Bruder verletzt und auch ihr Liebesleben verheißt einiges an Höhen und Tiefen.
Nachdem mich die ersten zwei Bände richtig gepackt hatten, war ich natürlich neugierig auf den letzten Band dieser als Trilogie angelegten Reihe, die 1969/1970 spielt. Absolut interessant wird der Werdegang der ersten weiblichen Kriminalpolizistinnen in NRW erzählt und der Zeitgeist wurde vom Autor bestens eingefangen. Die damaligen gesellschaftlichen Zwänge können wir uns heute nicht mehr vorstellen.
In diesen Roman wurde für mein Empfinden jedoch etwas zu viel reingepackt. Nicht nur die zwei Kriminalfälle, sondern auch die aus den ersten zwei Bänden noch nicht abgeschlossenen Nebenhandlungen, wie der Tod der Mutter (genau genommen ein dritter Fall) und die Liebesbande binden einiges an Raum in dem Buch. Das führt zeitweise auch zu Längen. Die Verquickung zwischen dem einen Fall und Lucias Privatleben hätte es für mich nicht mehr gebraucht. Die Fälle werden schlussendlich nachvollziehbar aufgelöst. Und im dritten Teil kommt es zu einem regelrechten Showdown. Dranbleiben lohnt sich, ich vergebe dieses Mal aber nicht die volle Punktzahl, wie bei Band 1 und 2, sondern ziehe einen Stern ab, da es mich das ganze Buch über nicht komplett gepackt hatte.
Empfehlung: alle drei Bücher unbedingt in Reihenfolge lesen, da die Handlung aufeinander aufbaut.