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Veröffentlicht am 20.07.2025

Gelungene Bewährungsprobe für Lucia

Die Kriminalistinnen. Der stumme Zeuge
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Lucia Specht ermittelt dieses Mal in einem emotional bewegenden Fall von Kindesentführung und -missbrauch. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen, da wird sie von Düsseldorf nach Köln abgeordnet, ...

Lucia Specht ermittelt dieses Mal in einem emotional bewegenden Fall von Kindesentführung und -missbrauch. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen, da wird sie von Düsseldorf nach Köln abgeordnet, um für die dortige Polizei verdeckt im Ganovenmilieu Erkundigungen einzuziehen. Neben ihrer Arbeit wird sie auch von ihrem Privatleben vereinnahmt. Bei einer Staubexplosion wird ihr Bruder verletzt und auch ihr Liebesleben verheißt einiges an Höhen und Tiefen.
Nachdem mich die ersten zwei Bände richtig gepackt hatten, war ich natürlich neugierig auf den letzten Band dieser als Trilogie angelegten Reihe, die 1969/1970 spielt. Absolut interessant wird der Werdegang der ersten weiblichen Kriminalpolizistinnen in NRW erzählt und der Zeitgeist wurde vom Autor bestens eingefangen. Die damaligen gesellschaftlichen Zwänge können wir uns heute nicht mehr vorstellen.
In diesen Roman wurde für mein Empfinden jedoch etwas zu viel reingepackt. Nicht nur die zwei Kriminalfälle, sondern auch die aus den ersten zwei Bänden noch nicht abgeschlossenen Nebenhandlungen, wie der Tod der Mutter (genau genommen ein dritter Fall) und die Liebesbande binden einiges an Raum in dem Buch. Das führt zeitweise auch zu Längen. Die Verquickung zwischen dem einen Fall und Lucias Privatleben hätte es für mich nicht mehr gebraucht. Die Fälle werden schlussendlich nachvollziehbar aufgelöst. Und im dritten Teil kommt es zu einem regelrechten Showdown. Dranbleiben lohnt sich, ich vergebe dieses Mal aber nicht die volle Punktzahl, wie bei Band 1 und 2, sondern ziehe einen Stern ab, da es mich das ganze Buch über nicht komplett gepackt hatte.
Empfehlung: alle drei Bücher unbedingt in Reihenfolge lesen, da die Handlung aufeinander aufbaut.

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Veröffentlicht am 30.04.2025

Es geht heiß her bei der Feuerwehr

Devil's Kitchen
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Bei einem Elite-Trupp der New Yorker Feuerwehr ist nicht alles so, wie es den Anschein hat. Sie bekämpfen zwar Brände, schrecken aber auch nicht vor Brandlegung zurück, wenn sie sich dadurch Vorteile auf ...

Bei einem Elite-Trupp der New Yorker Feuerwehr ist nicht alles so, wie es den Anschein hat. Sie bekämpfen zwar Brände, schrecken aber auch nicht vor Brandlegung zurück, wenn sie sich dadurch Vorteile auf ihren Raubzügen verschaffen können. Und wie sieht es mit Mord aus? Die private Ermittlerin Andy Nearland, wie sie sich bei ihrem Undercover-Einsatz nennt, will hier Licht ins Dunkle bringen und arbeitet mit Ben, einem der Teammitglieder, als dessen vorgebliche Freundin zusammen. Ben hat damit verbunden selbst ein persönliches Interesse an ihren Nachforschungen, hat er doch letztendlich den Stein ins Rollen gebracht.
Als ich den Prolog las, dachte ich zunächst, dass zu viel vorweggenommen werden würde. Aber dem ist nicht so, der Spannungsbogen bleibt sehr lange erhalten, ohne dass der Schluss zu offensichtlich ist. Und der Schreibstil liest sich einfach gut, wie man es von der Autorin kennt.
Der Krimi hat viel Thrill, die Story fesselt und unter den Protagonisten sind vielfältige, bunte Charaktere vertreten. Jeder hat seine persönliche Bürde zu tragen, die einzelnen Lebensgeschichten verdeutlichen, warum sich dieser Trupp zusammengefunden hat, zu einem Team mit kriminellen Ambitionen, die durchaus auch zum Erfolg führen. Andy muss sich behaupten, erst um ihren Platz in der Crew finden, um dann selbst erfolgreich ihr Ziel zu erreichen. Aber auch ihr Lebensweg war alles andere als einfach. Es fällt ihr schwer, Menschen zu vertrauen und daher weiß sie auch nicht, ob sie sich auf Ben einlassen kann.
Ein Stern Abzug, weil die Geschichte doch insgesamt nicht sehr glaubwürdig rüberkommt. Reizvoll ist sie allemal, für mich gute und spannende Lektüre für die heißen Sommertage!

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Veröffentlicht am 19.02.2025

Eine ganz besondere Bücherwelt

Tinte, Staub und Schatten: Das Buch der Verlorenen
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Minnas Mutter ist seit 11 Jahren verschollen, verloren im Labyrinth der Bücher. Mit fünf Jahren hatte Minna ihre Mutter einmal in das Labyrinth begleitet und ihr damals versprochen, dass sie auch Büchersucherin ...

Minnas Mutter ist seit 11 Jahren verschollen, verloren im Labyrinth der Bücher. Mit fünf Jahren hatte Minna ihre Mutter einmal in das Labyrinth begleitet und ihr damals versprochen, dass sie auch Büchersucherin werden will, wie sie. Und dass sie sie suchen würde, falls ihre Mutter sich verirren sollte. Dieses Verspechen will Minna, jetzt 16 Jahre alt, einlösen und plant bei dem geheimnisvollen Raban Krull, in dessen Buchhandlung ein Weg in die Tiefen des Irrgartens führt, in die Lehre zu gehen. Das Abenteuer beginnt!
Der Schreibstil ist sehr bildhaft und die von Alina Metz entwickelte Geschichte ist so temporeich und spannend, dass man das Buch fast nicht aus der Hand legen kann. Die individuelle Charakterisierung der Personen in der Geschichte, allen voran Minna, halte ich für gelungen: Jede und jeder ist mit seinen spezifischen Eigenschaften gut vorstellbar. Und das riesige, geheime Bücherlabyrinth unter der Stadt manifestierte sich direkt in meinem Kopf. Das Buch punktet auch bei den eingestreuten Illustrationen, angefangen bei den Wesen des Labyrinths, die in der Umschlagsseite vorne dargestellt werden.
Mir gefiel auch, dass die Handlung sich nicht verzettelt, alles in der Geschichte, in der Erfindungsgeist mit Hilfe der Staubmagie und märchenhaft-magisches geschickt miteinander verwoben wurde, ist gut nachvollziehbar, genau wie Minnas Motivation. Ich bin mir nur nicht sicher, ob sich die angesprochene Altersgruppe ab 11 Jahren mit Protagonisten im Alter von 16 Jahren identifizieren können. Und ich fand, dass Minnas Vater, der nur am Rande Erwähnung findet, irgendwie zu kurz kommt. Vielleicht erfahren wir in Band 2 noch etwas mehr über ihn. Die als Dilogie angelegte Geschichte hat am Ende einen Cliffhanger, der neugierig macht und einen mit vielen offenen Fragen zurücklässt.

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Veröffentlicht am 03.02.2025

Lebensentwürfe in Kriegszeiten

Ginsterburg
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In der fiktiven deutschen Kleinstadt Ginsterburg gehen die Einwohner in den Jahren 1935 bis 1945 ihren Geschäften nach. Wie überall, gehen die Menschen unterschiedlich mit der Situation um. Während die ...

In der fiktiven deutschen Kleinstadt Ginsterburg gehen die Einwohner in den Jahren 1935 bis 1945 ihren Geschäften nach. Wie überall, gehen die Menschen unterschiedlich mit der Situation um. Während die einen sich arrangieren und versuchen, Vorteile daraus zu ziehen, gibt es auch Leute, die nicht mehr wagen, ihre Meinung zu äußern. Es ist Arno Frank gelungen, den gut vorstellbaren Mix an Protagonisten mit ihren unterschiedlichen Interessenlagen und Charakteren bildhaft und authentisch darzustellen, wobei bei der Menge an Personen nicht alle mit der gleichen Tiefe gezeichnet werden konnten. Dabei vergegenwärtigt er die historischen Geschehnisse mit all dem geschehenen Unrecht und der erlebten Ohnmacht und zeigt plastisch auf, was Krieg in einer autokratischen Zeit mit den Menschen machen kann.
Der Autor erzählt die Geschichte des Ortes und seiner Menschen in drei Etappen, so dass man deren Entwicklung gut nachvollziehen kann. Dabei ist keiner wirklich gut oder böse, alle machen schlimme Situationen durch und erfahren auch gute Momente. Beim Lesen fiel es manchmal schwer den Figuren wirklich zu folgen und mich in sie hineinzudenken. Auch werden nicht alle Schicksale zu Ende erzählt. Gut gefallen hat mir sein ruhiger und emphatischer Schreibstil, weil er einfach zu dem Geschehen passt und ohne Grausamkeiten auskommt. Diese erliest man sich eher zwischen den Zeilen.

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Veröffentlicht am 28.12.2024

Überlebensmodus einschalten – sofort!

One Perfect Couple
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Vorneweg: Von Realityshows halte ich herzlich wenig, jedoch hat mich die Story mit dem darin steckenden Konfliktpotential interessiert. Ruth Ware hat mich auch nicht enttäuscht, denn sie hat dieses Unterhaltungsformat ...

Vorneweg: Von Realityshows halte ich herzlich wenig, jedoch hat mich die Story mit dem darin steckenden Konfliktpotential interessiert. Ruth Ware hat mich auch nicht enttäuscht, denn sie hat dieses Unterhaltungsformat durchaus kritisch gewürdigt und hinterfragt die Methoden während der Challenges.

Kurz zum Inhalt: Lyla und Nico nehmen an einer Realityshow auf einer kleinen, einsamen Insel im Indischen Ozean teil. Lyla als Virologin eher unfreiwillig, um Nicos Schauspielkarriere nicht im Wege zu stehen. Das Vorsprechen verläuft eher hastig und ehe sie es sich versehen, sind beide gemeinsam mit vier weiteren Paaren unterwegs auf einer Yacht ins tropische Paradies. Ein verheerender Sturm lässt die traumhafte Kulisse zu einem Alptraum mutieren, bei dem es letztendlich darum geht, die Tage zu überleben, bis Hilfe kommt.

Meine Sicht auf das Buch: Die Geschichte lässt sich langsam an, erzählt wird aus der Sicht von Lyla. Auf der Insel angekommen, nimmt die Handlung an Fahrt auf, mit dem Sturm dann bleiben nur noch wenig Atempausen. Der Schreibstil von Ruth Ware liest sich flüssig und mit den oft kurzen Kapiteln kann jeder dem eigenen Leserhythmus nachgehen.

Stilistisch gelingt es der Autorin durch die Einblendungen aus Tagebucheinträgen und den Versuchen, Funksprüche abzusetzen, die Ernsthaftigkeit der Situation und die Verzweiflung der Protagonisten herauszuarbeiten. Wobei man die Tagebucheinträge erst gegen Ende richtig einordnen kann.
Jede der Hauptpersonen spielt seine Rolle mit den ureigenen Stärken und Schwächen. Die Notlage führt dazu, dass man dabei entweder über sich hinauswachsen und neue Fähigkeiten erwerben muss oder auch erkennt, wer versucht die Situation für eigenen Machtspielchen auszunutzen. Der ein oder andere bleibt dabei auf der Strecke. Ob dies immer realitätsnah ist, kann man hinterfragen, aber auch mit der isolierten, spannungsgeladenen Situation der Überlebenden erklären.

Fazit: Ein durchaus lesenswerter Thriller, der alles andere als langweilig ist. Am Schluss löst sich das Wesentliche auch auf, jedoch hat mich das Ende nicht völlig zufriedengestellt, der große, erwartete Paukenschlag blieb irgendwie aus.

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