Platzhalter für Profilbild

normanfips

Lesejury Star
offline

normanfips ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit normanfips über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.06.2025

Ein wichtiges Thema, spannend umgesetzt

Loverboy – Niemand liebt dich so wie ich
0

Lola und Vivian wohnen zusammen in einer WG. Vivian fühlt sich unzulänglich und wünscht sich so sehr, auch mal locker und begehrenswert zu sein. Als sie den attraktiven Pascal kennenlernt, kann sie nicht ...

Lola und Vivian wohnen zusammen in einer WG. Vivian fühlt sich unzulänglich und wünscht sich so sehr, auch mal locker und begehrenswert zu sein. Als sie den attraktiven Pascal kennenlernt, kann sie nicht glauben, dass er sich tatsächlich für sie interessiert. Lola freut sich zuerst für sie, doch dann beginnt Vivian sich zu verändern und entfernt sich immer mehr von Lola. Irgendwann kehrt sie nicht mehr in die WG zurück und Lola weiß einfach, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmt und Vivian Hilfe benötigt. Als Vivians Halbbruder Elias auftaucht, versuchen beide Vivians Verschwinden auf die Spur zu kommen und dabei lernen sie sich besser kennen. Der Schreibstil von Antonia Wesseling ist flüssig und so habe ich das Buch ziemlich flott gelesen. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Perspektive von Lola und Elias erzählt, Tagebucheinträge von Vivian vervollständigen die Erzählung. Das Buch ist auf jeden Fall spannend, die Beziehung zwischen Lola und Elias etwas holprig, aber v.a. im letzten Drittel wurde es mir zu konstruiert und von allem ein bisschen zu viel. Die Thematik des „Loverboys“ wurde von der Autorin hingegen gut umgesetzt und sensibilisiert hoffentlich viele Leserinnen. Insgesamt ein spannendes Buch, das mich nicht kalt gelassen hat.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.04.2025

Selbsterkenntnis

Die Hütte in der Mitte des Waldes
0

Selbsterkenntnis

Das Format und das Cover des Buches der beiden bekannten Autoren Aljoscha Long und Ronald Schweppe finde ich sehr ansprechend und passend für diese märchenartige Geschichte. Wir begleiten ...

Selbsterkenntnis

Das Format und das Cover des Buches der beiden bekannten Autoren Aljoscha Long und Ronald Schweppe finde ich sehr ansprechend und passend für diese märchenartige Geschichte. Wir begleiten David auf einer inneren Reise, die zuerst im Außen beginnt. Jung, erfolgreich, effizient und dynamisch strandet er in einem Wald, der ihm physisch wie psychisch an seine Grenzen bringt, denn er findet den Weg zurück und damit raus aus dem Wald nicht mehr. Seltsame Begegnungen vermischen sich mit Erkenntnissen und körperlichen Strapazen. Gekrönt wird die Reise durch die Auseinandersetzung mit folgenden vier Bereichen: Ängsten, Mitgefühl, Verbundenheit und Zeit. Das Buch liest sich leicht und flüssig, erinnert in der Erzählweise an ein Traumgeschehen oder Tranceerfahrungen. Die Autoren vermitteln dem Leser, welche essenziellen Dinge im Leben wirklich zählen. Das Rad wird hier nicht neu erfunden und so richtig packen konnten mich die Weisheiten nicht. Dennoch ist es ein schönes Buch, das ich vor allem Menschen ans Herz legen würde, die sich noch nicht allzu viel mit dem Thema Selbstreflexion beschäftigt haben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.03.2025

Ein kluges Buch

Digitale Diagnosen
0

Mich hat dieses Buch sehr interessiert, da ich immer öfter bemerke, wie psychische Erkrankungen inflationär auftauchen und in Büchern und in den sozialen Medien wie eine Normalität behandelt werden. Die ...

Mich hat dieses Buch sehr interessiert, da ich immer öfter bemerke, wie psychische Erkrankungen inflationär auftauchen und in Büchern und in den sozialen Medien wie eine Normalität behandelt werden. Die Soziologin Laura Wiesböck analysiert diesen Trend so treffend und das mit einer klaren Sprache. Wobei ich mich wirklich an der Gendersprache störe. Sie hemmt schlicht und ergreifend den Lesefluss. Wenn vier Wörter in Folge mit dem Doppelpunkt agieren, dann nervt es nur noch. Aber zurück zum Inhalt: die Autorin beleuchtet unter anderem die laxe Verwendung von Begriffen wie ‚toxisch‘, ‚Trauma‘ und ‚triggern‘. Sie werden aus dem therapeutischen und psychiatrischen Kontext in die Alltagssprache gebracht und verlieren dort ihre eigentliche Bedeutung. Hier findet eine Verwässerung statt. Psychische Krankheiten werden vermarktet, „normale“ psychische Verletzungen werden zu selbst getroffenen Diagnosen hochstilisiert. All dies schadet den wirklich psychisch Erkrankten. Die Autorin nimmt auch das Gesundheitssystem unter die Lupe, das immer mehr Eigenverantwortung auf das Individuum schiebt, denn man ist selbst für die Heilung und Gesundung zuständig. Ich bin der Meinung, dass die Autorin hier ein wirklich wichtiges Thema durchleuchtet hat und ihr Buch zum Nachdenken anregt. Dabei ist sie politisch fast schon überkorrekt unterwegs…mir war es an diesen Stellen zu viel. Dennoch ein empfehlenswertes Buch.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.03.2025

Berlins unterschiedliche Gesichter

Skin City
0

Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen. Johannes Groschupf eröffnet in ‚Skin City‘ mehrere Handlungsstränge, die sich im Laufe der Geschichte miteinander verbinden. Einmal haben wir den aus Tiflis ...

Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen. Johannes Groschupf eröffnet in ‚Skin City‘ mehrere Handlungsstränge, die sich im Laufe der Geschichte miteinander verbinden. Einmal haben wir den aus Tiflis stammenden Koba, der mit seinen Helfern Häuser in den Randgebieten von Berlin ausraubt. Sein Traum ist es allerdings nach Kanada zu gehen, wo er auf ein besseres Leben hofft. Dann begleiten wir Jacques Lippold, der eben erst aus dem Gefängnis entlassen wurde und nun das ganz große Geld machen will. Er schafft es schnell sich unter die Reichen in der Kunstszene zu mischen. Zuletzt ist da noch Romina Winter, eine Polizistin, die mit der Aufklärung der Einbrüche beauftragt wird und zugleich ihre verschwundene Schwester sucht. Mir gefällt der Schreibstil, der sowohl das Berlin der Underdogs als auch das Berlin der Schönen und Reichen einfängt und diese beiden Eindrücke nebeneinander stellt. Koba und Jacques sind gut gezeichnet und ich habe ihre Parts gerne gelesen. Allerdings konnte ich mit Romina weniger anfangen. Ist sie nun so tough wie am Anfang des Buches beschrieben oder doch eher unprofessionell wie im Laufe der Geschichte? Gerade bei ihr ist mir die Geschichte zu Klischee beladen und darunter leidet auch der Schluss des Romans. Nichtsdestotrotz habe ich das Buch gerne gelesen und fand es interessant.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.02.2025

Ein melancholischer Roman

Rückkehr nach Budapest
0

Marta stammt aus Ungarn. Sie beschließt ihre Cousine Theresa in Ostberlin zu besuchen, da sie es zu Hause nicht mehr aushält. Die Mutter hat die Familie verlassen und der Vater kämpft mit einem Alkoholproblem. ...

Marta stammt aus Ungarn. Sie beschließt ihre Cousine Theresa in Ostberlin zu besuchen, da sie es zu Hause nicht mehr aushält. Die Mutter hat die Familie verlassen und der Vater kämpft mit einem Alkoholproblem. Sie lernt in Berlin unter anderem Konstantin kennen. Er ist Schriftsteller und bewegt sich in regimekritischen Kreisen. Er selbst ist schwer zu durchschauen. Marta fühlt sich von Anfang an zu ihm hingezogen. Es scheint eine Verbindung zwischen ihr und Konstantin zu geben, dennoch ist er mehr an der extrovertierten Theresa interessiert.
Wir begleiten Marta in ihren jungen Jahren und auch in ihrer aktuellen Lebenssituation. Der Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart hat mir gut gefallen. Der historische Hintergrund ist interessant. Mir war bisher nicht bewusst wie unterschiedlich der Kommunismus in Ungarn und in der DDR gelebt wurde. Die Atmosphäre in den verrauchten Kneipen, bei konspirativen Treffen und in heruntergekommenen Wohnungen wird von Nikoletta Kiss sehr gut eingefangen. Das Buch liest sich leicht und flüssig. Allerdings konnte mich die Geschichte dieser schwierigen Freundschaft und einer Dreiecksbeziehung nicht so richtig fesseln beziehungsweise berühren. Das Geschehen fühlte sich stets distanziert an und damit wird mir das Buch wahrscheinlich auch nicht allzu lange im Gedächtnis bleiben. Dennoch ist es lesenswert, vor allem wenn man sich für die Vorwendezeit interessiert und auch der Literatur zugetan ist.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere