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Veröffentlicht am 25.02.2025

Der Traum vom Fliegen

Unsere Hälfte des Himmels
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1935, Frankfurt/M. Johanna und Amelie sind allerbeste Freundinnen und haben einen gemeinsamen Traum. Sie wollen fliegen, was in dieser Zeit nur als Segelfliegerinnen möglich ist. Doch die beiden wollen ...

1935, Frankfurt/M. Johanna und Amelie sind allerbeste Freundinnen und haben einen gemeinsamen Traum. Sie wollen fliegen, was in dieser Zeit nur als Segelfliegerinnen möglich ist. Doch die beiden wollen mehr. Am liebsten berühmt werden, Motorflugzeuge fliegen und damit Geld verdienen.
Das ist an sich schon nicht leicht, doch mit dem Erstarken des Nationalsozialismus wird es Frauen fast unmöglich gemacht. Dann verliebt sich Amelie in Felix, dem Fluglehrer von Johanna, und damit beginnt die Katastrophe.
1971, Frankfurt/M. Amelie ist ins Koma gefallen und ihre Tochter Lieselotte kommt nach Frankfurt und entdeckt durch Unterlagen und Recherchen, dass sie von ihrer Mutter nichts weiß...

Das Buch hat mir gut gefallen. Das Cover erinnert an die beiden Jugendfreundinnen. Der Titel bezieht sich einerseits natürlich auf die Anfänge der Frauenfliegerei. Aber auch auf die beginnende Emanzipation der Frauen Anfang der 1970er Jahre. Lieselotte nimmt ihre eingefahrene Ehe mit den Vorstellungen ihres Mannes als gegeben hin und erst mit Hilfe der Nachbarin ihrer Mutter stellt sie sich Fragen zum Leben der Mutter und zu ihren eigenen Vorstellungen.
Anfangs kam ich etwas schwierig in die Geschichte herein. Ich empfand den Stil als spröde und hatte oft das Gefühl, ich schaue auf die Figuren und die Geschichte drauf und bin nicht im Geschehen drin, das änderte sich später. Auch wenn die Figuren stellenweise etwas platt wirkten und teilweise sehr klischeehaft. Auch wurden ab und zu einige Namen verwechselt. Doch insgesamt ist es eine gute Geschichte, bei der man nebenbei viel über die ersten Fliegerinnen lernen kann.

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Veröffentlicht am 25.02.2025

Kalt

Minus 18 Grad
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Nach einer Verfolgungsfahrt landet ein Auto im Hafenbecken und der Fahrer kann nur tot geborgen werden. Nur komischerweise ist er nicht ertrunken, sondern schon einige Monate vorher tot. Was wiederum nicht ...

Nach einer Verfolgungsfahrt landet ein Auto im Hafenbecken und der Fahrer kann nur tot geborgen werden. Nur komischerweise ist er nicht ertrunken, sondern schon einige Monate vorher tot. Was wiederum nicht sein kann, denn er wurde erst kurz zuvor mehrfach gesehen. Die Polizei, so auch Fabian Risk, bekommt das einfach nicht zusammen. Dazu kommen noch die Alkoholprobleme mit der Chefin und Fabian hat auch viele familiäre Probleme. Für die hat er nicht viel Zeit, denn sie finden weitere Leichen – in Gefriertruhen. Trotzdem dauert es lange, bis sie überhaupt ein Muster erkennen.
In Dänemark hat die Polizistin Dunja, die schon mit Fabian zusammengearbeitet hat, ganz andere Sorgen. Obdachlose werden grausam ermordet, doch ihr früherer Chef macht ihr viel mehr Probleme und schikaniert sie. Und Fabians Sohn ist die die Fälle involviert und gerät auf die schiefe Bahn …

Diese verschiedenen Handlungsstränge werden anfangs parallel erzählt und man hat nicht das Gefühl, dass sie irgendwie zusammenhängen. Vor allem Fabians familiäre Probleme nehmen zuerst einen sehr breiten Raum ein, das hat ein wenig die Spannung herausgenommen. Doch im Laufe des Buches ändert sich das. Auch wenn Fabians Familie für meine Begriffe ein bißchen viel in die Fälle eingebunden ist. Die Idee, warum und vor allem wie die Täter vorgehen, hat mir gut gefallen und wurde interessant umgesetzt, teilweise schon Thriller-Qualität. Auf jeden Fall eine gute und gelungene Fortsetzung der Reihe um Fabian Risk und das Ende lässt schon auf die nächsten Fälle ahnen.

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Veröffentlicht am 25.02.2025

Nicht direkt spannend, aber humorvoll

Fastenopfer
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Der Verwalter des Tilly-Benefiziums wurde ermordet, genauer gesagt erstochen. Kommissar Max Kramer muss ermitteln und steht mit seinem Kollegen vor einem Rätsel. Dabei muss er eigentlich erst mal die Nachwirkungen ...

Der Verwalter des Tilly-Benefiziums wurde ermordet, genauer gesagt erstochen. Kommissar Max Kramer muss ermitteln und steht mit seinem Kollegen vor einem Rätsel. Dabei muss er eigentlich erst mal die Nachwirkungen der Firmenfeier verdauen. Und seine Jugendfreundin Maria Evita, Novizin im Kloster, hat auch noch diverse Wünsche.

Ich habe den Vorgängerband und „Fastenopfer“ hintereinander gelesen. Beide Bücher sind nicht allzu dick und lesen sich gut weg. Die Fälle sind nicht wirklich sehr spannend. In „Fastenopfer“ erfolgt die Aufklärung in wenigen Sätzen. Auch was der Tote mit dem Fasten zu tun hat und warum er dessen Opfer sein soll, erschließt sich mir nicht. Wer also einen spannenden klassischen Krimi erwartet, wird von dem Buch enttäuscht sein. Mir hat es trotzdem gut gefallen, denn die Altöttinger Bewohner sind teilweise so klischeehaft und überzeichnet beschrieben, dass sie wie eine gelungene Karikatur wirken (vor allem der Pfarrer, noch mehr seine Haushälterin) und für gewollte oder ungewollte Heiterkeit beim Lesen sorgen. Es schreit geradezu nach einer Verfilmung. Die Nebenstränge, die nicht direkt mit der Krimihandlung zu tun haben, sind oft richtig witzig und ich habe mich sehr amüsiert. Kommissar Max wirkt manchmal etwas "naiv-dümmlich", wird aber sicher mit Maria Evita im nächsten Band noch mehr Unterstützung erhalten, denn dass diese im Kloster bleibt, kann ich mir schwer vorstellen. Alles in allem gebe ich für das Buch eine Leseempfehlung ab für alle, die diese Regionalkrimis mit mehr Lokalkolorit als Hochspannung mögen.

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Veröffentlicht am 25.02.2025

Super - mit kleinen Längen

Sein blutiges Projekt
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Roderick (Roddy) Macrae sitzt im Gefängnis. Er ist 17 Jahre alt und stammt aus einem 9-Häuser-Ort an der Küste Schottlands. Er ist Sohn eines armen Bauern und hat drei Menschen umgebracht, darunter den ...

Roderick (Roddy) Macrae sitzt im Gefängnis. Er ist 17 Jahre alt und stammt aus einem 9-Häuser-Ort an der Küste Schottlands. Er ist Sohn eines armen Bauern und hat drei Menschen umgebracht, darunter den Constable, einer Art Ortsvorsteher. Sein Verteidiger versucht, Roddy als geisteskrank hinzustellen, um sein Leben zu retten…

Das Buch ist als Thriller angekündigt, für mich war es keiner. Allerdings kann ich auch nicht wirklich sagen, in was ich es einordnen sollte. Auch der Titel hat mich lange Zeit sehr irritiert und erst ziemlich zum Schluss des Buches gibt es eine Erklärung dafür.
Inhaltlich fand ich das Buch über weite Strecken einfach super. Es beginnt mit den Aussagen einiger Dorfbewohner über Roddy, schon hier merkt man die sehr weit geteilten Meinungen und Beurteilungen. Dann geht es weiter mit einem Bericht von Roddy selbst, den er im Gefängnis auf Anraten seines Verteidigers schreibt. Dieser Teil hat mir am besten gefallen. Obwohl man weiß, wie es ausgeht, birgt er eine große Spannung in sich und steuert mehr und mehr dem Höhepunkt zu. Die Beschreibung des einfachen Lebens der armen Menschen, aber auch der möglichen Macht und des Mißbrauchs einiger ist gut beschrieben. Anfangs hatte ich noch das Gefühl, es könnte eine wahre Geschichte sein. Doch irgendwann hat mich das alles so in den Bann gezogen, dass ich nicht mehr wissen wollte, ob es wahr oder erfunden ist.
Das Buch endet mit den Berichten der Ärzte und mit der Verhandlung vor dem Gericht. Dieser Teil hat für mich die Spannung sehr gedrückt, obwohl es natürlich darum ging, ob Roddy hängt oder nicht (wobei nicht hängen lebenslang Gefängnis bedeutet). Aber im Vergleich zum eigentlichen Bericht fand ich diesen Teil etwas langatmig und auch ein wenig langweilig. Hier hätte ich mir einige Straffungen gewünscht. Doch da das nur einen kleinen Teil des Buches betrifft, kann ich insgesamt eine Leseempfehlung geben.

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Veröffentlicht am 25.02.2025

Gut gelungen

Sturmherz
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Alexa muss ins Krankenhaus nach Hamburg, ihre Mutter hat einen Schlaganfall und Alexa soll die Vormundschaft übernehmen. Doch da ist noch ihre Firma in Berlin. Und überhaupt, sie hat seit Jahren Probleme ...

Alexa muss ins Krankenhaus nach Hamburg, ihre Mutter hat einen Schlaganfall und Alexa soll die Vormundschaft übernehmen. Doch da ist noch ihre Firma in Berlin. Und überhaupt, sie hat seit Jahren Probleme mit ihrer Mutter, sie sprechen kaum miteinander, sind sich fremd. So überlegt sie lange, ob sie überhaupt diese Verantwortung übernehmen soll. Doch dann findet sie einen Brief über die Vergangenheit ihrer Mutter und die Zeit der Schweren Sturmflutkatastrophe in Hamburg. Und je mehr sie über die Vergangenheit erfährt, umso mehr ändert sich ihre Sicht auf die Dinge …

Corina Bomann schreibt routiniert. Ihre Bücher sind alle gut lesbar und unterhalten. Eigentlich „typische“ Frauenbücher und das ist nicht mein Lieblingsgenre. Und auch bei diesem Buch hatte ich einige Einstiegsschwierigkeiten, alles schien so vorbestimmt, alle Klischees erfüllt, keine Überraschungen bis zum Ende. Doch im Laufe der Handlung merkte ich, dass es doch nicht nur ein einfacher Herz-Schmerz-Roman mit einem Heile-Welt-Ende ist. Obwohl einige der Figuren etwas blass blieben, durften andere richtig viel Tiefgang bekommen und so hebt sich das Buch am Ende für mich doch stark aus dem Einheitsbrei des Genres heraus.

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