Cover-Bild Die Frauen jenseits des Flusses
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22,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Rütten & Loening Berlin
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: keine Angabe / keine Angabe
  • Seitenzahl: 542
  • Ersterscheinung: 17.09.2024
  • ISBN: 9783352009440
Kristin Hannah

Die Frauen jenseits des Flusses

Roman
Christine Strüh (Übersetzer)

»Eine wichtige Hommage an die mutigen Frauen, die in Vietnam gedient haben.« Bonnie Garmus

Auch Frauen können Helden sein – für die junge Krankenschwesterschülerin Frances McGrath gleichen diese Worte einer Offenbarung. In der sich wandelnden Welt des Jahres 1965 wagt sie es, von dem ihr vorbestimmten Pfad abzuweichen, und folgt ihrem Bruder nach Vietnam. Und während sie inmitten der Grausamkeit des Krieges über sich hinauswächst, erwartet sie die wahre Herausforderung bei ihrer Rückkehr nach Hause.

Wie schon in »Die Nachtigall« erzählt Kristin Hannah von den historischen Leistungen jener Frauen, deren Mut und Tatkraft oft vergessen werden.

»Fesselnd, mitreißend, erschütternd. Ein Pageturner, der lange nachwirkt.« Freundin

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.12.2025

Ergreifender Schicksalsroman, mitreißend und schonungslos

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Nachdem ihr Bruder nach Vietnam in den Krieg gezogen ist, verpflichtet sich auch die junge Frankie McGrath als Krankenschwester, um ihre Familie stolz zu machen und Leben zu retten. Doch was sie erwartet, ...

Nachdem ihr Bruder nach Vietnam in den Krieg gezogen ist, verpflichtet sich auch die junge Frankie McGrath als Krankenschwester, um ihre Familie stolz zu machen und Leben zu retten. Doch was sie erwartet, ist eine Hölle aus Blut und Tod, aus gestohlenen Momenten des Glücks und der schwindenden Hoffnung, dass das sinnlose Sterben junger Männer und Frauen eines Tages endet. Frankie verliebt sich, findet Freundschaften fürs Leben, scheitert, erlebt Verlust und kehrt eines Tages in ihre Heimat zurück, doch Amerika ist nicht mehr das, was es war, als die junge Krankenschwester es verlassen hat. Kriegsveteranen werden nicht gefeiert, Frauen schon gar nicht und niemand will hören, was Frankie im Krieg erlebt und erlitten hat. Sie leidet still, verliert die Kontrolle über ihr Leben und muss sich ganz neu erfinden.

„Die Frauen jenseits des Flusses“ ist eine erschütternde und herzzerreißende Geschichte, die den Männern, aber vor allem den kaum beachteten Frauen in einem schrecklichen und sinnlosen Krieg eine Stimme gibt. 1965 und auch in den Folgejahren des Krieges, waren psychische Erkrankungen wie die posttraumatische Belastungsstörung kaum erforscht, wodurch eine entsetzlich hohe Anzahl von traumatisierten Menschen allein und hilflos gegen ihre inneren Dämonen kämpfen mussten. Immer wieder muss Frankie sich anhören, es hätte keine Frauen im Krieg gegeben, obwohl sie selbst dort gewesen und die Grausamkeit jeden Tag gesehen und erlebt hatte. Ich habe unglaublich mit der jungen, selbstbewussten, aber schwer traumatisierten Frau gelitten.

Frankies Weg ist hart, doch sie gibt nicht auf und hat mich dadurch tief beeindruckt. Ihr Schicksal mag fiktiv sein, doch ihre Geschichte ist so oder so ähnlich sicher kein Einzelfall gewesen. Ich finde es unheimlich mutig und faszinierend, wie Autorin Kristin Hannah ein so düsteres und trauriges Kapitel Amerikas mit ihrem mitreißenden und inspirierenden Buch aufarbeitet und aus dem Schatten des Vergessens befreit. Ihr Schreibstil ist packend, berührend und eindringlich. Ich habe jede Seite mit Spannung gelesen und obwohl ich einen Teil der Handlung vorhersagen konnte, war das Buch ein bittersüßer Genuss. Vielleicht auch gerade deswegen.

Veröffentlicht am 25.10.2025

Ein barbarischer Krieg gegen Mensch und Umwelt

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Da ich selbst zwar nur am Rande mit dem Vietnam Krieg in Verbindung gekommen bin, aber dafür hautnah durch Mann und Söhne den Balkan Krieg sowie die schrecklichen Konflikte im Iraq und Afghanistan miterleben ...

Da ich selbst zwar nur am Rande mit dem Vietnam Krieg in Verbindung gekommen bin, aber dafür hautnah durch Mann und Söhne den Balkan Krieg sowie die schrecklichen Konflikte im Iraq und Afghanistan miterleben musste, war dieses Buch für mich schon fast Pflichtlektüre, ein Begriff, der aber in keinster Weise negativ behaftet ist!

Mich hat „Die Frauen jenseits des Flusses“ der von mir sehr geliebten Autorin Kristin Hannah von der ersten Seite an fasziniert. Ich lerne die junge Frances kennen, die recht glücklich und behütet aber doch auch sehr in ihrer ihr zugedachten Rolle erzogen wird. Die Familie ist wohlhabend, materiell mangelt es der jungen Frau an nichts, und doch fühlt sie sich gegenüber ihren Eltern im Vergleich zu ihrem Bruder Finley, mit dem sie eine enge Beziehung verbindet, oft zurückgesetzt. Aber Finley, den der Vater vergöttert und ihm einen prominenten Platz an seiner „Heldenwand“ gibt, verliert sein Leben in Vietnam. Die ganze Familie versinkt in tiefer Trauer, doch Frankie möchte das „warum“ verstehen und meldet sich heimlich als Krankenschwester bei der US-Army. Aber schon bei ihrer Ankunft am Kriegsschauplatz Vietnam verschlägt es ihr den Atem. Ohne Schonfrist wird sie ins kalte Wasser geworfen und wird Zeugin von durch sinnlose Kämpfe verursachtem Leid, Brutalität und Tod. Doch sie kämpft – mit sich selbst, gegen Ungerechtigkeiten und gegen die allgemein verbreitete Meinung zu Hause, dass Frauen in Vietnam nichts verloren haben – denn auch Frauen können Helden sein!

Immer wieder musste ich beim Lesen eine Pause einlegen, denn das Buch nahm mich gefühlsmäßig unheimlich mit. Wie blind und fast grausam war damals die amerikanische Bevölkerung gegenüber den Heimkehrern. Hier hatte keiner je von Trauma-Verarbeitung gehört, ganz im Gegenteil! Die armen Einsatzkräfte wurden allein und schutzlos zurück in ihre Heimat geschickt, wo sie angefeindet und verachtet wurden. Auch Frankie braucht lange, um das Erlebte zu verarbeiten und ich fragte mich beim Lesen oft, ob sie es je wieder ins normale Leben schaffen würde, und ich fragte mich auch, was für sie das normale Leben eigentlich bedeutete.

Kristin Hannah überzeugt in diesem Roman mit einer Bild- und Wortgewalt, die ihres Gleichen sucht. Oft meinte ich den Lärm der Rotoren und die explodierenden Bomben in Vietnam zu hören aber auch Teil der unheimlichen Stille zu sein, die Frankie bei der Rückkehr in ihre Familie erwartete. Ich vergebe, nachdem ich das Gelesene ein wenig habe sacken lassen, hier mit fünf Sternen die absolute Bestnote. Während Kriege nach wie vor grausam und in meinen Augen absolut unnötig und verachtenswert sind, bin ich doch froh, dass man wenigstens aus den Fehlern ein wenig gelernt hat und den heimkehrenden Soldaten heutzutage ein offenes Ohr schenkt. Dennoch wird traurigerweise immer wieder deutlich, dass ein Krieg niemals die Antwort oder eine Problemlösung sein kann!!

Veröffentlicht am 28.09.2025

Frauen können Helden sein!

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Frances McGrath ist einundzwanzig Jahre alt, als sie sich bei der US-Army verpflichtet, um ihrem Bruder nach Vietnam zu folgen in den Krieg. Als Krankenschwester wird sie dort mit den Gräueln des Krieges ...

Frances McGrath ist einundzwanzig Jahre alt, als sie sich bei der US-Army verpflichtet, um ihrem Bruder nach Vietnam zu folgen in den Krieg. Als Krankenschwester wird sie dort mit den Gräueln des Krieges konfrontiert und lernt dabei, über sich selbst hinauszuwachsen. Die größte Herausforderung aber erwartet sie bei ihrer Rückkehr aus dem Vietnamkrieg.

»Wir, meine Generation, waren die Letzten, die noch an Gut und Böse geglaubt haben. Wir haben auf das vertraut, was unsere Eltern uns über Recht und Unrecht beibrachten, über den amerikanischen Mythos von Gleichheit, Gerechtigkeit und Ehre. Ich frage mich, ob je wieder eine Generation an so etwas glauben wird.« (Seite 525)

Das Vietnam Veterans Memorial ist das am meisten besuchte Denkmal auf der National Mall in Washington, es besteht aus drei Teilen und eine davon ist eine Mauer, auf der die Namen von über 58.000 Soldaten aufgelistet sind, die im Vietnamkrieg gefallen sind. Es sind Namen von acht Frauen darauf eingraviert, alles Krankenschwestern, die dort ihren Dienst geleistet haben und währenddessen gestorben sind. Lange Zeit mussten sich die Frauen, die in Vietnam gedient haben, anhören, es hätte »keine Frauen in Vietnam« gegeben. Diesen Frauen gibt Kristin Hannah mit dem vorliegenden Buch eine Stimme und zeigt, dass auch Frauen Helden sein können. Dieses Buch ist eine Hommage an die tapferen Frauen, die ihrem Land gedient haben und hart dafür kämpfen mussten, damit dies zur Kenntnis genommen und öffentlich gewürdigt wird.

Über den Vietnamkrieg habe ich viele Filme, Dokumentationen und Reportagen gesehen, unzählige Geschichten gehört und wegen der dort geschehenen Gräuel ein großes Entsetzen verspürt. So richtig verstanden habe ich die Zusammenhänge jedoch nie, was sich mit dem vorliegenden Buch nun aber gründlich geändert hat. Was mir bisher nicht aufgefallen war, ist, dass in den Verfilmungen lediglich die Heldentaten der Männer im Vordergrund stehen, Frauen kommen dort lediglich als Beiwerk vor. Dies ist in der Geschichte von Kristin Hannah anders, die Frances »Frankie« McGrath in den Mittelpunkt stellt. Über fünfzehn Jahre lang begleite ich Frankie und ihre Familie.

Ich habe mich zusammen mit Frankie mit Enthusiasmus nach Vietnam begeben, habe mit ihr dort unvorstellbares Leid gesehen und schlimme Dinge erlebt. Ich war dabei, als sie nach Hause zurückkehrte und gedemütigt wurde, sah ihre Verzweiflung, weinte mit ihr und fühlte ihren Schmerz. Ich suchte mit ihr nach einem Platz im Leben, fiel, scheiterte, stand auf und kämpfte gegen die Traurigkeit, die Trauer und die Erinnerungen an Dinge, die mit aller Macht an die Oberfläche drängten, verbunden mit noch mehr Schmerz. Unzählige Taschentücher habe ich verbraucht, ein Auf und Ab der Gefühle erlebt, gelitten, geliebt und gehofft. Das Ende war dramatisch, tränenreich und dennoch voller Hoffnung. Große Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 15.09.2025

Wenn der Zeitgeist sich dreht

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Es ist das Jahr 1965 und die Welt ist im Wandel. Die behütete, junge Frances McGrath sucht einen anderen Weg für sich, als zu heiraten und Kinder zu bekommen. Die Heldenwand ihres Vaters hat sie inspiriert, ...

Es ist das Jahr 1965 und die Welt ist im Wandel. Die behütete, junge Frances McGrath sucht einen anderen Weg für sich, als zu heiraten und Kinder zu bekommen. Die Heldenwand ihres Vaters hat sie inspiriert, auch sie wäre gerne eine Heldin und sie ahnt nicht, dass für Frauen in ihrer Familie dieser Weg nicht vorgesehen ist. Sie macht eine Ausbildung als Krankenschwester und meldet sich für den Krieg in Vietnam. Kurz vor ihrer Abreise erhält die Familie die Nachricht, dass ihr Bruder in Vietnam gefallen ist. Ihren Eltern fällt es nun umso schwerer, auch sie noch ziehen zu lassen.

Dass der Weg zum Heldendasein aber ein sehr steiniger ist, gepflastert mit Toten, mit Verlusten, mit Enttäuschungen, mit Trauer, das hat niemand vorhergesagt.

Frankies Zeit in Vietnam ist geprägt von unsäglichem Leid, von Verletzungen und Sterben. Aber auf der anderen Seite ist da auch die Kameradschaft sowohl mit Ärzten als auch mit den Schwestern. Trotz dem Leid, das ihnen täglich begegnet, genießen sie die wenige freie Zeit, als ob es ihre letzte Stunde wäre.

Die Zeit in Vietnam macht aber nur die erste Hälfte des Buches aus. Irgendwann ist der Militärdienst vorbei und die Heimat ruft. Und die Rückkehr war für Frankie ganz anders, als sie es erwartet hatte und als es die Armeezeitungen, die man in Vietnam lesen konnte, vorhergesagt hatten.

In den USA hatte sich die Meinung in den 60er Jahren total gedreht. Aus Heldenverehrung war Verachtung geworden, die Soldaten, die nach Hause kamen wurden angespuckt und beschimpft. Sie wurden als Mörder gebrandmarkt. Sie hätten Befehle verweigern müssen, was bekanntlich während eines Krieges nicht ganz einfach ist. Die Politiker machen es sich leicht. Wenn sie ein Gewissen haben, treten sie zurück und zeigen sich nicht mehr ganz so oft in der Öffentlichkeit. Die Soldaten müssen ein ganzes Leben mit ihren Traumata leben, die Verletzungen quälen sie und keiner fühlt sich dafür zuständig. Den Frauen hat man nicht einmal eine Traumabewältigung zugestanden, offiziell gab es ja keine amerikanischen Frauen in Vietnam. Und gerade ihnen konnte man nicht den Vorwurf machen, Menschen erschossen oder Giftgas eingesetzt zu haben. Im Gegenteil: die Schwestern versuchten, sowohl vietnamesische als auch amerikanische Patienten zu behandeln und zu heilen.

Und so war es nur gut, wenn man Freundinnen hatte, mit denen man die schrecklichen Erinnerungen teilen konnte. Ethel und Barb begleiten sie über viele Jahre und sind ihr in ihren Depressionen eine wertvolle Stütze.

Für mich stand der Feminismus gar nicht so sehr im Vordergrund. Natürlich war der Vietnamkrieg mit allen seinen Facetten kein Ruhmesblatt für die USA. Aber dafür waren die Politiker und die militärische Führung verantwortlich und nicht die Soldaten. Die Soldaten wurden mit falschen Versprechungen in den Krieg gelockt und der Zeitgeist drehte sich während ihrer Abwesenheit. Fast 60.000 Soldaten starben während ihres Einsatzes, darunter auch eine kleinere Anzahl von Krankenschwestern und es war nicht fair, ihnen selbst die Schuld an ihrem Tod zu geben. Das Veteranendenkmal war das Mindeste, das man ihrer Erinnerung widmen konnte.

Ich fand es wichtig, dass Kristin Hannah dieses Buch geschrieben hat. Zum einen habe ich eine Menge über das Amerika der 60er Jahre und über den grausamen Krieg in Vietnam erfahren, zum anderen zeigt es aber auch, wie wankelmütig der Zeitgeist ist. Gerade verehrte man noch die Kriegshelden des 2. Weltkriegs und wenig später wurden Soldaten zu Mördern. Und so war das Buch für mich auch ein Anti-Kriegs-Epos, weil es den Soldaten und dem ärztlichen Personal Namen und ein Gesicht gab und die Einzelschicksale hinter dem großen Geschehen damit sichtbar machte. Ich habe über lange Passagen mit Frankie gelitten. Erst der Schluss hat mich ein wenig mit ihrem Schicksal versöhnt.

Für mich war es bislang das Lesehighlight dieses Jahres, ich mag es, wenn mich Bücher noch lange beschäftigen und ich hätte dem Buch auch 6 Punkte gegeben.

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Veröffentlicht am 28.02.2025

Welch ein Epos

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Wow was für eine Geschichte - dieses Buch wird Ihnen den Atem rauben.
Begleiten Sie Frankie in die Hölle von Vietnam unter dem Gesichtspunkt, dass dies wirklich geschehen ist.

Dieses Buch ist nichts ...

Wow was für eine Geschichte - dieses Buch wird Ihnen den Atem rauben.
Begleiten Sie Frankie in die Hölle von Vietnam unter dem Gesichtspunkt, dass dies wirklich geschehen ist.

Dieses Buch ist nichts für schwache Nerven !

Tolles Buch kann ich nur sagen.

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