Ein unschönes Chaos mit an sich tollen Ideen...
A Different BlueRezension enthält !SPOILER!
Inhalt (laut Klappentext, fehlleitend):
Die 19-jährige Blue Echohawk hat nur ein Ziel: herausfinden, wer sie wirklich ist.
Von ihrer Mutter als Kleinkind am Straßenrand ...
Rezension enthält !SPOILER!
Inhalt (laut Klappentext, fehlleitend):
Die 19-jährige Blue Echohawk hat nur ein Ziel: herausfinden, wer sie wirklich ist.
Von ihrer Mutter als Kleinkind am Straßenrand zurückgelassen, ist Blue in dem schmerzhaften Glauben aufgewachsen, ganz allein auf der Welt zu sein.
Sie spürt, wie ihr Leben ihr jeden Tag ein bisschen mehr zu entgleiten droht.
Doch dann trifft sie auf ihren neuen Geschichtslehrer Darcy Wilson.
Er ist jung, hat einen coolen britischen Akzent und eine ansteckende Leidenschaft für sein Unterrichtsfach. Darcy ist der erste Mensch, der an Blue glaubt und hinter ihre abweisende Fassade blickt.
Aber Blue und Darcy wandern auf einem schmalen Grat. Denn während sich die beiden einander immer mehr öffnen, wissen sie auch, dass eine Liebe zwischen ihnen unmöglich ist ...
Meine Meinung:
Ich habe so gehofft und wurde leider maßlos enttäuscht. Zunächst hat der Klappentext eine absolute fehlleitende Wirkung. Warum? Es hört sich nach einer verbotenen Schülerin-Lehrer-Beziehung an, wobei es zusätzlich auch um die Suche nach der wahren Identität der Protagonistin gehen soll.
Die erste Hälfte des Romans besteht aus viel Geschichtswissen und kleinen Einschüben über handelnde Personen, welcher meiner Ansicht nach unnötigerweise in die Länge gezogen wurden.
Blue sucht in diesen 200 Seiten kaum nach ihrer wahren Identität und auch ihre Beziehung zu Wilson ist so gut wie nicht vorhanden.
Näher kommen sich die beiden erst, als Blue bemerkt, dass sie schwanger und pleite ist.
Und ab da ist es ein ewiges hin und her zwischen den beiden.
Meist bleibt rationale Kommunikation aus, wodurch sich Blue und Wilson häufig streiten.
Einige Entscheidungen kommen sehr überraschend und es wird nur selten nachgedacht.
Ab der zweiten Hälfte des Buches werden vorherige Nebencharaktere wie aus dem Nichts durch neue Nebencharaktere ersetzt und man hört nie wieder etwas von den Alten.
Die Charakterentwicklung beider Protagonisten ist für mich sehr enttäuschend gewesen, zumal Wilsons Charakter einzig durch Blues Sicht reflektiert wird. Auch der Handlungsverlauf zieht sich immer mehr und auch wenn es innerhalb der letzten 100 Seiten spannender als auch abwechslungsreicher wird, so sind die ersten 300 eher enttäuschend.
Schlussendlich konnte mich selbst das Ende weder berühren noch überzeugen.
Mein persönliches Highlight, ja ich habe sogar eines, sind die einzelnen Kapitelüberschriften. Irgendwie gefallen mir die immer richtig gut.
Der Roman enthält zwar viele wichtige Themen, jedoch ist die Umsetzung ein recht unschönes Chaos, bei welchem auch der Klappentext mitschuldig ist.
Wie „Infinity Plus One“ hatte auch „A Different Blue“ ein interessantes und modernes Konzept, dessen Potenzial leider nicht genutzt wurde.
Der Schreibstil von Amy Harmon ist angenehm und leicht zu lesen.
Jedoch gibt es trotz der poetischen Note, Aspekte, die mir weniger gefallen haben, wie beispielsweise die langatmigen Umschreibungen und Einschübe inmitten der Handlung.
Das Cover ist schön, aber wie die typischen LYX-Cover es eben sind, nichts aussagend über den Inhalt.
Leider gab es für mich viel Kritik zu äußern!
„A Different Blue“ zählt somit leider zu meinen Flops 2021, wodurch ich mich für keine Leseempfehlung aussprechen kann.
Am besten hat mir „Making Faces“ mit 4 von 5 Sternen gefallen!