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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.03.2025

Die Jagd wird auf das nächste Level gehoben

Dynasty of Hunters, Band 2 - Von dir gezeichnet
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„Dynastie of Hunters“ war im vergangenen Jahr eines meiner liebsten Fantasy-Bücher und ich habe mich sehr auf die Fortsetzung gefreut, die nahtlos an die Ereignisse aus Band 1 anschließt. Das Buch nimmt ...

„Dynastie of Hunters“ war im vergangenen Jahr eines meiner liebsten Fantasy-Bücher und ich habe mich sehr auf die Fortsetzung gefreut, die nahtlos an die Ereignisse aus Band 1 anschließt. Das Buch nimmt eine komplett andere Richtung als Band 1, dir aber sehr gelungen ist und einen größeren Bogen schlägt.

Zum Inhalt: Lia verlässt die Jagd als Eigentum von Laurent, nachdem er sie zwang, sich in seinem Namen zu zeichnen. Und mehr noch: mit Lias Macht will er den Thron an sich reichen- und Lias Herz. Doch dieses hat sie an Ray verloren und so lauert sie auf den passenden Moment, um sich gegen Laurent zu erheben.

Ich habe selten eine Buchfigur so gehasst wie diese kleine Made Laurent. Dessen Entwicklung habe ich nach seiner schwächlichen Art in Band 1 überhaupt nicht kommen sehen. Generell sind er und seine Schwester in diesem Band für einige Überraschungen gut und Irina mausert sich sogar zur Protagonistin. Also generell ganz großes Kino was die Ausgestaltung der Figuren, ihre Gewissenskonflikte, Schwäche und Begehren anbelangt. Man fiebert dadurch auf emotionaler Ebene richtig mit.

In der zweiten Hälfte des Buches nehmen die Kriegsgeschehen zu, es geht verstärkt um die Rebellenbewegung und die Versuche das Magiesystem wie es bisher bestand zu stürzen. In meinen Augen wurden die Möglichkeiten des Magiesystems aber nicht ausgeschöpft und auch Lia ist gegen Ende eher Gallionsfigur als Kriegerin.

Der Plot hat viele Twists und emotionale Schockmomente, es gibt aber auch spannende charakterliche Entwicklungen, zarte Annäherungen und Momente des Zusammenhalts und der Hoffnung. Insgesamt für mich also eine durchaus gelungene Mischung, mit hat trotzdem Band 1 ein kleines bisschen besser gefallen.

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Veröffentlicht am 28.02.2025

Nerv getroffen

Briefe von morgen, die wir gern gestern schon gelesen hätten
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Dies ist das dritte Buch, das ich von Timur Vermes gelesen habe und würde es für mich genau in der Mitte einordnen wenn es darum geht wie gut mir die Bücher gefallen. Das Buch ist durchaus lesenwert, setzt ...

Dies ist das dritte Buch, das ich von Timur Vermes gelesen habe und würde es für mich genau in der Mitte einordnen wenn es darum geht wie gut mir die Bücher gefallen. Das Buch ist durchaus lesenwert, setzt aber auch voraus, dass man sich mit aktuellen Themen beschäftigt, um den Unterhaltswert der Texte tatsächlich schätzen zu wissen.

Tatäschlich haben mir vor allem die Reklamen besonders gut gefallen, die auf ihre skurrile Art einfach herrlich witzig waren. Und ganz ehrlich, so abwegig finde ich die meisten davon gar nicht. Timur Vermes hat damit auf jeden Fall den Zeitgeist des Konsums getroffen.

Bei den Briefen selbst fand ichs durchwachsen: einige davon fand ich durchaus sehr gelungen, während andere mich absolut gar nicht abgeholt haben. Ist ja aber auch ok. Aufgrund der Kürze der Textbeiträge kann man da gut selektieren und gegebenenfalls überspringen, was nicht gefällt.

Besonders unterhaltsam fand ich den Erfassungsbogen für bbbydesign und die Quasi-Anleitung zu den I-Witness Linsen. Auf eine schräge Art spiegelt diese Artikel gut die Möglichkeiten und Gefahren wieder, die derartige Innovationen mit sich bringen.

Generell finde ich, dass sich die Textbeiträge auch gut als Gesprächsgrundlage eigenen, da sie zum diskutieren einladen.
Keine Ahnung ob das ein Buch ist, das man gelesen haben muss, aber ich fands sehr kurzweilig und durchaus anregend.

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Veröffentlicht am 21.02.2025

Doktorspiele ohne viel Vorspiel

Degrees of Engagement
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Vielleicht kurz mal so viel: die Ausgangssituation für die Story fand ich sehr überraschend, es geht ohne viel Vorgeplänkel ins Fake-Dating, wobei da auch direkt alle Register gezogen werden und das nachdem ...

Vielleicht kurz mal so viel: die Ausgangssituation für die Story fand ich sehr überraschend, es geht ohne viel Vorgeplänkel ins Fake-Dating, wobei da auch direkt alle Register gezogen werden und das nachdem die beiden Protas zuletzt eigentlich kaum Kontakt hatten. Dass da aus dem Umfeld niemand stutzig wurde, hat hingegen mich sehr stutzig gemacht. Das Buch hat einen beträchtlichen Spice-Anteil, neben dem alles andere eher kurz gehalten wird. Wer kurzweiligen Spice und eine seichte Liebesgeschichte sucht, wird hier gut bedient.

Zum Inhalt: Bianca hat den Höhepunkt ihrer akademischen Laufbahn erreicht und darf sich nun offiziell "Doktor" nennen. Ein Grund zum Feiern. Nur blöd, dass ihre engsten Freunde und ihre Familie das scheinbar anders sehen und ihr alle für die Party absagen. Bianca ist gekränkt und beschließt es allen heimzuzahlen. Kurzerhand erspinnt sie sich eine Fake-Verlobung mit ihrem Kommilitonen Xavier, doch das geht schnell nach hinten los.

Das akademische Setting fand ich eigentlich ziemlich cool, aber auch das wird eher nur kurz angeschnitten und nicht wirklich vertieft. Hatte auf ein bisschen mehr Ali Hazelwood-Vibes gehofft, danach sucht man hier aber vergebens. Trotzdem fand ich das Buch unterm Strich gut, einfach weil es kurzweilig, humorvoll und leicht zu lesen war. Die Chemie zwischen den Protas stimmt auf jeden Fall und "he falling first" ist sowieso total mein Ding. Ich mochte das ungezwungene Geplänkel der beiden, wie sie sich gegenseitig foppen und nicht zu ernst nehmen. Es hat einfach Spaß gemacht ihr Miteinander zu verfolgen.

Dass sie es aber trotz all der Funken nicht schaffen, mal ernsthaft über ihre gegenseitigen Gefühle zu sprechen finde ich so überholt. Sie sind intelligente, aufgeschlossene Menschen, beide eigentlich super empathisch, merken aber trotzdem nicht, was ihr gesamtes Umfeld längst weiß? Ja ne, ist klar. So richtig tiefgründig wird die Geschichte nicht, es wird zwar einiges rund um Xaviers Kindheit angedeutet und auch die überholte Denkweise von Biancas Familie und Freunden thematisiert, was "Ehe als herausragendste Errungenschaft einer Frau" angeht, aber das alles kratzt eher an der Oberfläche. Ist auch ok, das Buch will unterhalten und das schafft es auch.

Die Storyline ist denkbar vorhersehbar, inklusive großer Geste zum Happy End. Süß, kann man machen. Ist halt so ein klassisches Buch für zwischendurch, wo man nicht viel nachdenken muss, sondern sich einfach fallen lassen kann.

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Veröffentlicht am 21.02.2025

Zwei Frauen, zwei Leben, ein geteiltes Schicksal

Halbe Leben
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Zum Inhalt: Paulina ist eine Slowakische Pflegekraft, die von Klaras Familie angeheuert wird, um sich um Klaras Mutter zu kümmern, die kürzlich eine Schlaganfall hatte und nicht mehr alleine Leben kann. ...

Zum Inhalt: Paulina ist eine Slowakische Pflegekraft, die von Klaras Familie angeheuert wird, um sich um Klaras Mutter zu kümmern, die kürzlich eine Schlaganfall hatte und nicht mehr alleine Leben kann. Paulina wird schnell zum festen Bestandteil in Klaras Familienleben, auch wenn sie dafür ihre eigene Familie zurücklassen muss. Und dann passiert ein Unfall.

Die beiden Frauen könnten nicht gegensätzlicher sein, in klarer, gradliniger Sprache werden die Klassen- und Machtverhältnisse zwischen Klara und Paulina herausgearbeitet.
Klara hat im Umgang mit Paulina eine fast schon unbesonnene Art und die Interaktionen zwischen den beiden Frauen bekommen dadurch einen fahlen Beigeschmack. Obwohl Paulina bei der Familie lebt, bleibt das Verhältnis distanziert, auch wenn immer wieder der Eindruck vermittelt werden soll, Paulina wäre mehr als nur eine b bezahlte Angestellte.

Die Kluft zwischen den beiden Frauen und ihren so unterschiedlichen Leben wurde gut herausgearbeitet. Ich fand die sehr unterschiedlichen Familiensituationen eindrücklich geschildert, genauso wie den unterschwelligen Groll zwischen den beiden Frauen, der sich gemächlich zu etwas größerem auszuweiten scheint.

Ich finde hier wird auf subtile Art sehr viel vermittelt, die leisen Zwischentöne zwischenmenschlicher Beziehungen, in denen ein Machtgefüge herrscht, sind gut getroffen. Das Buch hat eine eher schwer greifbare Spannung, gleichzeitig gibt es wenig Deutungsspielraum. Ich habe den Fortgang der Handlung gespannt verfolgt und hing gebannt an den Seiten. Mir hats gut gefallen.

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Veröffentlicht am 16.02.2025

Ein Detektiv empfiehlt sich

Campion. Tödliches Erbe
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Schande über mich, dass mir Margery Allingham bisher kein Begriff war. Umso besser, dass ihre Werke jetzt nochmal neu aufgelegt werden. Denn sie und ihren Meisterdetektiv sollten Liebhaber klassischer ...

Schande über mich, dass mir Margery Allingham bisher kein Begriff war. Umso besser, dass ihre Werke jetzt nochmal neu aufgelegt werden. Denn sie und ihren Meisterdetektiv sollten Liebhaber klassischer Kriminalromane definitiv auf dem Schirm gaben.

Ich mag den altenglischen Charme der Geschichte, die gesellschaftlichen Umgangsformen und das ländliche Setting sehr gerne. Für mich ist das die Zauberformel für Cozy Crime, dazu eine mystische Antiquität, um die es einige Geheimnisse gibt, und kauzige Figuren- geniale Kombi.

Champion mit seiner charmant gaunerhaften Art ist für mich das Herzstück der Geschichte. Natürlich gerät er dadurch auch immer wieder in prekäre Situationen, aus denen er sich aber meisterhaft herauswindet.

Die Geschichte rund um den wertvollen, mystischen Kelch birgt einiges an Tricks und Täuschungen, wodurch das Buch sehr kurzweilig ist. Der Spannungsaufbau ist eher gemächlich, nicht zu nervenaufreibend. Insgesamt lässt sich das Buch einfach angenehm lesen, ist unterhaltend, ohne den Leser zu sehr zu fordern. Also das perfekte Buch für ein paar gemütliche Schmökerstunden. Miträtseln in meinen Augen aber nur bedingt möglich.

Ich würde auf jeden Fall auch weitere Fälle von Campion lesen.

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