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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.03.2025

Klaustrophobischer Thriller

Die Kammer
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Allein bei dem Cover laufen mir ja schon Schauer über den Rücken und das Setting fand ich einfach spektakulär. Etwas vergleichbares habe ich bisher auch noch nicht gelesen, was es nochmal interessanter ...

Allein bei dem Cover laufen mir ja schon Schauer über den Rücken und das Setting fand ich einfach spektakulär. Etwas vergleichbares habe ich bisher auch noch nicht gelesen, was es nochmal interessanter für mich machte. Und ich kann sagen: mich hats einfach total gecatcht. Ich hätte dieses Buch gerne verfilmt.

Zum Inhalt: eine Gruppe von Sättigungstauchern macht sich in der Nordsee auf den Weg zu ihrem Einsatz an einer Ölpipeline. Eingesperrt auf engstem Raum in der Tiefe gibt es wenig Privatsphäre. Und als plötzlich einer von ihnen stirbt, scheint die Situation mit jeder verstreichenden Stunde auswegloser.

Also die Stimmung in Buch war einfach der Wahnsinn, selbst als Leser waren meine Nerven zum Zerreißen gespannt angesichts der beklemmenden, klaustrophobischen Atmosphäre. Ich wusste vorher nichts über das Thema des Sättingstauchens und fand es absolut bildhaft und eindrücklich beschrieben.

Die Handlung selbst ist generell auch sehr szenisch geplottet. Einzelne Sequenzen des Zusammenlebens innerhalb der Kapsel, Notfallübungen und die Arbeit am Meeresgrund reihten sich aneinander.
Manchmal fand ich den Erzählstil etwas eigentümlich, als würde die Protagonistin den Leser direkt ansprechen. Da das aber nicht Konsequent durchgezogen war, bin ich nicht sicher, ob das so beabsichtigt war.

Die Auflösung fand ich ok, auch wenn sie mich nicht so 100% überzeugt hat. Dabei kann ich gar nicht so richtig festmachen, woran das lag aber es wollte nicht zu meinem Gesamteindruck vom Rest der Geschichte passen. Aber da der restliche Gesamteindruck sehr stark war, fällt das für mich nicht so ins Gewicht.

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Veröffentlicht am 08.03.2025

Elitär

Academy of Lies (Band 1) - Anatomie einer Verschwörung
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Eine Geschichte zwischen Anatomiesaal und den ominösen Machenschaften eines elitären Zirkels. Diese Geschichte ist geheimnisvoll, gefährlich und echt fesselnd.

Die medizischen Ausführungen, mit Fokus ...

Eine Geschichte zwischen Anatomiesaal und den ominösen Machenschaften eines elitären Zirkels. Diese Geschichte ist geheimnisvoll, gefährlich und echt fesselnd.

Die medizischen Ausführungen, mit Fokus auf das Thema Sterben, haben mir insgesamt richtig gut gefallen. Generell mochte ich, wie intensive sich Protagonistin Quinn damit auseinandersetzt um die Mechanismen dahinter zu verstehen. Ich hätte mir sogar noch mehr Einblicke in die Kurse und die Welt der Medizin, vor allem auch in die Forschung von Quinns Großvater gewünscht.

Was mir besonders positiv aufgefallen ist: es gibt keine raumgreifende Lovestory. Klingt blöd, aber oft stört mich, wie sehr eine integrierte Lovestory den Fokus von anderen Themen nimmt. Und hier ist das einfach nicht der Fall, was ich sehr erfrischend fand. Stattdessen geht es vielmehr um Quinns Familiengeschichte und die Geheimnisse des Zirkels, die ab circa der Hälfte des Buches mehr Raum einnehmen.

Die Geschichte ist tatsächlich deutlich düsterer als erwartet, da tun sich echte Abgründe auf, was mir aber richtig gut gefallen hat. Man startet zwar mit ein paar grundsätzlichen Fragezeichen in die Geschichte, aber der Plot ist schon so konzipiert, dass es kontinuierlich neue Erkenntnisse gibt, wodurch dass Spannungslevel sehr konstant gehalten wird.

Bin sehr gespannt wies weitergeht

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Veröffentlicht am 08.03.2025

Zwischen Traum und Realität

Achtzehnter Stock
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Ich finde die Geschichte erzählt sehr plastisch vom Leben am Minimum, in der grauen Trostlosigkeit der Berliner Plattenbaus, wie sie in Berlin und generell im Osten Deutschland wie Mahnmale gescheiterter ...

Ich finde die Geschichte erzählt sehr plastisch vom Leben am Minimum, in der grauen Trostlosigkeit der Berliner Plattenbaus, wie sie in Berlin und generell im Osten Deutschland wie Mahnmale gescheiterter Existenzen und geplatzter Träume in den Himmel ragen. Nirgendwo prallen Welten glanzvoller und schmerzlicher aufeinander als in Berlin. Das Buch fängt den Vice der Stadt in einer fast märchenhaft anmutenden Erzählung ein. Mit einer Protagonistin, die dem perspektivenlosen Leben entkommen will, entfliehen in den Glamour der Filmbranche und sich dabei einigen Herausforderungen stellen muss.

Wanda ist nicht unbedingt die nahbarste Protagonistin, das Leben hat sie schroff gemacht, sie pragmatisch werden lassen. Trotzdem fiebert man als Leser mit ihr und ihrem Schicksal mit, hofft, dass sie es schaffen wird. Und schaut ihr bei der Tragik des Scheitern zu, was das Buch zu einer echten Achterbahnfahrt zwischen Traum und Hoffnungslosigkeit macht. Neben Wandas Bemühungen es aus der Platte heraus zu schaffen, stehen die Begegnungen im Wohnblock im Fokus. So wird ein Bild des alltäglichen gezeichnet, der Banalitäten und der kleinen Träume, die die Bewohner für sich selbst und ihre Familien noch hegen und kaum zu hoffen wagen.

Es ist ein raues Pflaster, das da skizziert wird, die Unbarmherzigkeit des Lebens. Und trotzdem ergeben sich für Wanda kleine Chancen, es bilden sich innerhalb der Gemeinschaft der Hausbewohner Freundschaften, zarte Bande und ein Gefühl der Zusammengehörigkeit und Heimat. Eine Geschichte aus dem Leben, die sehr authentisch erzählt und den Berliner Flair gut einfängt. Es ist eine offene, ungesühnte Geschichte, ein Blick auf das Leben der anderen.

Das Ende fühlte sich für mich ein bisschen unfertig an. Passt aber auch irgendwie zur Erzählung, denn das Leben geht schließlich irgendwie weiter.

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Veröffentlicht am 02.03.2025

Frostig, kam aber für mich lange nicht in Schwung

Schmerz
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Island-Krimis sind gefühlt die neuen Schweden-Krimis, zumindest bekomme ich Marketingtechnisch diesen Eindruck und da ich raue Landschaften zwischen Dunkelheit und Naturgewalt als Thriller-Setting liebe, ...

Island-Krimis sind gefühlt die neuen Schweden-Krimis, zumindest bekomme ich Marketingtechnisch diesen Eindruck und da ich raue Landschaften zwischen Dunkelheit und Naturgewalt als Thriller-Setting liebe, bin ich da immer direkt interessiert. Atmosphärisch hats mir auch richtig gut gefallen, der Plot hätte aber gerne ein bisschen mehr Pfiff haben können.

Zum Inhalt: Als im Thingvellir-Nationalpark ein Mädchen verschwindet, wird Dora als einzige verbliebene Kollegin mit dem Fall betraut. Die restlichen Kollegen sind mit einer großen Razzia zugange. Dabei ist Dora seit einer Kopfverletzung nur noch Schreibtischtäterin. Dabei hat ihr ihre Verletzung ein paar bemerkenswerte Fähigkeiten eingebracht. Ihr zur Seite gestellt wird Rado, ebenfalls Außenseiter, der sein leben gerade in Fallen aufgehen sieht.

Vielleicht zuerst einmal: die Charaktere finde ich super spannend gewählt und vor allem wirklich überzeugend gezeichnet. Es sind keine 0815 Ermittler, sondern ihre persönlichen Hintergründe, ihre jeweilige Position im Polizeiapparat und die individuellen privaten Backgroundstories sind sehr besonders. Für einen Auftaktband fand ichs auch richtig gut, dass die Protagonisten so in den Fokus gerückt werden, vor allem weil man dadurch einen ganz anderen Zugang zur Handlung bekommt.

So weit, so gut. Doch der Fall selbst war irgendwie ganz schön zäh, kam lange gar nicht richtig in die Gänge und wird auch zwischenzeitlich nochmal unterbrochen, weil bei den Protas so viel nebenher passiert. Dadurch rückte er für mein Empfinden total in den Hintergrund. Viel mehr geht es um die Stimmung innerhalb der Polizei, die persönlichen Konflikte der Protagonisten und ihr privates Leben. Die Auflösung des Falls dann ok, nicht super spektakulär, aber schon interessant aufgearbeitet

Das Buch liest sich gut. Gerade zu Anfang hatte ich ein paar Startschwierigkeiten dabei, herauszufinden, wie die einzelnen Kapitel, Personen und Handlungsorte zusammenhängen, aber man kommt dann doch recht schnell rein. Die Kapitellänge ist angenehm. Für mein Empfinden gab es wenig wörtliche Rede, was aber zum harten, eigenbrötlerischen Eindruck der beiden Ermittler passt. Generell fand ich den Erzählton eher rau, fast schon abgestumpft, die Figuren sind nicht wirklich nahbar, obwohl sie so im Fokus stehen.

Für einen Auftaktband fand ichs nicht schlecht, ich würde auf jeden Fall noch einen weiteren Fall lesen, der dann aber gerne etwas knackiger sein könnte.

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Veröffentlicht am 02.03.2025

wieder eine echte Gefühlsachterbahn

Lakestone Campus of Seattle, Band 3 - What We Hide
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Bücher von Alexandra Flint sind für mich immer so eine Art emotionaler Safe Space. Ich liebe die Handlungsorte, die sie erschafft und die Figuren, die sich wie Freunde anfühlen. Und die Lakestone Reihe ...

Bücher von Alexandra Flint sind für mich immer so eine Art emotionaler Safe Space. Ich liebe die Handlungsorte, die sie erschafft und die Figuren, die sich wie Freunde anfühlen. Und die Lakestone Reihe fühlte sich für mich seit dem ersten Band einfach goldrichtig an. So auch dieser Dritte Band, dessen Suspense-Nebenhandlung richtig mitreißend war.

Zum Inhalt: Lucie hat auf dem Lakestone Campus endlich eine Art Heimat für sich gefunden, auch wenn sie zu ihren neuen Freunden immer noch nicht völlig ehrlich sein kann, zu groß sind Scham und Schuld in ihr verankert. Doch als Callahan, Lucies ehemals bester Freund, auf dem Campus auftaucht, stellt er ihr Leben erheblich auf den Kopf und ihre sorgsam aufgebaute Fassade droht einzubrechen.

Am Anfang ist es mir etwas schwerer gefallen zu Holland Zugang zu finden, vor allem zu dieser früheren Version von ihr, die sie versucht, hinter sich zu lassen. Gleichzeitig fand ich die Botschaft dahinter, dass man selbst bestimmt wer man sein will und Neuanfänge verdient hat, total großartig. Call habe ich dagegen sofort ins Herz geschlossen, seine aufopfernde Art hat mich sofort berührt. Und seine Familiengeschichte rund um diese supersüßen, guten Menschen hat mich einfach mitgenommen

Mir hat hier vor allem auch wieder die Mädels-Freundschaft gefallen, dieses einander annehmen wie man ist, sich aber auch gegenseitig offen die Meinung sagen dürfen.
Ich muss ehrlich sagen, dass ich von dem Konflikt zwischen Holland und Call am Ende kein Fan war, vor allem weil ich irgendwie so wahnsinnig enttäuscht von seiner Reaktion war. Ich weiß, Drama gehört in Romancebüchern dazu, aber das hab ich einfach nicht gefühlt.

Für mich nicht mein liebster Band der Reihe, trotzdem hat es mich emotional wieder total abgeholt und Flints Schreibtstil gefällt mir einfach sehr, weil er angenehm zu lesen ist und zum mitfiebern einlädt. Das Buch überzeugt durch ehrliche, nahbare Themen und diese umwerfende Offenheit, die für mich die Lakestone Campus Reihe ausmacht.

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