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Veröffentlicht am 04.03.2025

Autor und Sprecher zogen mich in ihren Bann

Die Henkerstochter und das Vermächtnis des Henkers (Die Henkerstochter-Saga 10)
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„Die Henkerstochter und das Vermächtnis des Henkers“ ist also der Jubiläumsband. Für mich war es das erste Buch der Henkerstochter - Saga. Nein, zu keinem Zeitpunkt war es für mich schwierig, der Geschichte ...

„Die Henkerstochter und das Vermächtnis des Henkers“ ist also der Jubiläumsband. Für mich war es das erste Buch der Henkerstochter - Saga. Nein, zu keinem Zeitpunkt war es für mich schwierig, der Geschichte ohne Vorkenntnisse zu folgen. Jeder Band ist in sich abgeschlossen. Hier geht es um Jakob Kuisl und seine Beschwerden. Ihn quälen die Ereignisse der Vergangenheit. Er findet keine Ruhe und plagt sich mit Schuldgefühlen. Tochter und Enkelin machen sich Sorgen. Aber Jakob möchte kein Mitleid und fasst neuen Mut, als ihn der Brief eines alten Weggefährten erreicht. Vielleicht kann er ja endlich seinen Herzenswunsch erfüllen. Endlich genug Geld zu haben und seiner Familie das Bürgerrecht zu kaufen.

Nicht nur die Wendungen zogen mich in den Bann. Auch das Geschehen rund um den Krieg zwischen Christen und Muslimen war spannend zu lesen. Wie stolz waren doch die Adligen und wie wenig galt das „Fußvolk“ damals. So viele Menschen litten unter der Herabwürdigung durch ihre Herrscher und konnten gar nichts dazu beitragen, dass sie endlich anerkannt wurden.

Neben der präzisen Beschreibung von Kämpfen kommt auch der Humor nicht zu kurz. Das gefiel mir besonders gut. Die Sprache ist bildhaft und ich empfand das Buch zu keiner Zeit langweilig. Und der Sprecher ist außerordentlich. Er konnte seine Stimme so gut anpassen, dass sie klang als würden viele Sprecher das Buch lesen. Aus dem Grund empfehle ich es allen, die mehr über die „Türken vor Wien“ erfahren möchte.

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Veröffentlicht am 04.03.2025

Viele Fakten lassen mich sprachlos zurück

Die letzten Tage
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Therese Wenninger ist die Mutter eines zum Tode Verurteilten. Ihr Gnadengesuch richtet sich an den Bundespräsidenten Österreichs. Ihr Sohn Hans Wellner, 17 Jahre alt, soll erschossen werden. Wegen Fahnenflucht. ...

Therese Wenninger ist die Mutter eines zum Tode Verurteilten. Ihr Gnadengesuch richtet sich an den Bundespräsidenten Österreichs. Ihr Sohn Hans Wellner, 17 Jahre alt, soll erschossen werden. Wegen Fahnenflucht. Dieses Urteil zu einer angeblichen Straftat war damals üblich. Auch wenn es die letzten Tage des Krieges waren und es kaum noch Vergehen im Sinne der Nationalsozialisten gab. Befehle wurden minutiös durchgeführt. „Blinder Gehorsam“ war während und nach dem Krieg gang und gäbe.

Die Täter hatten keinen Skrupel, Menschen zu töten. Ihnen wurde kein ordentliches Gerichtsverfahren gestattet. Auch der Hinweis auf Sonn- und Feiertage wurde von den Übereifrigen Männern ignoriert. Erst nach dem Krieg und bei der Aufarbeitung der Geschehnisse, kamen auch diese Fakten zur Sprache. Das Blatt wendete sich. Leider kam die Einsicht der Obrigkeitshörigen für die Verurteilten zu spät.

Es war im Jahr 1993 als der pensionierte Jurist Alois Karmers mit seinen Nachforschungen zu den Ereignissen zum Kriegsende begann. Die waren Grundlage für das Buch „Die letzten Tage“. Für Leser, die das Geschehen nicht nachvollziehen können, unvorstellbar. Was bewog die Henker zur ihren Taten? Schalteten sie ihr Mitgefühl aus oder hatten sie Furcht vor ihren Vorgesetzten? Das Buch lässt dem Leser viel Raum für seine eigenen Gedanken. Können wir urteilen? Aus heutiger Sicht? Diese Fragen mag sich jeder selbst beantworten.

„Es war eine Zeit, in der Niedertracht und Bosheit keine Befehle mehr brauchten, um aus Mitbürgern und Kollegen Täter zu machen.“ Dieses Zitat aus dem Buch beschreibt alles, was die Situation damals ausmacht. Ich empfehle allen das Lesen, die sich mit den Fakten auseinandersetzen möchten. Denn nach wie vor heißt es: „Wehret den Anfängen.“

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Veröffentlicht am 02.03.2025

Auch dieser Krimi konnte mich überzeugen

Kreidemord
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Auf dem Gelände des Kreidemuseums liegt eine Tote. Qualvoll erstickt in einer Buddelkiste für Kinder. Schnell finden die Ermittler heraus, dass es sich hier um eine ehemalige Kollegin handelt. Ihr Name: ...

Auf dem Gelände des Kreidemuseums liegt eine Tote. Qualvoll erstickt in einer Buddelkiste für Kinder. Schnell finden die Ermittler heraus, dass es sich hier um eine ehemalige Kollegin handelt. Ihr Name: Julia Schnorrer. Kein Zweifel, da die Untersuchung ihrer DNA eindeutig war. Aber nicht nur, dass sie eine ehemalige Kollegin ist, macht die Ermittler nachdenklich. Sie tauchte vor 12 Jahren unter und keiner hatte Kontakt mit ihr, oder kannte ihren Aufenthaltsort. Julia war damals Mitglied einer Gruppe, die durch Korruption und Vorteilsnahme im Amt straffällig wurden.

Nicht nur die Tatsache, dass eine Kollegin qualvoll zu Tode kam, macht betroffen. Es kommt noch viel schlimmer. Jan Riechter, Ehemann von Julia Schorrer, wird durch üble Nachrede verdächtigt, etwas mit dem Mord zu tun zu haben. Die Beweise gegen ihn sind erdrücken. Nicht nur die „Interne“ ist misstrauisch. Auch einige Kollegen vertrauen ihm nicht mehr.

Das ist also der 14. Band, in dem Romy Beccare ermittelt. Und er ist zu keinem Zeitpunkt langweilig. Beste Unterhaltung ist mal wieder garantiert und ich hoffe sehr, dass die Autorin auch die folgenden Abenteuer der Rügener Ermittler so spannend erzählt, wie die vorherigen.

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Veröffentlicht am 02.03.2025

Fessselnd vom Anfang bis zum Ende

Dunkle Momente
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Was bedeutet es eigentlich, Strafverteidigerin zu sein? Und handeln diese Fachleute stets nach ihrem Gewissen oder zuweilen auch nach ihrem Herzen? Um diese Frage geht es in dem Buch „Dunkle Momente“. ...

Was bedeutet es eigentlich, Strafverteidigerin zu sein? Und handeln diese Fachleute stets nach ihrem Gewissen oder zuweilen auch nach ihrem Herzen? Um diese Frage geht es in dem Buch „Dunkle Momente“. Es beginnt mit dem ersten Fall. Ohne Not erschießt ein Rentner einen jungen Mann. Der Jugendliche ist Rumäne. Die Crux an der Sache ist, dass der Täter kurz nach dem Ereignis seine Anwältin kontaktierte. Mit einem fadenscheinigen Grund erfuhr er bei dem Gespräch, wie er einen Freispruch erwirken könnte.

Es gibt einige von ähnlichen Fällen, die hier beschrieben sind. Die Autorin verstand es, mich als Leserin in ihren Bann zu ziehen. Sie berichtet über ihre Mandanten, als säßen sie neben mir. Will sagen, dass die Beweggründe der Menschen immer auch ein Verständnis für die Taten hervorrufen. Das ist der Autorin auch sehr wichtig, dass sie nicht nur die Seite des Gesetzes zu Wort kommen lässt. Jede Tat hat ihre Vorgeschichte. Und nein, es geht nicht um Verharmlosung. Es geht um das Aufzeigen von unterschiedlichen Beweggründen.

Das Buch hat mich gefesselt und ich las es ohne Unterbrechung durch. So faszinierend empfand ich die Schilderungen. Wie gut, dass es noch Strafverteidiger gibt, die ihre menschliche Seite nicht verloren haben.

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Veröffentlicht am 28.02.2025

Die Düppeler Schanzen waren Schauplatz des Krieges

1864
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Immer wieder gab es Scharmützel zwischen Dänen und Preußen. Was mir auffiel: Europäer hielten zusammen und kämpften gemeinsam gegen einen vermeintlichen Feind. Selbst der Zar wollte den seiner Meinung ...

Immer wieder gab es Scharmützel zwischen Dänen und Preußen. Was mir auffiel: Europäer hielten zusammen und kämpften gemeinsam gegen einen vermeintlichen Feind. Selbst der Zar wollte den seiner Meinung nach zu Unrecht überfallenen Dänen zur Seite stehen. Und die Schweden, die dauernd mit ihren Nachbarn stritten? Auch sie stellten sich auf ihre Seite. Diese Fakten spielten aber leider keine Rolle. Am 01.Februar 1864 wurde das vollendet, was bereits um Weihnachten 1863 begann. Die Truppen der Preußen und Österreicher marschierten in Dänemark ein.

Es gäbe keinen Krieg, wenn die Verantwortlichen selbst in die Schlacht gehen müssten. Das galt damals und bis heute hat sich daran nichts geändert. Es sind stets Männer, die als „Kanonenfutter“ missbraucht werden. Kein Putin und kein Trump sind bereit, für ihr Vaterland zu kämpfen. Der Autor des Buches #1864 zeichnet auf, wie es zum Krieg zwischen Dänemark und Preußen kam. Otto von Bismarck sah es als Errungenschaft an, sich gegen das kleine Land durchzusetzen.

Der Autor Klaus Jürgen-Bremm war Offizier der Bundeswehr und das zeigt sich deutlich in diesem Buch. Er hat Ahnung von den Geschehen. Aus diesem Grund ist es zuweilen schwierig, seinen Ausführungen zu folgen. Oft musste ich Passagen noch einmal nachlesen, um sie tatsächlich zu verstehen. Es ist ein Sachbuch, das vornehmlich für Kenner der Materie geschrieben wurde. Mir gefiel es gut und meine Leseempfehlung gilt ohne Abstriche.

Im Anhang gibt es Anmerkungen zu den Fußnoten und in der Bibliographie Quellensammlungen in Form von Verweisen auf aktuelle Literatur. Die Originalfotos zeigen, welchen Schaden die kriegerischen Auseinandersetzungen an den Düppeler Schanzen anrichteten.

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